Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 20 (1889)
- Issue
- 20. Jahrgang Nᵒ 10.
- Date
- 1889-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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Ater tie »«»atfte jütische Tolonie »Kaifung-Foo', «elche in einer der Mn der Hnngeisookh heimgesuchten Provinzen lie-1. Er er»ähnte hierbei den Bericht verschiedener Reisenden über diese kleine mit fast versch»n»dene Ansiedelung nud der verschiedenen leider ersolßlvA gebliebenen Bemühungen der Jichen, lilefe in Verbindung mit ihren Brüdern in fremden Sündern zu bringen, d» wurde schließlich der Wunsch ansgejprochen, daß die .Auglo-Jemish-Aflociation" Schritte thnn möge, glaubwürdige Erkundigungen über die Solonie etnzujieh«, und da» »ufgeheu de» winzigen Ueberreste« der Tolonisten tu die fie umgebenden Völkerschaften zu verhindern. PaUtstlm» Aernfnke«. Unterm 23. Januar er. ging folgende» Schreiben von hier an Herrn H. Snedalla in London: .Die englijche Presse hat tu letzter Zeit die Nachricht verbreitet, daß da» Dekret der türkischen Regierung, welche» den Juden die Ansiedelung in Palästina untersagt, sich nur auf Massen einwauderungeu bezieht und nicht auf solche in beschränkter Zahl. Der hiesige Gouverneur behauptet dagegen, daß diese »ullegung de» Dekret» auf russische und rumänische Juden keine Anwendung findet, daß diese vitlwehr. wie bi»her, nach einem dreimonatlichen Aufenthalte Palästina wieder verlaffeu müssen. Wir hoffen, daß die .Anglo-Jewisb-Affkiation' und der »Board «f Depotie»" in dieser Angelegenheit Schritte unternehmen werden; aber die bteserhalb au sie gerichteten Schreiben unserer Rabbiner find bi» heute unbeantwortet geblieben. Sie »tffen ohne Zweifel, daß eine große Anzahl unserer Glaubensgenossen russischer Natioualitit seit dem Krimkriege fortwährend unter englischem Schutze standen und daß dieser Schutz sich auch auf ihre hier geborene Kinder erstreckte, vor 5 Jahren wurde den englischen Schützlingen eröffnet, daß mit dem Jahre 18S0 da» Schutzverhältniß aushören werde. Hierauf wurde vor ungefähr drei Jahren von den hiesigen Autoritäten eine Eingabe an die Königin von England gerichtet, desgleichen wurden Schreiben an die »Anglo-Jewish-Affvciation- und den »Board of De pnties" gesandt, aber die Resultate waren leider nicht günstig. Da» laufende Jahr ist nun da» letzte, in welche« England seinen Schutz ungefähr 500 Familien wird augedetheu lasten und jeder Europäer, der unser haldcivilisirte» Lund besucht hat, weiß, »a« e» heißen will, der Lousularprotection entbehren zu müssen. Könnten Sie daher vielleicht höheren Ort« Er»u«dt-nngen einziehen, ob zu Gunsten so vieler Fawilieu, welche sich keine» verbrechen» schuldig gemacht haben und dennoch veiurtheilt «erden, den Schutz England«, besten sie sich di» heule erfreuten, zu verwirken, gethan werden kann? Die Frage der Montefiore-Proprietäten ist eine solche, welche die sämmtliche, hier vorhandene Juden angeht, und doch ist in derselben noch Nicht» geschehen. E» liegt auf der Hand, daß die zeitigen Bewohner werden «»»ziehen muffen, ober e» ist ebenso selbstverständlich, daß