Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 20 (1889)
- Issue
- 20. Jahrgang Nᵒ 39.
- Date
- 1889-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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vifgwM oder Störung Schadeuersatz beaospruchrn werde». DirsesckGesetz wird schon long» i« Gtonte Ohio, auch in Rew-Avick und andern Staaten gehandhadt. Es existtrt überhaops keinerlei Gesetz oder Bestimmung, wonach irgend Jemand zur Sonntagsseier gerwnnge« »erden könnte, wenn er den Gabbach nach dem jüdische» Reltgionsgrsetz« feiert. Wenn irgendwie Jude« oder Richtjude« zur Sountagsfei« grzwungm werden, so ist dies ihr« eigene Schuld und zwar» weil sie entweder den Sabbath nicht feiern wollen» oder weil chnen der moralische Much fehlt, für Recht und Gesetz mit den gcsetzlilten MUtelu aofzutreten. Wir sind Bürger eines freien Lande» und Angehünge eines Lölkes» welches Freiheit und Gerechtigkeit liebt. Wenn dir Frecheit eines Bürger» oder einer bürgerlichen Gesellschaft verletzt wird und er oder sie fordern ihr Recht nicht, so habe» sie die Folgen sich selbst -nzuschreiben._ Vermischte rmd «errrstr N*chrich1r». Mondednrg. Für Beschaffung geeigneter Erzählungen särjlid. Familienkreise und Schülerbibliatheken wird gegenwärtig von zwei Seite» Tüchtige« vorbereitet. Wir verweise» zunächst aut da» neu« duchhändlerisch« Unteruedmen der Berliner verlagthandlu», von H. Engel betr. die MeNdelWdn»°»i»l«Md«r', von der die 6 ersten Bändchen in schöner Ausstaiturg bereit» erschienen und in allen Buchhandlungen zu haben sind; sowie auf die demnächst von der W Jaeobsohn'schen Buch. Handlung in Bre«lau (Kupferschmiedestr »4) herauSzugebendea »Führer durch die dentsch.i»r. «nierhalicnde u. s. ». Littcratur, und besonders JugeudschristSlttteratur', der ein »HUsSbuch für alle diejenigm, welch« «ine jüdische Gemeiadr-Verein»- oder Jugeudbibliothek begründen oder vervollsttndigen wollen', zu werden verspricht. — Mögen beide Unternehmungen die durchau» nöthige Förderung in allen jüdischen Kreisen finden. Magdeburg, im September. Da» ««atnMEmntte »er Slllianee Järadlst« theiil slmmtiichen Präfidentea der LocalcomilL's mit, d«z am IS. Oktober all« Mitglieder der Alliance beruse, stad, «tu Drittel der Mitglieder de» Leutral-Lomitä» zu «rneuer» »ud die verstorbereu oder demissiontrenden Mitglieder durch auder« zu ersetze». Es stad 16 Mitglieder zu ernennen, worunter 11 in Bari» »obnhast «ud b autzclhalb. Um Zersplinerung zu vermeid«», find Wahlkart«» mit den vorgeschlagen«» Landidatea geruckt uad seiten» der Mitglieder in Deutschland vom Herr« Rabbiner Lr. Frank in Eöln bi» zum 1. Octpttr }u Magdebnra >m 18. 31ul beging da» Heimann Bacher'sch« Ehepaar Hierselbst de» seltenen Lag der diamantenen Hochzeit in stillster Zurückgezogenheit. Berit«. DI« Antisemiten, haben in der streng vertraulich versandten »Antisemitischen Korrespondenz' unter anderem folgend« Anleitung zu feiger Heuchelei verbreitetr „Wer mit Semiten Geschäft« macht, braucht seine antisemitische Besinnung nicht offen zu »eigen, er unterstütz« durch anonyme Geldsendungen die antisemitischen Zeitungen. Daß mau bei« geschäftlichen Verkehr mit Semiten höflich sein muh, ist rin« traurtg« »iolhiveadigkeit, «in verbergen der Gesinnung, welche» durch die Berhältniffe entschuldigt ist.' Wo bleibt da die Moral? Franrs»7t a. M. Bevor dal religiöse Jahr zu