Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1889
- Issue
- 13 (1889)
- Date
- 1889-01-01
- Page
- Seite 52 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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zu dürfe», war natürlich gern gewährt wurde. Er r klärte nun, daß' er und die meiste» feiner Mitgrschworeue« sebolichst »ün'chte», auch in einer praktisch«» Form ihren Beifall zu dem von der Missionsanstalt au-grüHtru menschenfreundlichen Werke zu bezeigen, wobei er sich natürlich auf den vor» liegendöl Fall bezog. Sir hätten unter sich eine Subskription veranstoltrt und möchten nun wiflrn, ob rs gestattet sei, da« Ergebniß dem Hsrrn Wbeatley zu behändigen. Seine Lord» schast antwortete, daß diesem Thun durchau« nichtentgegen» stehe», und daß die Handlung ihnen uvr zur größten Ehre gereichen könne. So viel er wiffe, sei dir St. Gile» MiffionSaustlilt ein vortreffliche« Institut, welch,» schon viel Gutegewirkt hat. Hierauf übergab Herr G. 8. Jsaocs dem Herrn Wheatleh eine beträchtliche Summe, für welche dieser Namen» der Anstalt herzlich dankte. — Seit btiftr Vorfall stch zu» getrogen, haben noch ovdrre jüdische Geschworenen i» Dienst chre Bereiiwilligkctt erklärt, sich der Subskription anzuschließen und Herr Jsaac» hat e» übernommen, den Eitrag derselben den Herrn Wheatlctz zuzust'llcn. Kaiser-GeburtStagSfeier in Jerusalem. Iernfake«, den 26. >dar 56SS. (Or.-Lorr.) Zu Ehren de« Geburt-feste- Seiuer Majestät de- Kaiser« Wilhelm H. »eraostaltelen die hiesige» I-raeliteu deutscher Herkunft eine erhedörde Feier. Die Kolonie erschien beim deutschen Kansul v. Tischeudorf und bot um die Erlaubniß, ein hebräische« Gebet für den Kaiser, verfaßt vom 1. Vorsteher, Herrn S. Hau-darff, vorlragen zu dürfen. Nach Verlesung desselben sprach sich der Konsul in anerkenuendrn Worten über die patriotische Gefinnung dehiesigen deutschen J-raeliten au- und fügte hinzu» daß esein heißester Wunsch sei, daß nicht nur io unserem Deutschland, sondern Allenthalben Frieden und E niracht unter sämmtlicheo Konsissionrn bötehe. Darauf reichte er jedem der anwesenden Israeliten seine Hand und svlderte den 1 Borst-her auf, mit ihm ein Gla» Ehaivpagoer auf das Wohl Seiner Majestät zu leeren. Nachdem Herr Hausdorff unter Hinwri« auf das Religioas» gesetz dieseadlehvea mußte, ließ der Konsul in zuvor» komivendster Weise für ihn uod alle anwesenden Jsraliteu Bier auftragen, und nun brachte Herr Housdo ff einen Toast auf Seine Majestät Kaiser Wilhelm II., auf höt>std>si-n Gönahliu, die Kaiserin Avgusta Viktoria, und auf da» ganze glorreiche Stammhall» der Hohenzollern au«, in welchen die Versammelten mit Begeisterung emfiiwmten. Auf Bitten de« Vorstehers, mit de» sich der Konsul längere Zen m vertraulicher Weise unterhielt, übernahm r» tiefer ein Glückwunschtelegramm an Seine Majistät abzusenden, sowie auch das herrliche hebräische G«bet m dem eigen» dazu angescrttgten prachtvollen Erur in d e Hände Seiaec Majestät, des deutschen Kaisers, gelangen zu lassen. Rachd»m sich der Voistand »nter den herzlichsten Srgrutwünschm für da» Wohl dc» Herrn Konsul, die von diesem sehr wohlwollend ausgenommen wurxu, verabschiedet hatte, begab sin der 1. Vo>sicher. Herr S. Hausdorff, in da» von ihm gegründete Waisenhandwerker» hauü, um zu Ehren de» 30. Geburti festes unseres Kaiser» 30 Lehrlinge da» Festmahl reichen zu loss.