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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 15-16. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 15-16.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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121 «,« Um^Mtm, 4. «Mil. (OtMan ) 36c CwMtoMrtat ndf «at »icht aca«a bol e«tf<Weoene •«ftttlen bet .Wochenschriftgegep Me ,15 Grundsätzetwürdige». Wer d« weit, wie du» pharaontsche System, da« leider zu de» verschiedensten Zeiten i« eigene» Lager Vertreter batte, in de» Warte gipfelte: .Sie find Müsstägänger, die Arbeit «ug Ihne» sauer gemacht werden- (Erod. 5, 8 ». 9) wird für die negative Fassung de» 7. Grundsätze« nicht schwärme». Ich bi« -vielmehr der Ansicht, daß da» Judenthum gebietet, de« Arbeitsfähigen die seinen Kräften angemeffene Beschästignag, de» Arbeitsunfähigen die seinem Stande ange«effene Dohlthat zu erweisen: denn, spricht AM, »e* darf in deiner Witte kein tfanet sei» - Religiöse Humanität »nt alle gesellschaflliche» Befitzgegensätze m lde-u. Da« ist die Aufgabe der jüdischen Gemeinde. Alle» jüdischen Lehrer» der »fterr.-ungar. Monarchie wünsche ich vom ganze» Semen, daß sie nach Jahren arbeitreicher Entsagung in Krankheit und Alter wenigsten« zu ^rr beitlosem Genußgelangen mögen; denn ich gestehe, ich weiß trotz der .15 Grundsätze- »icht. wo die» .die Religio» verbietet', «a» soll au» den fO D'O^TCTOTl Om -*TCUC1 werden. Ebenso wünsche ich allen Glauben»ge«offen der Erde, -wo diese »nter Au«nahme»Gesetzen »um Ihre« Glauben» willenleiden, daß ste diese Gesetze umgehen zu könne» in die Lage kommen 'sollen tfTOPn 2V). Ich wundere mich sehr, daß der so scharfe Denker Dr. Joöl diese 15 Sätze sanktioairen konnte. (Ist nicht geschehen. Red) — Wie segensreich die Gewissensfreiheit sich bei un» erweist, dafür liefert die erfreuliche Thatsache den Bewei». daß in ganz Ungar» -Niemand an« dem jüd. Gemeinde-Verbände ausaeschiedeu ist. Dies geht au» dem Erlaffe der Landes-Kanzlei an die jüd. Gemeinden de« ungarischen Staates hervor. ChmioMb, <£«nb«n. Am 22. April feierte der berühmte Dichter der .Lieder de« Mirza Schaffy- — Friedrich v. ©oben» -ftc b t — feinen 70. Geburtstag. Obschon derselbe scheinbar gar keine Gemeinschaft mit dem Judenthum hatte, so war e« doch ein Umstand, der ihm manche« Interesse dafür •cinflBfjte. Die« war die hebräische Uebersetznng der fraglichen Lieder,welche Hr.Dr.Ehotzner(jetzt am Harron-Tollege) vor erner Reihe von Jahren al« Stndent in ©re«lau ver- Hffenllichte. Bekanntlich sind diese Lieder in fast alle europäischen Sprachen übertragen worden, doch scheint ihm -kerne Uebersetznng so sehr gefallen zu haben, al« grade die hebräische, die er mit einem gewissen Stolze seinen zahlreichen jüdischen wie nichljüdischen Freunden und Bekannten -noch immer zeigt. Tr erwähnt sie ausdrücklich im Prolog 4U feinem vor einigen Jahren erschienenen .Nachlasse Mirza Lchaffy'«", wo er singt: .Der Hauch des Lenzes trug nach Norden Und Süden ihre Düne schnell; Sie sind selbst ein Besang geworden Im Munde der Rinder Israel.'