Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 20 (1889)
- Issue
- 20. Jahrgang Nᵒ 40.
- Date
- 1889-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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817 A» go»iff» GtMlßea de« Zigel wird u dazu bell immtru Plltze» Brot «sgrtheilt und di« Swpfättger strvmen hierzu tztmfe»»«is« z»saw«eu. Die Jude» wechseln uur i» de» fetteste» Fälle» ihre Religion; aber die verschiede»«» bettelnde» christlichen Sette« rennen von einer Kirche zur a»dern, je »ach dem diese eine Hauffe »der Baisse zeigt, gerade wie der jugeudliche Taugenichts seine Gouutagsschul« wechselt mit Rücksicht auf die Beschenke, welch« er zu Weihuachte« erwartet. Solche« Sebahreu hat Jerusalem zu einer Pfianzschule für die Verbreitung der Bettelei gemacht und zwar für alle auderu Nationen, nicht für die Juden. — Die Anzahl dieser Almosenempfäuger unter diese» hat sie gleichgültig gegen alle Aeußerlichkeite» gemacht «md sie leben daher i» Schmutz und Unsauberkeit. (Schluß folg..) Vermischte und neueste Nachrichten. AKagbebnra» 1. Oktober, Okgra einen Berliner Rechikanwatt, der »Shreu» der Hochflut der antisemitischen Bewegung dielsnch nl» Wottsüheer derselben auftrot, ist nach der »Boss. Ztg.' am letzte» Sonnabend von der Berliner Anwalttkammer aus »u-schlleßung au» de» Anwali»pande erkannt worden. Barli«. Die .Slaar»bürgerzeitung' bezeichnet e» al« einen Akangel nud ein Unrecht, daß die jüdische» Abiturienten nicht auch gleich den christliche» Abiturienten ein Examen in der jüdischen Religion abznlegm haben. (Ja diesem Puntte sti'mnen wir de» Bl. 1»; bekanntlich haben Rabbiner und Gemeinden schon Ulngst darum Nrtitümtrt.) Leipzig, die »erblühte Schönheit — wie in Leitartikel der vorl. Nr. ebenso treffend wie schön nachgewiese» ist— gefällt sich also jetzt darin ihre Größe in .Kleinigkeii«' zu beweisen, und sich immer mehr zum Herd antisemiticher Nergeleien heranszubüden. Sie hat e» besonder» auf die getnnst« Jude» abgesehen, wenn sie auch ISngst schon im Grabe rnb«. Da hat jüngst der hiesige .Reformverein' ei» antisemitische« Vravonrstückchen geleistet. Al» er vernahm, daß die Absicht besiehe, zu Ehr« de» auch um die Kirchenwuflk hochverdienten Kvmpmüsten Vienbel»s»hu.vartholdy für die Dho»a»tirche ein Mendelssohn-Fenster zu stiften, veranlaßte er sofort bei» Kirchenvor» stande eine Petition, in der betont wird, daß die Stiftung eine» solchen Fenster» de» chrisiliten Gefühle vieler Sirchenaugehörigen durchau» «nwieber sein »erde. — Mit Recht bemerkt Perzu die A. Z. D. I.: 3» derselbe» Thomaökkche steht »an nicht an, den .Paula»' von Felix vlendel»sohn auszusühre» und sich der Pfalmenromposttionen zu bedienen, ahne daß ein christliche» Gefühl dadurch verletzt wird. Auch ist bekennt, daß viendeltfohn eine lange Zest die Gewa«hau»-Toneerte nn» da» Consävatorin» hier leitete und da» musikalische Leben Leip. zig« wieder zur Blüthe brachte. Würde er jcht leb«, so kSnnie er wahrscheinlich in Leipzig keine StStte der Wrrkfamkeit finden, obgleich ■tc schon al» Christ geboren war. Welche Gegensätze in unserer Zettl Sech« «eilen von Leipzig, in Dessau, errichtet man unter Betheiligung de» Herzog« dem Juden «ose» Mendel»sohn ein öffentliche» Denkmal und in Leipzig will »an die« dem Christen Felix M. versagen. »eil er ein Enkel de» Erster«' war. R. Litt«« (Sachsen.) Auf