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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 17. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 17.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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■tiHoUologico*, riwm bereit« 11 Bände «mfaflevLeu Werke, dcffcu wiffenschoftlich« Beiträge gr»ß1e»theil« vou Profeffor »«coli herrühreo. Derselbe ist zugleich Mitglied de« »Institute de Frovcr-, der fcabraicn zu Berlin. Wie» und St. Petersburg und einer der berühmtesten Vertreter der italienische» Wissenschaften. > Profeffor »«coli fft aber nicht der einzige Jude, welcher in jüngster Zeit zum Senator ernannt wurde, (fr hat einen seiner würdigen College» in Herrn LAsar Pa» reuzo, eine« hervorragende» »dvocaten in Venedig, gefunden. welcher auch Herau«grber einer liberalen Zeitung ist und früher Mitglied der Depntirteukammer war. L« fitzen jetzt 6 Juden im Oberhanse de« Parlament«; außer de» vorgenannten noch »rtom, der Diplomat, Massarani, Inhaber de« Lowwaudeurkrenzr« de« St. Mauritz- und St. Lazarntorden» (die nächsthöchsten Orden) und Samson d 'Ancona. - — Herr BbbA Perreau, bisher Bibliothekar der der berühmten Derossiaua zu Parma, hat zum Nachfolger eine» andern ‘WtA, den Ritter 9t offt. Bibliothekar der Estense in Mailand, erholten. Die »Alliance Jsraelitc" in Pari« hat dem AbbA Perreau verschiedene prachtvoll gebundene wiffenschaftliche Werke als Anerkennung für seine den Juden bezeigten edlen Gesinnungen zum Geschenk gemacht. Serble«. Aekgrad. In König Milan haben wir eincn aufrichtigen uud bcgriftenrn Brrtheidigcr der Religionsfreiheit und urporttiischrn Girechtigllir veilorcn. WaS auch seine politischen Fehler sein mögin, er ist ein edler und leutseliger Mann. Wir Juten baden so viele Bew.tse seine« Wohl« «oll,ns empfangen, daß unser Schmerz über seine Abdankung nicht verboraen bleiben kann. König Milan folgte auf diesem Wege den Fußtopfen aQtt erhobenen Herrsche» der österreichischen Ttzastie, de« unvr,geblichen Mi losch und de« unglücklichen MichaSl. Möge Alexander I. ihm auf diesem Wege folgen! Bon der Regierung können wir nur sagen, daß Rtslisch die Seele derselben ist. Ihn kennen rvir vollkommen. Er ist vor ollem andern ein eifriger Poli» rcker, welcher entschieden nach Ehre vrrianqt, aber «ine Ungerechtigkeit duldet. Da den Juden durch die neue Eoaftitution unbeschränkte Bürgerrechte garantirt find und da dieselbe die Achtung de» Bölk.rrecht» fordert, so können wir der Zukunft ruhig entqegruiehen. Biel hängt natürlich von dem Charakter de« Ministeriums ab. Diese« m seiner radikalen Richtung, scheint jedoch ebenfalls für die Wahrung der Rechte der Juden rrngenommra zu sem. Auf den Mrnistrr de« Innern, Herrn Tanschanowrtz, können wir un« ruhig v rlassen. Rlstich ist eia zu kluger u.id prastischer Staatrmann, als daß er da« bisher bestehende friedliche Verhältnis zwischen den oe» schiede,» n Glaubensgenoffeaschafttn stören sollte. Krrmischte und nesufte Nachrichten. MaOdebnog, 2ö April. Hier fand am 14. d. M. die öffentlich« Prüfung sämmtticher 4 »naben» und Mädchenklaffen statt. L» wurde jede Klaffe tu einem hebräische» (Gebetübersetzen, Pentateuch, Malmen) und tu einem deutschen «biblische und jüdisch« Geschichte und Lineratuc resp. Religion- Gegenstand geprüft. Di« erst« Klasse hatte das Pensum in Ge» Bschichte und Litteratur bi» zu» Anfang de» 18. Jahrhundert» erreicht. I» der