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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 20. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 20.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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tcflbittc, dir Anregung zu «evem geistigen Aufschwung ge- . geben zu habru; sein mit aller Jnvigkeit der Veredelung unsere» Volke» ergebene» Wesen hat ihm l Sagst dir Lieb« und Verehrung oller Brüder Rumänien» erworben. Nicht nur die Begeisterung und da» ehrliche Streben, unsere StowmeSgenossea zu veredeln und die Jugend zu sitt» lichen denkenden Wesen heranzubilden, sondern auch der Anstand und die Intelligenz der Männer, die den Stamm der neuen Logen bilden, verdient hier hn vorgehoben zu werden. Dankend «kenn« ich die Herzlichkeit und da» liebenswürdige Benehmen oller Brüder an. Diele» gilt sowohl von Fraternilea-L. Bukarest al« auch von Peixotto-L.-Brocla, Bien-L. Golatz. Egalitatea-L.-Ploetci, Lupralorvel-L.-Eraiova und Stern-L. Turn-Sevrin. Mögen alle Bestribungen. Mühen und Wünsche der neuen Brüder zu einem gedeihlichen Resultate sühren, und wöge die Ehre und Autbreitung unsere» Banner» mit jedem Tage mehr wachien. Hinzu wolle der große Baumeister der Welten dem von mir in Rumänien begonnenen Wnke seinen Segen geben! _Juliu» Fenchel. Vermischte und neueste Nachrichten. Magdedurg. Ueber de» Trieb »ach hdhcrer Schulbildung unter de» Jude» klagt wiroerholt die .Kr«uzz iluno-. Die Veim-«rung der akadimisch gebildet-» Jude» in de» Slävien führe dahin, daß sie, »eil ihre» di« «tehrzahl der Staatsdmt« ja »och »erschlaffe» ist, i» de» sogenannten siete« Disziplinen al« Aerzte, Advokaten — und Lourvaltste» einen Einfluß gewinnen. (Ja waium ist dmn de» Juden dt« »Mehrzahl der Stont'ümter roch »erschloffea-7) Berti«. ** dürste doch hohe Zeit fein, jüdische Brautlente darüber auszuklären, dag heutzutage gar kein stichhaltiger Grund «ehr 'vorliege, sich in oer Sefira nicht traue» zu lasten. Haare, die sich über wichtige religiöse Gebote hinwegsehen, halte» au» purem Aber- -glauben daran fest, sich an diesen .Unglückstagenui»» trauen zu lasten. Wo bleibt da» bibl. Berbot: Ihr sollt keine Zeitenwähl« sein 7 Andrerseits nennen selbst sogen. Gesetzestrene gar keinen Anstand, in der Sefira standesamtliche Eheschließungen vorzunehmen. (In Wien hnt z L. Tr.Jellinek am b. Mai — also in der Sefira — .«ine ganze Anzahl Trauungen vorgenommen.) P. Berlin, 19. Mai (Or^Soir.i I» jüdisch-akademische» Kreis«, herrscht» dttser Tag« einig« Aufregung. 2« hat nämlich ttn Stud., welcher sich de« ladbinilch-n Studium widmet, »inen Vartrag aage« tündtq», dtffe» Tbema etwa solarnde« sei« soll: .Do» Li risteatbum ist «ineRtsoi« des Jndeathnm«, diese» letzter» ober dedars einer Reform I- Al« ihm oarous «in Gast vom Breslau,r Siminar ans di« Konsiqueuz seine» Satze« binwie», entspann sich «ine hitzige Debatte zwischen den gliedern des Bereto», bi« auch dann »och »ich« endete, al» der betreffende Hir den Sitzungssaal des Verein» wütbend verlieh. Man samt auf jede Weis« ta» Zastandekommea de» Battrau» zu biniriireibe». um wemre Irgerliche Zulammeustöh« zu vern eidev. Besonders groß soll die Aufregung unter de» iheoicgischen Gliedern de« Akademische» Be-eir» für jüdische G-schichte und L»t ratur gewesen sein. — Der Kindergoitesdienft in .Ado» Jsrcöifindet nicht, wie e» in vor. Re. dteh auch, sonoeru nur an Fest- und Haldsesttagen statt, «ad zwar hat der Bai stand sich xendihigt gesehen, denseldeu eivznrtchien. ne