Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 20 (1889)
- Issue
- 20. Jahrgang Nᵒ 15-16.
- Article
- Beilage zu Nᵒ 15-16.
- Date
- 1889-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Neilage zu Nr. IA-16 äer „I«raek. Moc^en^rist. tm ich«» bei Pffemtttche* Mtulsterin«» t NtbectiM des,üö»re«b«raer Bwt" rldbigMtif) bet jüdischem Religio« «Hb (Nachdruck Verbote,.) Seit«»»« «rtihli »»vag« kn etaa»oa»«ltVb«ft tat 8ajt»bnr* k. Fonsetzang. — Motzer»« Bcklrl»ig« W re»,«Vs'» Leben». v», Rabbi,k Dr. De,»ich in Rrtj. — JtolUtiiMMMit a» bta D.-J. betreffs -er 15 Gätz, Berichts »ab Sosrefpwabeazru: »«utschlanb: Magdebar, Magdeburg. Aas bn Praviaz Poseu. vsraeichta aad asasOs «achrichts»» Magdeburg «reslaa. Braaaschivetg. Taut». Aarerika, — Jasesat« «NNaaereve ber Gtaatsouwaltschaft 1» L»xe«dRtg, vertrete» durch de» Labstitatea Herr» Eamtlle Vetter. OStzaltsa ta da» Gitzma^ves Aachtpolizeigericht« i« Eo gegen die Regen veleidigntsg ihrer Bekenner. 1>as de» Kraazöfischea übersetzt.) Aon setz,,».) Vater dem Gestchtspuvki« dieser Bemnkuagea geh« Ich zur eigeatlichea «ach» über. Die Aattoge erstreckt sich aas »»ei «rttiel. »er «st, Artikel «atbüU die heftigste, Angtiff«, welch» hauptsächlich veraalaffavg »ar Anklage gegeben. Di« vertheidigung IÜ aur allzuschaeE aad leicht über dies» diaweggeglitte,. ich »erd» sie von Neue» vor lese,. »Der Dal»ad, de, bi« Judeu anstatt der Bidet els ihr Neligioas» .baasbuch aagevommea babea, -lebt devselbra eia Recht aas all« Güter .der Golm» d. h. Nichtjuden oder tzeibea. Daher ist bea Jadea erlaab», »bte Lhriüea »a betrüg«, aad »a bestehle,. »o es sich aafrfttaft thaa »U|t. itbeaso «ft «• «haea erlaubt, jeden Ehriliea. auch den beiieu ra »tvbtea. Das Gesetz Mose«, «eiche« sagt: Da sollst aicht Iddiea, aitht .«hebrechea, aicht ftehlea. aicht sals» schwöre», bezieht bn Xalaub aar .aar Me Juden, nicht ob« aas di« OolaU. Der Xalarab so,»: Slaca »Go! da,Ai da dnrü-ea aad Sacher ran ihr» nehmni, wrua da ab«, seinem Araber etwa» verkaaseft (d. h. eiaem Juden), ob« von ih« »kaufest, so darfft da iha aicht benüoea. Eiaem Israeliten, sogt der .Talmad. ist es erlaubt, «iaem «ol Unrecht »a ,haa, »eil geschrieben »steht: Deine« Nächste» sollst da nicht Unrecht thaa, aicht aber: De« »Gal sollst da aicht Unrecht thaa. Die Berauch»', eines Aal. sagt der »Sabaab abnawl«, ip erlaubt: La sollst de» XagUba« Boa deiaea »Vrübera. h. % Jadea nicht bedrücken, «ar Jadea. aur »aase« »Lew" gelte» dem Jadea als sein« «vchstea, alle ander» Mensch«, »geltea » sein«» »agea nicht «ehr als da» Vieh; -egen da« Vieh »aber ist Alle« rrlaach» den, es hat keia« Recht«; grgea da« Vieh üch maa keine «vchpealiebe aas. — D:s «eitere kann naa lesen ,i« »Talmudjadea" von Dr. Rohlia, oder ,a ,1» Franc« juiva“ von .Drama»»." »Vitt Seat«, dieser Ar», welch« all« ander» Menschen als Vieh, »als eia« untergeordnet» Rare, di« Gott za Gaastea Jerael» chstimmt »Hab«, betrachten, ist eia vertrouie» and friedliches Zusammealeden .»ich» mdglich. Mensche,, welch» da» Tödtea, Ehedrra.ru, Stehle», .Bettügea, falsch Schwöre,, für erlaubt Halle», stad für die «laschlich« .Besellkchast aad che Staate» ebeaso gefährlich wie dt« llrgstea Soeialistea, .Anarchist«,, «ommuaistea aad Nihilisten. Hier ist der Sruad aad »bi« Quell« des allaemetuea Bölktthaffe», welche» das Jadeathu« sich »zaaezogea. Ihr« Faischhett, ihr« Raubsucht, ihr« Hin«, ihr» Unter» »brackuagssuchr, ihr absoluter Mangel aa Nächstenliebe gegea ander« »Ratioaea, als bi« ihrige, hat die Jadea zar Geißel aller Völker .gemach« aad naturgemäß ihre» Haß