Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 20 (1889)
- Issue
- 20. Jahrgang Nᵒ 26.
- Date
- 1889-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/5369809-5935066-5956591--7176-5373221- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
vo» schieden im Laus« der Jahres aus 9, verstorben sind 6. Reu ringeireim sind 18, so daß die jetzige Zahl der Mitglieder dieselbe ist. Wie im Barjahre. 2 der verstorben« Mitglieder, Dr. Biberseld-Samt« und Schindler» Bernstadt, gehört« dem Vorstand« an. Die Versammlung erhebt sich zu Ehren derselben von ihrm Plätzen. E» folgt vuamehr der von Herrn Rabbiner Dr. Rosen thal- Brerlau angrlündigte Vortrag über feine Schulverordnung im Mittelalter*). Die Versammlung spendet dem Vortragenden rrichm Beifall und erhrbt sich auf Antrag de- Dr. Samuelsohn zum Ausdruck t«s Dantes von ihrm Sitzm. Als nächster Punkt stand auf der Togrsoldoung: ,Die Rechnungslegung der Kasseu-Berwaltung." Der vorgelrgte Kassenbericht ergiebt, daß die Einnahme im Jahre 1888 vom 1. Januar bis inrl. 31. Dccember ein» schließlich des cvS d>m Jadre 1887 übernommenen kassmbestandeS von 10.49 Mk. betrugen Mk. 122.49, hirwon ab die Ausgabm Mk. 85.80, gi bt einen Kaffmbrstand von Mk. 86.99, der pro 1889 vorzutragm ist. Da der diesjährige Kassmabschluß keinen Ueberschuß aufweist (die Ausgaben de» Jahres betrugm Mk. 122 49!>egeu einen Kassrnbestand von 10.49 ultimo Dezember 1887), o fällt dir lieber Weisung an die Unterstützungskafse weg. Auf Antrag der Revisoren ertheilt die Versammlung dem biSherigm Kasienführer Dr. Einstein für das BerwaltungSjahr 1888 Decharge. Der steUveriretrade Echrifisührer fragt bei der Bersamm» lung an, ob gemäß der vorjährigen Beschlüsse die Mitglieder, die seit mehreren Jahren mit Zahlung ihrer Beiträge im Rückstände sind, aus der Mitgliederliste gestrichen werden sollm; die Zahl derselben sei keine unerhebliche, und mau könne nicht auf einmalig« Abzahlung dringm. Alexa n der.BrcSlau ist für sofortige Streichung; man solle Jeden aus der Liste streichen, der nicht dm Ber» einSvelpflichtungen Nachkomme; auch solche, du einst dem Vereine angehörtm und nicht mehr Lehrer seim, sollm nicht als Mitglieder aufgezählt werdm. Dr. MatterSdorf-Gleiwitz will alle, die länger als 6 Jahre im Rückstand« sind, gestrichen sehm; die Mitglieder zahlen gewöhnlich nur, wenn sie zur Versammlung kommm, aber das könne nicht iu'S Unmdliche gehen. Borchardt-Ostrowo behauptet, der Grund dieser Säumigkett luge daran, daß viele als Mitglieder geführt wurden, die dem Vereine gar nicht angehörrn. Brann-Pleß widerspricht dieser Behauptung. Jeder, der auf der Liste steht, habe bei der Gründung des Vereines schriftlich dm Veltraurasmännem den Eintritt erklärt; dm Austritt habe Keiner von ihnm angezeigt. Redner ist dafür» daß die Säumigm durch dm Vorstand erst nochmals an» gefragt werden, ob sie zahlm wollen. Außerdem pfljfe man immer am altm Spruch festhaltm: berow om u. s. w. Löwenthal»Wartenberg und St«i«er-Gr. Stretchs sind für Stleichung. Eohu-Küstrin: Auch er sei einst einer von d:u Zurückgebliebenen gewesln; eS geschehe das aber meiftmS nicht aus Böswilligkeit oder Zahlungsunfähigkeit, man vergesse sehr einfach und darüber vergingm Monate und Jahre. Mau Jolle, nachdem die Schuld rme gewisse Höh« erreicht habe, ic durch Postnachnahme erhebm. I a c o bso Hn-Gleiwitz schlägt vor, daß nur die Besucher der Generalversammlung — w»e in andrem Lrhrerversamm» luugeu — einen Festbeilrag zahlm sollen. Dr. Reustadt-Breslau glaubt, mau dürfe wmiger Werth auf dm Beitrag legm, als auf die zahlreich« Betheiligung an dm Versammlung«. Streich« solle mau näht. Er schlage, sich auf die