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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 18. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 18.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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141 au» dem Herzogthu» Brataut vertrieben. (I« Jihre 1870 stellten eimge Fanatiker den Antrag, da» k. Centenarivm dieser Judenverfolgung öffentlich zu feiern.) Ein Jahrhundert später kehrte eine geringe Anzahl Juden nach Brüffel zurück; diese ober hatten sich allen Aewaltthätigkeiten und Erpressungen, welche unter dem Romen »Judentoxevon den Herrschern ihnen aufrrlegt wurde, zu unterwifen. Die Zählung im Jahre 17S0 ergab für ganz Belgien nur 30 Juden, während die jüdische Bevölkerung in Holland unter dem Beginne der Freiheit schon zu einer beträchtlichen Zahl herangewachsen war und zu der materiellen und geistigen Entwicklung diese» alten und ehrwürdigen Sitze» der Freiheit mächtig brigrtragen hatte. Die französische Revolution brachte den Jüdin in Frankreich und Belgien die bürgerliche Emancipation und da» von Napoleon im Jahre 1806 nach Pari» berufene Syuhedrin entwarf die Bestimmungen, welche für die Juden unter französischer Herrschaft Gesetzeskraft hatten. Jedoch batte Napoleon, durch verleumderische Anschuldigungen gegen dir Juden beeinflußt, den Rabbinen eine staatliche Subvention nicht zuertennen wollen. Erst unter Loui» Philipp wurden dieselben der christlichen Geistlichen gleichgestellt. Ja Bclgien erhielten die Juden gleich nach der Trennung dirsc» Lande« von Frankreich die Bürgerrechte. Da» Recht, Friedhöfe und Gorte»häuscr zu erwerben, wurde ihnen aber erst 1870 zugrsprochrn. Ja dem schwebenden Prozesse, über wclchen da« Civil« tribunal bald entscheiden wird, handilt e» sich hauptsächlrh um die Frage, ob die Juden tn Brüssel vor 1870 einrn Friedhof al» Eigenthum rechtmäßig rrwnben konnten. Nrüssel. Der Prozeß de» i«raelitischen Consistorium» in Angelegenheit de» jüdischen Friedhofe» hat einen für die Gemeind« ungünstigen AuSgang genommen. Da» Gericht erster Instanz sprach dem Consistorium da» Eigenthumsrecht ab, da dir Jude» erst im Jahre 1870, also 40 Jahre nach der Erwerbung d>» Grundstücke», Corporation«rechte erhielten. Die Birusungdinstanz erklärte, daß der Sohn de» Herrn Laßen, zeitiger Präsident de» Consistorium», ebensall« kein Eigenthumsrecht auf da» Grundstück erheben könne und diese» daher der Stabt Brüffel zuzuerkennen sei. Die Kläger haben »eben dem Verluste ke» Friedhof» sämmtliche Prozeßkosten zu tragen. Sommom jus summa injuria (da» grüßte Recht ist oft da« größte Unrecht). Trotzdem mug anerkannt werden, daß seit 1870 die belgische Regierung den Juden alle ihnen al» einer vom Staate anerkannten Religion«- grnoffenschaft zustrhenden Rechte ungeschmälert «ingeräumt Heu und daß kein Zeichen antisemitischer Kundg-buug sich unter den Cvristen di» heute bemerkbar gemacht hat. Verrutschte ttttfr neueste Nachricht»». Magdeburg» 0» sind un» mehrere Artikel über den »Fall Stöcker»' zugegangen, die wir aber, «ingedenk de» salomonischen Svruche»: »wenn dein Feind fällt, freu« dich nicht' — nicht zum Abdruck bringen. Berlin. Der Lt«in'sche