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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 37. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 37.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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reicht, daß der Schah die Lu-eltßochtit wird vwsttich unter» suche« lasse». Nit diese» Erfolg« verließe» di« Abgesandte» von Ur»ia unsere zur Zeit der Anwesenheit de« Schah herrlich geschmückte Laudeshauptstadt. Italien Urrri». Der berühmte jüdische Gelehrte Jsaiah GH trau ist i« Alter vou V2 Jahre« gestorben. Er wurde a« 17. Dezember 1837 tu Tasale, wo sein GroßorUk Radbturr war. geboren. Bon den wichtigsten seiner zahlreichen Publikationen seien gmanut: „Die arabischen Münzen de» numismatischen Museums zu Mailand", .Die arabischen Inschristen de« königlichen Arsenals zu Turin". .Die Fabeln des Lokioan aus dem Arabischen übersetzt". »Die Helden der italteaischeu Unabhängigkeit", .Der erste Lvuig vou Italien »ebst uuedirteu Documenten" und .Die Annalen Italiens". Ferner lieferte er Beiträge zu wtfleuschastlicheu Zeitschriften und gab 2 Jahre lang eine Revue für Lilteratur, Wifsenschaft und Luvst heraus, zu welcher die erste» italienischen Schriftsteller Beiträge lieferten. Bon den zahlreichen Eoudolenzschreibeu an seine Wittwe verdient da» folgende besonderer Erwähnung: »Hochgeehrte Frau I De. Majestät der König hat mit Bedauern von dem schmerzliche» Ereiguiß Lenntniß genommen, welches Sie durch den Tod Ihres Satten betroffen hat. Se. erhabene Majestät, überzeug', wie tief ergeben der Berstorbeue dem vaterlaude und dem Throne war, beauftragt mich, Sie Seiner aufrichtigsten Theiluahme zu versichern und wünscht, daß das ehrenvolle Andenken an Ihren Satten, das allgrmriue Bewußtsein de« Verlustes und das von dem verstorbenen hintertaffene Beispiel unermüdlicher Thättgkeit Ihnen Trost i» den bitter» Stunde» des Schmerzes grwähreu mögen, vollen Sie auch Ihre Angehörigen vou dieseu theiluehmeuden Gefühlen Gr. Majestät unterrichte« und mir dem langjährigen Freund« de« armen Jsaiah gestatten, den Schmerz Ihrer Familie zu »heilen. Ihr aufrichtigster Urbauo Rattazzt. Vermischte und nrrrestr K^chrichlrn« Strasburg 1 <L Beim Besuch« de» deutsche« Kaiser» war zu« tat» pfanaederGeistlichkeit auch tergreiseObrrrabbinerArnaudAron besohlen. Brasta«, 7. Eept- Heut« staub ter stad. phiL Mar Bernstein zu» zw« treu Mal« »l« Xuaeklagter vor de« storu« brr Strnsknmmer. Die gegen ihn «rhobeu« »»klag« lautet« wiederum auf ,verbr«ch«n wider di« Sittlichkeit." während di« «rst« Berhaudluug «I» gleich«« Auklagethe«« .öff«tlichftattfaud, beauttagte heute der Berireter der Anklng« dea A»«schlnß der vesfeutlichkeit. De» Anträge wurde seit«,» d«s Gertchlshos.-» «isproche». »» blieben di« Thür« fast zwei Stunden «schloss«!, während dieser Zeit wurd« der Angeklagte blonder« über seine» Lebenslauf sehr «utführlich vernommen und daun der alr ««di» «tutsch^r Sachvei ständiger geladene Gericht»-Vhhstku» Pr< vr. Lester fctnf* Ut Geist «»zustande» de» Angeklagten gehört. Wir konnten, da auch »och bet Bermudtgung der Motiviruna de» Gerichtlbeschluffe» di« Dhüre, verschloffen gehalten wurd«, »ich«» weUer erfahre», «l» das dt» vertaguug der Berhaudluug beschlösse» worden ist, weil auf Amrag de» Staatsauwalt» hinsichtlich d«» Seistesznstande» de» Ange» klagte, et» Erwerarbitrium de» königlich«» Medteinal-ikollegiums erfordert