End« ging, uabm «» »ul einen Beter»»«» der jüdische» Gelehrte» weit, de» weithin de» baunten, um die jüdische Litteratar wohlverdiente« Schristgelehrte, und Herauögeber älterer hebr. Manustiipi«, Herr, Raphael Kirchhei«. Er starb hoch betagt t» Sb. Lede,«jahre am vormittag« de» 5. Sep». Gr htnlerlteh eine reichhaltig« BtbUoihrk, di« »ohl hier verbleiben wird. Jaratschiu, 17. Sedtember. Zwei kaum der Schul« erwachsene Burschen vou hier bewiesen unlängst auf dem jüdischen Kirchhofe ihre Rohheit dadurch, daß sie ohne jegliche Veranlassung einen sehr werth- Pollen Gedenkstein durch Steinwürst zertrümmerten. Bom hiesigen Aml«gericht find die Burschen deshalb setzt zu vier Wochen Gesängntß perurthetü worden. Anwttsch, 2S. September. Hier fand gestern die feierlich« Einweihung per neuerbauien Synagoge statt. I» Wie» wurde ein Jude, welcher in eine» Restauration da» antisemitische »Deutsch« Bolwblatt' weMnommeü hatte, damit Andere »lr iudengehäsfigen Artikel nicht lesen, vom Gerichte zu eiuer Woche Arrest »erurthelü. An« rnrlssnb wird der »Itzt.' folgender Fall mitgetheilt: Gäste ,»»d Bürger fiud gerade i» der beste» Laune de» Feste«, welche» die Stadt zu Ehren de»' »deutscher. Schulvereine»' feierte — nur Eiuen verstimmt de» Frendockrei» meide». — ihn, der da» acht hat uud die «orte .«bztstliche Luchhaudluua' auf Schild seiner kleine» Bude malen lies. Eta bäser Amerikaner »ar e», der de» »vereiuigteu Shrist«»' sein« ganze Freud« irülfci hat. Erster« tu» in bw Luchhandluug, lieb sich die theu» Msdeu Eit^s. zw»u uud endlich, nach»«, der stolze «hef ih» durch Atel» ÄntzreifungM »ud UcheBückling, ,, eine» pHhwiWtnRufÜberredet Hatto — da fiel de« dummen Amerikaner ei», die Stoff« draußen im Schaufenster zu mustern. Er ging hiuuu» und der Chef begleitete ihn in ergebenster Diinstsertigkett. Da geschah da» Malheur. Da» Amerikaner erblickt« die Inschrift »Lhristliche Lnchhandlung' und saaw zu» Ehest »Somit dürfen Sie mir gar nicht verkaufen, denn ich Mn Jnde.' — Da» «acht nicht«, melatr der ^vereinigte Ehrist', de» es nach den Dollar» gelüftet« — ich bitte recht schön. — .Sott bewahr«, daß ich Sie zu etwa» verleit«, «a» gegen Ihre lleberzeugung»tr«n« und GefinnungStüchtigkeit ist. Gott bewahret' Sprach e» und lieh dem be» troffeura und enttäuschten Antisemiten seine ganz« „christliche' Waar«, dach keine» einzigen Dollar zurück. Au« Galizien. Kaiser Franz Josef betonte in Kiöbrr auf «ine Anwrach« einer D«p»t»tl»a de» katholische» Klern» nachdeakltch, „die Geistlichkeit mag fiel» Treu« für den Thron und di» Vaterland zeige« und brüderliche Eintracht unter den Bewohnern aller Koiisessione« eifrig »siege«." Bern, 20. Sept. Die hiesig« I»raelitisch« Kultuögenoffenschaft rekurrtrte durch Alt-Ständerat Sahli bei« Bunde« ral gegen da« jüngst »rlaffeue Verbot de» Schächte»«. Part«. Eduard Drumoal erliest jüngst ein .Manifest" gegen die »den, van de« jedoch «ust'er de« .Figaro" kelu Blatt Notiz nah«. I wäre ganz wirkungSlo» verhallt» wenn »lcht «in „Druckfehler" darin di« Aufmerksamkeit daraus gelenkt hätte. E» kam nämlich darin ei» Satz vor, der fich »gegen sämmtltch« Jesuiten aller Länder" wendet«, verwunden fragt« mau fich, ob denn Herr Drumont auch mit den Jünger» Loyola» anbindea «oll«? Da» Manisrst wir gegen die „Semiten" aller Länder gerichtet. Der Setzer, der diese« W»N vielleicht nicht kannte, setzt« dafür „Jesuiten." Herr Drnmout muht« na'ürltch diese« Jnthu« im Figaro berichtigen. Di« Wirkung de» Manifeste« blieb - Rull. Part». Di« Wahl de» Grostrabdiner» von Frankreich in Ersetzung de» verstorbenen Herrn Isidor, wird End« October ftanfindea. Al» Candidaie« werde« genannt: Zadoc Kahn, SemiaardireNor Trenel. Jsaae Levy tu Bordeaux und Alfred Levy in Lyon. Pavta. Freunde de» .Bolapück' werden mit Jntrrefie vernehmen, daß Herr Rapha el Jona, welcher neulich an der hiefigm Universität einen Bortrag über den Nutzen dieser Weltsprache hielt, im Ber. lanft derselben mitthelli«, dast eia gewiffer Herr Elk eine Grammatik de« .volavück' in hebräischer Sprache zum Zwecke der Verbreitung defielben '-.ater den deutschredrndm (?) Juden herau»gezed«n habe. vbesia. DI« Behörden haben ela Gesetz erlassen, wonach jüdischen Lehrern da» Unterrichten in christlichen Schulen, sowie die Ertheilu», von Privatunterricht an christlich« Kinder untersagt wird. In den Straßen wurde» Plakat« angeschlagen, welch« die Ehristen auffordern, i, keinem Falle sich jüdischer Lebrer zu bedien««, da st« die Schulen demoraltstren und die Moral uad Religion gefährden. Mew-Aorr. Um di« von der ungarischen «emeinde au«» geschriebene Rabbinerstelle haben sich folgend« H. Rabbiner beworben: Abraham Hora Witz, au« vüstritz, Judaverau« -«» Janeowitz, Dr. Reich au» Bonihar, Simon Scheliber au« Erlau, und Dr. Koh» an der deutsche« Synagoge zu London. Di, Kinder de« jüdischen Waisen Hause» haben ihr« X« vlechmufikkapelle, wobei st« tu der Milttärmustk »ud i« Exerzireu werden. Dies« Kapelle», deren älteste» Mitglied noch nicht über 11 Iah,« alt ist, concertirte zweimal »ücheirllich in Harle« uvter großem «eisall eine« zahlreicht, Auditorium». .tztzkeldonrnr. DI« Pianistin, Fräulein Florene« Menck» Meyer, über «eich« mir schon srüher berichtet haben (stehe Rr. SS der Wmheaschr.) »ar im Sommer ans einer Kunst,eise durch Oesterreich, Ungarn nud Bayer,- degrtffen. Auf thiem letzte» «oncert tu »ilstuae« hatte st« sich de« Beifall» aller dort anweseuden fürstlichen Persönllchkriien zu ersrenen. St« beebfichtigle auch «te»baden, Homburg, Schlauaendad und Franks-rt ». M. zu besuchen und spät«, bei den St»mphouie-Eoneerteu tu Amsterdam mitzuwirken, »,» wo au» st« tu ihr« «zuräckkehre» wir», um im nächsten Februar tu unserer Stadt- «oueertire». IeNtssle», 22. September. (Or.-Eorv.) Di« Anstalt zur Erziehung jüdischer Waisen in Palästina ha» durch die ihr gewordenen gröberen Geldzuweitdungen ihren segen»reiche» Wirkung»trn» im vergangenen Jahre um »in Bedeatendr» erweitern zu können. Die Zahl der ausgenommen« Waisenkinder erhöhte sich aus 25. Eta Hauptsördrrer dieser «ustalt ist der B'n« B'rith-Orden, deffeu Sxecuttv-Eomttb in New-Fork jährlich 4000 «k. Subvention einsendet.') Di« Mtt- E"' er de« Orden» geben zu diesem Zwecke, sowie zur Förderung d« Haudwerkeischul« eiuen srriwilligenJahr«»d«itrag von 1 Fr. — .Biele ja «nchru rin Biel' — da» ist der aroste Nutzem einer Veremigun» die sät leider von der fanattschen Orthodoxie so vielsachrn Angriffe« au»a«s^t ist. «der da« Gnte wird bestehen — trotz „J»raelit* und *) Die All. iör. «niv. subventiontrt diese Anstalt mit *600 Frc». jährlich. BatchttmmM«. S»v«.Rr.e.«r0Z.»»>. ,».ist«..Eri»suua' z. l. TitliftiV. Z. 17 v. ob. ist „sondern' zu streichen, , Z. 14 d.n. .FÄ»«,metster'. S.»01 ft.Inster»»»,».l.^»«nt,»drr,'