Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 20 (1889)
- Issue
- 20. Jahrgang Nᵒ 35.
- Date
- 1889-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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edqi-eu dort brstrhmden jüdisch« Gcmeivde. nämlich der zu 8»e»o».Svre«, «itgecheilt wird. 0* laute«: Die jüdische Gemeinde z» Bue»oS-Ayr»S scheint nicht in einem blühend« Zustande sich zu befind«. Sie hat »«der eine Synagoge, noch eia« CultuSbeamten. Der Gottesdienst Wird in einem gemiethetm Local« von einem Gemeinde- Mitglied«, »elches sich geschäft-halber in der Stadt anfhält, geleitet. Die Fond» der Gemeinde sind sehr gering und viele Juden schließen sich der Gemeinde nicht an. weil sie der« Existenz für nicht gegründet halten. Der Haupttheil der Gemeindemitglirder sind Italiener. Marokkaner und Levantiner. Die Statistik ergiebt folgende Einzelheit«: 1. Die vorhrnschenden Nationalität« find D«tsche, Engländer, Marokkaner und andere sephardiscb« Nass«. 2. Dir Gemeinde hat 100 zahlende Mitglieder, welche Zahl bei geeigne er Organisation und gehöriger Eintracht aus 30V gebracht werden könnte. Mit Ausnahme derer, welche in gewischt« Th« leb«, wird die Zahl der Juden in der Republik auf K000 geschätzt. Die meisten derselb« sind erst in jüngster Zeit eingewandert und nur wenige haben länger als 7 Jahre in der Republik gelebt. Rach dem Ritual, welches sie beobacht«, gehör« die Judm der orthodoxen Richtung au. 3. Reiche Jud« girbt es hier nicht. Die meisten Emigrantm sind in Geschäft-Häusern bedrenstet. Die älteren Einwohner betreiben fast alle dm Juweleuhandel en groa und en d4tail. 4. WaS die Beschäftigung der Reuantommrnden betrifft, so fällt hierbei die Sprachenftaqe schwer ins Gewicht. Italiener könne» sofort Arbeit find«. Für Polen bleibt die« so lang« schwierig, bis sie sich die spanische Sprache angeeignet haben. Arbeit-kräfte werd« für alle Brauch« gesucht und sind die Aussichten auf Erfolg sehr günstige. v. Die Gemeind« hat keine WohlthLtigkeittanstalten, aber sehr oft ged« von d« von der Pariser Alliance hierher befördert« Emigrant« Unterstützungsgesuche ein, in Folge der« al-daun bei einigen Mitgliedern Privatsammlungen veranstaltet werd«. 8. Zwischen den Jud« und d« übrig« Einwohnern herrscht da» größte Einvernehmen. 7. Für Einwanderung-lustige, welche hier reussiren voll«, sei bemerkt, daß Handwerker vollauf Beschäftigung sind« können. Ledige Personen, oder auch junge Eheleute, welche d« Handel versteh« und dabei fleißig und sparsam sind, können e« ebmfall» zu Etwa» bring«, vorausgesetzt, daß sie sich über die Sprachschwierigkeitm hinweghelfen können. Hausirern und Schreibe« kann nicht angerath« werd«, sich nach der argmtinisch« Republik zu begeben 8. Ermäßigte oder freie Uedei fahrt kann durch die argen» tinischen Regierungsbehörden erwirkt werd«. Mein Informant fügt nun noch einige Bemerkung« über etwaige religiös« Schwierigkeit« hinzu. Er sagt, daß der SamStag nicht als eia jüdischer Ruhetag anerkannt wird, und daß eS keine jüdischen Arbeitgeber