Seleeta, der Klaffe, in welche Knaben und Mädchen nach zwei» tige« vesuch der 1. Klaffe versetzt werdea, wird da» Pensum von adelssohn'» Geburt bi» zur Gegenwart forigesühtt, «ad t« He» brätschen au»g«wähU« Stück« au» den poetischen Büchern der h. Schrift durmaenommea. Der Jugendgonesdienst fand auch während de» Winter» -«m Sabbarh-Rachmiitag statt. Zur Prämiirung der fleißigsten Schüler »nd Schülerinnen jeder Klaff« hatte der Vorstand auf Antrag der Schuleommission in daatenswerthrr Weis« eine enisprechend« Summ« bewilligt: wir halten di« Verwendung hierauf für ersprießlicher al» auf den Druck eine« Jahrelbericht». — Am 7. Festtag« fand i« Anschluß an de» G«tte»dienst die Eonfirmatio» der Mädchen unter groß«, Bethei. ligLLg drr GrmrindE statt. Berlin, 24. April. (Or^korr.) Der hiesig« Vorstand beadslchttgt endlich, bic Jett dem Tod« »:» tzladbiner» Dr. P. Frankel «ingetreten« Vakanz z» besetzen G« ist — wohl in Folge der vielfachen Anregungen in Ihre» Blatte — rin in Deutschland ^borencr uud daselbst feit einigen Jahren fnagtreader Kabbiner in Antfichr genommen Um da» Organ und den Umfan» der Stimmmittel die» Prediger» kennen zu lernen, hatten sich vorgestern zwei Mitglieder de» Vorstand«» selbst nach dem Orte de» Betreffenden begeben, um die FestagbPredigt desselben mit auzuhören. Heber da» Resultat wird wohl die nächst« Zukunft Rädere» bringen. — Am jüngsten Sonnabend Rachmittag «urd« hier endlich auch eia Jugeudg°lt«»di«ast unter großer Betheiligung eröffnet. Berit«, 24. April. Die Friedrich-Wilhelm-Vietoria-Stiftung erhielt i» 1. Quartal von der .Victoria" Mk. 6117.4«. den höchsten bi» jeist gezahlten Zuschuß. Die Bictoria hat im Jahr« 1888 von allen Gesellschaften den größten Zuwach» erhalten und steht mit eine« Plu» von 4.690 46) Mi. in erster Reihe. Stettin, 11. April. (Or^Eorr.) Am Sonntag den 7. er. fand in der ReltgtonSschule der hiesigen Gemeinde die öffentliche Prüfung und eine damit verbuuden« Schnlsrier statt. Die Letzter« nah« viel Zeit in Auspiuch, so daß für dt« Prüfung selbst nur wenig Zett übrig blieb. Wir hörten Grsaug, Declamationen uud auch ein'ge jüdische Gebeistücke vonrogen. Doch müssen «Ir ganz offen «ekteden, daß ua» di« Prüfnngen in den Vorjahren bester gesielen. da wurden di« jPnbtt stusenwnse vor»«führt und «an hatte dadurch eine bessere Uebersicht über de, ganzen Lehrplan. I« diesem Jahr, dag,,«» fand di« Prüfung in nur 2 Abtheilungen für olle Klaffen statt und da» erschwerte da» Erkennen der verschiedene« Jahrgänge. Ob die öffentliche Prüfung überhaupt »öchig ist, wollen wir dahingestellt sein lasten; au» einer, düchsten» zwei Fragen, dt« auf di« Kinder komme», kann «an da« Wiffen derselben doch nicht beurthetlen. Di« Lehrer kennen die Fähigkeiten der Schvl-r a« besten und wenn Prüfungen in dm Klafft» in G«g,nwart d-r Schuleommission vorgeuommen «erden, die sich davon überzeugt, ob die Pensa erreicht wurden, so dürfte da» wohl genügm, e« würden dann vou der ohnehin napp bemffsenen UaterrichtHeit viele? .