Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 20 (1889)
- Issue
- 20. Jahrgang Nᵒ 23.
- Date
- 1889-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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Lies wohl-'auch bei der bekomitlich tnorncn Ueberprodoction ander« sein! Gemeinden, die kaum eine» Lehrer aaständi» honorieren können, haben sich Radbinen genommen vnd nehmen sich noch solche, weil sie sie für billige« Geld bekommen; ob aber zum Heile der Gemeinden k da« glaub«, wer «olle, ich nicht. Mir sind beispiel«»eise in einer gewissen Gegend Norddeutschland« allein mehrere Gemeinden bekannt, die innerhalb eine« Jahrzehnt« beinahe ein halbe« Dutzend — sage eia halbe« Dutzend Rabbinen in ihren Mauer» beherbergten. Abstrahiren wir die Bacanzrn, die doch wohl auch — «an besetzt in der Regel die Stelle erst zu den hohen Festtagen — wenig gerechnet in aammi rammtram 2—3 Jahre in Anspruch nahmen, so wird ans jede« der Glücklichen kaum ein Zeitraum von 1'/, Jahre herau«konnuen. Die e« in solchen Gemeinden in Folge solcher Zustände au«sehrn mag. könne« wir leichter fühlen als begreifen. Ein Räthsel bleibt «n» immer noch, wa« mit der lieben Jugend an utedern wie höher« Anstalten in Bezug auf den Religau«u»trrricht geschieht, während dieser vielleicht von mancher Gemeinde erwünschten Kunstpausen.— Ja, erkläret mir Graf Oerindur, diesen Zwiespalt der Natur. Also > wiederum ein offenbarer Bewet«, welche Früchte die Ueder- Production »ach allen Richtungen hin gezeitigt hat. 2. Ich bin gegen den Berf. fragt. Torresp. der Ansicht, -aß der Lehrer unter de» obwaltenden Verhältnissen wohl mit hebräische« Wissen und zwar je mehr desto besser au«« Zestattet sei» muß. um voll und ganz seine» Beruf al« Eultuöbeamter der Gemeinde a»«übe» zu können und thun die Geminariru recht daran, wenn sie auf fraglich« Fächer viel ^Gewicht legen, doch fällte» sie schon bei der Aufnahme hierin etwa« rigoroser zu Werkt gehen. Eia Beamter, der neben .dem Lehramt auch Prediger, »st sogar Schächter sein muß, der — ich Hab« jetzt di« süddeutschen Gemeinden im Auge — allsabbathlich in verschiedenen Ehrwrot religiöse varträge zu -altea hat, mit andern Watten .lernen" muh, der muß doch mohl ei» tiefere« hebräische« Visse« besitzen. lSchluh folgt.) Oefierreich-Ungnru. Wie», 31. Mat. (Or^Lsrr.) Die südlavische» Jude» -mit ihrer einsilbigen Klugheit und U»ter«rdu»»g«fähigkeit «utrr dt« Antorität, di« spautolischen mit ihrer angestammte» Ritterlichkeit in Desto und Erscheinung, die orientalische« mit ihrer keuschen Gesinnung und unentwegte» Hingab« an Mt Pflicht find die Element«, au« denen die türkische Gemeind« Dien« zusammengesetzt ist, welche mit dewnudernugs» würdiger Opferfrendtgkett einen im Style einer Mosche« gehaltenen, mit ornamentaler Fülle und Gediegenheit au«- gestatteten Tempel erbaut und einen sehr erbanliche» Port», giesischen Gotttsdienft mit Ehor eingerichtet hatte. — Solche Anden machen aber auch eine» bevorzugte» Theil der Bevölkerung der Hauptstadt unsere« serbische» Nachbarstaat«« au«, dessen Majestät et» wunderschöner Knabe einer eben jolche» königlichen Mutter ist. Mau sollte «eine», daß bei« jüngsten dttttigr» Zusammenstoß der Regternug«- »od Oppo- Hti«tv-Partrt die Inden in Belgrad hätten verschont Reibe» «üffe». Da« tm aber nicht der Fall, vielmehr nneßlen die arme» Inden, tm buchstäbliche» Sinne de« «arte», da« B a d »nagießeu. Diese friedltche» Einwohner wurde» von rohe» Pöbelhaoftn überfalle», und ward da« rituelle B adehan» zerstürt au« keinem anderen Grunde, al« asiatischem Intisewitirmu«. Da Niugeu den» die Worte, welch« ein erhabene« Mitglied de« vfterr. Kaiserhmise«, <tu freiheitlicher Staat«««»», Erzherzog Rainer, al« Sn* Jt«tn der kaiserlichen Akademien der Wissenschaften in Dien gesprochen, wie eine ervsende Botschaft: »Tief beklagt «nß der Sampf gegen Anfklärung und Fortschritt werden. Hoffe» wir, daß diese Erschein- A»g uur eine vorübergehende sein wird, denn wir schätze» de» Werth der Wissenschaften." Fürst Lichtensteiu, t«r im Parlament mit alle» Mitteln äw» Racenhrtffe« für die eonstsfionrlle Schal« plädirte and die These aufftrllte. man müsse den freien Bewegungen der Jude» Einhalt gebieten, sollte sich die Raiuer'schen Worte tief in« Herz schreiben. ä. Mretzöurg, 11. Men. (Or.