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Jüdisches Familienblatt · 1889-01-01 · 11 (1889) · p. Seite 44

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1889
Issue
11 (1889)
Date
1889-01-01
Page
Seite 44 (sequence 4)
Language
German
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— 44 — nab Brüder." Weiter beschwert stch Tolstoi über die .nnvernünfti-e Erziehung ", welche Menschen seine« streife« Haß gegen andere Rationen einflöße. Unter »andern Nationen" versteht er Biller, die in andern Ländern wohnen; folglich darf man » fortiori annehmen, daß Tolstoi zwetfello« da« Berhalten gegen die Juden, die einen Theil de« rassischen Bolle« darstellen, oernrtheilt. Ueber da« historische Jndenthu« spricht sich Tolstoi wiederholt mit Achtung au«. Er hält di« Moral de« Mos»i«mn« für etwa« einseitig, findet aber seine Dogmatik der Bernnnft entsprechend nnd einfach. I« ganzen Mosatsmn« findet er ein strenge« System der Eonseqnenz und Klarheit, die er in andern Lehren nicht zn finden vermochte. Bor den biblischen Propheten hegt er die größte Ehrfurcht. Rn einer andern Stelle desselben Werke« spricht er ron den Gewissensbissen, die er wie jeder andere gute Kaffe während der traurigen Epoche der letzten Judenrerfolgwlgen empfunden habe. .Bor Kurzem" — erzählt er — »la« ich mit einem Rabbiner da« fünfte Kapitel de« Ev. Matthäi. Fast bei jedem Satze sagte der Rabbiner: »Da« steht in der Bibel, da« — im Talmud" uad zeigte mir in der Bibel oder im Talmud dieselben oder ähnliche Aussprüche, wie die in der Bergpredigt. Und al« wir bei de» Berse von dem Berhalten gegen Feind« anlangten, sagte er nicht mehr: .da« steht im Talmud", sondern frag mich lächelnd: .Halten die Ehriften die» Gebot? Bieten sie den andern Backen hin, wenn sie auf dem rechten einen Streich erhalten haben?" Ich konnte nicht« erwidern, denn ich wußte, daß zur selben Zeit die Ehriften nicht allein nicht die .Backen hinhielten", sondern die Inden auf die hingehaltenen Backen schlugen." . .. Und so ist denn die Sympathie Tolstoi'« für die Inden al« Menschen, besonder« aber al« »»glückliche Menschen, zweifello«. E« wäre aber sehr wünschenSwerth, daß der große Dichter stch darüber öffentlich auSließe, dann würden Berleumdnagen und Myftificationrn wie diejenigen, über welche wir im Eingang diese« Artikel« sprachen, aufhören. W-d. Allerlei für de» Familientisch. Wie mau'S auSlegt. Rach den hohen Festen stritten sich die Borsteher einiger jüdischen Dorfgemeinden darüber, wer an den Festtagen der besten Ehasan gehabt hatte. Der eine rühmte dir Herkule«- krast eine« Cantor», der von Kol-Ridre bi« Reilah Alle« vorgebetet hotte und doch .nicht« davon wußte" (d. h. von der Anstrengung, kann aber auch heißen: von dem, was er betet«"); der andere war noch ttef gerührt von der er- (greifenden Andacht, mit welcher der Cantor au« dem Gebete ür den Chasan die Worte .jni *VT Sri (laß mein« stehle | nicht vertrocknen) vortrug; der dritte endlich war stolz darauf, > einen Ehasan gefunden zu haben, der nach dem »Din" rQCn& Sp1? 0>- h. mit Ueberrinstimmung — von?un — aller! Gemein demitglieder zu dem Amte berufen) war. — .Da« ist; nicht wahr", enlgegneke ihm Einer der beiden Andern; »ich 1 habe nämlich gehör», daß die Mehrzahl der Mitglieder eurer Gemeinde mit der Wahl desselben nicht einverstanden war; wie kannst Du also sagen: Er war Sp1? .UCno?" — »Weißt Du Am-Hoorez auch, wa» Du sagst? Ich sage Dir, et war XD1? rocrifi, denn am ersten Reujahrttage gingen wir um 8 Uhr in dw Synagoge und um 8 Uhr waren wir wieder zu Hanse. Einen solchen .Schnellläufer" (er iUCnD von fTI .laufen" ab) dürfte kaum eine andere Gemeind« aufzuweisrn haben." L. Cohen. Aus dem Sprachsch^ d« Ialmud. Poetisch übertragen von Max Seinberg In dem. wa« doch bald offenbar, wind Menschen «eisten» offen, wahr. '*49$ Vurim-Witthsrü «öm»w—» i i " Bon 0 1.1 B. 1. Deutsches Aesträthsel. Willkommen In Israel» streifen, Tochter au» himmlischen Höhen: Sir wollen i« Adar Dich preisen. Sie diese« von jeher geschehen! Da» stimmt ja genau zu der Lehre, Die einst un» dl« Alien gegeben: Wenn Adar erscheinet, dann mehre, Sa» Würz« kann geben dem Leben! So weil' denn in unserer Mitte, Nicht» störe Dein stetig Erscheinen; Sohin Du auch lenkest die Schritt«, Beglücke die Großen und stlrinen l II. Deutsches «F-gogryph. Mit zwei Gelagen fing e« an Da» grausam böse Spiel, Da« unser« Volk mit Mau» und Mann Den Tod gesroht al« Ziel. Nimm!t heran», und setz' dafür DI« » auf diesen Platz; Da« neu« «ort dann zeiget Dir Den Lohn für Judenhatz. I» KeörAsches -Logogryp-. Sa» Lüge ersonnen und Bosheit erdacht, Wird zum Bewußtsein darin un« gebracht. Zugleich wie di« Allmacht mit mächtigem Schutz Stet» un» gehütet, den Feinden zum Trutz. Sobald von dem Sott« der Fuß wird getrennt. Der Rest un» ein Sertzeug de» Ackermann» nennt. IT. Zweisprachiges ^L«gogryph. Der Franzmann holt «S an» der Erde Und sieht'» nicht gern in Feld und Heerde. Schließt ein .a" dem Wort man an, fofort «* einen Mann, den Haman half verderben, Daß er mußt' am Galgen sterben. T, KeSraisches Morträt-set. Ser ist e«, der den Vogel kennt. Den die «egillah zweimal nennt. TI, Zwei SiSksche M-rt-Aät-seü Bon M. B. 1. In jeder Schlosstub' findest »n ko» Ganze, Doch ohne Fuß strahlt e« i« »ronenglanze. st. «» ist weder heute, noch ist»» morgen. Doch mach' Dir deshalb keine Vorgen. st, ist vorbei I — Ohne stopf und Fuß «l» stöntgin man'» begrüßen muß. AnA-ftmder KSttzfel 1» »**. g*. n.J(JC) Kisch, m (Noah), Thal), n^p c««hay. HL cif*; in jeder Kedaaehn: ,1t Sl« nt «Tpl Verantwortlicher Redaeteur Sr. Rahmer, Magdeburg. Druck Non D. L Solff, Magdeburg, Verlag non Robert Friese,

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