«den, die aus Borbereilungen für eine öffenttich« Schaustellung verelendet werden müffm, gespart und nützliche angewendet werden. (Die meivea Pädagogm sprechen sich allerding» gegen die öffentlichm Prüfungen au», doch möchte» wir sie gerade sür die jüd. ReligionSswul« nicht mtdehren, da diese von der öftmttichm Meinung getragm wird, und eine solch« Prüfung auf mant« religiös indifferente Mitglieder anregend wirkt. Freilich find dft äußeien zeitraubende» Formalitäten, wie G sänge, und Deklamation«'' ans da» allernochwendigste zu beschränken, damit durch da» Nebensächlich« die Hauptsache nicht verdrängt wird. Red.) München Wegen Beröffentlich".ng eine» anttsemitischen Spottgedicht« war der Verleger de» .Bayer. Baterl." vr. jnr. Sigl auf dem Mandat»»«« in ein« Geldstrafe von 50 Mk. verurtheilt worden. Di« Amt»an»altschast sah darin ein vergehen de« groben Unfug», z 860, Zjff. 11 de» R.-Lt.-G.-B, da die Ueberschrift nach der Beziehung auf rituell« GebrLuch« Aergerniß »u erregen geeignet sei. Wie »un der „Fränk. Sur." mittheilt, ist aus den eingelegten Einspruch de» Dr. Sigl dies« Strafe auf 40 Mk. ermäßigt worden. Serbien. Ilusere Regierung hat nicht, wie di« rumänisch«, dm eingeborenen Irden da» Avancement zu öffentlichen Stellen, welch« ihren Fähigkeiten entsprechen, vorenthatten. Sogar vor der Verkündigung de» Berliner vertrage» waren sehr wichtige Posten von Juden in Belgrad besetzt. Di« Mittheilung von der Beförderung unsere» Glaubensgenossen Herrn S. H Davidscho, bi»herigen Bice-Lonsul« in Budapest zun, ersten Sesandtschast»secretär in Rom, Hab:» wir bereit» g«»rächt. D gilt al» einer der tüchtigsten serbischen Diplomaten und erfreut sich der desondern Gunst König Milan'» und de» Minister» Ristie». Er ist erst 30 Jahr« alt. Soft». Hier sind jüd. Patronat»-B«rein« gegründet worden zum Zweck, ilraelitisäst junge Mädchen «in Gewerbe erlernen zu lasten; der «ine Verein läßt die jungen Mädchen Rühen und Schneider« lernen, der andiwe da» Weben der im Lande gebräuchlichen Wollen» und Laumwollenstoffe. Diese» Werk verdanft man der Initiativ« einiger Per onen. denen e» am Herzen li-gt, sür di« Mädchen da» zu thun, wa» l>i< Alliance mit Hilfe de» Verein» l'Union für die jungen Leute thut. gernfole». Di« fcüheren Zögling« der Allianeesch«le zu Jerusalem haben ein Lesekabinet gebildet. Außer de > jüdischen Mitgltedem zählt di« kleine Gesellschaft mehrere Regierungöbmmte und Offiziere. Nrw>D»rk. Am Dienstag den 12. März fand hierselblt «in« Delegirten-Versarrmlung zur Berathuug über di« bojährige Stiftung»- seter de» Oidm» »B'n« B'rith" statt. In der Versammlung, welch« von Abgeordneter! fast sämmtlicher Logen beschickt war. herrschte ein« außergewöhnliche Begeisterung. Der Olden .B'n« B'rith* ist der Vater der jüdischen wohlthätigen Orden ia Amerika und übt nicht nur einen wohlthuenden Einfluß auf dl« größten gemeindlichen philanthrofii>chen Jnstilutioien, sondern bewährt sich auch al» «ine» der wirk- «msten Förderunzönlittel der Eultur. Der V0 Jahrestag de» Bestehen» einer solchen Orx«nisation verdient daher in würdiger Weis« gefriert zu werden- Es wurde beschlofsea, «in Gebäude zu errichten und am Stiftu»g»tag« de» Jahre» 1832 «inzuweidea, welche» hinreichende Räume zur Aufstellung der Maimoatdeä-Viollotbek, zur Abhaltung der vorlesungm, Feierlichkeiten und sonstigen Versammlungen der verschiedenen Logen enthalten soll. Mit «elcher Begeisterung dieser Vorschlag ausgenommen und genehmigt wurde, «öge die Thatsach« zeigen, daß die anwesend:» Delegirteu zur Auäsühruaa sofort dt« Summe von 10.000 Dollar» zeichneten, außer de«, wa» bereit» früher schon für dftseu Zweck grpüchoet worden war. Man schritt hieraus zur Wahl verschiedener Spmialemnitt's, welch« je «ine» Zweig de» au»zuführ«nd«ir Plaue« freudig üirruahmru. A. H.

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