Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 20 (1889)
- Issue
- 20. Jahrgang Nᵒ 46.
- Date
- 1889-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Pa»>l*H», 14jiy*wwfci* 188». Mn. UL Wr die religiöse« und socialen Interessen des Judenthums. eelMtlnt 1c ctae •maaur Vt ritt«. M n#a«illlra> - -U^lttrratarklatta“. f reit ttr alc InlilWir M ein Miaun •. »M<»*o*bhnc*ni dr«l Muk »ieTtitlt»Tt. ■tt kittetet Aale«1IWI4 U (tut. >(4 Wm »,,I«,»e: M *L (8*.. »fttc«.. 8 ML. 4 twfeTt). Oie JV»4«i»ftb»tff utt^FuBUIraMaM' (*8*< .81 ttrratitlUtn Met! » Hut 8» Hfl. MntdlUtU*. $era»»gegeben von Rabbiner Br. M. Htatzmer in Magdeburg. FI» Pahehet», »echt 88» Jritlta! I«r«>ct> fti btt.3 I r a 111! 114 e (I e4 ex f 41111" ■u **< »»«.J8»iIchc8Iltct«t»r«Ol»tf, Me ffrlxerfHItcac »nttteile eeei tere* Na»M M Vf. n»d eimttbcT kxr4 die linnat. SieMtUnen veU OK. I*. Deube dBOa., udolf Moa».Heiie«nrt»ln »8 Toflert 8. »bei »trect finex'rxkcx ex : Ui» (erUMmtn^>»»»»ttt. lch»M" hi 1 t8it(«»8 Elrrikel: ■ W< du liberal Du deutsche Student' jüdische» Glaube»». — Höochen- I»t«M»«r. 188». CktMbwu. 6660. I Aasender. rrchuegt. — Verlebt» o»d Serr«f»e»dr«,e»r Demtschlaud: Magdeburg- Pomemmtaa . 14 20 Berti». Berti». Berli». Aipn. >»« der Provinz Posen, veherretch.Ungarn: Prag. An« Ungar». Frapkreich: »»« Pari». — Italien: Venedig. fntUg . . . 16 21 dWUUMbeMb 16 22 w»»«»t»n: Bukarest. Aounta, . . 17 28 vermischt» «nb neueste stkachrichtenr Bulin. Berlin. Bull, An» Halbuftadt. Leipzigvriezr». Hall. Ptetz. Snakoaitz. Pari«. Pari». Pari», Nizza.!>>»». Pari«. Lorbon. Cbeff«. 18 24 PUmßmg . . 19 26 Obeff». K'ew. äilaa. Sophia. Saida P«ll«»t. vlelbonrne. MUtmoch . . 20 26 Da» St desto. Pleveland. Jnsernr». 81 27 mfr *n d,47.) %'tt deutsche Student jüdische» Glaube»-. In thtm, „Die Hetze gegen di« deutschen Studenten überschriebenen Artikel hat die jüngst so viel erwähnte ^Kreuzzettungvor kurzem eine sehr falsch« und ungurchte Kritik de« jüdischen Studenten auf deutschen Univnfitäteo gebracht. Man ist e« ja gewohnt, daß die Antisemiten den Spieß umkthrrn, um ihrem Angriffekampf den Lharakter einer berechtigten Nothwrhr zu geben, und sich al« di: beklagen«. werthen Opfer, die Juden hingegen al« die Unterdrücker dar» zustellen liebe». Daß ein solche« Brrhaltniß auf keiner deutschen Uotversttüt besteht, weiß jedermann; weit richtiger scheint r« vielmehr, Aon der Hetze gegen dir jüdischen Studenten zu rebraf ihre Gründe aufzusuchen, auf ihre Abwehr zu sinnest« - V " Die wissenschaftliche Stellung de« jüdischen Studenten ist eine anerkannt befriedigende; die Mehrzahl unserer Kollegen, sei e« bM der Juri«prudenz. sei e« von der Mckizur, sei e« von der Philosophie, erweisen in den Prü. fungeu, daß sie etwa« gelernt haben, im Leben, daß sie da« Gelernt» nutzbar zu machen verstehen. Hier beginnt gleich We Hetz«: »Jawohl, um e» nutzbar zu machen, lernt chr Juden, nicht der Wissenschaft wegen," sagen die Antisemit»«. Weun man demgegenüber darauf Hinweis» wallte, daß gerade die jüdische Religion die Beschäftigung mit der Lehre um Ihrer selbst willen, da« Forschen nach Wahrheit al« eine der höchsten Mizwo» hingestellt, so würde «an damit den wissenschaftlicher, Sinn wohl al« ein nationale« und daher anch den jüdischen Studenten zutommeadea Erbtheil kenn» gtichn«, nicht aber beweis», daß die jüd sche« Studenten Ihn wirklich besitze»; denn dieser Lebe» wurzelt allzu wenig in der Lehre der jüdischen Religion. Wohl aber beweist e« die Thätigkeit der Aerzie, der Rechrtanwälte, der Gelehrten jüdischi Abstammung, daß ihnen die Wissenschaft nicht die milchgebende Kuh» sondern die alnaa ruator de« Geiste« ist und bleibt. Man werfe einen Blick auf die wissenschaftliche« Zeitschriften, in die Jahre«derichte über die Fortschritte irgend einer Wissenschaft, auf allen Gebieten wird man jüdischen Namen begegnen. überall die Spuren ernster Mitarbeit von Juden an rein wissenschaftlichen Aufgaben finden. Wie steht e« weiter mit der Tharakrerbildung, mit der sittliäen Qualifikation de« jüdische» Student»? Während man sonst Strebsamkeit und Fleiß al« lobm«»erthe Eigen« schäften bezeichnet, sieht der waschechte Antisemit darin bei« jüdischen Student» nicht« al« „Bordrängerei und S treberei". E« ist wahr, «an sieht beispielsweise in Berliner medizinisch» Hörsälen sehr viele Aid» in dm erst» Reih», welche die beste Gelegenheit gewähr», alle« zu sehen und zu h>r»; e« ist wahr; aber ich habe die akademischen Lehrer immer nur Über allzugeringe Theilnahme der Student» am Unter« richl klag» hör«; und zu« anderen, liegt d»u etwa« Tadela«werthe« darin, wmn sich die jüdisch» Studmtm sd zeitig aus der Universitär eiufindm und melden, daß sie gute Plätze erhalt». Die P'ätze in dm meist» großen Hörsälm sind numerirt —, lügt etwa« Tadeln-werthe« darin, daß sie jo regelmäßig und pünktlich Borlesungen und Uebungric besuch», daß manchmal «in Antisemit die Frmde hat, die Majorität der Bersammlung «tt jüdisch» Nas» versehm zu find»? Und dann da« Strrberthum, wie sollte ti bei jüdisch» Student» heimisch sein? Für sie sorgt kein hüls, reicher Bettu im Ministerium, im Konsistorium, allzuhoch häng» ihn» Titel und Ord», aüzufem liegt ihn» Amt und Beförderung; also wat ist ihre „Strebern* ander«.