Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 20 (1889)
- Issue
- 20. Jahrgang Nᵒ 43.
- Date
- 1889-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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■Belts u* |* |RK«, M da» ••K|(dae M|ce W-hlthat ffa M Jutmthum geamkea ist! Al« mir ki* erst» »ntzriff« «trf b«4 Gritz'sch« GeschichtSwrrk laf« — und berflkr find jetzt beinah« 30 Jahre hinpegang» — dacht» »tt bet ob«: Ibm die Herren, die so »iel zu tadelt! wiflm, »erd« sicher in der rächst» Zeit mt» et« Geschichte de» Judeuthum» liefert!, io allseitig vollkommen, daß Nicht» darau ««»zusetzm sei» wir ». Wir «artet» bi» jetzt darauf, — uud «er wird e» uot »erüdeln, daß wir bereit» augefaugm u»geduldig zu werde»? Also Hab» di« Orthodox» nur getadelt, aber Nicht» Bessere» erzeugt. Wie ist e» nun mit d» Radikalen in unser»! Judenthum, di« rb«fall» an de» Geschicht-werk von Grätz so »tele Lnlstelluogen zu mach» haben. Hab» sie vielleicht Beraostaltuug» getroffen» u«S mit einem besseren Geschicht»- werk zu bedenken? Dies« Herr» hat Grätz seiner eigen» Empfind ang zuviel Rechnung getragen. er hat zu warm für die Judm geschrieb». «der diese Herr» dürft» e» schon glauben, daß eia w»ig Wärme dem Bolksstamme nöthig war, dem Kälte uud Lieblofigkeit zu all» Zetten in so reichlich«: Weise mtgeg»gebracht ward» ist; ja daß e» uäthig war, eine« Thette unsrer h»tig« Judm, die e» mehr dem -kamen nach, als in Wirklichkeit find, zu sag», daß unser Judeuthinn eine Religion der That ist, daß r» fall» uur in der bloß» Idee existireud niemal« die vier Jahrtausmde zurückgelegt hätte, die e» jetzt hiotrr sich hat. — Wir bracht» vor einig» Monat» an dieser Stelle dm Nulspruh de» Dokror Kräh über die Bedeutung Israel» unter den Kulturvölkern. Ein wahre» Glück, daß der Manu kein Jtte ist. sonst hätte er dies« da» Mische Bolk ehrmde AuZlaffuag nicht ungestrast gethau, daun hätte ihn Ludwig Geiger eiue» Besser» belehrt, ihn der Schädigung de» D«utschtl,um» gezieh», denn wozu wäre er. Seiger, denn Jude? E» ist merkwürdig, wie schnell mau jetzt an da» Deutschthum gerathm kann! Man darf blo» da» specttll Jüdische «tt einiger Aufmerksamkett behaudeln, flug» hat ■an sich gegm da» Dmtschthum vergaugm. Al» ob Judm« 1h«m m d Dmtschthum fich feindlich gegeuüberständ» l Ich wnndrre mich uur, daß fie, Herr Redactmr, dm Math gehabt, da, Artikel über .die Lebenskraft der Judm" zu bring», ohne zu befürchten, daß hierdurch de« Dmtschthum »ehe gethau t»erd» könnte. E» ist traur g, in einer Zeit auf solche iuuere Borgänge im Judeuthuui Hinweis» zu müffm, wo man Mühe hat, fich der Süße» Feinde zu wehreu. Soeb» to» ich in einem politisch» Blatte, daß Stöcker in einer Bersammluug die einstimmig beschloffme Erklärung de» Bor stand«» der christlich-sozial» Partei zur Mittheiluug gebracht, wonach st« bei brr gegmwärttg» innerpolttischm Lage ihr,: öffentlich« Thätigkett und di« regelmäßig» Bersammlungm einstellt. Der Borstand werde die Partei innerlich zu stärk» suchen. Schlechte Zetten >die» für dtt «ttisemitischm Himptagttatorm. Dort der »Edle" von Hämmerst ein in die unerquickliche Lage gebracht, au» dem couservativ» Verein m»treteu zu müssen, wett er, wie e» schon so oft geschehen, sein Blatt Uugezogmheiteu sag» ließ, die ihm au Allerhöchster Steve den verdimt» Rüffel eingrtragm — hier Stöcker, der Bater de» Auttsrmiti»mn», nach langjährig» versuchen» die Flamme de» GlaubmShaffe« zu zündm, dm Schaupich der Oeffentlichkett verlaffeud; — wahrlich die In»« Hab» dnrchan» nicht