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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 24. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 24.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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•arbmi. fcab «In toit kernt» e!n««nWn Braut bor. Böck« erfotrat« Mt Bat«£* aa n» MtfMMi sich, w«otT* «0 CU«! allAli. moMHm a uitm; « kdrottett nun Wtw am Btoat CM aber Mt ttatnftfitnalfuet Mag«« Zi> aalbittbra, awrt« btt ©«tat btt« Lnabgerlcht Viaiburg tilgbar uab warbt Böcke! |«t Zahlung aagebaltta. Zeh» «onatsrotm waren minttrweile fällig geworke», bie mtt 300 Ci. Mubbcgablt wnbea arabtea. grau Bbckel wolltt ttbc weit re Zahlung «tnarirtra, zahlt« aber bach aus bta Rath Ihre» dttsigen Anwalts. Run »«aale vöck l «ine «läge gegen bie HUknt auf bie Herausgabe bei Kindes an. Der «ettchtshiff wirb setuea Beschluß am nächsten Mittwoch verkttaben. (Hab bal stab btlac Führer, o Cutlse«lttl«a»1) Dormsiabt. Cm SM. Wat hat hier eine veerbigung stattgefunben, welche wohl auch in weiteren Kreisen einiges Interesse staben bürste. Die Wittwe eines vor langer Zeit bahier verstorbenen Jsraeltten hei. rathete in spllleren Jahren einen «hristeu «nb trat selbst burch bie Laufe zum Lhristenthu» über. Durch Krankheit in ben lebten Jahren stark heimgesucht, gab bie Frau »st zu erkeaaen unb brückte bie» vor ihre« Tobe als besonberen «unsch au», auf bem hiesigen jüdischen Friebhos, an ber Leite ihre» ersten Manne» bestattet zu «erben. Mit diesem Wunsch« bars wohl bie Neue über ben Abfall vom Iudenthum uab ber Wunsch, als Jüdin wieder betrachtet zn werben, zu erkennen sei». Bon blesen Gesichtspunkten geleitet, ist der Vorstand ber Le» meinbe nach ein geholte« Gutachten des Rabbiner», bem Wunsche der verstorbenen nachgekommen, hat bie Beerdigung stattfinden lasten, unb wurde bie verstorbene ol» Jüdin, in streng ritueller Weise, aus bem Friebhost der hies. israelitischen Religlon»gemeinbe bestattet. vodeastlde, 7. Juni. (Or.^or.) Am Rüsttag de» Sochenseste» verstarb ber Nestor unserer Synagogen-Geweinbe Herr Herz Herzstein in Uslar in eiae« Alte« von SS Iahten, vi» in feinem letzten Jahre erfreute er sich der richtigsten Gesundheit und hat sogar noch vt eiaiqen Jahre» den weitea Weg von Ullar nach vodeuselb: zu Fuß zurück» grftgt, um den Gottesdimst an den hohen Feiertagen beipewohnen. «benso Ist er auch mit roll'« Bewußtsein uni voller Geistelklirh.it verschieden. Der verstorbene war einer der Msterbauer unserer Synagoge, welch« im Jahre 182V eing'weiht worben. Aach war er M-tbegrünber der so segetsreich wirkenden Ehewra- Gemilluß-Lhaßobl« hierselbst unb hat mit großer Energie sein Lieblings, prvjttt, bi« Anschaffung «ine» Leichenwagen», za verwirklichen gewußt. Der vorstehr M. Freudenthal, ein Reffe de» verstorbenen, »ah« um Grob« von ih« Abschied und widmet« ihm i« Rauten der Gemeinde eineu wanunupfuubeoen Rachrus. Mögt ih« die Grd« leicht seial Gt»' zart. In «ine« vortrage, welchen vor «iaiger Zeit der Hofrath Dr. Re, z i« hiefigen Hanbelsgeographischea Verein hielt, «rzühlt« derselbe i. A., baß «In karaittscher Rabbi ia Tschufutknl« i« Besitz« eia« großen Anzahl sehr alter arabischer Handschriften fei. Rothschild wollte von den entdeckten Pergomenthanbschriftea kaufen; «I» Angebot von 1000 Rubel wurde nicht angenommen. Es »An zu wünschen, daß «urvpüisch« Fachleute sich der litterarischen Schütz« annehmen würben. Allein Vorsicht ist auch hier di« Mutter aller Weisheit. Ls «aß ouffallen, daß in den Jahren 1140—48 kurz nach «inanoer drei Pergament Handschriften an verschiedenen Orten ausgesunden wurden. Alle drei sind nach Lt. Petersburg