-Lorr.) Die vor Karzem in bööwillig gehäifiger Weis« enlst.llte Geschichte von dem Berschwindm de« ochtjäbrioen Kinde« Wilhelm Scholz von hier, hat ei> e natürliche Erklärung gefunden. Da die erste Eurrentirung de» vermißten Staben resultatlo» geblieben war, hotte die hiesige Polizei, um den bStwilliaen Gerüchten ein Ende zu machen, eine nockmalige scharfe Eurrentirung in der ganzen Monarchie ong-ordmt, welche von Erfolg beglestet war Laut einer Meldung dr» Bürgermeister« au«- Groß-Prterödorf bei Troppau vom 26. Mai, befindet sich Scholz wohlbehalten bei der Akrobaten-Gesellschatt seine« Bormunde« Schöbe!, wo er sosott nach seinem Verschwinden au» Preßburg eingttroffrn war. Die antisemitischen Blätter, die schon glaubt'», ein neue« Verbrechen auf da» Kerbholz der Jude» schreiben zu können, blasen jetzt scheinheilig zum Rückzüge. — Italien. Knrtn. Herr Oberrabbiaer Flamin io Srrvi in Easal« Monferrato, Redakteur de« »Besstllo JSrarlirico" bat eine Rad» binervrrsammlung nach Pari« während der Ausstellung vorgeschlagen. E< soll die« kein Eongreß im eigentlichen Sinne de« Worte« sein, auf welchem etwa Resmmvo.schläge dieeutirt iverden sollen. Die Versammlung soll nur d-n Zweck haben, rin« persönliche Bekanntschaft unter den Rabd'nrrn verschied.mrr Länder anzudahnrn und sich über die Buttel zur Abwehrung der Gefahren, welch« dem jüdisch-religiösen Leben drohen, zu besprechen. E« ist aber noch wenig Au«sicht vorhanden, daß der Vorschlag de« Herr« Servi zur Au«- fühiu-g kommen werde. .,«r"/,o - .oninnS Kermischte und «eueße NBHvIchlru. Wtagdebnra. Da« Dberverwal«ung»gerich« hat entschieden: Der Kantor einer jüdischen Gemeind« gehört nicht zu den Kirchendiener», welch«» rach > 4 Abs. lil 'er Siädte-Ördnua, cknspeuch aus gänzlich, Befreiung »on de« perfvulichea Grmeineeibgabe» zu steht. — Spnagoge«- gemeiade« sind, obwohl Pr einer staatlichen Aussicht unterstellt sind, nicht rbat „dem (Staate u» «rgeordueteu Korporationen" iu. ®ia e de« 69 L. 2.-8L II. 10 zu rechnen. Ihre Angestellten baden daher nicht den Lharacter «on »itteldaren Etaat»d«a»(«u und t»»glich auch keinen Anspruch aus die diesen »ach de« «ieteae »o» 1t. Juli 18>9 und der «abinewordre vom 1883 zpstehendi» Porzogärechi« hinfichiltch der Gememdebefteurruu^. — (ScdurtheU de« n. Senat» M« 7. Mai 1889.) —r Berit» (Dr -Cor.) g» Bezug auf da» jüngst in »er g»r. Wochen, schrist wiederholt de regte BerbM, in der Omerzett zu heirathen. wäre wohl noch darauf htnznwmrn. daß I dasselbe im Oraem adajina «98,1 «ul» drückltch nur al« »Miuhagangeführt wir», hinsichtlich dessen außer Lhiskia di Silva (P'ri .'sadasch) und Andern Menache« die Lonsano (t»NN' %rVO v)bemerkt, daß derselbe rrforderltchen Fall» unberütkfichtlgi bleibe» kan» p'llM I M?). «an sollt« doch, zumal in unser» Tagen, nicht ralmudlscher sein wollen al« die ge«. Talmndipen. Bmnt» zahlt znr g« t noch einer Schägunu, welche, wie bi» »A. A. 8-' brrich'et, Sommerzieerath Artedlä»der. der Bieevor» steher de« Atpräsenlaateneollegtu»» der jüdischen «kemetnde jüngst in einer Bersammlaag kundgad, 9u,000 Jade». Bei der Voltäz'bluag de« Jahre« 1v8ö wnrden 64,000, bei d.r de» Jahre« 1880: 63,000 3aka ia Berlm feftgeftellt. (Diele Zahle» erscheine» völlig u, ,enaa.) Rottbor» 81. Mai. (Dr^Sorr.) Unter de» »tele, Sandtdatr» u» die hiesige Nabbtnerstell«. von »eich n eit'ge bereit» Peobepreoigte» gehalten, soll nunmehr einer der erire-osten ortdodozea Sticht mg, et» hethsvorniger vittarbeiter an de» howorchodoxe, Mainzer.Jtraellt", gewählt »erden. Soviel wir di« wemrtud« Konen, wnnte h er nur ei» KtaMttr, auf de» Standpunkt der K iShnlichrn Miiteipartrt stehender Rabbiaer eripiiehltch wtika und tein-r von ttt Sorte, welche Männer wie Dr. J»«l. Prof.Sri«, die wir alle ver.hren, beschimpft und veektzert. Mn« BSestfaleu. Jüngst ha, in Sa men «ine e-geathümtiche Gerich.averhmedluug ft-ttgekunden. «in janger Mann (Jara ist) hatte tu ein-, Gietdsaast ein« Re. der i» Dortmund «rsch.tnende« aalst«, mtt steil .Sieso «* i» d e Tasche getiecki. «t wurde de»halb -re.en Diebstahl« angeitugt, ist ab.-r vom hiestgeaAmtsgericht koftrako» srrt» gespro-dru wo d>n. »rag, S. Juni. (Dt-ftr.) Heute wurde Herr Rabbiner Dr. Gelbhau« ,» Rordhauten voa der Seneealoersammlung einstimmig pwt Rabbiner uu» Prediger an Stelle de» penstonirtea Herrn Prof. Dr. Kämps rrwähll. In Bnstralie» find io diese« Jahre 6 Jlraelitea zu Bürgermeister» gewählt worden.