l die Gemeinde dcrans diang. Dresden, den 10. Mai. (Or-Eorr.) Ein edle» Herz hat zu schlagen ausgehön. Am 8. Mai Morgen» t> Uhr verschied nach langem schweren Leiden Frau Rechtsanwalt Hermtue Lehman». Nicht nur der verdienstliche Führer unserer Gemeind« trauert um sein »herzige« Weib-, nicht nur die talenwollen Linder jammern um die theur« unvergehliche Mutier, sondern di« ganz« Gemeind« beklagt dea schweren Verlust, welchen sie erlitten. Di« verklärte war ein »wackere» Weibwie e» der Epruchdichter besingt. »Sie breitete ihre Hand den Arme» au», und reichte sie dem Dürftigen hin.- Die Armen waren ster» di« Kino« ihre» Hause», denen sie gern« gab vollauf mit zarter, sinniger Lieb«. Mit liebevoller Lieb« reicht« sie dem Unglücklichen die Hand und nahm ihn mit sreundltchem Wohlwollen aus. Beglückt war di« Verklärte, wenn sie Andere «freuen konnte. Sie widmete sich in unermüdlicher Weis« den gemeindlichen WohlthStigkeittvereineu. nicht urf Ruhme» wegen, sondern um der guten Sache zu dienen. Im Jahre 18t» stifteten Frauen und Jungfrauen zu Ehren d« Verklärten, welch« Vorsteherin de» Fraueuveiein» war, ein« »He rminen-Stiftung-, von weiter arm« Kinder während der Sommerserien «il Milchspenden versorgt w«d«n. Nicht Nachrufe »ermögea da» edle Wirke« der Berklärten zu beschreiben, .e» rühmen sie in den Thoren ihre Werk«.- Lt»U»art. 7. Mat. Die würuewbergisw« Kamm« der Abgi- «rdnet«» hat oyne Debatte dir in Vm Etat 1888/80 geforderte» Beiträge für die tararl. Zenrraltirch-ukaff« «st 27Ü00 Mk oenehmigt. L»x««b»rg, 13. Mai. Auch in d« hiesigen Synagoge fand ^»läßlich de» Jubiläum» d« 40jährigen Regierung de» König» ein Daakgvttesdieast statt. Schon Tag» zuvor batte Herr Rabbiaer Dr. Blumenstein in seiner Predigt ans di« hob«» Verdienste Sr. Maj. um bi« Freiheit unb Unabhängigkeit de» Lande» hingewiesen und eiuaehend die Stellung de» Hause» Lranien-Naffau zu den Israeliten in früheren Jahrhunderten besprachen. Di« Orant« sind die ersten gewesen, welch« Religion»- und Gewiffenafreihett über ein und einhalb Jahrhundert vor dem Ausbruch der fra.tzvfischeu Revolution in ihren S'aaten verkündet unb nnentwegt duich alle Stürm« b« Zeiten bethätigr hatten. Hier hatlen die aus Spanien »nd Portugal vertriebenen Juoen «in gastliche» Asyl gefunden und ungestört ihre« Glauben unb ihrem G«w«be leben könren. Deshalb wüsten unserer schnellleb« »den und leichwergeßlichen Zeit immer wieder die B«dienste de» Hause» Oranien in da» Gedächtniß der Zeitgenosten eingeprägt werden, um un» der steten Dankbarkeit gegen dieses «tauchte Herrscherhau» bewußt zu sein. Pest, 11. Mai. Im Abaeoidne'enbau» sprach sich Komloffy (kathol. Priester) sehr in «nlistmitische« Sinne au». Minist« Barast praieftin« al« Katholik gegen di« Geschmacklosiftkeit Komlosiq's, ladest« beste» Auftreten a's für «ine« katholischen Priester unpastend» und verwahr'e sich gegen solche» Borgeden, damit man nicht glaub», dast dft Regierung es billig». Auch d« Piäsident rügte Komloflh's B«- hal:e» al« unwürdig — Part». Die bevorstehend« Ausstellung hat einem Glaubensgenosten Beranlastung zu einem Atte großartiger Munificenz gegeben. HemOsiri», Mitglied d« hiesigen ponugisisch-jüdischen Gemeinde, hat zur Erinnerung an das Lenteuarium der französischen Revolution die Summe von 100,000 Franc» für das von den Preisrichtern anerkannt« beste W«k auf dem Gebiete der Kunst, der Industrie oder de» Gemeinwohl» zur Verfügung gestellt. Pari». He« Alfred Reymarck, Herausgeber de» »Rcntierhat «in Werk unter dem Titel ,,Ün Centenaire