gebracht und gelten in den Augen der Akademiker für echt. Di« Schriften beziehe» sich ans bi« Geschichte der Kartier Wien. Die 60 Millionen-Etiftung bei Baron Hirsch zum Besten der rasfischen Jude» (Förderung von Unterricht, Handweik. Ackerbau) ist nach langen Verhandlungen mit der ruff. Regierung annullirt «orsen. Horte (Böhmen). Zum Ralbiner u serer Gemeinde wurde Herr Dr. M. Solbberg, der seine theologische Ausbildung am Breslauer tzkabbiner-Leminar erhallen hat, gewühlt. Prag. In der eng an Prag grenzenden Stadt Weinberge. I» weicher «. 2000 Juden mit 600 schulpflichtigen Kindern wohnen, beabsichtigt «an einen Tempel zu baue», da der Besuch eines der Prager Gotte», hüaser doch zu beschwerlich ist. Mehrere hervorragend« Prager Geaeeiademitgliever find tem Tempelbauoereiu beigetret»». Aorgoa. Als es sich ansang» ber Sechsziger Jahre im Aargau um Emanzipation, b. h. politischer Gleichstellung ber in ben beiden Dürfe» En dinge» und Lengaan gebuldeten Juden ho» belle, erhoben itth bie ultraneontanen Führer gegen bieselbe, unb da war es im Großen Rot» namen«lich Augustin Keller, welcher mtt ber vollen Macht ber vedermagung di« Gegner der Gleichstellung bekümpfie unb auch wirklich de» Sieg bavo» trug. FreUich brachten es bann bi« Gegner zur Ab. bernfnng des Großen Rates: allem der Havptzweck, Herr» Kelle«, de» bei de» Ultromontanea so tief gehaßten Mann, au» der Regierung zu entferne», wmb« nicht erreicht; Keller wurdo, allerdings nur mtt winziger Mehrheit, »i>ber gewühlt. Lein damaliges E'vtretea für ihre Goch« habe» die Jude» rocht »ergessen, unb sie bokumentirteu ihr« Davkba'ttit «nlsssig ber jüngst stattgesunbeaev Einwe hunz be» Keller» denkmal» in Cargaa dadurch, baß sie burch ei» Jattttttivkomitt zu ßwusieu he» aargonischeu Lehrerpeasioalverein« Gaben sammeittn, welche oa hübschl> Betrage von IllOO Fr. be« Verwalter jene« Verein» »ergehe, worbe. Paris. Der hier »eileube jübis »Htwschürea veriiffenUicht: .Die stich« Padiieist Shigaria« t« a>4».Aa bie aw« erste; Ml MCttt «tthüU «tuen Aufruf zu deren Gunsten an di« französischen Glauben», genossen. Verfasser ist noch im Begriff, eia kriilsches Blatt.Frankreich und Rußland' »richeiaen zu loffea, in fweichem der Judeasrag« eia hervorvegeaber Platz eiagerluott werbe» soll. Powboa» Herr venia «ln, Bürgermeister von Melbour ne, ist jüngst von unserer Königin zum Ritter (Lnigirt) ernannt worben. Sir Benjamin ist der erst« Jude in den englischen Kolonien, bem bie>e hohe Würbe in seiner Eigenschaft als Großhändler verliehen wurde, vor arehreren Jahren wandert« er mit seinen armen Eltern von hier nach Australien au«, unb burch Fleiß und ehrlichen Lebenswandel er» warb er sich bi« Achtung seiner Mitbürger unb bi« Auszeichnung seiner Königin. Sir B. ist höchst religiös unb Vorsteher seiner Gemeinde. Lottbou« Unter ben au» Amerika hier weilenden Fremden befindet sich Herr Jfaia» Hellmonu au» Los Angel»» in Lalisor» nie», welch" als Präsident der Handels» unb Farmersbank d e Leitung aller a«sch»:stl>ch«n Unternehmungen seine» Wohnortes in Hünben hat. Herr Hellmunn. welcher über «in vermögen von 8 Millionen Pfb. Lterl. (SOOG)000 Mark) »erfügt, ist sehr freigebig nnb h't b-sonder» viel zur Hebung der Unterricht», unb Erziehungsanstalten seine» Wohnortes gethun. Klffadoa. Hier wohnen bei einer Bevölkerung von >00000 ungefähr 600 Israeliten, di« «eisten aus Maroeco; di« Behörden zeige» sich sehr tolerant; doch dürfen bl« Juden hier ebenso wie in Spanttv nicht Iffenllich ihren Eultus aulüben und ihr« Synagogen dürfen nicht auf öffentlichen Plätzen and Straße» stehen. Es giebt hier drei S Gotteshäuser. — Serouia, welcher Bankbireftor der