werdr» soll. Inzwischen bleibt der Angeklagte i» llntrrsnchunashaft. Da« früher gegen ihn erkannt« Urtheil von 8 Monnte» Gesäng»ih soll »och nicht di« Rechtskraft erlangt Haie«, weil Seite»» de» Angerlagle» bez«. durch fei»«» Vertreter, Rechtsanwalt Sternberg. dt« Uevisto» d«im gietchsaericht rtngelqzt Word«» ist. Mir di« hentig» Berhandlnug waren su»f i« Alter von 7 bi» 12 Jahren stehend« K»abru als Zeuge» gelade» worde»; dieselbe« schiene» iitmmtlich de» »eosaisch«« Glaube» aazugrhöre». (Br«»l. geil.) -retburg i. v. A« 28. gstmust starb hier der Hosrath Dr. Gustov Weil, ordentltcher Professor der orientalische» Sprach« a» der Unwersftit Heidelberg, «r war 1808 in Sulzbach geboren, arifaMtc sich in Pari« »«« vtubimu btt arabische» Sprach« »ab »er- VoUonunneti i» Algier »»d Eo»sta»ti»opel, sowie «ine» »ehrjilhrigen A»fr»thalts i» Kairo sei»« Kenntniffe. Al» er 1886 »ach Deutschland zurückgelehrt war, fand er «in« A,p«llu»g als ikollaborMor »» der LLnstLsBtbltotjek in H^delberg: mgletch hablltlüi« «r pch als Normt »er orimtalifchm Sprach« daselbst. 3» Jahr, 1888 wurde er Bibliothekar, 1848 anherordmtlicher n»d 1861 odenilicher Professor. Die Uesertrngnng ei»«s Lehrstuhles a» W«U rief t» Deutschland Aussehm Hervar, da «r der erst, Indo war, »er m» Professor ernannt wnrde. Durch sei»« zahlreich« Schrift«» »ud Abhaudümgm hat «r »»gewei» belebmd u,d föedirnd «f das Gtndtu» der arabisch» Sprache u»> Geschicht« gtwlrkl. Bo, sei»,» geschichtlich« Werk« ffüd vorptPvwife zu M»a« .««V>«*b bn Prophet'' (1848) »ud.Geschichte der Kalifens4 vd. 1887-41), von seine, sonhi^n «tW»M« -Historisch-kritikch« Einleitung in d« Komm" fl844) „d »Biblisch, Legende» der Mnselmsnner" (1818). Die »wist» Schrift« wrilP, z» dm« auch lled«rsrtz»,a«n arabischer Schriftsteller gehören, sind in »ehrer,. Auflag« erschien«, ein» große verbr«ft»»g auch außerhalb der 8»chkr«ise tat feine Uebersetzung von »Dauseud und eine Nacht-, di« erst« Ueberiraguug dies«» Denkmal» der arabifch«, Literat« aus de» Urtezt« in'« Deutsche, gefunden. Erst vor Keinem hette weil sich gezwungen gesehen, sein« Lehrthätigkeft «luzuftelle» W. Bernburg. A« 18. Septemver begeht unser Kantor und Lehrer Herr Böhm sein 28 jährige» Amtijnblläu«. J. N. «urakuustadt (vahera). v. September. «Or.^kor.) Am vergangenea Sabbath wurd« in ter hiefig« Gemeind« «in sehr sreudiges Fest gefeiert, da» 28IIHrig» Dieustjubilö»« ihre» Lehrer» und ikantors LI de» Peru. I» der festlich geschmüekten Shnagog« schilderte Herr Vorsteher Killheim dt« Verdienste de» Jubilar» um die Schul« und überreicht« demselb« Namen» der Gemetude «In Geschenk i« «rrihe von Mk. 800 al» äußere» Zeichen der Aaerkmnung und Würdigung seines ersprießlich« wirk««. Auch Herr R »t h s ch i l d verlieh seineu Gefühlen durch warme Wort« Ausdrnck und überreich'« «in prachtvolles Präsent Na««» des hiefig« Frauenverein». Ein« Schülerin trug ein Gedicht vor und übergab ihre« Lehrer ein« filberu« Dose. Herr Rabbiner Dr. Koh» hielt eine sinnreich«, alle Zuhöhrer sesselnd« Red« über die Bedeutung der Schule. D!e Synagoge war auch vom Stadtmagistrat, von der kath. Geistlichkeit »nd vou dielen il,ristl. Einwohne« tesucht. Herr Löbeuste« erhielt von der Stadt da» Ehr «»bürgerrecht, «In Zeiten der hohen Achtung, in welcher derselbe auch bei seinen chriftl Mitbürgern steht, und der schönen Eintracht »wisch« de» hiesigen Consesstonen, wr» der Herr Raddiner bei de« Abend« stattgehavte» Eommer» besonder» betonte. Bemerkt