Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 20 (1889)
- Issue
- 20. Jahrgang Nᵒ 21.
- Date
- 1889-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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xn. pUgMwtf, 28. M-i 1880 Mn. XL für die religiösen und sorinle« Interessen des Judenthnms. SMntltd trlCxiw le «t« «mau? tat -Me»ch,Wsch»(ee«. tat JaBlllit* STalla1* «. ie» nCltt*tata«klatt«M. feeil Mt 1I1 taal jftltle» tat «In (Mtlatcn I. StaltaaMaai« oral Muk itettrilllrt. «tt »itcctct 8Kttntaa|: IltaNch ldftort, »ach ta» Illllikt: 18 (8 (L, *> Btt«., 8 ML. 4 »te mit.JaarfttmMatt- (itac .811t«t«t«rII»tn M«: l)M 88 Ps,. Mntd|tttU4. Heransgegetan von Rabbmcr Pr W. Wahmer in Magdeburg. fit Dilietzelt, Recht ul Jritlri' •■r»»«t» fti IU.9lrat(ttI|<|eS»4<al8Ttft* au für Hl .3Allf4c aittitatmt-Butt*, Itc flrin4t<k«(tt>f «ettMiie »tat tate» Narn 88 Vf. sin» fktnitar latch llt Kimamc*. ■MUInatita.Ii.Dtub» Sb Oo-, Rudolf Mo—, y««iwnt»ln Sb Teil« A. I. »tat littetetaialataa nt: Dt» B»»»8ttt— HiJmmIH. MHfl» ta ataSkitaw«. lakBlt: -8tt»Wde «rtifcl: Volttik und Jntanlha«. — Da« Strnfurtheil gegen da« ^uximburzer vorl*. — Wo tarne 8cMhfitif< ta* tulgttfea Lttan«. von «adb. Dr. Deutsch t» Brüx. III. — Berichte m»d <r»rr»sp»od«uz«u: Dentschla«»: Magdeburg. Bo» Rhein, «n» ta» rtaintsch-weftfLltschea Kohlenrevier, vorm» a. Rh. Ltehfurt. >u« Württemberg. Oesterreich.Ungarn: Vien. Budapest, »a»Ungarn. >u» Ungarn. Rmertka: Omaha. vermischt« >ud Neueste Nrnchrtchteur Magdeburg. Berlin. Berlin. Hamburg. Frantsnrt a. «N. Württemberg. Basa, blargan. Turin. Mailand. >cg»i. »msterbam. Jassy. Leyden. Tanger. Jerusalem. ' 3«fttiK. (Nachdruck ohne Quellenangabe «ntersagt.) Wochen- Rot. 18«. Jjor. | 6649. Astender. 88 99 Owt 87 fnttM- . . 84 98 88 96 94 (8.641. Par«kb. 89 Komet«, . . 96 96 •tcumtaMctmi. Wontog. . . 97 96 41 Dtanfto« . . 98 - 97 49 »Mmoch . . 99 98 48 Pomemmtee« . 80 99 44 Politik ««d Avdevth»«. Wenn ich die neuesten Vorgänge, die sich an den Namen de» Hof» und Domprediger« Stöcker knüpfen, in'» Auge fasse, gedenkt ich eine« bekannten Worte« de« Abgeordneten vröm el, der gegenüber einem andern Antisemiten bemerkte, da« Judenchum habe schon ganz andere Stürme ertragen, «ß werde auch diesen überdauern. E« ist wahr: Herr Stöcker muß auf die politische Agitation verzichten. Nicht einmal, wie die ihm nahestehende Presse glauben machen möchte: «x noatria oaaibtu oltor. «• ist vielmehr rat mächtige Strömung am Hofe, der er uachgebe» mußte; kein Geringerer al« der hervorragendste Rathgeb er -er Krone ist e«, der auf de« Kampfplatze gegen den unbequem gewordenen Hofprckiiger erschienen sein soll. Die „Flügelschläge einer neuen Zeit*, von denen der „moderne Luther* pathetisch deklamiere, fie scheinen zu kräftigen Keule»schlügen geworden zu sei». Er, der gar zu gern, um mit Herr» Dr. Hänel zu reden, den Papst seine« „lieben Amtäbrizder* nenne» mochte, i« weltliche», i»»rrpolitischen Dinge» sich schon al« da« Haupt einer große» Zukunft«partei betrachtete, er wird, wenn nicht Alle« täuscht — ei» stiller Mann; seine Versuch«, unter dem Mantel ll Micher Rede» auch etwa« politisch« Agitationen zu betreiben, stad doch allzu kläglich «»«gefallen, und da dieser Mantel zu fadenscheinig ist, so dürste der politische Einschlag bald so durchsichtig werden, daß von oben her ihm a»ch dieser Schmuggel untersagt werde» wird. Wa« »unk Werde» die Bücke! und Gen osten, die •a Beredsamkeit dem geübten Kanzelredaer weit nachstehen, nf dem Gebiete der Gesetzgebung weg« Raugel« au jurifttscheu Kenntnistr» nicht« leiste» könne», al» lachende Erbe» da» antisemitische Hau« weiter baue«? Oder wird der toll« Spuk der Geister ein Ende nehmen, weil man eiasehen wird, daß eine reine Sach« reine Männer erfordert? — Ich wage c* nicht, diese Fragen zu beantworten. Soviel aber weiß ich: Bon dem Augenblicke ab.jwo die Staateanwaltschaft, zumal in Preußen» di« gröberen Au«schreitungen der antisemitischen Presse vo« Schlage der Berliner „Staat«bürgrr»Zettung* al« da« betrachtet, wa« fie sind, al« Verfehlungen gegen ß 130 de« Strafgesetzbuch«« (derselbe lautet: Wer in einer den öffentlichen Frieden gefährdenden SBktfe verschiedene Klassen der Bevölkerung zu Gewalttbätigkeitrn gegen einander öffentlich anreizt, wird mit Geldstrafe oder bi« zu 2 Jahren bestraft) ev. al« groben Unfug und auch die antisemstische» Redner in dieser Richtung beachtet, — von da ab. behaupte ich, fft die antisemitisch« Partei ruinirt, dann fällt da» subalterne Beamterühum ad und ti bleiben nur einige Radaubrüder übrig. Ich glaub« nicht, daß die« erfolgen wird. Aber wird sich auch ohne die» eine veränderte Stellungnahme der J«raeliten bei den Wahlen zu« Reich»- und zu den Landtagen geltend machen? Ich meine, daß mau hier zwischen der, Wählern in der Hauptstadt de« Reiche« und i« der Provinz wird unterscheide« müffeu. Wer die Stimmung in de» letzteren kennt, weiß, daß sich «ine gewisse Gleichgültigkeit hier bemerklich macht. In dem von de« wildesten Raceuhaffe durchwühlten Berlin wird mau indeste« wohl die Mehrheit der jüdische» Wähler auf der Linken finde«. Sind doch ihre Gegner, ebenso wie in Bre« lau, fast durchweg Antisemiten vom reinste» Wasser! Wie dem auch sein mag, «an wird «» den freisinnigen Führern ewig Dank Visse», daß sie unter schwierigen Verhältnissen uuentwegt „Gleiche« Recht für Alle* gefordert