Preis von 300 Mk über die beste Arbeit betr. die »Nichtigkeit de» jüdischen Religionsunterricht» ist nach dem einstimmigen Unheil der Preisrichler Herrn A. Ludwig in Berlin zuerkannt worden. $« waren 87 Arbeiten eingegangen. aarttrntze, 89. April. Die heute «»»»gegebene »Uarl-ruhtr Zeit * Iheilt in ihrem amtlichen Thetle mit, daß S »önigl. Hoheit der Grobherzog dem Stadt« und lkonserenzrabbiner Dr. Schwarz da» Ritterkreuz L »l. verliehen habe. (Wir aratulireu dem gelehrten ltollegen zu dieser den ganzen deutschen Rabbinerstand ehrenden Au»- zeübaung. Hr. Dr. Schwarz ist Mitglied de» Central-AuSschuffe» de» Rabbinerverbaude» in Deutschland.) Offeudach» 88. April. Heute Bormillag 10 Uhr wurde die Leiche de« Radbtner« Dr. S. Formstecher auf dem allgemeinen lkonfeisiondloseu) Friedhöfe bestattet. Der Verstorben« hatte versüat, oaß die Beerdigung erst vier Lage nach seinem Lode, iu aller Stille, »ud ohne gröbere Grabreden ersowen solle. Denncch folgten dem mir »ranzen geschmückten einfachen Holzsarg« vom Portal« »e« Friedhof» au« zallreich« Freund« von htm und auSwärt». Am Grad« hielt Eantor Vogel eine kurz« taktvolle Ansprache au die Trauerversamm« lang, iu weicher er dt« Lugenden und Verdienste de« Heimgegangenen peie», welcher 67^ Jahr« tu ausgezeichneter weis« der Offendacher israelstischen Gemeind« al» Rabbiner vorgeftanden hat. »Herr Rosen« bera au» Franksurr gab im Auftrag der Log« zu« Adler dem scheidenden Bruder die drei Rosen zum Zeichen der Verehrung, Dankbarkeit und de» Lobe» in da» Grab mit. Bon den nächsten Angehörige» nahmen der Sohn und zwei Schwiegersöhne de» verstorbenen au der einfache» erhebenden Trauerseier theil. Pari». Herr Oberrabbiner Zadoc »ahn lenkt im „Univen Israilite“ die Aufmerksamkeit der Gelehrten aus Herrn Dr. Rad» btuowicz, welcher dem Judenthum durch seine französische lieber« setzung eine» großen Theile» de» Talmud so bedeutend« Dienste geleistet hat. Dieser ehrwürdige Gelehrte befindet sich leider in sehr durstiger Lag« und könnte demselben durch Ankauf s irrer Schriften wesentlich geholfen werden. Seine Adresse ist: 68 Rue de Seine, Pari». Bmstervo«. (Or..(!orr> S» erregt hier grob« Sensation, daß der hiesig« Rabbiner D ü n n e r die GH«, die ein hiesi,cr J»ra«lit mit einer jüdischen Frau zu Berlin rite geschlossen, al« nicht gültig anerkennt, obwohl (oder weil) der religiös« Tra-unaSakr vom Berliner Rabbiner Dr. Mahbaum vollzogen wurde. Da» hiesige .unabhängige i»r. Organ" widmet dem sensationellen Fall einen Lellartikel. (Wohin soll da» führen, wenn rin Rabbiner die amtlichen Akte de» andern au» religiösen Patteigründen für null und nichtig erklätt? lk» dürste auf diesen Frll näher zurückzukommen sein.) Laudon. Ihr« königliche Hoheit, di« He»zogin von Lambridg«, deren sterblich« Ueberreste am 13. April zur Grd« bestallet wurden, war eine groß« Verehrerin de: hebräischen Sprache und Litteratur. Ihr Lieblingäpsalm war der Psalm 90 .Da» Gebet Mose»", welche» auch in geeigneter Weise bet ihrem Begräbt» iß vorgetragen wurde. London. Die gegen die jüdisch« Lolonie in Limerick versuchten Feindseligkeiten sind wiederholt zum Auäbruch gekommen, verschiedene Personen waren schon früher mit Geld« oder