heraujdeschwvre, Es war nicht »ch« Uawissenheit, »er saaattsch« Aberglaube, welcher ta früher» Zeit«» »za bea Jubeaversolguug«, narried; es war eiasach der Seldsterhaltung». »trieb, w-lcher ein uaterdrückte« Volk »«sag, für seiae Freiheit sich za Erhebe, aad da« Joch ber iübischea Herrsehast adprschütteln. Es war »beaaal«, wie heut» «a Rußland, Pole«, Bulgarien, eia lknmps uw .Freiheit aad llaadbäugigtetr voa bea Inden." Der »wette Artikel, obgleich er auch sehr heraussorderad ist, ist doch »ich, so heftig wie ber erste, er beschränkt sich daraus, sestzustellra, daß bi« Jadea reüh aad sehr mächtig find. Ich bleib« zunä bst bei dem erste» Artckel stehe». Der Verfasser aiwaü aa. baß der Talmud der Religio»» aad Moraleoder ber Israeliten sei. Alle Auseinandersetzung ev, welch« der Verfasser «örtert, stad aar variaato» de« einen Thema'«, »aß der Talarab bea Jade» all« verbreche» erlaubt gegen biejeaigea, welch« nicht seiae Reltgtoa bekeaaea. Daraas wirb alsdaaa bi« Kotgeraoß gezogea. daß di« Jadea «in« Geißel, «ta, Gesahr für bea Staat seien, «m Gegenstand ber Verachtung and der Verstoßung für ihr« Mitbürger. Catylli aaa der Talmud wirklich derartig« Umsturzlehr«,? Hier ist der Haatzttzaakt der ga»zea Debatte. Hab knaa der Aageklagt« aas wtrUich die verficheraag, di« Gewißheit verschaffen, »aß dich« Stellea sich auch wirklich vor stabe». Kaan er aas ta den bea Talarab umsaffeabea zahlreichea Foliaatea bieselbea auch genau h«Gicha«a? Ich bta vom Segeatdrtl überzragt aad ich trag« keia Bedenken, all« seiae verstcheraagea als frevelhaft za beznchaea. Vaa hat öfter» Mt vehaatztaag ansgrstellt. der Talmad erlaab, den Bacher, «aa hat dedearrnd« «reis, aasjstfttz« für biejeaigeu. welch« dies« Stelle, eatdeckea würden, aber niemals hat sich «ver zar Greisde Werbung pemelte«. «mH de» Reoeln de« ^»«ineu Rech»«« hätte ber Aaqeklagt», der ja pofibv« Tharsochen v«,sichert. den Beweis für dioselbea anrätmtea. — Ich will für «ne, Augrablick iß» bi« Haasttfache seiner Behauptung zagestehea. Ich will ihm vorerst zagestehea, daß der Talmad ia allen sei»«, Theilea für den I» aeltten bindend sei, »ab daß er di« fraglich», Stellen «thielw. «ohlaal Sink wir alsdaaa de» Talmad nicht dieselb« Achtung schaldig wie allen Dogmen der vom dem Staat« aaerknanten Enitts Aber ich maß doch »och da« hinzu» [iaca, daß, maa derattt« Uageheaerlichkeitea im Talmab stiludea, ber »obera«Staat aiemal« bea jüdisch«, Ealta» aaerkaaat hätte, «a» könnte mir vielleicht «atgeaenha'tta. daß di« ptt« «eiavag des Staate» überrampest (gtttrischi) morde-, »Ir«, daß dies« g^Ahrlichea Stelle» nicht «»«deckt worden sei«». Darauf er» wider« tth. daß «aa sett dem Ürbsgiaa ber christlichen grttrnhaang sich di, Gewißhett vnschafft Hase, baß ber Talmad in Wirklichkeit aicht» Derartige» «athält, und daß alles, was «an ihm heatzamg» aadstbttt, aicht« als Lüg« ist. DB llageveaerlicke, das maa der Stttealihr« drr Israeliten -ur Last leg», war Gegnistnad zahlreicher Prozesse, uab «aa hat Nicht« versllaa«, am bi«Babrh»tt za »rfarsch,». Voa diese» hat derjenige, der sich am Laadgerttht ia Wie» abspielw sowohl ia Bezug aas di« daselbst ia Frag« koatm«ab«a gatereffea als ia v«»a» aas di« Eigeas Haft der veogeßsühreadea Partriru den größte» Biederhall gesaaden. Hier kurz di« Thatsach» di s«s Propffes. vrosessor Rohling aa der Un.ver» still ia Prag, Ham rin, Broschüre unter dem Titel: »Der Talmudjude" veröffemlstd», i» «elaer all, Jtraeliieu aas da» Heftigste aageg, ffea warben. Dies« Fiagschrift har allgemria« Jadigaatioa erzeugt and die compettalrstea Stiwmen