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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 34. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 34.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüngst ist rin« Probenummrr der Zeitschrift .Rathanasl" *) überallhin gratis verbreitet worden und dies veranlaßt, ein Wort über die Tendenz derselben z» sprechen. Die Jndenwission ist in jüdischen Kreisen nie recht ernst genommen worden. Wir können mit Keine« rechte«, der von sich meldet, daß plötzlich über ihn die Erleuchtung gekommen sei, wir schauen nicht ins Herz und müssen es jedem abtrünnigen Israeliten glauben, daß er aus innigster Uebtr» zeugung Übertritt, wenn sich auch unser Berstand dagegen sträubt; di« Aeußerung unseres Unglaubeus brächte uns schaa mit de« Strafgesetzbuch« in Kouflift. Manchmal vermuttzen l'-...es,hje Ischen schon Dick Zahre vorher, daß der «ad jener überfteteu werde, und sie habe» dafür wenig christliche Rv> Zeichen, sondern Merkmale, die mU der Religio« gar nicht» uud mit de» Gegensatz aller Religion recht viel zu $a» Hab». E» ist noch da« Harmloseste, wenn Jemand ger» eine Ehristi» heirathen möchte oder umgekehrt; da ist doch weuigste,» rin erhebliche» Motiv Vorhand«, wmn.auch »atürlich eine ftttltche Ratur sich «tcht dadurch besttmuun Milass« wird; aber, wte. oft. sind es die nichtigste» Motive, die diese wichtigste EiNfcheiduug herbeifiihrnU Der Grund des Charakter» ist freilich schon vorher dadurch unterwühlt worden, daß dte Kinder religionslos erzogen wurd«; die Freizügigkeit, die dm Jud« eingrräumt wurde, Hut die Zerstreuung der Jud« über das ganze Land der» vollständigt; es wuchsm Kinder «ittm in einer christlich« Umgebung auf und weder Haus noch Schule sorgt« dafür, ' daß das Zudeuthum Wurzel fasse; selbstverständlich «ollen wir *) steUschetft für Mt VxMl ka evangeNsch« Svcht ta gomelr hmnmigkpbn, mr Pros- Ttraä. wegen dieser Uebelständ«, die die Freizügigkeit unserem religiös« Leb« gebracht hak, nicht auf dm Segen Verzicht«, d« wir der Freiheit des wirthschastlichm Verkehrs verdanken; diese Schlagbäume, bi« hauptsächlich nur für die Jud« rzistirten, erinnert« uns fortwährend an unsere Knechtschaft, aber di« Gefahr«, die sie viel« jüdisch« Seel« gebracht hat und fortdauemd bringt, sind nicht gering; diese Mmschm sind gmau gmomm« nicht Juden, bevor sie Christ« werd«, sondern sie sind religionslos und sie bleiben es. Aber der Verkehr mit den christlichen Mitbürgrm wird durch die Tauft bequemer; man tritt über au« Gefälligkeit, aus Artigkeit gegm dm Nachbarn, die oft soviel Rücksicht»- nähme gar nicht verlang« und d« neuen Glaubensgenosse» mit ganz eigenthümlich« Aug« ansehm. Es nutzt dies« Neuling« nicht viel, v«n sie recht eifrig io dft Kirche grhm und dos schöne Gebetbuch recht augenfällig dabei'zur Schau trag«. Wen» es einige Redlich« unter dies« Ab. trüuuig« gftbt, so habm sie jedenfalls bei Jud und Christ zu büß« für dft Masse derer, dft aus unedlm oder ganz oberflächlich« Beweggründ« ihrm Glaub« oder vielmehr uur ihre Glaubensgemeinschaft verlafsm; wie oft. weun einer Übertritt, sag« seine christlich« Freunde: dft Elte« wollt« W Tochter «un etumal .dem Judeumchtgeb«, oder der Maua «01 Staatsanwalt werden, öda^ sie sägest' gar;rd«r. Rarr will Reservelieutmant werd«, oder er möchte als Gutsherr auch d« Kirchenpatron herausstreichm und dergleichm mehr. Merkwürdigerweise komm« sie auf dm einfachstm Grund, auf dft redliche, religiöse Uederzmguug, zu allerletzt. A»standshalber wird auch Unterricht in der christlich« Religio« gmomm« und gegrb«; von dm verlor«« Subjekteu, dft das sich Tauf« lass« geschäftsmäßig betreib«, dft es auf dft Geschmft abfthru, dft die christliche Mild«

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