unsere Beschwerde a» die «mtShaupt- »anschaft hat da» Ministerin» entschieden, daß man uu» da» Schichte» ans de» neuen Schlachthos gestatte» «äffe. «a» beschränkte städtischer» sttt» die Zeit auf Montag und Kreita, siüh bi» S Ahr nud auf uaserm Rerur» erweiterte der Etadtrach unter Bernfnna auf Leipzig, »die Zeit aus tüglich früh bi» 9, beziehentlich t»Winter bis 10 Uhr Molofeld» 29. September. Unser ältester «iwürner, der «entuer Jordan, feiert am S4. Oktober seinen 111. Gwnrtittaa. »er al» Herr, der sich für sei» «Ntuehmend hohe« Alter einer verhältniß. wüsiwnr Rüstightt erste«, lich noch ohne Brille und unternimm« auch noch.sofern da« «etter die» ^stattet. Spezi ergänge. Am »origen Jom Itßtigr fett tc nfocfafket ivborschlesien. Die Köchin PauUa» an» Roy bei «ohrau hat» ihren Dimsiherrn, ben jüdischen Kaufmann Salo Fröhlich, beschnldigt, daß er ihr Bl« an» ihr« Arm« entzog«. Fröhlich verklagte sie daraus »eg« Berlämndung und da die Köchin keine Beweise für die «ahchest ihrer «eschuldwun, erbring« konnte, winde sie zu sech» W««e» Ge»ua»1L verurtbeUt. iMattm^Da, .«Kvr Tageblatt' vo» 21. September brin^ i» LrseraStheil solgenbe .Erklärung': Rachdem m.» M» J8eü« »e« Her« 0»lat Leh»ann betreffend unseren Artikel in R. 260 be* .«nu»er rogeblait' und Nr. 21« de» .Neuest« «nzeiger .Auskl». egngen zngegang« sind, die nn» nach jwrr Hinsicht befriedigen, sowie “ durch da« Entgegenkommen Rqe« Herrn die stattgehabt« —*— —*- *■"*- hin« Anstand, unsere sss, säk,.7£ mättt. Unbesetztsind noch bst Raibinate: Bollweller, Sulz an Walde» Dtrmenach, Hettsiadt, Hegenhei», Riederhagenthal, und Rixhei». Straßbnra. An der hichg« Universität ist in diese» Sommer- Halbjahr »um erste» «al da» Engelmann-Stlpendinm In der Höh« von zwettaufend Mark vergeh« «ord«, und zwar an Dr. Jsaae vernäh«, Enkel de» selig« ilhacham in Hamburg. Wie«. Ein früherer Schüler de» hiesig« Israelitischen Blinden- Jnstttm» ist zu» Organist« am Tempel zu Prag gewählt «ordm. Er hat den BewerbungSbttes selbst geschrieben. Wien, 24. September. Der Schöner rische Deutsch-nationale Verein in Wien ist mit Erlaß der niederösterretchischen Statthalterei vom 16. September aufgelöst worden. Der Erlaß hebt al» besonder« Grund mit hervor: .Eb«s» hat dieser verein durch zahlreiche Kundgebung« der Verbreitung de» Anttsemtti-ma» in einer Weise d« regst« Vorschub geleistet, welche geeignet ist, die Bevölkerung durch Verhetzung nud Verschärfung der na'ionau» und eonsesfionell« Gegensätze aukureizm, ei» Vorgehen, welche» in letzter Linie ans die Störung der öffentlich« Rrrhe und Ordnung abzielt. Der Deutsch-nationale Verein hat ferner auch unter de« 6. September 1889 an d« Anttsemitentag in Bochum ein Begrüßnngsschreib« gerichtet u. s. w.' Wien. Unter großer Beiheiligung der Künstler- und Schriftsteller-Wett fand die Dränung de» Heim Siegfried L ö »y. Journalisten, mtt Frl. AMonie Hartmann, Opemsängeriu, statt. Jede» einzelne Wiener Kunstinstttut hatte seine Vertreter entsendet, so bemerkt« wir vom Burgtheater die Herr« Sonnenthal und Lewin»ky u. f. w. Die Trauung wurde durch ein deutsche» Lied eingeleittt, welche» Ober» cantor Singer unter Assistenz de» Chore» und der Orgel in erhebender Weise zum Borttag brachte. Hieraus hiett Rabbiner Dr. Gübemann eine würdige Ansprache an da» Brautpaar. (Bekannttich war Frl. Hartmann katholischer Confessio» und wurde von Dr. Güdemann zum Judenthum eonvertirt.) Prag. Die Stelle eine» Oberrabbiner» ist vorläufig nicht besetzt, mtt der Wahrung der Agenden ist Herr Rabbiner Dr. Tauber betraut ward«. Al»« Ecklizion. 