fie tu Anbetracht ihrer .großen Armnth irgendwie entschädigt »erden wüsten. Meine persönliche Meinung ist, daß, wenn da» Somit» de» »Montesiore Testimonial Knud" sich ernstlich zu Gunsten der Armen unserer Stadt mit liteser Angelegenheit beschäftigen würde, e» viele» durch den früheren Agenten Herrn Pine» erreichen könnte, .fall» dieser von denselben wieder zurückderufeu »erden sollte Wir haben diesen Winter. Gott sei Dank, reichlichen Regen gehallt und hat in Folge besten der waffermangel aufgedört. N«ch eine» hier verbretteten Gerücht hat sich ein englischer Baronet nach Evnstantinopel begeben, um die Er- Sehr interessant! DtsLiwhimdieKflgtfel, •in Sehen in j&diaeher dlrnäart von li«qk ikreu. Gegen Kim KtadongTon 60 Pis Meiere frmncc. Anten J. Bcakadn, kr. Töchter-Pensionat Iestitat L lu|M. Free Di-, Thereee «r-mmm», Rerlie, HMenieetr. II.[900 Seder-Schüsseln in hoohiainer Aoietettang empfiehlt [MO lanbniß zur Ausführung eine» Projekte» zu erwirken, wodurch die hellige Stadt dauernd mit Waffer versorgt werden soll." vermischte »ud ueueßt Nachricht»«. Magdeburg wir sehe» uns zu der Erklärnn g veranlaßt, daß der in den neuesten »Mttthetlungen" des D. I. G B nach Verlauf eines volle« Jahres verdstentlichte Bericht über den am 90. Feb. ISS» abgehaltenen b. »emeindetag in maanigiacher Beziehung ungenau und unrichtig, in Bezug auf meine Reden und Anträge aber völlig entstellt wiedergegeben ist, -ie ein Vergleich mit dem in R-. 9 ». 10 d. Bl. vom vor. Jahrg. enthaltenen authentischen Bericht ergiebt — Der vom sei. Rachod stet« beobachtete Usus, die betr. Reden tnt Abzug vor de« Reindruck den Rednern zu übersenden, ist vom zeitigen Vorsitzenden un« gegenüber nicht beobachtet worden. Da eine Berlesun, de« Brotokoll« nicht stansand und eine Richtigstellung deffelben erst nach » Jahren flott finken kann, sehen wir un« al« Vertreter zweier Gemeinde» auf dem Gemeindetag zu dieser vorläufigen Erklärung veranlaßt. Dr. Ra hm er Glnadedurg. Jüdischen Präparaaden wird jetzt, wie wir au« eine« Reskript de« Kulturminister» entnehmen, bei dem Besuch von Präparandenanstalten zur Vorbereitung für die Echullehrerseminare eine Unterstützung au« Staat »Mitteln nicht gewährt, .«eil bei dem schon vorhandenen Ueberfluß jüdischer Lehrer ein «edürfniß für de» (Eintritt in die Präparat!denaustalt nicht nachgewiesen werden kann." Breslau, 1. März. lOe-Lorr.) Sie erwanen von mir eine Darstellung der widerwärtigen Bernstein'schen Angelegenheit, über die ich Ihnen übrigen« nicht mehr, al« in den öffentlichen Blättern steht, mittheilen könnte. Jndeß ist man i» hiesigen maßgebenden Kreisen der Ansicht, daß von jüdischer Leite eine .Breittretung" der schmutzigen Sache am besten unterbleibe. (Dieser Ansicht sind wir nicht, hatten vielmehr eine schoaung«lose Aufklärung de« durch die gerichtliche Verhandlung durchaus nicht aufgeklärten Vorfalles angeflcht» der in de» antisemitischen Blättern darau» gezogenen Folgerungen für dringend geboten. Wo e» sich tim die Ehre de« Judenthum« handelt, sind ganz oder halb verrückte Echandbube» und Wüstlinge nicht zu schonen. Tl'T? DVin — Gerüchtweise