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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 9. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 9.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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ZichlH.XX M9. P«fiwkK«i, L». Frkrmrr 1889. für die religiösen und socialen Jnterefien des Jndenthums. »Ichntttt» rettetet (e et» ttairstf- He« Vom f*t dttritilMn m tim »sjuistee, thMumqii dr*l Muk »tertelJMrt. ■Ut »Iteettt gatcattat: 11 Uttut. ■•4 kot •■•(««»<: M M*. (8 10 ftitt., KM.. 4 SMart). *k ▲»»chsapch,,«- alt JkutllmWkW (•tat JSttterajaetUtr) Met: «teste SB l»ffc. Mretctjatefhl. Herausgegebea von Rabbiner str. M. Hkahmer in Magdeburg. lir Pi|t|iil, Recht aal Iritlta: lifiMte fti Xe .3 ra c 11 r1 <-»• M »<t«»I <01111* •u für Mi .gasttche Itietstat-BUtr\ Me HetnarfM»:t;:ieue Mer Mte« Kaan M Wf. fto» eat-tetcr »ot4 Me «Battcra. •neitetmen ne O. L.Oaub* St Oo_, Rudolf Mo«., KaaMeutotn Sm 7o|lw n.» .»et kttcctctasafcatea «a : Ol» a»M»Wtea »nJeenlH. W«ch»mfchätft" ß» P«|»M«»I< >KtzO»»r MtaaN Wrtif*'.: Moderne Bedürfniffe des religiösen Leben», von «abb. Dr. De»,sch ln »rtf. L — „Ela jüdische« W - verknnnl. Berichte »nd «korrefvomdenzaiir Dentschland: Magdeburg. Ostpreußen. Breslau. Hamburz. Esten. Oefterretch.Urgaru: «u« Ungarn. Frankreich: Pari». »roßbrilaunleu: London. Palästina: Jerusalem. Boomtfchto »nd >ee»»che Maatzetchtanr Magdeburg. Berlin, ilhrtft. bürg. »rag. Vien. Vien. Pari». Brüssel. London. Janina. An» de« jNd^amerikan. Ordensleben. Safteatt M»der»e 9*Mtfaiffe »e» religtSse« Lebe»». Bo» Rabb. vr. Deutsch in Brüx L Die Uebrrschrift diese« Auffatze« wird bei Buleo Sopf. schütteln erregen. Hat denn, so fragt man, da« religiöse Leben der Gegenmart andere Bedürfniffe, al« da« irgend einer früheren Zeit? Ban gmei Geile» wirb diese Frage unbedingt »ernetnt, sowohl »an denen, »elch« meine», daß die Religion sich in ihre» >e»ßern»geu genau »ach de» Geleisen der Vergangenheit — »der sage» wir richtiger, da ja anch die Vergangenheit die verschiedensten Forme» de« religiöse» Leben« -«tgte — daß sie sich in den RnschanNngen de« vorige» Jahrhundert« bemege» müffe; die andera wieder meine»: giebt e« heutzutage u»h religiöse Bedürfniffe, — wa« sie für sich in öldred« stelle» — so können diese Bedürfniffe »nr so erfüllt werde», wie di« gleichen unserer Vorfahren erfüllt wurde». Gage» wir dentlicher: Der Rabbiner irgend einer nngarischa: Gemeind« da obere» Waag- «der Theißthale hält alle versnche gebildeter Inden, ihre« Gotte«- dienst würdig zu gestalten, nnt' ihr religiöse« Fühle» mit ihre« wissenschaftlichen Denken in Einklang zu bring««, für „Rarreschkeit*; «in getaufter siiei^chtgadjnnkt für »Humbug*. Diese Erschetuuug ist nicht« »ene«. Reaktion »nd Radikalt«»»»« gehe» überall Hand in Hand, sei t» «af religtösrm, sei e« «is politischem Gebiete. Die WtderliHNNg beider Iiischaunngeu durch da« Ins- »etse» ihrer Schnächeu zeigt u»I die Wahrheit de« Gegen- «heil«. Wer nniut, daß die Religion nicht »ach ihrem ewigen Inhalt«, d. h. »mH dir Beziehung de« Mensche» «nf da« Göttlich,:, sonder« nach ihre» Aon««», d. h. nach de» Bebürfttiffen de« Mensche«, sei» Wissen »o» Gott sich Woche«- März, 188». ▲ Uri. 6849. , Aalender. 88 87 Intta» . . . 1 88 AoAnobon» . 8 V9 NVB (M8) K SeVkoll«. KonAt», . . 8 80 lNeumondemsegnung ) Bosch Cbodmch WoNtoG. . . 4 1 A«*r 11. WtoKOo, . . & 8 ' Wttttnaoch . . « 8 DonKooota« . 7 4 - zurechtzulege« und sei» verlangen »ach ihm im Kultu« zu önßeru, ei» »»veränderliche« sei, ist blind' und raub gegen da« Wort Gotte«, welche« sagt (5. Mose, 30. 12 f.): .es ist nicht i» Himmel, e« ist nicht jrnseit« de« Meere«, sondern nah« ist da« Work in deine« Munde und in deinem Herzen, daß d« e» übst." Wer so den«, erniedrigt die Religion, indem er sie za erhöhen glaubt, er erniedrigt sie nnter da« Menschliche, indem er meint, sie zum Göttlichen zu erhebe». Eine richtig« Würdigung der Religion »erlangt e«, daß wir fie al» einen Brstandtheil de« menschliche» Geiste«!eben« ersoffen. Sie ist rin Resultat der Geiste«thättgktit, so gut wie Sprachkunst und Sitte. Und wie di« Sprach« in ihrem Inhalt d. h. in dem versnche, de« weuschlichrn Denke» eine» für Andere verständlichen R»«drv<k zu leihe», sich gleich bleibt, hingegen in chrea Formen wechselt, und wie die Kunst i» Erfaffea de» Schönen ihre» bleibenden Inhalt, in de« Lu«dr»ck derselbe» ihre wechselnde Gestalt hat, »nd wie endlich die Sitte in de» Ideal de« Guten ewig, in der Formulirnug derselben aber veränderlich ist, so ist der Kult»« in seinem Inh «l t«, welche» die Religio» aulmacht, ei» gleicher, in seiner Form ei« »ach der Kulturstufe der Mensche» verschiedener. Die uenestr Geschichte de« Judeuthum« hat auch bewiese», daß die Starrheit der religiöse» Form, wen» fie zn» Prtncip erhoben wird, nnr Parteien, nur Sekten und keine religiöse Genossenschaft, keine Gemeinde bilde» kann, well fie sich selbst zur ewige» Minorität herabdrückt, »eil fie «ns die Mehrzahl der Glaubensgenossen jede Einflußnahme verwrigert, und deren Denke» nicht al« geschichtltcheu Werdeprozeß, sondern nnr al« abfichttiche« Irre» erkläre» kann.

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