*> Al« derselbe jüngst die fragliche Uebersetznng einem ©rofeffor der orientalischen Sprachen (Mr. NoguLra au« Brasilien zeigte, war dieser so sehr davon eingenommen, daß er sich da» letzte vorhandene Exemplar verschaffte und e» al« persönlicher Freund de« Kaiser« v. Brasilien seiner Majestät zur Lectüre zuschickte. Italien. Alorenz. Leon Ravenna, Advocat in Ferrara, widmet dem »erstorbenen Oberrabbiner I. Maroni einen glänzenden Nachruf. Zuerst beneidete der ©erblichene, der ein Alter von 80 Jahren erreichte, da« Radbinal in Eento, dann da«jenige zu Pesaro und zu Petigliaro in Lo«cana, später wurde er nach Florenz, der damaligen Hauptstadt Italien«, berufen; wir bewunderten, so schreibt Ravenna, an dem Manne fern tiefe« Wissen, seine echte Främmigkeit und sein goldene« Herz; seine herrliche, v,n einem guten Organe nnterftützle Berepsamkeit drang zu Herzen und veranlaßte viel Gute«; die schöne Synagoge, welche hauptsächlich der Freigebigkeit David Levy'« zu verdanken und welche da« herrlichste Bauwerk dieser Art der ganzen Welt ist, die religiösen und philanthropischen Anstalten der Gemeinde find sein Werk. Obwohl konservativen Prinzipien huldigend, war er doch gegen Jedermann tolerant und der Gegenstand großer Berehenng. Auch hat sich der ©erstorbene lttterarisch au«- gezsrchnet, indem er vor einigen Jahren eine italienische •) Durch Dr. ikhotzuer's schöne hebräische Uebersetznng. Uebersetznng de« .More Nebnchim" veröffentlichte. Er weir Mitglied de« Lentral-Lomitee« der Alliance isr. Er »erbat fich jegliche Leichenrede bei seiner Beerdigung und empfahl, daman unter seine zahlreichen Titel u. s. ». nur da« Wort ,Ra»E neben seinen Namen ans seinen Leichenftein setzen dürfe. Ker»ischte und ntmtßt fUdyridfitm. Leipzia. Segen das freisprechende uerhell in Sache» de« Rabbiner Dr. Wiener in Oppeln (wegen der van ihm veröffentlicht«» Gedächtnißreden aus die beiden Kaiser Wilhelm I. und Friedrich UL) hatte die Staatsanwaltschaft die Berufung beim Reichsgericht eingelegt; dieselbe ist aber verworfen und da« steisprechende Urthell sonach 5* (tätigt VftcbCR* Lwtderg. Das jüdische Kurhospital Hierselbst weiß dnrch seine segensreiche Entwicklung und strebsame Verwaltung »n den «ellesten Kreise» immer mehr Freunde und Gönner fich zu erwerben. Der br» kannte Menschenfreund. Herr Ferdinand Reichenheim in Berlin, brt durch die Stiftung de« interkonfessionellen Zustitnts ..Mädchenheim' in Berlin fich einen Namen erworben har, hat seine Gunst auch dem hiesigen jüdischen Kurhofpiial ,»gewendet, in dem er seinen edlen Namen durch die Stiftung eine« Kurbette» und Einzahlung eine« Stiftungskapital« in Höhe von 3800 Mk. auch in dieser Anstalt verewigte Derselbe hatte erst vor einem halben Jahr durch Zuwendung ein» Schenkung von 300 Mark in derselben Anstalt das Recht der .immer» währenden Mitgliedschafterworben. — Ein »weiter Wahlthäter, Herr Julius Schiff auS Berlin, hatebenfalls in dieser Woche eine Schenkung von 300 Mk. demselben Kurhospital gemacht und ist damit in die Reihe der .immerwährenden Mitglieder' eingetreten. — Schließlich ist dem jüdischen Kurhospital auch noch in Folge eine« Bermächtniffe« dos vor U Jahren verstorbenen Herrn Leo Gabriel in Berlin in dieser Woche ein Legat von 300 M. ausgezahlt wordeü. — Wir wünschen dieser geme>nuützlgen Anstalt auch weiter Glück auf dem Wege seiner segensre chen Entwicklung. Drag Die zwischen unserem Oberrabbiner