Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1889
- Issue
- 3 (1889)
- Date
- 1889-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 4)
- Language
- German
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Unwissenheit, n bcr 6<rttriMgnnf feer Wahrtzett gtga de» Irrthum, an der Berttzeidipmg der Dnldung ge>e» di« Ja-, tvleranz. a» der Liebe gegen de» Haß. Sieh» wir tu diesem Kampfe in erster Linie and seien wir einig. Me Manreret sogt den Menschen nicht: rare Interessen stehen mit einander i« Widersprach, sindera: unser Iller In» tereffe ist ein gemeinsame»! Sie befaßt stch nicht mit Poltt», die in Parteien trennt, nicht «tt Reltgtonsdogmen, sondern verkündet da» Dort Gotte»: liebet einander, denn ihr Ille seid Kinder Gotte»! Mt diese« Worte traten wir in den Kampf, damit bestreben wir nn», da» Glück der ganzen Menschheit zn fvrdern!" Aleiue Mische chharakter-üge. Boa Pb. <r. tu Berlin. 49. Ta» Ende alle» Fleisches. Rabbi Noach besuchte seinen Nachbarkollegen, deffen Gemeinde zu einem beträchtlichen Theil an» Metzgern bestand. Diese kamen, auf der Schulter die Mulde mit Fleisch für ihre Sunden, eine« Tage» an den beiden Rabbinern auf der Straß« nach «inander vorüber und grüßten einzeln. Dadurch wurde immer wieder der Pilpul (scharfsinnige talmndische Grörte-upg) der Rabbiner unterbrochen. Ung-.dnldig fragte endlich der Gast: Ad mossaj (Wie lange roch)? Al» in demselben Augenblick der letzte Metzger vordeigetommra war, sagte der Ortärabbiner zu R. Roach: Kez kol bouor bo le-fonaj (Da» Ende alle» Fleiiche« ist nun vor mich gekommen). Diese Worte Gotte« an Noa bedeuten 1. M. 6, 13 bekannttich. daß der Untergang aller Wesen genaht sei; der Rabbi aber gebrauchte fie hier scherzweise i m eigentlichen Sinn. KV. We-ganmmr! Met Talmudgelehrte waren in einem Gasthof eingekehrt. Zwei derselben fanden Gefallen daran, fick dort «tt einem Gecken zu unterhalten. Dem dritten Gelehrten und deffen Sohne behagtr da» nicht, auch war die Gebrt»zeit nah«, fie erhoben fich, und jener sagte zu seinen Genoffen: Ich geh« nnr wtt meinem Sohn« in die Synagoge znm Oren (Gebet, lat. orare), wir kommen bald wi-der. oob'wu loobom pauh wegaumar! (Bleibt Ihr indeß hier etcetera!) Der ganze Brr« fte"t 1. M. 22, v und lautet deutsch: „Bleibt ihr hier bet de« Esel, ich und der Knabe wollen gehen bi» dorthin; wenn wir gebetet, kehren wir »n euch zurück." Me Genossen verstanden den Wink, erhoben fich gleichfall» und gingen mit. Zssertei für de« AmuMeutisA A«ch ei« Gramst f*r Gemse. Meyer: Nein, da» hätte ich von Ihnen, Herr Levy, nicht gedacht, daß Sie der Religion Ihrer Bälrr untreu werden und fich taufen laffen würden. Wa» hatten Sie für einen Grund? Levy: Da« will ich Ihnen gleich sagen; ich Hab'« einzig nnd allein meinem Frennd« Lohn zu Liebe gethan. Der hat fich, wie Sie wissen, im vorigen Jahre lausen laffen. Run ttaf ich ihn jüngst, da klagte er mir, daß e« ihm an christlicher Gesellschaft fehl-. Da danerte er «ich, und an« pwem Mitteid ließ ich mich auch tanfrn, damtt Lohn die christliche Gesellschaft nicht entbehre. «tt» heikle Frage ««st $«t»*rt. Frage: Welcher Tanz macht den jüdischen Lultu»- beamten oft viel zu schaffen? Wt Kon» Vater Leitang einer Gesellschaft Da«« au« der jüdischen Hauptgemrind« «mb« hterfelbst etnMarkt «richtet. 