8r. Majestät der Kaiser hat anläßlich seiner jüngst« Anwesenheit in Jarotlau und Krakowtee für da» jüdische Spital und die Synagoge die Beitrüge von je 100 fl. gespendet. — Eine bebräische Uebersetzung der Orirntteise unser» Kronprinz« Rudolf wird denuSchst erschein«. Die Kronprinzessin-Witwe Stephanie hat de« Uebersetzer Her« Horowitz eine Unterstützung zu» Zwecke der Ermöglichung der Uebersetzung ertheitt. Pari». Herr Max Bruck, der Componift de» .Koleidre,' welche« im Pariser Consermttmium so beistlllge Aufnahme gesund«, hat nun zwei andere jüo Ische Stücke eomponttt: »ZeSna Urena' von der PeßachliMrgie und da« bekannte ,«oau» Zur' von Chanuka. Pari». Zusolge de« jüngst veröffentlicht« «Uitürgesetze» «üff» alle jüdisch« Studirend« der Theologie ein Jahr i« Heere dien«. I» Falle eine« Kriege» werdm sie zu HoSpstal- und Sanitätsdienst« verwendet. «nßerdem «üff« sie jede» Jahr eine llebung von 28 Tag« mümtchm. Pari». Herr tz. E. Davi», der bei der Delegation der englisch« Pangie» in Pari» sich befand, wurde von den Präsidmttn der sranzifisck« Republik in Audienz empfang« und erhiett da» Bild de«, selb« mit eigenhändiger Widmung. — — H. R. Bifchofsäheim, früher Abgeordneter, schenkte de« hiesig« Mnsenm 8S6 Diamantta seltmsttr Art. «ttzow. I» hiesiger Stadt bildete sich ein Ewtte zu« Neubau einer Synagoge. Der Baumeister stellt ein« Bauplatz zur Verfügung, und ein J»raeltt in Galata hat bereit» 10000 Drachm« geschenkt. Odessa. (Eine theuere Cigarre.) Da» Ranch« ist unter Um- Kind« ein kostspielig, Luxu». Bor Kurzem rauchte ein Jude in Odeffa eine CPnrre, welche ihm lü» Franc» kostett. .War diese etwa f, außergewöhnlich sein?' Durchau» nicht; er rauchte sie nur am Sabbath in der Synagoge und wurde vom Richter für diese» Kenehnen, welche» ei* »ssentliche» Acrxerniß httiwrgerusm hatte, zu 100 Fre». Strafe Üonstamtinopel. Auf d« Vorschlag de« Schuldireetor» »er Knabenschule zu Val ata. hat da» S«ttal-Comtt» »er AManee versuchtweife die Oeffnnrg einer Tischlerwerkstatt im Schnllocal gstattet. Da dieser vrcknch befriedigend schien, hat da» Confli» beschloffen, dies« versuch sortgisetz« nnd b« nöthj« Credit vottrt. Eine sch»« Tischler- Werkstatt wird demwüchst auch im Stadtviertel Galata eröffnet. «alomkchi. Da« «entral^komvä hat ein« neu« Credit von 2020 Fre». am ttetaMoom der neu« Lehrlinge vottrt. Der «e. sammteredtt für M» Werk beträgt für da» >ahr 1889 Ü000 Are», zur Berseegnng von nahezu 40 Lehrlingen. ZÜtMtu Herr Cantagalli, der neue Üattenttche Minister ha» einige Ta« in nuserm Orte »ugebracht und worbe auch von d« Häup- «een der jüdisch« «emettche bewillkommt. Sr. Exeellenz hat dttselb» hnldreichst empfangen. Der hohe Herr zeigte ein bttmibere« Jntereffe für die Aogttegwcheiwn in Marokk» und dabei eine Lieben»würdi^ett. welche auf dir Besucher ein« tiesm Eindruck machte. Am Soemtog. I. Sevtmrber, besuchte der Minister die «äiance-Schule, in welcher,» zwei Srnnd«. verwettte. Er examnirw sttbst die Zöglinge aller üklaff« D behändigte beim Abschied dem Dttretor eine anfchtliche Summe Gelbes pa «Uihoilimg an die »rmst« Schüler.