Baak a Ist, widmet sich sehr de» jüdische» Angelegenheiten. Amsterdam. Der vier erscheinend« ^Israelitisch« Rttuwsbodeenthült bi« interessante Mitthrilung, baß zn Anfang« biesel Jahrhundert» in Holland eine jüdisch« vperngesellschast bestand. Dies« bracht« klassische Opern mit demschen Texte» zur Aufführung unb ihre musikalische unb dramatisch« Ausbildung in einer nusschließlih für Juden bestimmten Musikschule, welch« von kunstliebenben Glauben», genoffeu reivlich unterstützt wurde. Rußland. Als der vuiünast verstorbene Minister bei Innern, Graf Dementi Tolstoi seinem Borgänger, Grafen Jgaatieff, im Amt« folgte» glaubt« mau berechtigte» Grund zu haben, b"n Anbruch eiuer glücklichen Aera für btt Juden erwarten zu dürfen. Diett Erwartung wurde jedoch nicht erfüllt. Wahr ist, baß ourch die Energtt Tolstoi'» ben Exceffeu, welle btt Regierung Jguatttffl so verhaßt gemacht batten, Gtnvalt gethan warb« and schon aus dttse« Grund« sühlte» sich ih« die Jude« zu Dank verpflichtet. In ihrer bürgerlichen nnb politisch«! Lag« haben sie jedoch kein« Besserung erfahren; es habe» vielmehr m-nchk der vexatorffche» Beschränk tagen, welch« ben Jude» iu ben letzttu Jahren au erlegt warben, ihren Ursprung bem Labia« zu verdanke», besten Ehe? Gras Tolstoi war. ■ LArtzei. Bei Gelegenheit der Vermählung der Tochter des Sultan» wurde der jüdisch« Musiker, Professor David Poppers einaelaben, wüorenb de» von Sr. Maj. veranstalt««» Feftbanket» am Hose zu spielen. Auf bem Programm figuri««» nur Lompositionen nach jüdischen Quellen. Herr Jiaai Levi Effenbl, welcher von der türkischen Rcaicrung auf btt Universität zu Halle gesendet wurde, um bo« seine Studien zu beenden, hat nun als Dr. der Philosophie unb der Staa1swi«h. tchaft promovi«. Er ist der erste türkische Jude, welcher «iu solches Ziel erreicht hat. Seine ersten Studien b«rl«b derselbe in der vom Grasen Lommonbo zu Lonstantinopel errichteten jüdischen Schutt unb später an einer Staatsschule. — Ein anderer Jude, vitnli Bechor Levi Effenbi, ist zum Wundarzt bei der Kaiserlich türkischen Flott« ernannt worden. — Der Oberrabbiner von Smyrna, Abraham Palach«, wurde vom Sultan mit de« M«bjibtt»Orb«a II. El. betört«. RawPork, 14. Mai. Die Batte .Firih of Llvbe" besucht« aus ihrer Fah« von San Francisco nach Falutoitth jüngst btt Piteairn» Jafeln (in der Sübsee) Der Kapitän bei Schifft», Smith, bettchtet über b'esöi B.such: .Am S. Februar, 88 Tage vom goldenen Thore euiferttt, ttgtt ich auf der Höh« von Abamstowi, Pitroirn-Jnstln, oa unb Mr. M'Loy, der höchste Beamtt, und fünf Männer erjchienen tu ihrem Boot«. Sie vrachteu Kürbiff«, Kokusnüffe, Auuanas, Bann men, Eier unb «neu prachtvoll« vluaemstrauß «>t. Frau M'Loy savbtt auch «a halb,» gekochte» Huhn und e« Stück Pubbiug, au« süßen Kattossela und Mat« zubewitet, für bas Mittagsmahl des Kapitävs. Kapitän Smith hattt btt größtt Mühe, die Jnsnlaaer zu beweg«, irgend eioeas anzunehmm, da es ihr Gabbath war. Sie ftiera ben siebenten Tug der Woche anstatt ben ersten als ihre» Rnhetaa. Das «iuzige was Me. M'Loy onuchmen wollt«, war «was Wein für Kammuniouszwecke und etwa« Medizi». Kapitän Smith »ersah btt Jnlu» Inner nur Leu neuesten amerikavistheu und englischen Ztttungen, welche sie dankbar »ntgegenuah««-'. Rttigisse vüch« waren ia leb holler Rochfrag«. Mr. wt'Lotz hielt ela« Gotttsdieast an Bord «b. El ve» sind« sich 117 Seettn auf ber Jas«, 4S «üaaliche und 71 weibliche, baruvttr 88 Kinder. Rach zwetstünbigem verweilen an Bord veonb« schiebe», sich die Jasataa«, und wir sngttu einem der herrlichste» Flecken auf diesen tranrigeu Lafferwüste Lebewohl.'

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