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Jüdisches Familienblatt · 1889-01-01 · 15-16 (1889) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1889
Issue
15-16 (1889)
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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M15-16 Südtsche. uiilin-#/*// HerauStzegebe» Mn Br. BU lUtKrr in Magdeburg. Jxr -«tertzMm- L -etehnmstr dir isr«Mstze jnüvt. Inhalt Der erste Lederabend. — HerzenSadel. Ein« kujawisch« Eqähluua «vd» TufaiM ^WeUag«^ Verbindende :D.e Form Mr (Zhlnb-1 von L «oh'"'««?bHÄÄ“Ä^‘W^ 1 8« ®“f* 2M W5SSS£fe*SXÄ --ÄWJ- «Äütr *“ 8 (Undefugtrr tztuchdrnck tu« diesem gUttt «versa,t.»..— Der erste Lederadevd »ach deS Vater» Tode. Am Tische «tr saßen trüb und stumm. Die Hagsd« las mau uns vor. Wohl leerten das »las «tr um und um. Wohl lauschte dem Laug unser Ohr. — Dach das Auge »einet viel Ihräueu Heist, Ihm trübte der stummer den Blick, »tr dachten Deiner, o, edler »reis, Wir riefe« die Zeit uns zurück. Wo Deiner Stimme geliebter «laug Der Vorfahren Leid u«S erzählt', Last tief es in uns re Herzen drang, Last »te es die Wirkung verfehlt'. — Und heut' — was fall uu« der fremde To»? Wie reistet dir Wunde er auf. Die fast ich wähnte veruarbet schau > In der traurige« Ronde «auf! Rtzrajt», »tr leben in Dir gar oft Hteuiede» mit traurigem Ruth! Die arme Seele gefeffelt hostt vergeblich auf da« höchste »ut. Auf Rrufcheufrrudr und Reuschenglück, Dir ach so vrrgSugltch zumal, «lchts bleibet von all dem Schönen zurück. »S tief in dem Herzen die Qual. — £, Fest der Freiheit, drin,' Heilung mir, Befestige »a«'»«ttvertrau'n! Lehr' «eine Seele für und für Hinauf zum Allvater schau'n! Do« »trd fic staden, was stets ihr frommt 2« all' ihrem Srdruleid. von «ott, dem Herr», die Hilfe kommt, Auf ihn hoff', jederzeit! v» JmWWI* Herze»»adel. Eine kujawische Erzählung au» dem Anfang« unsere« Jahrhundert«. Bon Johanna. (Nachdruck uuterfagt.) 10] (Fortsetzung.) Sechste» ftapitcL Während der Abwesenheit unsrer Freunde, waren Escher und Arthur in den Park gegangen, bald erreichten sie den ersehnten Plast jener, heute erwähnten Kinderspiele. Die liebliche Geqenioart rief die holde Bergangeuheit zurück, di« Phantasie zog sie hinüber zu den Gefilden der Kindheit. Sie sprachen wenig und schembar Unbedeutende«, nicht» auf sich selbst beziehende« und doch schien ihnen Alle» bedeutungsvoll. Escher deutete auf den klaren, sonneubeleuchteten See. »Ist er doch wie da» Äuge der Landschaft; er wirkt wie da» »»schliche, erfrischend und belebend." — Sie pflückte dir am Wege sich hinrankenden Winden, und fügte sie zum zierlichen Kränzchen. .Neulich fand ich ein ähnliche» Zeichen, von dieser Lieblingsblume Ihrer Mutter, den Gedichten Ursula'» von KochanowSka beigelegt, al» sie mir dies« schenkte. Nehmen Sie die» freundlich an", — sie reichte da» Kränzchen. — .Auch mir legte str eine Ranke mit'den rosa Blüihen in mein Gebetbuch, ich werde diese hier danrbm ausbe» wahren." .Alle meine schünsten Erinnerungen, sprach sie, komm« mir au» dem lieben Soinowiza." Sir setzte sich auf die nahe Rasenbank, den Kopf auf deu Arm gestützt, fröhlich um sich blickend. — .Wir batten wirklich einm schönen Spielplatz gewählt, wie wundervoll ist r» hier! Da» Leben ist so schön, rief sie in vollster Iuaendlust, so schön." — »Wle sie! älter fühle ich mich neben Ihnen, Fräulein, und wir sind nur wenige Jahre von einander verschieden. Da» Leben in Pari» hat mich um manche Illusion gebracht; die Klage um die verlorenen Eltern und da» nirdergetretene thrure Vaterland, läßt mir keine Ruhr. Da» Besitzthum meiner Ahmn finde ich in unverantwortlicher Zerrüttung; e» drängt mich, meine Kenntniffe und-Erfahrungen endlich für mein eigene» und da» Wohl meiner Untergebenen zu der» werthen. Meiner treuen, geliebten Großmama wäre die» der schönste Dank, für idre mir bewiesene Güte. Me» dir» macht mich sehr ernst. Dabei kommt mir oft die Ahnung, daß ich eher zerstören, al» schaffen werde." Er seufzte schwer. — Esther blickte ihn, der so glücklich, so sorglo» in ihren Augen war, erschreckt und theilnehmend an. aber ehe sie zu anlwortin vermochte, hörte sie die Stimme der zurück» gekehrten Gräfin: »Esther, Arthur, wo seid Ihr?" Eilig folgten sie dem Rufe und auf die Frage, ob Esther den Park unverändert finde, erwiderte sie, sie wäre nur auf dem Spielplatz gewesen und dort habe sie schmerzlich den Roseustock vermißt, den Frau v. OrlowSka selbst okulirt; rothe, gelbe und schwarze Rosen hatte sie kunstvoll an demselben Baume zum blühen gebracht. — »Dahin,« seufzte die Gräfin leis«, .wie sie selbst." — Man ging gemeinsam in die Orangerie, gefolgt von Gerson und dem Grafen. - In mannigfaltigster Pracht und Schönheit, in wunderbaren Formen und Farben glich diürr Ort einem reizvollen Zauder» gartrn» voll Dust und Glanz. Die letzten Strahlen der sinkenden Sonne fielen vergoldend durch die Fenster, um die sich Schlingpflanzen in blühender Fülle rankren; Camelten in all:« Farben, bedeckten an Spalieren die Wände bis hoch hinauf au _ da» Glasdach; an zarten Lianen schwankten bunte Blüthen wie Schmetterlinge; hoch hinauf reichten große blättrige Palmen in stiller Majestät, Alle» befeuchtet von den Wasserstrahlen einer mächttge» Fontaine. — Erfreut vvn Escher'» Entzücken an dieser ihr fremden Herrlichkeit, führte Arthur sie zu den Eackteen, für die der Gärtner mit besonderer Leidenschaft Sorge trug.

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