giedt. Er giedt daher zu erwäg«, daß, im Falle jüdisch« Emigrant« hierher» dirigtrt werd« sollt«, ein »sfizieller »g«t vorauSgrschickt werd« müsse mit der Vollmacht, alle chre Unkost« zu bezahl« und für chre» Unterhalt zu sorg« bi» sie sich die «rforderliche Eprachkmntniß angeeig,et Hab« und sich selbst versorg« könum. Dt« Gemeind« ist zu arm, sie unterstütz« zu Wunen, würde aber immerhin bereit lei», ihn« in jeder andern Weise nach Kräften Hülfe zu leisten. Er fordert auch mit Nachdruck, daß man rin« jüd. Geistlich»« auf Kost« der diesseitig« Jatrrrfsenren hinschicke, weil die Emigrant« da» Bedürfalß für ein« solch«, aber n«cht di« Mittel Hab« sollt«, e» befriedig« zu könnm. Diese Mitthetlung« gebe ich ohne Eommeutar, dm«, welche Jnterrffe für diese Lugeleginyeit Hab«, e» überlaffead, nu« dmselbe» chre Schlüsse zu ziehen. A. E. JT. Ker«isch1r mr> ututßt Pchchrichte«. Beeli». 2)ai über 160 Onndratnilhen große Grnudstück 0rantenburaerstra^ 31 ----- — . — 466000 «Hart «rinde auch das . ist, so wird nunmehr »it der beabsichtigte« Erweiternug der . vranienburgerstroß« 80 und de» Krankenhaus«»» Ruguststraß« 14—16 vorgeaauge« »erden. Berlin Da- Stöcker'sch« „Volk" schreibt: « r r oanä. lüot. Eichler ist am IS. «u-ust von Sr. Majestät «ach sech-monatlicher Festnna-Haft begnadigt worden. Eichler rmt bekanntlich ein Mitglied de- „v. D. Sr." und hatte i« vorigen Jahr den Jude» ennd. med. vluh» i« Duell er schoflen" Metz. Au» Veranlassung der Anwesenheit de- Kaiser» »urd« unser Glaubensgenosse He. Leopold Lazard. Director der Internationalen Bank, um dem rochen Adlerordea 4. Kl. au-gezeichnet. BreSla», 20. August. Am 16. h. beging der „Verein zur Ar» Haltung «ine» Jugendgottetzdienfte»" di« Einweihung seiner Synegog«. Seit 80 Zwheen bestehend, vereint mit der hebräischen UnterrichtSanstalt in» Leben gerufen, konnte sich diese Schule, wie der später entstanden« „Moutestore-Verein" zur Schulgeldzahlung für Kinder bedürftiger Älter» vortrefflich entwickeln, während «S «» geeigneten Räume» E"'»Haltung de» Jugendgotte-dieastefehlt». Erst seit zwei Jahr«, chatkräftige Männer die Xothweudigkeit solcher Anstalten er» r und di« Sache iu di« Hand »ahme», wurden schnell gedeihliche Resultate erzielt, und «S konnte znr Errichtung einer kleinen Synagog« geschritten werden. Dieselbe liegt Sonnenstriche Skr. 2b i« Satt» und enthält 160 Sitzplätze. Zur Einweihung hatte» sich am 16. h~ Nachmittag» öl Uhr «tn-efundea Mt Rabbiner DDr. Rosenthol und tränke! (Dr. Joel war am Erscheine» verhindett), der Vorstand de» erein», v'ttreter anderer Synagoge« und HuumnitätS-Sesellschaft», sowie zahlreich« Mitglied«, de» Verein». Di« Weihe wurde damit eröffnet, daß die Rabbi,« und di« ältesten Vorsteher mit den Lorahrolleu «ater den feierliche» Gesänge» de» Schüler-Lhor» sieben Mal dal Sottelhau» »«zöge». Di« Weihepredigt hielt der Vorsitzende de» Verein», Rabbiner Dr. P. Reu stabt. — Zur neue, Einrichtung de» Gotte-Haufe» find von hier »ad au-wärt- «ahlreich« kostbare Gilber¬ und Goldstickereien, wie