Herrn Hirsch und der hiesigen Eullusgemeinde-Repräsentanz bestehenden Differenzen find ausgeglichen und kann mit Bestimmtheit angenommen werden, daß derselbe seine hiesige Stellung nicht ausgiebt. Sr. »ölten. Herr Dr. Zimmel« (vom Breslauer Seminarist »um Rabbiner der hiesigen Gemeinde gewählt: unser bisherig« Rabbiner, Hr. Dr. Reiß, folgt einem Rufe nach Kuttenplan. «kaute«. Die mittelalterliche Sitte, daß Rabbiner zugleich die ärztliche Präzis ausüben, scheint in de« hiesigen Rabbiner Samuel Korb wieder auszuleben; derselbe besuchte die hiesige mediciuische Fakultät und hat sogar von derselben einen Preis erhalten. fXam#aat* (England). Robb. Dr. Gaster, welcher da« hiesige collegium rabbinicam leitet, hat aus seiner Orientreise die isr. Gemeinen der Türkei zu bewegen gesucht, daß die Eandidaten der jüdischen Theologie von nun ab die Ramsgater Rabbinerschule besuchen, um dann in der Heimath al« Rabbiner Anstellung zu finde». Lissabon. Soeben erschien der Jahresbericht über den hiesige , Wohlthätigkeitsverein »Somech Nophelimfür 1844. Die Leitung diese« BereinS befinde» sich in den Händen von Damen, nur die Ehrenposten der Schriftführer werden von einer Dame und einem Herr.-, verwaltet. Die Unterstützungen für die wenigen Armen, welche der Verein zu versorgen hat, sind durch das Statut festgesetzt; dagegen werden für Unterrichts» und Erziehuilgszwecko fortdauernde und auf Purim und Peßach, sowie in Krankheitsfällen noch besondere Untei» stützungen gewährt. Der Verein erfüllt also in ausreichender Weise die von ihm übernommene Pflicht. Vorsitzende ist Doirna Benvoltce de Le v h. Die Zahl der Mitglieder beträgt 58. Wukareil» im März. (Or.-Eorr.) Der famose antisemttische Berhetzer Moroiu, der wegen der Brirfmarkeusälschur g, in die er vei» wickelt ist, einen Selbstmordversuch begangen hat, leidet seit diesem Versuch, der bekanntlich durch ärztliche Intervention verbinden wurde, an einem Varoxismu« der Nerven. Eoustantinopel Der Sultan, welcher in der jüngsten Zeit vielen hervorragenden Juden Orden verliehen hat, ha, neuerdings wieder einen Beweis seine« Wohlwollens für seine jüdis chen Untei» thanen gegeben. Al» Se. Majestät hörte, daß zum Besten de« jüdische» Hospital« .Melor Ehajimein Ball stattfinden sollte, ließ er der Ve»» wa»ung ein Beschenk von 6J0 Mark überreichen Skewark. Am Montag den 25. Februar bei Gelegenheit der Eröffnung des Longresses von Rew-Jersey sprach Rev. Herr Leucht das Eröfsnungsgebet. E» Ist die« der erste Fall, daß in Rew-Jerseh ein Rabbiner in einem gesetzgebenden Körper amtirt und auch die erste Versammlung, in welcher ein Jude Sitz und Stimme hat. Lo< Angel»« (Eal.) Eine merkwürdige Frau beschloß hierselb t vor Kurzem ihr irdische« Dasein. Elisabeth Levh, Äittwe des vor Jahren in St. Francisco »erstorbenen Profeffor« Lewis Levh, starb im Alter von 83 Khren. Sie war in Amsterdam geboren und verwendete einen bedeutenden Theil ihres großen vermögen» zur Errichtung und Unterstützung verschiedener BohUhätigkesttanstalten in England und Amerika. Sie war Mutter von 30 Kindern, von welche, U (da» älteste 70 Jahre all) »och lebe». Außer diesen trauerten uv, sie 117 Enkel, 76 Urenkel und «6 Urnrenkel.

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