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Jüdisches Familienblatt · 1889-01-01 · 15-16 (1889) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1889
Issue
15-16 (1889)
Article
Beilage zu Nᵒ 15-16.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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V. Sie nach sechs Tage» mühevoller Arbeit Der Lader Nahe wttderkehrea soll, Da frei sich Don de« Werkeltage« Druck Da« Herz darf fühlen in de« Menschen Brust, Da geist'ge« Streben ihn erheben soll Loch Über alle ird'sche Sleiulichkett, So, wenn der Lenz de« Winter» Bande sprengt, Wem »ieder Freiheit athmet die Natur, Wenn neue Hoffnung zieht in» Menschenherz. Dann »ird begangen jene« Lage« Feier, Da Mose« einst sein freie« Bott geführt. Und ob Befahr auch ring« umher gelagert, Bor allen diesen Lag der Feind gewählt — Betrieben von de» Aberwitze« Wuth — Mit Feuer seine Stätten zu zerstören Und zu vergießen sein unschuldig Blut; Wenn wieder war der Frühling eingekehrt. Dann kehrte auch de« Feste« Feier wieder. Da» Fest der Freiheit von Egypten« Joch. Ob Hütte nur, ob ein Palast sein war. Ob Reichthum »der Armuth ihm beschieden, I» Schooß der Seinen, bei der Lichter Blonz Beging ein Jeglicher da» Passah fest. Sr fühlt fich unter Botte« Schutz gestellt, Inmitten einer haßerfüllten Welt. Und hoffnungsvoll in tiefempfund'nen Weisen Hört Alle man den Herrn de« Himmel« preisen. tMafitollsche Begleitnn»; lebeade» Bild:) „Osterabend.' VL Die Liebe zu der Freihttt, welche stet« Mn Erbtheil war de« Judenthum« Bekennern, Die hat auch damal« mächttg fie erfaßt, Al« Deutschland seufztt unter fremdem Joch. Denn ob am Allen zäh' auch hängt da« Bott, Da« über alle Länder fich zerstreut. Bettenlich hat'« erfüllt de« Seher« Wort: »Für da« Land, wo ihr »eilet, sollt ihr beten" Ob tren de» Blanden auch der Jude bleibt. De» Blanden an de« Weltall« eiuz'gen Herrn, Ererbt von seiner Ahnen langen Reih' — Da« Land, in de» auch seine Wiege stand. Da« Land, de« Sprache anch die seine ist, G» ist sein wahre«, einzig Vaterland. Und »»« an Diensten immer anch e» fordert. Er leistet willig fie zu jeder Frist. Wie seine Wiffenschast er fleißig fördert, Wie seine Kunst er zu veredeln sucht. So zog er freudig auch hinan« zum Kampf, Al« e« da» Vaterland zn schützen galt, Und auf der Schlachten blntgeträakte« Boden Hat Mancher seine Seele auSgehaucht. — Doch laßt ein freundlichere« Bild euch zeigen. De« tapfern Krieger« frohe Wiederkehr. Wie er dem Vaterland da« Leben weiht. So blliben treu wir ihm für alle Zettl (Musitalisch« Begleitung; lebend«» Bild:) „2*8 Krieger» Heimkehr." A«r 25. N» „<Hrfttar«f$ereia§" i* Stellt« am 28. «är, 1889. Suf fünfundzwanzig Iah«, btt verflossen. Blickt «»gerechte» Stolz heue der B««in, Der, an» veschetd'ne» Anfang nur entsprossen, Sich selbst verdankt sein Blühen nnd Bebeih'nl Müh'vokle» Wandern war e» durch dt« Reihe Der langen Iah« bi» zu» frohen Hent, Wq dies«» schonen Feste» «in« Weih« Die Siegeäpalme unser« Streben beut I Erglühend an der Menschenliebe Flam«en vereint« damal» fich dl« kleine Schaar, Doch mehr und «ehr bald fanden fich zusammen Und brachten willig jede» Opfer dar; Am Bett de» Leidenden half Bruderliebe, Und den »esall'nen hob sie »ild ««vor: Den Schwachen stützt« fie, der i» Betrieb« De» Weltgewühl» den inner» Halt verlor l Doch mächtiger und immer mächtiger regten Die Schwingen fich, der eig'neu Kraft bewußt. Wa» Menschenherzen Edle» jemal» hegten, Wa» fie erschüttert je in Schmerz und Lust. Der Wissenschaft ausklü«nd lichte» Walten, Der Künste jugendfrische Heiterkeit, Sie durften frei fich im Verein entfalten, Der ihnen freudig «ine Pfieg« weiht. So steh», «a» weaig Männer, treu verbündet, Erschaffen einst in unser« H«i«at»o»t, Wa» sie mit'fester Zuverficht gegründet, Al» stolzer Bau hent da al» sichrer Hort. Hier finde« brr verwaiste einen Vater, Der Kranke Balsa« für fein schwere» Leid, DI« Jugend «inen Bildner und Berather, Der Traurig« gesell'ge Fröhlichkeit Ui»d wenn wir heut' di« Blicke rückwärt» lenken Und Stolz ob de» Brrnng'nen un» dnrchbebt. Laßt un» auch der «ntschlaftnen Brüder denken, Die mit un» nach de« hohen Ziel gestrebt; Di« treu und fest an dem verein gehalten — Bern ihm gewidmet ih« beste Kraft, Weiht eine still« Thräne jenen Alten, Di« un» der Tod zu früh hinweggerasst. Doch von den Gräbern lasset un« erheben Zur heitern Gegenwart da» Angefichtl Da blüh« in voller Kraft da» «arm« Leben, Da strahlt in hellste« Glanz de» Frohsinn» Licht. So mög' e» auch in Zukunft fich gestallen Und der verein bi» in di« fernste Zeit Treu bleiben stet» dem fegen»v«I«n Walten Der Bruderliebe, der Barmherzigkeit. Allerlei fft« de« A««ilie»ttsch. Frömmer Wnnsch. Al« ich jüngst am „Äabdalh Sachor" mich i« der Synagoge befand »ad im Begriff war, den Pijnt za Ehre» diese« Sabbath zn beginnen, ftntzte ich, al« ich «einen Nachbar «tt drohende« Tone, welcher da« andächtige Flüstern der Menge übertönte, dev schrecklichen Flach in hebräischer Sprache an»- stoßea hörte: „De« Vorbeter« nnd der Bemeinde Namen and Andenken mögen vertilgt werden!" Einige Minuten nachher, al« ich einen Blick in mein Bebetbnch ge» warfen hatte, entdeckte ich, daß dieser Beter dtt Worte: flN („diese« ist von dem Lhasa» and der Bemeinde zn sagen") al« zam Texte gehörig «tt diese« znsammengelese» hatte, beinahe »tt jener Bühnendilletaat, welcher eine Stelle an« „Hamlet" la«: Erster Todtengräber, welcher eine Frau war ». s. ». oder im dritten Aafzage de» „WUhelln Teü": „Bertha, der Knabe, lebt!" J.St. Art» tan Sprmßschatz de» Taüm»d. Poetisch übertrugen von Max Weinberg. Erst udl, »ich. Dünn tubl« »ich. * . Wer stndirt. Nicht repetirt, Der hat gefl't Und nicht gemäht. Verantwortlicher Redaetr« vr. Rahmer, Magdeburg. Druck »«« D. L Wolfs, Magdeburg. «erlag von Robert Friese, Seimig.

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