zwei wetthvolle Lorahrollen al» Geschenke überwiese« worden. Sr. affen, 20, «ugust. (Or-«or.) Sie Mose« M«n»el«sohn «» Dessau, so wird jetzt auch seine« Enkel, de« Eomponiste» Felix Mendel-» sohn, tu Leipzig, der Stätte seine» laagjähttgeu, riuflußreichen Wirken», vor der Hauprsrout de» nene» Gewandhaus«» ei» Denkmal erttchtet werden, nachdem die städttschea Behörde» beschlossen haben, di« uoch fehlend« Summ« von 6000 M. zu der veranschlogte» Gesammtsumnre 25000 M. beisteuern ,a wollen. Mit der Ausführung de» Denkmal» ist der Vildhau« Werner Stein beauftragt worden. SttgCMtaf», 19. August. Heute ist hier die Gegenbrochüre de» »Luxemburger Wort" gegen di« Anklagerede de» hiesigen Staatlanwalt» in dem bikannte» Prozesse «ege» Beleidigung der jüdischen Religion erschienen Dieselbe enthält die in energischen Formen gehaltene Vorladung de« Gericht», die Urtheile der beiden Instanzen in der vor» ftagc. Me vetthetdiguug de» Anwalt» Philipp Bich, eine« kurzen lleberblick au» der Staat»auwalt»red« und die Replik de» vettheidiger». Da« verunheilend« Erkcnntniß und Strafmaß wird nicht mit ge» «heilt. Die 62 Seite» enthaleude, in französischer Sprach« «ad «tt deutschen Eitaten abgesaßtt Broschüre, ist im Ganzen obieetw gehalten und sagt nur, daß aus Me Beschwerde de» hiesige» Rabbiner» Dr. Blumeustet» di« Staatsanwaltschaft die gerichtlich« Verfolgung eintrete» ließ. Motterda«, 9. Jnli. Ja der vorige» Woche besucht« di« KSnigin Jfabella vo» Spanien nufer» Ott und »ahm bei unser« Glaubensgenossen. dem spanischen Eonsul, Herrn S. R. Stoevi«, da» Frühstück «». Wart». Bei der am 12. d. M. stattgefundeneu Hochzeit de» Großin-ustiiellenSozareWeiller «itKr.Jadal, locht« de« Abgeordneten gavel, waren die Minist« Spuller und General Moncet», sowie d« Aeademik« Gully Prndhomm« und d« Ingenieur Earnot, Bruder de» Präsidenten, Lranzenoe». Zahlreich« poltttsche Rotadilitäten sowie «in groß« Lheil d« Minist« wohnte» d« Hochzeit an. Dl« Dränung, durch de» Grandrabbi Zchoe Kahn vollzagen, saa» in d« Wohnung Javal'« statt. Okowstantiu». Ruf dt« »»frag« d« Regierung in Eonstomin«. ,b di« J-raeliten, di« wed« franzöftsch lese, noch sch«ib«n könne», bet de« Wahlen hebräisch beschiteben« Wahlzettel abgeben dürfen, antworttt d« Minist« »ach den etngeholte» Gutachten de» französische» Staat»» ndfief in beitbentas einxt. Rom. Der Ritt« Angelo Luzzatst ist von sein« Reise «ach Siam zarückgekrhtt und hat die Antwott aus da» Empfthluugsschrttbeu König Humbert» a» de» König vo» Siam mitgebracht, währen» seine» Aufenthalt» in diesem Laude entdeckte Luzzatü einige Rubi» und Smaragd «inen und üderretchtr de« Könige H umbett »roden solcher Steine. Er ist jetzt mtt »« Oczanifirung ein« Ges ell» schaft -um Zwecke der Unibentnng dies« «tue» beschäftigt. Iernsalmn. Di» dtMtährigr Ernte ist eine reichlich« und befriedigt di« Wünsch« aller Ei»wohn«r. Der »en« Pascha hat sein« lüjthttg« Docht« in Me „Svaliua von «othschild^chule« geschtckt. Die» wird al nnd al» gut« Vorbedeutung »«gesehen. al» et» Zeichen von Dolerauz