verlautet, daß eine Revision de« ganzen Prozeffe« angestrebt wird Uebriaen« ist dieser B. nicht »Rabvinats» kandidm", sondern »tuäloau» phlloloaia« an der Hies. Universität, der auch Vorlesungen am jüd. theol. Seminar hörte, seit dem Ruchbarwerden seiner widernatürlichen Streiche — er soll Aehniicke« auch an jüdischen »naben vorgeuomme» haben — hiervon aber aus» geschloffen wurde Wa» er verbrochen, hat er nickt al« Jude, so,- dein al» verrückter oder tief gesunkener Mensch gethan und ist dakür weder die Universitü, noch da» Seminar, wie ein jüb.-orthodoxe« Blatt sich nicht eutblödet anzudeuten, verantwortlich. W«s «chueldemühl wird Folgende» gemeldet: Ein jüdische» Mädchen machte au« Angst vor der Stiefmutter durch Gift seinem Leben ein Ende. Die Selbstmörderin wurde auf dem der jüdischen Gemeinde gehörenden Leichenwagen zum »guten Ort" gebracht, wo sie ordnungömäßig ihre letzte Ruheitätte fand, und wo noch der Rabbiner einige Worte tiefinniger Lheilaahme an die HInterlaffenen richtete. Kurz zuvor hatte ein Apothekergehilfe ebenfalls durch eigene Hand geendet. Die katholische Geistlichkeit v-rweigerte da« kirchliche Begräbnis, und somit wurde der Todte auf einem Rollwagen zum Friedhofe getragen, wo er ohne Sang und Klang am Zaune sein Brab fand. Jede weitere Bemerkung wo wahre Toleranz zu finden, ist Überflüssig. Wien. Die österreichischen Antisemiten sind seit der Ber» urlheilung Schönerer« in einer hegreislickerweise sehr gedrückten Stimmung. Um nun ihren gesunkenen Muth wieder zu beleben, hatte sich Herr Stöcker, auf Ansuchen seiner Wiener Freunde, dazu bereit erklärt, einige seiner bekannten und »so beliebten" Vorträge auch in Oesterreich' halten zu wollen. Bon Seiten seiner Vorgesetzten Lirchenbehörde ist, wie die »Kreis. Zeit." an» zuverlässiger Quelle erfährt, die nachgesuchte Erlaubniß dem Herrn Hofprediger Stöcker verweigert worden. «rody, 4. März. Da» hiesige russische Eonsulat erhielt Weisung, Arbeitern, Dienstboten und Maklern jüdischer Eonfesflon da« Paßvisum zu verweigern. Holland. Die Herren Professoren Rosen st ein in Leyden und Dtockv!« in Amsterdam sind zu Mitgliedern de« »Verein« für innere Medizin" zu Berlin ernannt worden Barl». Herr Louis Ratisbonne, Bibliothekar der Tenvtsbibliothek ist zum Mitglied de« Organisattons-Eomitee» für den mit der Au«stelluag verbundenen Litterarischen Congreß ernannt worden. ca. 12 Mark pro Stück bei der Aiwloosung übernimmt da» obige Bankhaus die Versicherung für eine Prämie von 4V Pf. pro Stück. Kart Zleuöurger, Berlin. Französische Straße 18. Russische Ptimlien-Anlethe von 180». Die nächste Ziehung findet am 1». März statt. Gegen den Eoursverluft von ca. SOO Mark pro Stück bei der Autloosuug übernimmt da« obige Baukhau« die Bers. für t «rämie von «art 2 pr- Stück TSWnW» « (Her Löss 'Lv nächste Ziehung findet am 10. Mär, jtati Sege» de» Tomsverlnst >«» Preußische Bodeueredit-Acttcnbaok 4 pSt. Pfandbriefe 3er. Y1IL Die nächste Ziehung findet Ende März d. I. statt. Gegen den Soursvertust von ca. Sß pSt. bei der Ausloosung übernimmt da» obige Baüchaus die Persicherung für eine Prämie von 4 Pf. pro 100 «k. a