Economique“ herausgegeben. D« Bersaster contrastirt treffend das Frankreich von 1878 <7) <1789) gegen das heutige. Der Toleranz, welch« man den Juden entgegenbracht«, schreibt er den größten Theil des heutigen Wohlstandes de» Lande» zu. Wer bauet« in Frankreich die erste Eisenbahn? S< war die jüdische Familie Pereire. — Ser führte die öffentlichen Darlehnskaffen- und Gesellschaften ein? Ein Jude Mir»» — Wer hat Europa mit Eisenbahnen, Landstraßen und ilanälen und Frankreich mit Ga», Waster und dgl. versorgt 7 Die Rothschildsnnd Pereire». — Wer hat Frankreich, als es eine Kriegsentschädigung von 200,000,000 Frcs. zu zahlen hatte, für dies« Summe Bürgschaft geleistet und den Sunsireichthum des Louvre und and«« nationaler Besitzthümer vor den Deutswe» gesichert? Di« Rothschilds. — Load»», 12. Mai Lord Rothschild ist soeben eine hohe Staaiswürd« verliehen worden. Er wurde nämlich an Stelle de» kürzlich Hingeschiedene» Herzogs von Buckingham zum Lord-Lieutenaut iStellvertret« der Königin! in der Grasschaft Buck ernannt. Mit diese« hohen Ehrenposten ist auch der eines 6n»to« Botalorum verbunden. welch« Lord R zum Lberrichter der Eivtl-Behörden der besagten Grafschaft macht. — Die Königin Victoria hat auch die Absicht, im Lause dieses S»mm«s de» Baron J«dinand v. Rothschild dahi« mit ihrem all«höchsten Besuch zu beehren. Sgllptr». D« «htdiv« »« dem H-rrn Joseph »attani de» Titel .Btyvnliehen. vdichon erst 24 Jahre al», is kcxfclbc Direcwr der bedeutendsten Zuckerrostiner'«» in Egypten. Melbourne. Am 28. März wurde Herr Ephraim Zax zum siebenten Mal« in den gesetzgebenden Körper von Victoria gewählt. In dem hi« «scheinenden Wochenblatte .Mirror' erschien neulich ein Portrait des Herr» Zox nebst ein« biographischen Skizze. E» ist ein offenes Geheimniß, heißt eS in berfelbe«, daß Herr Zox, der v»r SS Jahren vo» seinem Geburtsorte London nach Australien üdersiedelte, schon längst ein Minist«-P»rtefeuille hätte besitzen können, wenn es nur sein Wunsch gewesen wäre und es ist sehr wahrscheinlich, daß bei der Reconstruction der gegenwärtigen Bundesregierung ihm ein solche» angebole» werde'i wird. H«r Zox ist ein strebsamer Förderer all« Wodilhätigkeilsinstiluie, sowohl jüdisch« als christlich« und, um mit de» Worl»n seine« Biographen zu schließen, es giebt in Melbourne vielleicht «einen Mann, der sich «in« so allgemeine» Be» lirRheitu»«sreueu^bat^al»^d«r^ude^or^^^^^^^^^^^ Victoria zu Berlin, Allgemeine Bersicherungs-Actien-Gesell schüft. Die diesjährige General-Bersammlung der Aktionäre genehmigte di« ans Vorschlag d« Directio» von dem Sussichtsraih« der Gesellschaft «ingebrachren Anträge über die B«lh«ilung de« Reingewinne» von 1 do2.141,00 Mk. für da» Geschäftsjahr 1888 Hiernach «halten die Aktionäre der Victoria cine Dividend« van 28 X der Einzahlung od« ISS Mk. pro Aktie, gegen 2üj yt im Vorjahre, die mit Gewinn- Bet Heilung versicherten der llnsall-Bersicherungs-Abtheilung slj X der Jahres-Prämi« und diejenige» der Ledeas-Persichernngs-Abtheiluug 3 X der Gesammtsumme d« bisher gezahlten Jahresprämien (nicht etwa nur d« einzelnen Jahres-Prämie). Da di« Dividend« d« letzt«ea in vaurirvo mit -0 X der JahreS-Prämi« garantirt ist, so «halten die einzelne« Jahrgänge: 188«—10 X: 1887—10 X? 1888—12 X; 1882-16 X: 1884-15 X; 1883-18 X; 1882-21 X- 1881-24 X; 18e0—27 X; 1879—30 X; 1878—88 X; der Jahres-Prämi« woraus di« Steigerung d« Dividend« d« Versicherten mit d« Versicherungs- Dauer klar «sichtlich ist.

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