Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 20 (1889)
- Issue
- 20. Jahrgang Nᵒ 31.
- Date
- 1889-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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Vermischte «nt «roß# URchrichte«. Vtaabcbttre. Kür dm ftcKflionfuntmfaftt der fmfeffbntfltn DttaknMten ist seit dm» Iah« 1886 Im preußische» Staat«hau»halt«- «lat «iue Summ« aurgeworftn, au« der im llnvermögmdsalle der Geuuiridm die Religiondlrhrer bez». Geistlich« besoldet oder dm Schul» reiadm Unterstützungen für diesen Zweck bewillig» werdm. Sofern derselben Gemeinde nicht ein« emügmd« Zahl von Lindem vorhanden ist, soll eine Bereinigung mit andern benachbart« Gemeinde,. ^Nfindm. Die Minimelzahl der Unierrichtsftationm soll 12 Kinder ragen. Bei der dtedjährg« Ueberweifung der Beträge fordert der Kultudmtnifter von Goßlar die Regierungen auf, an der Hand de« Erlasse» rom 18. Mai 1886 eingehend zu erörtem, ob und in wie »eli die bisher b'dachten Gemeinden gewillt und im Stande sind, die Kosten de» in Rete siebenten Unterrichte« selbst zu vberuebmen, nachdem dieselben inzwischm in Folge de» Gesetze« vom «. Juni 1888 betreffend die Erleichterung der Bolkrschullastm und der Revision diese« Ges tze» vom 31. Mürz 1889 eine wesmtliche Berbeffeiung ihrer finanziellen Lage erfahren Hütten. Deffau. (Mendel»sohn-D«kmal.) Die Audarbeitung der Entwürfe Sdem Monument, welche« de» Philosophen Mose« Mendel«soh» in ner Vaterstadt errichtet werde» soll, ist so weit gct iehen, daß die »»führung de» gcwühltm Entwurf» bereit» dem Lildhauer Heinz Hossmeister in Berlin übernag,n wurde. Da« Monummt soll seinen Platz i» de» Anlagen am Bahnhof «rhal'm u»d spätesten» im Herbst tomminden Jahre« enthüllt wneden. Der Entwurf zeigt aus einem ge» sälligm Grundriß Treppen, welche die Brust,lauer eine» Bassin» traxen, au« deffm Mitte da» Denkmal, ans Fels n ruhend, emperstrebt. Ein reich gezlerte« Postament trügt di« Büste Meudellsohn» in Leber »grüß«. Ihm zur S i« sitzt die .Philosophie", den Blick sinnend in di« Feme gerichtet. D e drei ander« Seitm de» Postament» werden »on einer großen, phantastisch geformten Muschel umspannt, in we'ch« sich au» Bäreaköpseo Wasser ergieß». Erefeld, 22. Juli. Ein« seltm» Aankennung für bescheidene« und anspruchlose« Wirk« in der Gerne nd«, weich« ebm so sehr di« Geber al» die Empsä-ger ehrt und zugleich von dem Geiste der w«h«n Lieb« und Duldung unter dm verschiedenen Religion« lenossmschast« unserer Stad» geuaniß girbt, wurde am Sabbath Pinchas dm Ehe» leuten Herm Benjamin Lohen und Frau bei Gelegenheit der Feier ihrer silbernen Hochzeit zu Lheil. Der Jubilar ist Gemeind«, schochet und hült in einer Lhrwrah bei Berhinde.ung de» Herrn Ober» rabbiner« dt« riliatism Bornüg«. Am Vorabend« de« Feste« (Freitag) ehrte ein hilstger Mustkverein d>e Grfeiertm durch ei» S ändchm. Reben btesem zeigt,n zahlreiche vlumeaspmdm und werthvolle Seschmke »on Iudm und Lhnsteu sein prachtvoller sUberaer Pokal nebst Widmung, von »er Ehewrah überreicht, »erdtmt besonderer Erwihuung), daneben «icht mdea wollende mündlich« und schrisüiche Glückwünsche, welcher Achiung und Lieb« die Gefetertm sich im Kreis« ihrer Mitbürger zu Frankfurt «. Wt. An die Stelle de« Ende vor. Jahre« verstorben« Rabbiner» S. R. Hirsch soll deffm Schwiegersohn Dr. Augen» haimer (z. Z. Rabbiner in Collin, früher in Studlwetßenburg) kommm. >»« Blugeu schreibt man der »Frankfurter Z-itung": In der Rächt vom 21. bi« 22. Juli wurdm auf dem Friedhof der