Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1889
- Issue
- 12 (1889)
- Date
- 1889-01-01
- Page
- Seite 48 (sequence 4)
- Language
- German
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’\V -gttSicril finbcr dieser Praxis und der ihr zu Grund« liegenden Theorie» seien. Die diesbezüglichen Gesetze des Pentateuch find ßenutzsa» bekennt; nicht so allgemein dürste dies bet dru «us densrlbeu hergeleiteteu Gesetzen des Talmud der Kall sei», »elcher als Grundsatz aufftellt: ,ThterquLlerei ist eiu Berb-t der Thora" OCrman 0*N TO "1530. Der Talmud bezieht sich hierbei auf de» Vorwurf, welchen der Engel dem Bileam wachte: .Warum Haft Du Deine Eselin schon dreimal geschlagen?" Das Thier zu schlagen schieu de« Engel schon sündhaft. Wie ia diesem Specialfalle ist das talwudische Besetz auch i». andern Fällen nur eine Erläuterung des mosaische» Gesetzes, welches jede Art von Thierquälerei auf's schärfste verbietet, so daß bei Beobachtung dieser Borschriften kau« andere Specialgesetz« udchig sein dürften. Das Motiv dieser Gesetze, welche Schonung gegen die Thiere gebieten, ist nach Maimouide« nicht alleftt die Rücksicht auf da« Thier, sondern vielmehr die Rückficht auf den Measiden, welcher immer und überall Barmherzigkeit und Milde üben soll, um seine Seele aus jede mögliche Weise zu adeln und Ausbrüche der Rohheit uud Grausamkeit unmöglich zu machen. Aus diesem Grunde find die Vergnügungen der Jagd, Hahneukümpfe. Pferdereuueu, Stiergefechte u. dgl. durch das jüdische Gesetz als Acte der Grausamkeit gegen die Thiere streuge verboten. Und trotzdem muffen Potentaten und Fürste», Dame» und Herren eben so gut, wie der roheste Jäger ihre Jagden und Pferderennen haben uud zwar, wie es scheint, um zu beweise», wie uncivilifirr noch die civillfirte Welt ist. Glosse. Zu eine» Kreund, der sich »« et» Amt tew»r§. Theu'rer Kr,und, Da bist verlöre»; Fürfirn hab-n laage Arme, Pfaffe» bade» la,g« Allagen Uns vas Volk ha: laage Ohre». Heinrich Hel ne. Theurer Kreund, I» träumst von Rechten Hier t« Land« der Magyaren") «eil sch«» Deine Ur- Urälter» Hier i» Laude sehhaft »arru — Doch Du scheinst e« zu vergefleu. DahDualseia In«' geboren Und bist jetzt noch nicht getauft bist 1 Theu rer Kreund Du bist »erloreu. Then'rer Kreuud verloren bist D» «Ulst Du «»der» gleich Dich stellen. Denn als Jnde muht Du »eiche» «nch dem schäbigsten Gesellen. Wolltest Du Soldat nicht werden, Dan» stch Deiner Sott erbarme! Balde würdest D» erfahren: Fürsten habe» law«« «rau. Ia sie habe» lange «rme «der iie sind nicht allmächtig. Wen« der Kurst auch Jedem «ohlwill. Ist sein Sinstuh doch »ur schmächtig «hege« jevru unserer Schwarzen, Denen eS so schön gelungen, Ihre alte Macht zu wahren, — Gfasfe» haben lang« Zungen. Wegen dieser langen Zunge» Darfst D» auch auf's Volk nicht hoffen. Denn da« Volk — es wird gestachelt Und gehetzt geheim und offen — Hat dadurch für »ahrr «hleichheit Längst schon das Gefühl verloren. D» Haft Pflichten ebne Rechte — Und da« Volk Hai lang« Ohre». Sosztolne (Ungarn). ®. Mandl. bester» verftänduß sei hier «itgetheil», dah es l» Ungar» e. 180 vaeireude jüd. Mittelschalprosrffore« und Bürgerfchullehrer gtebt; vom Staate «erd«» fit nogetaus« nickt auqestellt. Wir haben all« Pflichte», aber »lcht die entsprechenden Rechte. Bei de» Reero. ttrnrge» werde» füd. Jaaglinge «ft betonderer Vorliebe ausgehoben, »um braucht tmelli ent« Element« zu Unteroffiziere» für di« Arme«. a den Reaimentern au» mir Jude» etwas dichter bevölkerte« Gegenden fast der U»teroffizlrre — Juden. J. M. «Dgebuug. Zum wocheuabfchnttl 8ek’»i»i. pn» DT) .Und «aro» schwieg. Wenn Schmerz durchwühlt »ie Brust, O. Herz verzage nicht: f» Gott blick' anf mit Luft, er Deine Keffeln bricht; Und wen» der Tod auch naht. Zu lichte« Deine Reth'u: Raff' frisch Dich auf zur Th at. Soll' nicht dem Schmerz Dich weih'«! Denn Leben stets erblüht »US »er Verwesung ftrim. Erneutes Dasein sprüht Stuft auf im ew'gen Heim. Will brechen drum das Herz, Wir Aaron schweige still; Ertrage Leid und Schmerz, S« wie der Herr es will! 8. «ohen. Aus dem Spruchschatz des Talmud. Poetisch übertrag-» von Max Weinberg. Was «a» i» Juaendtagen treibt. Wird vom Gedicht» ist «tng,sogen, Doch was mau erfi im Alter lern». Ist bald i» all« Welt »erflogen. » » Da» Weib ist ei» geborener Soldat, Da» stet» di« Waffen bei fick hat. » « Was Du nicht halten* kannst, versprich nicht! Einmal versprochene», da» brich nicht! <4foj Kitthjel-Anfgadem [jcQ»- I. Aeutzches otogogrppy. von 0. ta u. Mit „i* eia edle» Sönig»hau», Den Jsraeliteu stet« geneigt; Mit „g“ entstehen Fruchte drall», Die auch da» heil'ge Laad erzeugt. II. KsSräifches «^kogogryp-. voa E. ia Pt. Ein Berg, den man i» heil'gen Lande findet. Zu Berge» wird er, «neun man di« Zeichen ander« bindet. HI. -tu räthsekyaftes Mart. EI war am Schuschan Purim vormittag. Cr lag »och z» Bett« bleich »nd verstört; er stöhnte schwer. Man schickte «sorgt nach de« Arzt. Cr fühlt« den Puls »nd fragt« de» Patienten, was ihm fehl«. Er ächzte »nd brachte kei» Wort heraus. Er deutete an, er wolle es «iederschreibea. Man brachte ihm einen Lleiftist und «ia Stück Papier. Er kritzelte einig« hebräische Wtchstabe» darauf. Rach vieler Mühe «laug es die «inzelne» Buchstaben zusammenzufügen» st« ergaben da» Wort: Binmnn und das sollte de« Arzt« sagen» woran er litt. Wer «attithselt es? AnfiSftms der Pnrim-AUtthset. I. Krenbe. ll- «alge». III. 71^22 (Esterrolli) *732 (Sense) IV. Oharbon (franz. Sohl«, Getreidebrand und Schafräud«) Obarboa», (einer der Höfling« de» Achaschwerosch). V. "Ust Reihe (Esther H, IS «. 16); TnrteUanb«. VL 1. Waschtisch. Wascht». » gestern, Ester. verantwortlicher Redaeteur vr. Rahmer, Magdeburg. Druck von D. L. Wolfs, Magdeburg, Verlag von Stöbert Friese, Leipzig.