-n. In den 3 jüd. BoUsküchen wurden 30 Greise. 30 Wrtiwen und 30 Waisen gespei-t und 30 arme aus dem drutsch-israelitischen Hospital entl-rffeue Kranke erhielten je 2 Mk. — Der »errmirle Degel. Ein Mentor auder alten Schule war in der Pentateuchübersitzung mtt seinen Schülern glücklich bei Leonicu» Eap 11 angrlangt, woselbst von den zum Gmusse erlaubten und verbotenen Thieren die Rede ist. Er übersetzte bei deu Vogelarten da» Wort J18V3J1 in Vers 18 mtt Wasser» Hut». (Rach Einigen bedeutet «» auch „Uckermau«, Seemöve, Schwan' «. s. w.) Rathlos stand er aber vor seiner Schiilerschaar, al» ihm diese» Wort zum zweiten Male in Bertt 30 entgegeutrat. Daß e» hier zu den Kriech» thirren gehörte, war uvserm Mentor eiuleuchtend, ebenso daß eine Urlwrsetznvg wie bei den Vögeln unzuläsfig sei. Die richtiae Bedeutung de- Worte» aber, welche« sich zu« zweiten Male präfeninte, war ibm ein Räthsel, zu welche« er die Lösung nicht finden konnte. Ohne ll'bersetzung dnrfte er e» jedoch, um nicht den Bedacht der Unwiffenhctt ans sich zu lad«, nicht pasfiren loffrn. Doch wer sucht, der findet auch, und wo di: Roch am grüßten, da ist die Hülfe am nächsten. Ohne an der Richtigkett feiner geistrnche» Eutdeckuna im mindesten zu zwrifeln, übersetzte er denn da« Wort NvvlN uater den Kriechthieren mit „-der «rschnggen« (verrückte) Vögel." Al» nun am nächsten Sabbath da»- Sühacheu de« Vorsteher» bei T sch; sein Wochenpensum ans« sagt«, erstaunte der Vater, h'er von einer chm ganz unbekannten vogelart Kunde zu erhallen, ließ den Mentor zu stch entbieten uod fragte ihn. wie er den Kindern solche» Unstau lehreu und die Richtigkeit dieser ganz neuen Ueber» setzung begründen könnte? „Nichts einfacher und richtiger als diese»', eutpegnete der Mentor; „wenn der. Vogel nicht meschugge wäre, wie käme er denn unter die MW (Kriechthiere)?' L. Lohen. Aus dem Spruchschatz des JaLmud. Poetisch übertrag n von Max Seinberg. Man haßt oft den Vrodherrn Und ist doch sein vrod gern. »- » Sann Alach» «it Aeuer sich vermengen Und wähnen, sich nicht z» versenge» 7 * SaS kann ei» Bürg« nützen, Ter selbst bedars ter Stütz«,? Sannst Du Dein Han« Dir selbst verwalte». Sollst Du nicht fremde Aufsicht halten. Kitthjel-Arrfgabrrr. 1. Deutsches ök-gogrpph. Vs» 6. in L. J'iiit Srei», den Niemand sieht, dbschoa der gröhte er von allen; Ein Volk, wenn er entflieht, Da« einst in J«ra'l» Schwert gefallen. n. Arveisprachiges SUVemättzfeL. (Lateinisch-hebräisch) von dl. R. .Sterben' — ruft da« erste Sildenpaar, Die dritt' (punktirt) nennt «ott Dir ewig wahr. Da« Sanze lenkt de« Sinn zu jener Höh' Wo «inst ein Vater fühlt' da« tiefste Weh'. (Snch'r nicht in der »eite — e» steht aus dieser Seite.) HI. Deulsch-htSräischrs SchttMtzset. von D. Schapiro-Memel. Hast D» mich in mir vertreib' mich a>» Dir. der Klitthsrl i» vor. Kr. l. Oranien, Orange«. II. N^iV (Rorijah). D^n (Berge). HL Slch, a schwer'r «anfchk QpUN—Kopf) Klerantwortticher Redacteur vr. Rahmer, Magdeburg Druck von D. L. Wolfs, Magdeburg, Verlag von Robert Fries«, Leipzig.