blraelitischm Reliaton«ges<llsch»ft durch »on außm erfolg« Steinwüise verschieden« Graodmkmäler, zusawmm b an der Zahl, ganz «rhedlich geschädigt. Man soll dm Urheber» die'er schändlich« Rohheit aus der Spur sein. «ühlhaust» tu Thüring., 26. Juli. (Or-Eorr.) Am 2V. d. M. starb hier Here Dr. med. Maukiwrtz, Kgl. Sanitüt»rath. Der Ber» storbme war eine sehr beliebt« Persöallakeit. Hochgeachtet wegen seiner lies« Gelehrsamkeit, genoß er allgemeine» Vertrau« al« Arzt. Der .llr. Gewetndere waltuug, denn glänzendste Zierde er war, gehörte er mehrere Jahrzehnt« an und wurde seine« reichen talmudischen Wissen» halber hochgeschätzt. Besondere Achtung und Bewunderung emtete er durch seinen edlen Lharakirr, durch sen« WohUhüttgkest und besonder« durch seine stete Fnundlichkeit, so daß e» »icht auffiel, daß nebm dm Vertretern der Stadt und de» Spitzen »er Behörden eine große Masse Leidtragender dem VerstortOie» die letzte Ehr« erwies«. P. KSllbbad, 27. Juli. Am vergangmm Sonnabmd sand hier die Etuweihung enrr Synagoge statt, di« durch Bemühung« de« Her« I. Bodenftein au» Berlin und anderer i«raelitisch r Kurgäste in« Leb« gerufen wurde. Bet dieser Gelezen heit hielt der Bürgermeift-r von Wtldbad rin: Red« in der er sich mst wararm Sorten über die Pfilcht der Duldsamkeit üußert«. Er verwirklich« dmch sein« Anwesen heit bet de« Feste »ur die Wünsch« seine« König», jeden Be» amtm Württembem» müsse dir Toleranz al« von dem König ausgehend beseel«. Bei einem nachfolgmbm Festmahle brach«« dmselb« Redner ei» Hoch auf dm religiöse» Frieden im Staate Württmubrrg au» u. Verla« ei» Telegramm »«» König», in welchem derselbe Me Begründer der Synagoge settrer besonder« Fürsorge fi>r ihre Jute» Liuz. (Oesterr.) Unter de» Titel .geitschrist zur Bekämpfung de« Antt- Semtti»am»" erschi« dieser Tage hier da» erst« Heft einer periodisch« Schrift »velch« sich zur Ausgabe stellt, vom ethisch« und christlich« Staudvuukte «tue krankhaft erregt« Stimmung g«g« da» Judmthum mit geistig« Mitteln zu bekämpsm. Dt« beidm Männer, »elche an der Spitz« de« UuterueWeu» steh« — Dr. Karl von Kißling in Lin, und Professor Dr. Joseph Schöpf in Salzburg — sind vor dem Verdachte gefeit, au« geschästlichm Rücksicht« da« Judmthum zu vertreten. Der Erster«, au« einer fest jeher katholisch« Familie de« deutsch« Retch»«del1 stammend, hat so wmig wie der Andere — et» Tiroler und emeritirter Professor de« Kirchen rechte« an der kacholischm theologffchm Fakultät tu Salzburn — weder irgend «elche Famllienverbinduagm in Judmkreism noch geschäftliche Beziehung« zu dmselbm. Beide habm fest Jahr» und oft mit voller Anerkennung ihrer Fachamoffm ihre Feder ernst« Geistedardetteu gewidmet, und e» ist daher mit Recht zu erwarten, daß sie die gestellte Ausgabe in richtiger Weis« lösen werden. E« ist, urle di« im erst« Hefte ausgenommen« Artikel zeigen, der Kampf von dem richtig« Standvunktr eröffnet — da der Anti-Gemtti«mu» al» ein« pathologische Erscheinung i» Griste»lebm der Gegmwart behandelt wird, die ernste Gefahren für Staat und Gesellschaft tu sich birgt. Lauda«. Der Schah von Persim hat die Hauptstodl wieder verlass« und di« glänzende» Feste, welch« wührmd seine» Aufmthalte« stattfandm, leb« nur noch in der Erinnerung fort. Die Blumen, «elche di« Pracht der glanzvoll« Seen« erhöht«, sind verwelkt, die Lichter erlosch« und di« Stadt und ihr« Bewohner find zu ihr« gewöhnlich« Beschästiaungm zurückgekehrt. Wir wag« jedoch zu hoff«, daß der Kaiserliche Besuch unserer Küste einen