Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1889
- Issue
- 11 (1889)
- Date
- 1889-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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2*11. Jüdische« 188».;>r UntcrfiaUnt» i gklehtnz fit lit isretlikiflhe Imilit. $trau«flcgc&en von Dr. 9). Aahmrr in Magdeburg. »Ocbentt na* Vmalet Dir gethan". — Herzensadel. Line kujawische Lrrählung au« dem Anfang« unsere» Jahrhundert», von Qtahrtri'» Johanna. (Fortsetzung.) — Aras Tolstoi und die Juden. — Allerlei für den Familientisch: Wie man'* au»legt. — Au» dem SpruchsLatz de» Talmud. 'Poetisch übertragen von Maz Weinberg. — Purim»»Lchselausgaden und Rllthselldsungen. (Unbefugter Rachdrnck untersag.) gedenke was «malet Dir gethar»." (Zu ^Pinektth 8och»nr“.) »ttinrn halben Schekel bringet," Spricht der Herr, al« «»de mir. Rnr ein Halbes euch gelinge«. «banzes zwar erstrebet ihr. .Rimmrr wird der Feind erschlaffe«. Etdenfchranke schließt euch eia; Aas auch rurr Hände schaffen, Jnmer wird es Stückwerk fein!" Soll darum der Muth euch finkrnt Sollt de» Kampf ihr feige flieh« f Soll vergebens euch bedunken Alle« Streben »nd Bemüh n t Pein .AmalefS" sollst In denke« «t* in alle Ewigkeit, Atit der Lüg', des Hasses Ränke« «immer frier« soll der Streit! Rte «malet sei" vergesse». Auch wenn er daruteberlirgt, Tenn Amalrk bleibt vermesse», Air«« auch tausendmal beflegt. Swig ist «maleks Tauer, «immer hin das Böse auf, >wig liegt es ans der Laner Zn verwirre« Deine» llans. Und mit nie erschlaffler Eile Ueberall herum e« spürt, rwld vom vlnmrnweg zu« Heile I« dr» Pfuhl e* Dich »erführt. Weit und breit ist e» ergoffrn. Und e* wuchert allerwärtS, Und es hat znm VundSgeuofsen »lege« Dich Dein eigen Herz. ftnf dem Wüstenzua dnrch « Lebe» fsällt r* meuchlerisch Dich an. Und t« kräst'grn vorwärtSstrrbe» 1>emmt rt Dich ans steiler Bahn. Ob'« auch «te zu« Stege führe, Stet* muht Du gerüstet steh«: Willst Du finken nicht,«« Thierr, tKnht Du »««er vorwärts geh n. — Sieh, znm Kamp fr ist gezwungen iS»« der Sonne zu «ich kehrt: «ei» ist kämpfen! Rothgedrnnge» tllle« seiner Hant sich wehrt. Dmh sie ktmpseu um die Stunde. Kämpfen n» et» flüchtig Sei»; slinhmlo» ist de« Kampfe« Wnnde, sdenn »er Kampf er ist gemein. lvoch zu Häher« Kampf der»fr» Hat., «rnsch.Dich«ottallein, ltzi ervimmen häh'rr Stnse», sotntzt D» stet« den Kampf ernen'n. D'rnm »nendltch in dir «rite Und von Ster» zn Sterne» fit«,' > < fehlt »er Sie, auch solch«. Streite, ipolchesStreite» srlbfttstSte^ Herzensavel. Sine kujawische Erzählung au» dem Anfänge unsere» Jahrhundert», von Johanna- - (KtAinuC murtlagt.) Dritte« Kapitel. Der schöne Ruhetag war vorüber, der erste Arbeitstag der neuen Woche, der Sonntag zog mit alten seinen praktischen Forderungen lärmend in die gestern so stille Gaste und Häuser der jüdischen Laufleute ein. Alle Läden waren bi« zur Lircheuzeit und nach derselben geöffnet, nur während derselben waren fie geschloffen. Damal« war der Sonntag der erste Werktag der Juden und nicht, wie henke, der allgemeine Bergnügungätag aller Eoufesfionen. Die Büudeljnden zogen in ihren AibeitSkitteln mit dem schweren Waarendündel, da« für da« Waudetgeschäft »er ganzen Woche auSreichte, nach allen Landwegen hinan«; die Hausfrauen wuschen und flickten; überall in den Häusern suchte man den Dirlhschaft-kram hervor, kurz, man merkte, der Gabbath mit seiner Feier und beruhigsnden Sorglosigkeit war dem Alltagsleben gewichen. Heute war zugleich auch der erste Tag de« Neumond«, an dem bei «nsern Gerson'« wie bei den ander» woblthätigeu Familien regelmäßige Bertheiluug verschiedener Gaben au Hülfsbedürftige stattfond. Diese Leute sahen sich zum Empfange der Gabe» berechtigt; denn sie kannte» durch Traditiou des unfterblicheu Namens »er Bettler in Israel den Ausspruch Mose: .Und wenn dein Bruder verarmt und seine Hand sinken läßt neben dir, so unterstütze ihn, er sei Fremdling oder Beisaffe, daß er lebe mit dir." Da standen die so Empfohlenen, Mann, Weib und Lind jeder Eoufesstoa friedlich nebeneinander, den ganze» Hausflur füllend, wo ihnen Erbse» Mehl, Lartoffel», den Schneidern sogar die im Hause gezogeuen Lichte gereicht wurde». Im Winter theilteo dir sorgsamen Wohlthäterinnea für die Armen de» waffenhaft eingemachten Weißkohl mit Aepfel» «nd Lümmel ans. Esther. Sara und di« alte Löchia hatte» reichlich zu schaffen, um die Harrende« mit Luft nud Liede adzufertige». Nur eine gesund«, kräftige Frau fragte Sarah eindringlich, warn» fie sich nicht Arbeit verschaffe, aber die Schlagfertige autwortele mit unverschämter Freundlichkeit: .Wenn »aser Herrgon hält' haben wollen, daß wir Juden arbeite» sollen, hätte er uns nicht aus Mizraim geführt." Dies Argument entwaffnete die gutmüthige» Seherinnen, die der Witzigen mtt unterdrücktem Lache» aachblickteu. Jetzt »ar die Lirchenzeit »»rüber. Die Straße» »immelle» von de» rückkehrrndr» Ltrchenbesncheru, deren Eößtrr Theil ans der katholische», Landdeoölkernug bestand. » mächtigsten er>oß sich der Menscheustrom tu die dort mündende Jndengaffe, wo Laufläde» und Schenke» mit ihre» lockende» «aare, und Gettünk» die »ach dem Adlnß in alle» Sünden befreiten Ständige, in neue Bersnchnngm