Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1889
- Issue
- 4 (1889)
- Date
- 1889-01-01
- Page
- Seite 16 (sequence 4)
- Language
- German
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Si« Kalsertoast. Bon Rabbiner Dr. Rippner-Slogau. Ich sdh' den Saal, ich sch die Herzen hell, Ei winkt der Wein, der Freud« lidjter Quell, Zer wunderbar unauf dem Weg der lkrhle Erweckt di« stolz«, hohe Kraft der Seele. Wir wollen an den reichbesetzteu Tischen Nicht nur de» Körper laben und erfrischen. Indem wir hier an Speis' und Trank unletzen I t unser Ziel eiu seelische« Ergötzen. Ta« ist'« ja, was den Menschen zieret, Taß im Seauh er nicht den Seist verlieret, Und dazu ward ihm der Verstand geaebea, Er lebet hoch und lllffet Andere lebe». Bei diesem Mahl, dem Bund de« Seist'- und der Materie Eröffn« ich der Toaste grobe Serie. Ich denk vor Allem der Sesammtgemeinde, Ter nuten Wehr gen alle unsre Feinde Bio Hoch und S'ring in Treu zusammen halten, Ta scheuchen wir dir finsteren Sewalten Sicht nur bei« Beten stehen wir im Bunde Btir find vereint >« Kampf, in froher Stund«. T er Talmud selbst, er lehrt'-, der oielgeschmüht«: L b einer auch di« Satzung aberträte — So lang die Juden Lieb" und Eintracht Pflegen, Eeniebea sie Erfolg und Sötte- Segen.— Oie um die Führer hier fich schaaren di« Seiwffen Zaist etn Bild so lieb, so liwtuwfloffenl Tienn wir zum Lund« unzusamme »schließe» Ttuß auder Eintracht auch der Segen sprieben. Oie wir einander bieten Herz und Hand, S» find wir treu auch unsrem Vaterland. Ob auch her Jude hier nicht Lieutenant werde, fo ist «- dennoch schön auf deurscher Erd«; Ob auch bi« Stöcker und di« Böcke! toben, 2)«r Jude wird die deutsche Heimath loben; Ob nack, dem ganzen Rechte heiß wir dürsten, Wir lieben dennoch diese- Reiche- Fürsten. Jüngst wurd' «ntoeckt im Sloaauer Archiv Ein Dokument, dadort die Zeit verschlief, Z8ic Slogau'« Juden Friederich der Zweite Erwiesen einst sich alder Hilf-bereit«. Lande- Fürsten waren Schirm «nd Schutz l?on jeher unvor Uebermuth und Trutz. 5Sa< Reich, da» Wilhelm sich und Friederi'ch erstritten Beherrscht der edle Sohn jetzt Friedrich de- Dritten, löer Sohn, er wirn dem hohen Vater gleiche» Und nicht vom Recht und von der Lieb« weichen; SBfe «inst der Vater war der Schwachen Hort, (Schützt auch der Sohn unmit dem Kaiscrwort. (Er herrsche «eit in'- künftige Jahrhundert <Son ungeliebt und von der Welt bewundert; (Er walte lang al- Edler und al« Weiser. (Ein Hoch dem Reich, ein donnernd Hoch dem Kaiser! Zssertei für de« IamiNeulisch^ -etzr h-tze« Alter. Hm letzten Sabb. Channuka leint« Frau Rachel Prasste in Lordon ihren 107. Geburtttag. Sie ist imLollbesttz« aller Sinne-kräfte und von ungetrübter Gesundheit. Am vaflossenen Bersöhnungstage fastete sie streng volle 2V Stunt «n und nahm am Gottesdienste vom Abend bi» zum Abend Theil. Ihr Sohn ist ungefähr 80 Jahre alt und e» lebm von ihr Ururenkel in der Fremde. Trotz ihre« n«tzn>)rwvhnlich hohen Alter« haben ihre heiter« Laune und ihr liebr»«würdige« Wesen sie nicht verlassen. Al» jüngst edr ihr auf ihrem W-qe zur Synagoge begegnender Freund sie fragte, wie e» möglich wäre, daß sie ohne Begleitung den ioeiten Weg znr Synagoge znrürklegen könne, gab sie schlagfertig zur Antwort: .Sie vergeffen, mein Freund, ich Hab« immer einen .Schomer" mit, den .Schomrr Jisrotzl". (Hüter Israel».) Z«s de« Sprachschatz de» Iirümrd. Poetisch übertrage» von Mag Weinberg kUachdes« «hne •mrtmivint M «erlasier» «ntotal.) Ser seine« Sohn nicht» lernen .teß. Ihn gleuhsa« aus den Raub verwie«. Wisse« und kein Perus. Scho» viel Unheil schuf. Du rächst de« Thor: SHt Narrheit meiden! Achl Thorheit ist ei» unheilbar Leiden. Lädst Du »u Säst, bedenke wohl. Soll chm Dein Mahl behoge», Dab Du de» Winzer nicht läßt Kohl, De« Bauer» Wei» anftragrn. KSths-l-Aufsadr». I. A«eisprachi-es Ks«o«v«. Bon «. in R. In J-rael war'» «in K»nl, — E« giebt dergleichen wenig I In England ist'« «In Fisch — Schmeckt trocken gut, auch ftisch. II. Hebräisches Me»d«äthser. Bon PH. Kr. in Berlin. E« ist und bleibt »in Fehl, Auch wen» Du e« gewandt; O Heil der reinen Seel', Di« e« mit Eifer bannt. III. ZebrÄsches Auch stab e»-Zätyser. Bon David Schapir». 1 2 » ist et'sa« stille Senn di« Slieder Dir ermatten, Ruhe au» in meine« Schalten Auf den grünen, duft'gen Matte» Und erquick' Dich an der Küd!« Meiner Schallen reichen Fülle. Dock in 2 1 S gar viel« Siebst Du jage», eilen, streben, Dorten herrscht «io rege» Lebe» Un» rin Treiben und ei» Weben, Und H strebt der Menschen Fülle Rur »ach «ine« einz'grn Ziele. r** y **» * wwwwww»» Mt-seyaste Anschrift g Laus einem antiken Bierkrugr. « Bon «. in R. H .pru bzrs * *raz »'s po | Aofi-fmrg der Aitthsel i« vor. Pr. l. Eamo«. »mos. Sam»-. IL brn — „IUIrt* (Eigenname) und .Mnttrrschas". Verantwortlicher «.darienr vr. Ra»««,, «agdebur«. Drnck voa ». L. Wolss, Magdeburg Verla, von Robert Friof^ Seiptzlg..