Gefängnißstrafe-i belegt worden. Am Mittwoch den 3. April wurde «In neuer Angriff unternommen. Bier Juden wurden aus der Sttaß« muthwillig mit Steinen beworfen. Einer der Angreifer wurde von der Polizei ergriffen und in» Gefängntß abgesührt. Warschau, 26. April, von au»ländischen Juden, welch« von hier aus Grund de» März-llkase» au»gewi«s«a wurden, sind neuerding» 38 beim Ministerium dr» Innern um di« Grlaubnib zur Rückkehr und wenigsten» zeitweise Aufenthalt in Warschau «ingekommen. Auf die^in^adei^s^urchwe^ti^bjchlS^e^Mjchet^in^an^en^^^^ Drimge«der Hilferuf! Theuerst« Glaubenddrüder! Sin unheilbarer Srankcc, min p. der 14 Jahre hindurch (in einer Gemeind« 13 Jahre) al» Eantor, Schächter und Lehrer fungitte u d jetzt nun. seit 8',, Jahr, durch »ehlkopfkrankheit (trotzdem derselbe bei den größten Aerztea nicht unversucht gelaffen hat, wa» zur Heilung beitragen konnte) nicht mehr im Stand« ist "9R1 WTI 7K "HW? nWin und um feine Familie, eine schwach« Frau mit 7 uuerwachseuen »Indern vom gänzlich n Untergange zn retten, wendtt sich derselbe mit zerttffenem Herzen au mich, ich soll (um dessen bescheidenen Ramen nicht zu veröffentlichen) ihm <G. ,. v.) «in Rttter in der Roth «erden. Schmerzlich ist e». wenn die Hand, die zu geben gewohnt war und die stet» so gerne gab, io lange sie nur zu geben hatte, wenn diese Hand jetzt zitternd vor »raakheit und Schwäch«, zum nehmen sich öffnen muß. Und »un der schwer« Gedank«, «er wird der kranken Gattin und wer wird den kleinen 7 hils»bedürstigen »tndern Nahrung gewähren? Edle Me»sche»freu«de! Ich ruf« Such Alle zur Unterstützung der unzlücklichkn Familie an: rrnn Ti pti *n ■?* vsvo "im E-llegrn! An «uch ttchtr ich die dttngenste Vitt«: X*? T1®301 <Bon Bieltn *** kannten Santoren wird mir di« Lage diesc« Manne« warm an'» Herz gelegt.) Freunde und Bekannte! helfe« mir, von der Familie -ine« jjyttS K3H3C dir drückenste Roth abzunehmen. Auch Ihr "Nvl? .TTin seid eingedenk bc« Lalmudspruch, K1? psna R2"M 'RN P1S21 NNNL R7> RNN'VN 'NINNR 'MN R'R.MN flNNS R.NI N5N2 helstt mir daher diese Familie - MNvl VN - von «ttttelstabe zu erretten. Eine jede Gabe, auch die kleinste, wird gleich helfend und rtttend wirken und für die Spender eine Quell« reichsten Gottedsegen» werden. Ich bin gerne bereit Gaben entgegen zu nehmen und weiter zu befördern, und aus Wunsch de» Spender» den Empfänger namhaft machen. Sr. Klage», den 29. April 1889. 8. 8. 6vid»rt, Kantor. Herrsch»-Gesuch. Ein junger Monn, 87 Jahre al», von feiner, eleganter Er>chetnuna, mit ganz bed« utendem Geschäft in einer lebhaften Stadt am Rh in, wünscht sich ml« einem schönen jungen Mädchen von gut mosaischer Famclt« zu verhetrothen. Nicht auonyme Off. »ü Photographie bitte unter,61»« aafl 1061« an dt« «jMk. d. «. zu senken. Strengste Dtscretton geficheet. Schadchen »letzt auSgeschl. Onoer $*t. &idiUvpt*faK*t mit HMubutuigo-lnstltiit, Berlin W, LlaVitr. ft, II nur Aoabildoog in Wi»«en»ohaftan, gaaeli. Formen n. Haushalt nimmt noch einige Zöglings auf. Bei Prof. Harker? rnPoterabarg, Babbiner Dr. Herrmann Adler in Lenden and Babbiner S. Cefcn in Berlin, Potsdamer* brocke. Gegchw.Hambarfgr.

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