sei »och, daß ehemalige Schüler au» »elter Kerne herbeteilie», um ihre« Lehrer persönlich zu gratulieren «nd ihm den Dribut der Ehr« zu zollen. Keaukfuet, 2. September. In völliger körperlicher und geistiger Rüftlakett feierte am 1. September das Ehepaar Jfaac May (Sandweg 123) fein« goldene Hochzeit tm Kreis« seiner Kinder und Enkel. I« Auftrag de» Herr» Polizeipräfldenwu überreicht« nach einer feierlichen Ansprache Herr Rabbiner Dr. Horovi» de« Jubelpaar »i» Glückwunsch-Schreiben au» de« kaiserliche» Eivilkabinet und di« von Sr. Majestät demselben verliehene Ehejubiläum »-Medaille. Aach der Vorstand der J»ra«litischen Gemeind« bracht« fern« Gratnlatlo» dar. KBU«. Der dieljährig« internationale Kruchtmarkt wurde am Montag (26. August) in der Rotunde de« Prater» veröffnet, aber der Besuch der Kaufleut«, Müller und Baum, blieb wett hinter der Durchjchnittdzahl früherer Jahr« zurück. I« vorige» Jahre besucht« d« Markt 8800, in diese« Jahr« nur ungefähr 2000 Personen. Di« Ursache diese» RÜckgauge» ist arößeniheil» in der hier herrsch«»« antisemitischen Athmosphäe« zu suchen, welch« dir meist« jüdisch« Kruchthändler veranlaßt hat, vo» de« Kruchtmarkt sern zu bleibe». (Das ist di« Kruche der bösm Saat.) Schmolz. Di« Anfrage einer Schulpfleg» betreffend d« Schulbesuch tsraelttischer Kiuder am Sabbath veranlaßt« bezüglich» Erhebung«. In der Stadt Zürich ergab« sich nach dem Bericht« der Erziehungsdtrrctioa folgend« Berhältnisse: SämmUlche 78 ilraelittsche» Kinder besuch« am Sabbath di« Schul«; an einzeln« hoh« israelftisch« Keftiagen lassen sich 67 Schullinder (88 Prozent) dilpmflre», «» unterlassen am Sabbat- Schreibe», Zeichne» und «etbliqe Arbeit» 22 Schulkiuker (87 Prozent). — Ja der Gmeralversammlung, welch« jüngst i« »Bären" in wo bleu ftattgesunden hat, beschloß der Verein einstimmig, es sei unverzüglich zur Sammlung vo» 50,000 Unterschriften zu schreite» behufs Revision der Bundesversaffung i« Sinne der Aufnahme einer Bestimm»« g in dieselbe, daß de« Schlacht« di« Betäubung vorangeh» solle und da» bisher üblich« Schälst« »erböte» werde. Beo«. I» der neuen Berordnung über da« Lebeusmittel-Pollzei» gesetz, wird bas Schächte» ohne vorherig« Betäubung «ft einer Geldbuße bi» 200 Kr. oder Gefingniß bis zu 3 Dag« bestraft. Saris. Der berühmt« Bühnmkünstler Herr Worms, Professor der Redekunst, erhielt bei der letzt» Prrtsvenhetlung das Kreuz der Ehrenlegion. (I. St.) Italte». Unser König hat schon wiederholt Beweis« seines unparteiischen Kohlthäligkeltlfinne« gegeben. Bei seine« Anftnthalte in der Umgebung von Pisa schenkte De. MajeM am Abend« vor seiuer Abreise de» Behörden «ine Summ« Geldes zur Bertheüung a» di« Ortsarmeu; außerdem schenkte er der jüdische» Gemeinde 1000 Lire für ihr« eigen,» Arme». Skußlaud. Rach der .Rowaja wremja" sind zwei höher, Regierungsboamt« zur Untersuchung der jüdisch« Loloui« t» Südrußland »nd zur verichterftattung Ster deren Zuswnd entsendet ward«. Bagdad. I, unserer Stadt, welche 26000 Jud« hat, di« größtrntheil« in äußerster Anuuth leb«, ist leider di« Lholer« aus» gebroch«. Di« Jnd» entbehre» aller Mittel, di« Kran«, zu pfleg« und die Lodt«, zu begrni«. Mau sürchwt, daß di« Epidemie sich über di» Nachbarort« »rrbrest» wird »nd ist daher Hüls« drinaend und ohne venng uotPondig. Baron vo» Hirsch hat bereits 20,000 Franc» zur Liudemmg der Roch geschickt.

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