Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 20 (1889)
- Issue
- 20. Jahrgang Nᵒ 36.
- Date
- 1889-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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lallt». XX- Mas«. ♦ M«Sveimrß, 5, StjrtemWr 1880. . fflr die religiösen und soeinlen Intereffen HerauSgegeben von Rabbiner vr. M. Aahmer in Magdeburg. |it Mstzrtzeit, stecht ul ftiilti! »IchtaUich etlchrial |( <tw IhnamrT di M „faaetlt»«, IWI rat tl« M tln MHatteta ». 6u48aaklaa”cn drad LLaala BlfTTriiafttt. Mlt kittetet amen KSK«: iähtlich U Matt. r*4 de» lalfaakt: 16 «k. (8 fl.. SODttl., 8 MkU 4 Solar«. Die J»e 8» HineinuitJ—MtnitUM' («tat .81 ttfteturkUtt*) («Btt: » Ha** 88 m*. Mettel|lkttl<*. des Jndenthums. <8-f füt k:r.3 ta e 11 tt 14 e *B• 4ertf 41111” me rat kal.3aktf4t8ltteratat.8tau'. die Nrt»g»s»aliene Veillteile oder orten »an» 88 Vf. link tntrotkrr kut4 dir Annoncen. «TOfbitionrtt »au Gh. X^. Daub«&Oo.f ftudoUX^oaaa,XXaaaax*.tali&dB "Voglara. * oket kittet eintu enken »n : Wi» «ne»Htm» fern .J*nelü. W»ch»ur4nrift** Ke gf--—--» Lsttend« Artikel: Einheit und Keeiheit. — Die Juden in Rußland. verteilt« and iNorrespoud«»,«»: Deutsch!an': Magdeburg, j Be iln, Berlin. Berlin. Steiiin. TuS Oderschleflen. Mainz. Oeberreich.Ungarn: Budapest, shraakreich: Pari». Schweiz: Bern. — iNroflbritani en: London. Rnmänien: Jaffy. Braila. ' ' Amerika: Ehieago. vermischt« ». aeaest« Nkachrtchtear Breslau. Hameln. Sonder», hausen. Nordhausen. Au» Pommern. Au» Minnh im. Flen». bürg. Leipzig. St. Wolfgang. Mastricht. London. Rom. Teheran. Zuserate. — >M- Nachdruck oha« vollständige Quellmaugabe untersagt. *V| Wochen- Septembr. 1889. EloL 6649. Kalender. 6 9 fv6tt«a 6 10 Aomeadend 7 11 «Ul -217,13). - Perek 2. Amueta, . . 8 12 VUntea - . 9 13 Dtunftag . . 10 14 Ptttt»»ch . . 11 16 Pomweatag . 12 16 Einheit und Freiheit. Bei der Gründung de» deutschen Reich» wurde Einheit und Freiheit erstrebt; beide zugleich waren indeß nicht zu erreichen. Die politischen Machthaber willigten in die Einheit, aber nicht in die Aufgebung aller Einzel» und Sonderrechte, und so blieb die Freiheit, die Befreiung von derartigen Beschränkungen und Vorrechte», al» noch zu er» streben zurück. Da» deutsche Volk begnügte sich einstweilen mit der Einheit de» Reiche» und strebt noch heute nach der Freiheit; es erlangt sie indeß nur bruchstückweise, nicht al» ew vollständige», abgerundete» Ganze. Israel» Grsamml« gemeinde ist ebenfall» gethe>lt, e» gilt auch hier seine Theile zu einigen, denn Einheit macht stark und erhält, Theilung schwächt und gefährdet die Existenz. Die Uneinigkeit und Zerspliiteruvg Israel» ist nicht nur eine äußerliche, in Folge seiner Zerstreuung in alle Welt, unter alle Völker, wo e» in großm und kleinen Gemeinschaften leb», oirgmd» mächtig und thatkrästig, meisten» bald mehr» bald weniger machtlo», »ud in seinen Zielen und Erfolgen gelähmt. Die Einheit mit gleichzeüiger Erhaltung aller Frecheiten, die Einigung aller Einzelgemeindea mit Wahrung all ihrer Svnderiatereffen und Gigmthümlichkeitm, ja mit Wahrung aller Sondermacht »ud partikulären Berechtigung, ist schwerlich zu erreichen. Denn Niemand will von seiner freien und ungebundenen Machtvollkommenheit etwa»adgeb«n, jeder in seiner partikulären Selbststäudigkeit, in seiner unbeschränkten Souveränität er» halten bleiben. Da ist schwer zu rathen und zu helfm, und doch ist Rach und Hülfe nöthig; Israel» heiligste Interessen fordern r» dringlich. Diese souveränm und partikulären Machthaber sind einer» seit»di« einzelnen Gemeinden selbst, welche ihre Gewohnheitm und Einrichtungen al» eine ihnen eigene uns eigeuthümliche Macht ansehm, die sie dauernd erhaltm zu müssen glauben und Niemand ihnen rauben soll, weil sie solche für eine Ueberlieferung alter Zeit halten, bi» auf die Ur» und Ent, stehuagSgeschichte von Israel» Religion zurückgehend. Andrerseits sind diese Machthaber die Vorstände unserer Gemeinden' welche da» iSraeltttsche ReltgionSschisf führen und lenken' ohne jedoch immer Senntniß vom richtigen Fahrwasser zu haben und die Aunst zu verstehen, da» Schiss in allen G«» sährnissen flott zu erhalten, vor Versandung und Scheiteruug zu schützen und au« Sturm und Untergang zu rettm. Bessere und kundigere Fährleute wären die Rabbiner; diese aber werdm vom Steuerruder fern geholte». E» hat frellich auch Zeiten gegeben, wo auch diese die Führung nicht verstanden, aber die Rettung ist doch wieder durch Rabbiner gekommen, welche dem Schiff eine andere Richtung gegeben. Rabbiner sind Religionsleiter der Gemeinden und sollten darum die Seele de» Vorstände» sein; sie waren cS auch vormals, zur Zeit al» selbst den Vorstehern noch mehr Kenntniß, Berständniß, Zeit und Jnlereffe für die religiösen Angelegen beiten ergeu war. Jetzt, wo ihnen alle» die» zumeist fehlt, leiten sie dennoch meisten» da» Bemeindeschiff allein, ohae den kundigen Steuermann. Die Finanzgewalt und die Wahrung der äußern Ordnung gehört den Vorständen, die Leitung der inneren, eigentlich-religiösen Angelegenheiten gehört den Rabbinern, bei denen heute fast aut» schließlich die nöthrge wiffenschast. Würde, Zeit «ud Er» fahrung, wie auch da« erforderliche Bedürfniß und Interesse zu finden oder doch vorauszusrtzen ist. Indeß wie e» in der Politik zur HeMisührung eine» einheitlichen und freien Staat» schwer tst, die einzelnen Machthaber zur Aufgebung ihrer souveränen Sonderrechte und partikulären Frecheiten