Statut« stützend, vor» daß die Bo> traueusmäuurr beauftragt würde«, die Mitglieder zur Zahlung *) vir Mm b»»M» ftM «WvIOMWU WWMHM» m lul'tJaAu ummMvMMt. MO der restiermdm Beiträge zuvrraulass». Er bitte zuuächst um Aafllänmg, ob es Bertraumsmäuuer »och gebe, uud wie groß ihr« Zahl sei. Kommiss-Rath Moll-Breslau ergreift das Wort, da es sich um merkantile Dinge handle; w«u eiu Kaufmann in Zahlungsverlegrnheitm komme und verschiedme Schuldner Nachweise, die säumig im Zahlm stad, so könne er, wmu es sich herausstellt, daß «r nur säumig im Eiutreibm gewesm sei, bestraft werdm. Ebmso sei das hier der Fall. Die Lehrer seim dazu Vertreter der Moral; nicht der Roch gehorchend, sondern dem eignm Triebe, müßtm sie chrm Berpflichtungm Nachkommen. Wer nur einmal nicht gezahlt habe, müsse gestrichm werden. Es wird der Anttag auf Schluß der Debatte gestellt und angenommen. Der Antrag Dr. Branu-Pleß wird angenommen. Der Schriftführer bittet die Mitglieder, im Interesse der Verwaltung und Schriftführung, etwaig« Aufmthattewechsel mittheilen zu wollen. Bei dem nächst« Punkt der TageSoidnuaz: »Wahl des Vorstandes", mtspinnt sich eia« Reche von theils sachlich«, theils persönlich« Bemerkungen. Da gegm Wiederwahl durch Akklamation Einspruch erhoben wird, so wird die Wahl mittelst Stimmzettel vorgmommm. Der erste Wahlgaag wird für ungiftig erklärt, da unter dm Gewählten nur zwei ihren Wohnsitz in Breslau haben, während es nach d« Statuten drei sei» sollm. Die mdgittige Wahl ergiebt: Dr. Samuel«sohn-Breslau als Vorsitzenden, Dr. B a d t - Breslau als ftellvertretendm Vorsitzende«, Freud ea thal-Breslau als Schristiührer, ferner die Herr« B l u m e n f eld - Schweidnitz, Dr. Lohn -Kattowitz, H er bst» L'fla, Dr. Mattersdorf-Gleiwitz. Eine lebhafte Debatte mtspinnt sich über die Art der Veröffentlichung der Protokolle. Der Schriftführer theilt der Beisammlung mit, daß Herr Dr. Rahmer sich auch in diesem Jahre wieder zum Abdruck der Protokoll« in der »Wochenschrift" erbot« habe und beantragt, wie bisher, das gefällige Anerbietm anzunehmm. Dr. Brau n-Plch aracht darauf aufmerksam, daß die andere« jüdisch« Blätter d« Nachdruck der Protokolle aus dem einen Blatte verweigert hättm. ES müsse deshalb ein anderer Modus gefunden werdm. Besondere Drucke seim wegen d.r hohm Drnckkostm nicht möglich. Er stelle der Versammlung d« Liebermaun'Kaleuder, dm er redigiere, zum Abdruck, der Protokolle zur Verfügung und wolle auch eine große Zahl von Frriexemplarm liefern. Dr. Samuelsohn-Breslau beantragt, gleichlautmde Protokolle allen größer« jüdisch« Blödem gleichzeitig einzusmden. Ti ntner-Bunzlau wünscht auch dm »jüdisch« Kantor" berücksichtigt zu sehen. Dr. Reustadt-Breslau schließt sich dem Anträge Samuelsoha an und beantragt zugleich, daß am Schluß der Versammlung sttt« da- Protokoll verlesen werdm soll, wa» jedoch von der Versammlung abgelehnt wird. Der Antrag Samuelsohn wird darauf angmomm«. Das Referat über den geschtchüicbm Unterricht wird auch vo« der heutigen Tagesordnung abgesetzt. Dr. Braun-Pleß wünscht, daß eia neues Statut für den Lehrer verein mtworfm werde; das provisoiische Statut, das bei der Gründung des Vereins angenommen ward« ei, erweise sich nicht mchr als ausreichend. Dr. Samueloha-Breslau bmuttagt, mau solle die Abfaffnag neuer Statutm einer Kommisston überlasse«, iu die er di« Herr« Dr. Baßfreuud-Toruowitz, Dr. Braun Pleß» Dr. Lohn» kattowitz gewählt wünscht. Die kommisffoa soll bis zur nächst« Versammlung rm Statntmeatwnrf vorleg m. Der Antrag Samuelsoh« wird augenommev. Der Lorfitzmde schließt darauf um 2'/, Uhr Rachmittag» 2 di» Versammlung. . Mox Frrudenthal, Schriftführer. 'lg ifniMw" ■* ■ ■ -St' ,-ü,