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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 11. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 11.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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ÄU. Pagbebatg, 14. Pit; 188». Ittoi. xx. für die religiösen und sorialen Interessen des Judenthnms. m-1 tMAntiUA erscheint je eine Hammer Vt ixe K. M ,Attt*»efii*bla*taM. »cU fit «Br kfll «Cqtlf ■ ket «im BoUatmi «. vmih»»dl»»,t» dral AAarM »irrttllllrt. Mit kittetet ftuicneitn*: jlkrtUk Mitart, «a4 kt» »««tankt: 18 (8 fL, SO Brr».. 8 «kl.. 4 t> .ulart). Sie .»Och-N/chtlNau JtwiUSmMM- (»k«t .StttrratsrklatP) fofttt: Park M Vf«. >ittttl|i*rll4. 1 ■ Herau«gegeben von Rabbiner l>r M. Lahmer in Magdebnrfl. fit Mitzrtzrit. »echl u> Irirlri? y i i-t-«> |tir«9it« fflt die .Israeltlösche «, che« sckrtft" me fiir oaS .Jüdische Lttterat»r Blatt", die Ne«»q»ö>»o'»-.r" A.-r^ttzeu« oder deren Ram» Och Vf. sind entweder durch hi« Aanoaee«' tzdedMonen vc n O. X». Dtub« Sc Oo-, Rudolf Moim, rluMmtain Sc "Vogler a. ä oder otreet eutßuienden an: 9ii DPOchem« fchrtN** t» MGO»»»«»,. 9 ti I luyaltr Lotteude Vrtifel: Sine Purim-Plauderei. Bon Prediger Moritz Wochen- Mürz. 1889. Adar I. 5649. Aalender. «\3 ••«. ««uuorWta, . 14 11 Ta’nis Esther. Berichte und tkorresvoudenzeur Deutschland: Magdeburg. Au« dem Hannöverschen. Hamburg. Köln. Homburg. Oesterreich-Ungarn: Preßburg. freitac . . . Iuuuadeud 16 16 12 13 15t (6,48). P. Sochaur. Rußland: Petersburg. Iqumen. Großbritannien: Lonton. K»««!»a . . 17 14 Purim. Rumänien: Bukarest. 18 16 Schaschan Purim. ivermifchtr und neueste Nachricht«» r Magdeburg. Bretlau. Wiesbaden. Schweiz. Ba« Palote. Holland Italien. Rom. Diouftag . . ' 19 16 Athen. Liverpool. Mittwoch . . 20 17 Mttttzeilnnge» an« dem v 0. B B: Mainz. Dessau. Rew-))ork. 3*(et«tt. «ouuerotag . 21 18 Sine P»ri«pla«derei. Bon Prediger Mort- Scherbe! in Gumbinnen. Bo» dem Purimfeste sagen unsere Alten: „Alle Feste »erden einst aufhSreu, »der die Purim-Tage niemals". *) Nun, fie hatten sicher ihre Gründe dafür gehabt, diesem Halbfeste bezüglich seine» Fortbestände« den Borrang vor den bedeutungsvollen Hauptfesten zu geben und ihm die Uu- Vergänglichkeit zu verheißen. Sie stützten sich auf die Worte t» Buche Esther: „Und diese Purimtage, fie sollen unter den Juden nie abkommen und bei ihren Nachkommen nie auf. höre», zu existireu". *') Nehmen wir iudeß diesen Gedanken vom geschichtlichen Standpunkt in Behandlung und fassen wir dabei die prakttsche Bedeutung diese« Feste« in« Auge, so ergiedt sich au« jenem Ausspruche eine Mahnung, die von den Juden aller Zeit nicht uogewürdigt bleiben dürste. Da« Purimfest erzählt un« von der erste» Verfolgung, welche da« jüdische Bolk im Exil zu erdulden gehabt, von der ersten Gefahr der Vernichtung, die sich vor ihm austhat, al« e« dem heimathlichen Boden entrückt, im stemden Lande sich befand, woselbst e« al« der nur g e d u l d e t e Volk», stamm betrachtet wurde. Weuu wir nun die große Anzahl von Verfolgungen in Betracht ziehen, welche die Juden in späterer Zeit zu erdulden gehabt, und die Männer durchmustern, welche durch ihr gehässige« Auftreten gegen eiuen uubewehrteu BolkSftamm sich «tuen Ramm gewacht, so erkennt mau, daß der erste der Hamau'« nicht umsonst dort im Buche Esther „festgenagelt" wurde und di« Juden e» sich schon gefallen lassen müsse», diese unsympathische Erscheinung einmal iw Jahre sich vor» geführt zu sehe». Al« der erste Hamau de» Achaschwerosch di« Juden als i« höchsten Grade der fernere» Existenz un» crtrs» tman Dl 2e2T> pro onsion 22 •> m2n encm -pno rar m amen Dl •*> , werth und unwürdig denuncirte, da hatte er von ihnen in erster Reihe anzuführen, daß sie .zerstreut und zersprengt unter den Völkern" seien. Diese doppelte Bezeichnung für ein und denselben Begriff erklärt einer unserer alten Prediger*) dahin, daß die damaligen Juden „zerstreut unter den Völkern" und „zerrissenunter sich selbst" waren. War diese« der Fall, so ist e« in der That das Schlimmste, wa« von den Juden jener Zeit auSgesagt werden konnte. Nicht ebensosehr darum, daß diese innere Auflösung von dem Denunzianten al« verwerflich dargeftellt sein wollte, al« er vielmehr in ihr die Leichtigkeit hrroorhob, womit die Juden beseitigt »erden könnten. Zerstreut unter den Völkern und zerrissen in sich selbst. — ©lebt e« etwa« Gefährlichere« für einen volksstamm, welcher ohne politische Selbstständigkeit» ohne staatliche» Leben lediglich auf seine ftammgenösfische Zusammengehörigkeit angewiesen ist? Und fehlt die letztere, — wie wenig! ist dann noch nö'hig, um die auSeinandergerisseneu Glieder der Auflösung nahe zu bringen? Zerstreut unter den Völkern und zerrissen unter sich selbst. — Die Zerstreuung, wohl, sie wurde dem i«r»elitischen Volte verkündet. — aber die innere Einigkeit dieser Zerstreuten al« immer vorhanden sicher vorausgesetzt, — wo diese fehlt, da befindet sich Israel vor einem Abgrund, der früher oder später die in sich Aufgelösten verschlingen wird. Zerstreut unter den Völkern und zerrissen unter sich selbst. — Der alte Haman hat eS un« gesagt, wa« dann au« den Juden wird, daß ihr Werth daun tu de» Augen der Welt so tief finkt, daß er dann nur noch eine rein käufliche Bedeutung hat; da handelt e« sich blo« dann darum, «a» «an für sie bietet. Nicht immer waren e« die 10,000 stikar Sicher«, wie der erste Hamau sie dem Achaschwerosch in A»«stchl gestellt, weuu er chm da« Bergnüge» zuließe, alle Jude» t« Reiche zu vernichteu, — aber mau hatte und hat uoch andere Dinge bei der Hand, um sich damit da« Berfüguug«reä;t über die Juden zu erwerben. — Man spricht *) Z» Bin» lo-Xttim.

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