habe» sich »Ü ,hr«> Protesten dagegen er» hobni. Dies« Theorien Rohliag» wurde» lebhaft da»ch di« Organ« der israelitisch«» Preff« bekäachsr. Rohliag fügt« seiner H-raussorde-ung »och di« versichrruag hinzu, daß er auf Graad stiaes Amtsildcs all» selr.e Behaaptuazea aasrecht halt« uad darauf ward« er voa de« Dr.Blmh, österr. Reichsrathsabgeordaetta, als Betrüger charattn fitt. Rohliag strengt» bei dem Btiner Landgericht Klaz, an. Bevor bas Gericht ia dt« Verhaadlvug «intrat, ordnete es zar Btglaubigrnz der Rohliaa'schea Theorie,, »ia» Expettis« na. und es würben zu dieser Eomm-ssioa Ezsterteu rraanat, wclche als die ausgezeichattftra Kenner der orieatalisqen Sprache» gälte». Dies« Uzpenis« hat zur vollständigen Uederlühruag Rohling« gesühtt, so daß derselbe nicht di« Abgabe des Guiachiens an das Landgerickt adwaiict«, sondern einfach sein« Klage zuriltkzog. (vertheidiger Anwalt Vech: »Beil er von seinen vorgefttzirn zur Zuiüeknahwe sett es Progeffe« gezwungen ward«.') — Stoatsaawaltsoerneter Herr Leiter: »Selche, ohne Zweifel ihr« guirn Gründe hatte», so zu haadeln." Ueberoies ist drr .T-lmudiade" obawbl vergriffen, uich, «ehr wieder gedruckt worden. Ich füg« de» Arten die Antwort Delitzsch'» aus den .Talmudjuden" bei. Drlttsch ist keia Jade, sein Buch aihaut den Lharaeter hoher Uupanoiltchk'it und Uesen Siffen». Er zeigt, daß die Lezie oerdreht und gefälscht find, und »aß man D»age i« Talmud zu lese» vorgiebt, di« fiih daselbst gar nicht vorsiadea. S« ist noch aicht lang« her, daß vor eine« deutschen Gerichtshof ta Marburg «in Prozeß verhandelt w»rd«, der garz ideaUstv «st dem an» vorliegenden ist. Derselbe richttte sich gegen riaea jaugen Sckul» lehrer, Naaua» Feiler, welcher in einer Wählerversamuttanz solgead« Aeußerang gtthaa: „Die «eisten voa Ihne» werden wisse», daß der Talmud da» Gesetz der Juden ist", und daß in bemselden steht: .das Sefttz Moses gilt nur vom Jade» zu« aadern; auf dt« GoM» Hai er keine» Suufl, bk dürfe, >k bestehlen and betrüg«,." Nun gebe» st« Acht, «. H. I Th« der Jude, was im Talmad steh«, ist er i» unser» Auge» «,n Schuft, tha» er es nicht, ist er ia den Auge, der Juden ein Schaft. Et» Schuft ist er aus all« Fälle." Di« Beschol'igung ist dk gleich«, toelch« dos Seien uuseres Prozeff-s bildet, d. h. daß da« Grsttz Mose» nur Jaden anttr etaauder verpflichtet. lt(i>cntn «uiden auch ia Marburz ernannt. Hier dk an str gerichtet«, Fragen: 1. »Sind dk t« Taunad enthaltenen Borschrifteu des Glaub«» .and der Silttn als bindend« Gebot« sür dk gläubig«, Jaden anza» .sehe», und ist rlne Beschimpfung de« Talmuds als ein« Beschiatpsuag .der jüdischen Religioasgesellschaft oder eturr Einrichtung dirftl»«» .anzasthenk" ü. Sttht im Talmud: .Das Gesttz Moses gUt ,ar vom Juden zum Jaden; ans Golms hat es leinen Bezug, dk dürse, fie bestehle« aad betrüaea." Dk Antwort der bet den Ezperleo auf dk zwei Frage» liegt vor: Der erst«, Proseffor clo Imjrärcka, sagt uater Andere«: Ja Beirrff des Talmud »st aur deljeaige sachverstsadig, der eia Lebe» aa sei, Studiam vecweudet, wessea jedoch keia mir bekaarter lla» verfitätsprofeffor Deutschload« ,fich rühmen darf. B>r stad ia Brr.-eff »es Talmad allesnmmt Dillttaaten. Ich lese im Talmad, weaa ich araß, aber ich lese nicht de, Talmud. Aber selbst e>a mlurubgläubizn Jude ist, auch weaa er wirklich dea Talmud staliert. so weaig sachverstitadig. wie eia gllnbiger Katholik oder Prmeftaat über bea Bert» de« lrarholtjismu«, resp. der Reforaiatioa. vezüglich der erste» t»c voegrlegtea Fragen bemerk« ich: a) ber Talmud ist eia aa« eNsuistisch»