Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 17. · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 17.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
85% known words query
IRI
…/5369809-5935066-5956581--7094-5373148
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Mil. PsaMsrg, W. April 188V. XX. für die religiösen und forinlen Jnteresien des Judenthums. 1 SMmtltift frl*rtnl |e et« Rastatt der * fchatst-, »e« Jltallliiklutts“ u. M» ,jaifl»rafu«kl«tt*“. Weet» ffit »I» hril ■tlM«» de« tUat tMfttatna K. Duchd-ndl-a-tA d»S M«rk »ter»«l>tdrl. ■ttt dtreeter ftulendli,,,! jL-rltch llMark. »<üh de« «»«l»»de: 18 Jt». (8 <U, 80 8««., 8 ML, 4 »JO««). Die Jßmptmfpwmr »Ir «JhnuUI*skla*t- («Int «811 tcratutllstr) lofltt: S W»»k 8S Pf». »iertelitheUch. Henmsgegeben von Rabbiner str. W. Lahmer in Magdeburg. lit stecht *ik Iritkti! fit die «Jßraeltltsche «»cheusLrtft' wie für MI .Jüdisch- Btttetatat.Blatt*, die NttatrtMüi-* Ueüteette omt ottn« Hin 8B Pf. stad entweder durch die *aa»acca. tlwkdtiion-a t>i>» 9. Ii.Stub* 3s Oo., Rudolf MoflM, TT i iirn **‘4" dt Vofltr u.T «der »treet»t»i»Iend«» »» »t, «-p-»ttt»M Var.JOaustN. >Ü»ch»»' störtet" tu Mo^edu»,. I»tzchltr Lottemde Brtikel: RachftLgli«e 8 emrrkurp zum Peswchs-ste. — kann und soll «tsLebe», um die Sfelluug der Rabbiner z, einer tiefinerte» und würdigeren zu geftalteu?" Bou Dr Siegmund Keßler, Rabbiner, Landsberg a. W. iForisetzung.) — Zur jüdischen Lehr erfrag'. Berichte und Lorrrspoodrnten r Deutschland: Magdeburg. Stettin, »us Glogau Oppeln. Dresden. Luxemburg: Luxemburg. Oesterreich-Ungarn: Bien. Ans Vien. Preßburg. England: London. — Italien: Turin. — Serbien: Belgrad, vermischte und ncacftc Nachrichtenr Magdeburg Berlin. Berlin. Stettin. München. Serbien. Sofia. Jeruscle«. Rew-gork. Inserate. (Rachdruck ohne Quellenangabe untersagt.) Wochen- April. 188». Nissan. 5649. Kalender. Dom«»«ta, . 25 24 Oan 9 frstt«, . . . 26 25 10 Kottoakrud 27 20 D,«mp(8.1). Perekl. 11 Komntag . . 28 27 (Reumcn&ttnjtjnunj.) 12 Montag. . . 29 28 18 Dtowftag . . 30 29 14 Mittwoch . . Mai 1 30 | Bosch Chodesch 15 Donneratag . 2 1/ Jjar. 16 Nachträgliche Bemerkung zum Petzachfeste. Peßach ist das Fest der Freiheit. Der Begriff der Freiheit ist schon oft mißdeutet worden; wenn er aber sogar im weitesten Sinne gefaßt wird, sollte man glauben, daß selbst unsere Freidenker da» Fest der Freiheit witfeiern müßten. Sie schließe» sich indeß au«, weil sie von Gott und Religion frei sein wollen. Diese find gleichsam, um mit der Schrift zu reden, die Unreinen, außerhalb de«, fromme» Lager«, für welche ein »zweite« Peßach", eine nachträgliche Festfeier, ein Kr»ihrit«fest besonderer Art, augeordnrt werden wußte. Rur ein Baud ist e«, welche« diese Freidenker noch mit dem Judenthum zusammenhält: die p r a k t i s ch e 8 i e b e. Diese ist von jeher eine Grundsäule unserer Religion gewesen und zu allen Zeiten, bi» heute geblieben. Wie sich da« Ehristenthum gegensätzlich zum Judenthum al« Religion der Liebe bezeichneu kann, ist daher angestcht« der religiösen Lehren und geschichtlichen Thatsachen unverständlich; denn die praktische Liebe ist bei den Jude» stet« und grundsätzlich tu großartige« und allgemeinem Maßftabe, ohne coufesfiouelle und uational« Beschränkung, auch nicht mit raflenartiger Trennung, grübt worden. Indeß ist die praktische Liebe doch nur eine Säule de« Judenthum«; da» religiöse Denken und Leben J«rael« beruht auf ihr nicht allein. Wenn mau r« daher auch wohl den Anhäugeru der »Religion der Liebe" zuvorthat, mit ausschließlicher LiebeSthätigkeit wirb dennoch der Beruf J«rael« nicht gauz erfüllt. Bou diesem Staudpuukte verdient daher auch eine andere Erscheinuug unserer Zeit, die Bildung von t«raelitischeu Ltebe»ver«tne» i» Bruder- »der Freimaurrr-Logru, betrachtet zu werdet». Gerade solch«, welche sonst de» religiösen Denken und Leben der Juden fern stehen, sind oft die eifrigsten Anhänger und Berbreiter solcher Logen, um zu zeigen, daß sie dem Judenthum noch zugehörig find. 8iebe«thätigkeit gehört gewiß zu den Hauptteudenzen de« Judenthum«, aber sie zum au«schließlichen Juhalt unserer Religion machen, wenn auch nur dem Scheine nach, hat etwa« Bedenkliche«, besonders in unserer Zeit, da auf dieser Brücke so leicht der Uebergang gefunden «erden könnte zu der Religion, die sich ausschließlich und vorzugsweise die Religion der Liebe nennt. Freimaurer-Logeu haben im Ehristenthum eiue andere Bedeutung. Die Air che übt nämlich grundsätzlich die Liebe mit konfessioneller Beschränkung; dieser gegenüber haben die Logen eine vorsätzliche humanistische Tendenz, um die LiebeSthätigkeit von aller Beschränkung frei und allgemein zu machen. Im Judenthum haben die Logen eiue solche Bedeutung nicht; auch fehlt e« hier vou jeher nicht an Bruderschaften und 8iebe«vereinen. Die Neigung für da« Logeuwesen schreibt sich jetzt wohl hauptsächlich daher, daß man ein Band der Zusammengehörigkeit suchte und festhielt, al« andere Bande sich lockerten und zerriffeo. Indeß ist auch nicht zu leugnen, daß manche fich den Freimaurer-Logen nur au« persönlichen und materiellen Juterefleu anschließeu. Da« mag in den jüdischen Logen hier und da wohl auch der Fall sein. Man ist nämlich heute nicht mehr wie ehedem in der Fremde al« Jude legitimirt nud eingeführt. Der Grundsatz: »Da« ganze Israel ist eine vereinigte Brüderschaft", hat leider an Geltung verloren; deshalb sucht mau einigen Ersatz dafür tu der Logrubrüderschast, die freilich nicht da« ganze Israel umfaßt. Wir hielten e« für angezeigt, gelegentlich de« Peßachfeste« darauf hiuzuwetsen, daß mit der LiebeSthätigkeit allein da« W:seu de« Judenthum» nicht erschöpft sei, und daß die wahre galt«

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.