8a «h»u de» Iudeathmu« and der jüdische» Gemeind«, «tt Nüchicht aus welch« «au de, «ar» rtablttt hat. ist auch «tue besonder« Bndr für «lue In«# weiblicher verkäuirrtauea »u» «»«legen und «erlaufe, von Austern hergerichtet. Die Bude ist schön deeortrt »ab alt aus «tue« Schilde, welche« über derselben angebracht Ist, al» chrtft «ad. 11. Brr4 0 de« Leoitik»«. (Alle,, wa, kiue Matz, federn und Schuppen hat n. s. w) Rrw-Bor». Ja de« Londoner Mtsfiou«organ .Lewtsh Herald' wird von einer durch Rev George Friedman» sorgen o» mene« Judeubekehruug in Wilna berichtet, Sic bei ehrwürdige» Herrn, der fie vorgeuommea. von einer sehr traurigen Seite zeigt. Dieser macht, vielleicht unbewußt, da« geschäftlich« «erfahren, welche« bei den Judeu» betehrunaen augewrndet wird, durch folgend« Angabe höchst lächerlich: .Die reiche» Berwandteu de« Lonvertiten pflegte» demselben da« Selb zu seinen Geschäfteunternehmungen vorzuschießen." — Also et» Bettler, welcher stch mit Frau und 6 Kindern von seinen reichen «erwaudtr» nutersttttzen läßt, bi« er endlich deren Geduld erschöpft hat »ud fich dann nach einer neuen Quell« umsteht, die ihm vielleicht ein Lebe» tu Müßiggang oder noch Schlimmere« gestattet — ein solcher ist da« Material, auf welche« di« Misfion Geld, Zeit und Mühe verwendet? Giebt e« in der Welt denn nicht» Bester«« zu thun, al« solche Pro» fesfionsbrttler zu unterstützen und aus dies« Weise den Bettel zu prämiirrn? Jlit» beut Sptuchschatz de» Talmud. Poetisch übertrag'n von Maz Weinberg. <U»ch»ru<l oha« •nctmlgung d«e Ulrleffrr» «ntotni.) Wir manite« Eltern-Herzeleid Entstand schon durch ein Josephökleid. « » « Wenn Alle stch'» doch zum Gesetz« «achten: Wir wollen nicht auf leer« Geschwätz« achten. Erst Dunkel lehrt De« Lichte« Werth. * . " Der Elend« ist doppelt zu beklagen, Der Mißgeschick nicht mLanlich weiß zn tragen. NLthjel-AÜf-aör«. jjcfll»» I. Deutsches ^ogogrypy. Ban C. in St- Cin heute vielgenaunte« Wort: Nimm de» Kopf «ad wirf ihn fort; An'» End« schließ' den Anfang an — Ein Prophet erscheinet Dir al«da»n; Machst beste» Fuß Du auch zn« Kopf, Hast 'ne Insel gleich bei» Schopf. IR. KeSräisches Ksmsuym. Bon «. in St. Schilfert» ist sie gewesen, Hat manche« Mutterschaf bewacht, Schäfer hat fie o »«erlesen, Um fie gemüht sich Lag uud Rächt. Ausi-stmder Kitthsel in »or. Ur. L Zander, Zuber. IL rO'Q (Prophet Micha), np-p (Plejadeu Hiob 9,9.) <« » , ,u,jgiä»uqupnwG :»r»mr»A) N x V — uvv; 3x' *». BttanNvmtticher «rdacteur vr. Uahmer, «agdedurg. »rnck von D. 2. Wolfs, M^dedar, Berlaz von Uobert Friese Leip^g.