dauernden und günsttgen Einfluß aus dm Stand der Juden in Persim üb« wird »nd daß die Versprechung«, welch« der Herrscher de» persisch« Reiche» un» wiederholt gemacht har, eben so aufrichtig werd« erfüllt werden, wie di«, welche er vor 16 Jahr« un» gegeben. Wir hoffen mit Zuversicht, daß die Blum« und die Lichier. welche dm jüngsten Festlichkeit« «in« solch« Glanz verlieh«, «in Vorbild de» Glücke« gewesen sein werden, welche« wir für unser« Brüder tm seraen Oft« erwart« und daß ihr Leb« geschmückt werd« möge mit den himmlisch« Blumen der Erkmatniß und erleuchtet durch die Fackel der Duldung und Menschenliebe. (I. Ehr.) La« Vrga« (Re«-Mexico). Ein« wohlverdient« Ehre wird unserm Glaubensgenosse», Herrn Loui» Salzbacher von hier durch seine bevarstehende Emmnang zum Oberrichter von Rew-Mexico zu Thell. Daß derselbe nicht »ur ein pflichttreuer Beamter, sonder» auch ei» populärer und edelgesinnter Burger ist, geht hieran« zur Gmüge hervor und dürfen unser« indischen Brüder mtt Recht aus die hierdurch auch dem Jndentbume widerfahren» Ehre stolz sein. Aufruf »i die ehemaligen Schaler and SchOlerinnen de« Herrn Dr. Roth. Herr Dr. Roth hat über ein Menscheualter an verschiedenen Orten, die letzten 20 Jahre in Könitz, als Prediger and Religionslehrer gewirkt. Herr Dr. Roth, selbst von echter and wahrer Religiosität durchdrungen and allgemeiner Menschenliebe erfüllt, hat als seine Lebensaufgabe betrachtet, in diesem Geiste auch auf seine Schüler und Schülerinnen durch wahrhaft religiöse Lehren einzuwirken. Nicht durch prunkende Worte den Kopf seiner Zöglinge mit Wissen zu füllen, Sondern die Herzen derselben für wahre Religiosität , für Tugend und Menschenliebe empfänglich zu machen, und zu erwärmen, das suchte er und darnach strebte er. Die segensreiche Saat ihres Lehrers haben Viele an sich im Leben empfunden und dankbar bei sich darbietender Gelegenheit ihn auch aus der Ferne zu ehren und zu erfreuen gesucht. Weit über die engen Grenzen des Wirkungskreises hinaus ist es bekannt geworden und noch ist es in lebendiger Erinnerung Aller, wie Schüler und Schülerinnen gewetteifert haben, der irdischen Hülle ihres Lehrers ein würdiges Geleite zur ewigen Ruhe zu geben. Nun gilt es, dem heimgegangenen Lehrer das letzte Zeichen der Verehrung und Pietät zu gewähren: dzreh «In au errichtende« Deiknil die Rahestätte aech ftr spätere Geschlechter kenntlich za waches. Zu diesem Zwecke haben Unterzeichnete, ehemalige Schüler des Herrn Dr. Roth, dem Drange ihres Herzens folgend, sich zu einem Komitee vereinigt. TJsberzeogc, dass es der lebhafteste Wunsch such vieler Anderer ist, an diesem Lehrer wie Schüler gleich ehrenden Pietätsakte sich zu beteiligen, bringen wir diesen Aufruf ihnen zur Kenntnis. Beiträge bitten wir an Herrn J. W. Arendt, Berlin, W., Behrensstrasse 21 oder an Herrn Sally Tuchler, Könitz W.|Pr. senden zu wollen. Wir werden nicht verfehlen s. Z. Tag und Stands der Enthüllungsfeier den Gebern bekannt zu machen. BERLIN, im Juni 1889. Das Komitee für >is» in Könitz dem Herrn Dr. Roth zu setzende Denkmal. Albert Berendt, Rechtsanwalt Max Arendt Vorsitzender Kassirer C., Brüderetraee 88. C., Sehenstrasse 28. Mst Wilinski, Canddiat des höhem Schulamts Schriftführer, 0., Stein-Strasse 24. Ehrlich, cand. med. Dr. Flatow, prakt. Arzt. Hirsch, Gerichts-Referendar, Könitz. Dr. Kamnitzer, prakt. Arzt. Margoninsky, Gerichte-Referendar. Dr. Rothenberg, prakt. Arzt, Schippenbe'.L 8. Tuchler, Könitz. Dr. Weile, prakt. Arzt, Zempelburg.