nöchig. selb» *»« ihre Fein», . etwa» zu uutemehmm. Die Vorsehung überhebt fi« dieser «sthe »nd bringt da» nophol tippol welche» Madame Hama» bereit» rwn dritthaG Tausend Jahr» jedem Jnd»fei»de - verheißen, früher »der später ptr Verwirklicht»,. Sir Savmel Phillip». Am 9. Oktober früh schied in L« von Sir Benjamin Samuel Phillip» im Alter von 78 Jahren an» dem Leb». Er war 1811 gebor». Sei» Vater Samuel Phillip« war ei» Schneider, der in sehr bescheiden» Verhältnisse« lebte «ud eine zahlreich« Familie hatte. Sir Bmjamin nahm in sein» glücklich» Tag» kein» An staub, dies» Umstaad üffmtlich zu erwähn». Die Famüie stammle durch Berheirathuug von dem berühmt» Saul Wahl (angeblich König von Polen). Da» älteste Glied der Famüie Sir Bmjamin«. welche» nach England kam, war sei» Großvater, Phi«»» Phillip», ein polnischer Kaufmann, der 1778 auf seiner Reise zuerst auch England besuchte und in London ein bedeutende» Geschäft in Indigo und Gummi hatte. Er heirathete die Schwester de» Hrn. Mose» Samuel,Vater» de» Baron Deai» M. Samuel und Großvater de» Baron de Wort» ». Hr. Phinea» Phillip» stammte au» Krotoschin, welche» damal» rin Lehm der Fürst« von Thur« und Taxi» war, bei welch» er auch in hohe« Ansetzet stand. Er starb in seiner Geburttstadt und s,in Sohn Äimuel, der Vater Sir Benjamin», etablirte fich später in London. Letzterer erhttlt hier eine sehr sorgfälttge Erziehung «ud hrttathete im Jahre 1833 Rachel, die einzige Tochter de» Her» Samuel Henry Faudel. Bald nachher associttte er sich mit seine» Schwager Henry Faudel und gründete mtt ihm da» in London berühmte Berliner Wollgrschäft unter der Firma Faudel, Phillip» öd Sohn. sein Schwager Faudel »ahm Sir Benjamin stet» reg» Authril an der Entwicklung der Londoner jüdisch» I-emeindr. Besonder» chätig war er für da» jüdische vlindminftitut, dessen Präsident er sett 1880 war. Ferner war er Präfidmt de» hebräisch» Litteraturverrin». Dem ,Lc>urä of Depatm" gehörte er 30 Jahre al» Mttglied an und bekleide« in der „Anglo Jewish Association* da» Amt eine» Vicepräsidentm. Besonder» reg» Autheü nah« er in Gemeinschaft «tt seinem Schwager Faudel auch an dem Kampfe um die politische Sleichberechüguug der Judm, wa» de» Erfolg hatte, daß in Jahre 1847 Hr. Talomou» als Aldermau bestätigt wurde, ohne daß er den Lid auf da« Evangelium zu leist» hatte. Ei« Jahr früher, am 21. Dezember 1846, wurde Sir Bmjamin in den Stadttach grwähtt, welcher Ehre fich bi» dahin »och kein Jude zu rühm» hatte, 1887 den 18. Juni als Alderman. 1889 al» Scheriff und am 29. Sept. 188t wählt» ihn die Bürger London» zu« Lord-Ma vor. Al» solcher hatte er sich der Ehre de» Besuche» der belgisch» Majestät» zu rühm», welche ihn ebenfalls zu einem Besuche in Belgien einludm, bei welcher Gttegrnheit ihm der Löuigdm Leopold-Orbeu verlieh und die Brüsseler Judm eine Adresse überreicht». Erwähnt zu werdm verdimt auch seine Bemühung um die Gründung eine» Eholerafoud», wobei e» ihm gelang. 70,000 Pf. St. für bio heuugesuchtm Familien zusammeuzubringm. Die hoh» Würdm entfremdet» d» berühmt» Mann jedoch nie seiner religiösen Pflicht. Auch al» Lord-Mayor besuchte er regttmäßig an Sabbathuud Feiertage» die Synagoge. Seine Wohtthättgkett beschränkte fich nicht auf die jüdisch» Institute, foude» überall, wo Hülft nöthig war, stand er mit Rach und That in de« vorderst» Reihen. D» bürgerlich», politischen, religiös» und sozial» Frag» widmett er ungrcheüte Aufmerksamkeit uud ichue sein» Rach wurde sett» etwa« Große» unternommen. Er war ei»