Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 20 (1889)
- Issue
- 20. Jahrgang Nᵒ 8.
- Date
- 1889-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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tzer b;ff1<rr ®*ra*in1v. H«rr G. Rose»ber,«r. Er Wurde al» Lehrer i» Rievscheu an der käulAl. Kriegsschule «ngrttellt. Während nicht Weniger al« 12 andere Bemerder sich um den Posten bemübt'n. Aernsake»,. Herr Rissim Behar schreibt über die Lionel v. Roths child^che Schub:: Bei Gelegenheit der kostenlosen Reparatur einer Mühle, welche dem griechischen Patriarchen gehört, erhielten wir. einen Beweis von der Acbtung und Anerkennung des officiellen Vertreter« der orthodoxen Christenheit für unsere Bestrebungen und von der Zeit an üben un,ere aek>enseitigen Beziehungen den günstigsten Einfluß auf unsere Anstalt. Der griechische Patriarch Monseigneur Nicodemu« äußerte beim Besuche unsere« Institut«: „Ich glaube, daß seit der Entstehung de« Christenthums noch nie ein griechischer Herrscher (und da« sind wir, da wir eine Krone tragen) dal; Hau« eines Juden betreten hat. Ich besuche aber mit Vergnügen diese Scbnle, in welcher Toleranz und Menschenliebe nicht oloß gelehrt, sondern auch geübt werden." Ker«ifchte »nt utntfkt Aach richte». Verliu. 19. Februar. Dir .lloQ* schreibt in ihrer nrurftrn Rr.: .In parlamentarischen Kreisen wurde heute gerüchtweise erzählt, S«. MajepLi der Kaiser Hab« die Stellung eine« Hofprebiaer« mit derjenigen «ine» palitischen Agitator« nicht vereinbar und eine Wahl »wischen beiden Bernsen al» nothwendig bezeichnet". — Tie »Post" selbst hält es für angemessen, dies« Notiz mit »ine« Fragezeichen z» signiren. C« hat allerdtng« in parlameni«rischen Kreisen sihon seit mehreren Tagen verlautet, dah Herr Stöcker in legier Zeit bei Hose nicht mehr verkehrt«. (Hoffentlich bewährt der beu Ha man« ungünstig« Monat Adar auch die««al sein« alt« Kraft). Beeilt». Al« der deutsch« Antisemireubund in einer Versammlung am vor. Momag bei vuggenhagen Judenhetz« betrieb und sich der Redner insbesondere gegen .sozialistische Juden" persönlich wandt«, «nrstand in Folg« de« Verhalten« der Sozialdemokraien ein Tumult t« Saal. Sie ei« .Siaalsbürgerztg." berichtet, erschien aber al«bald «in« Anzahl hinter der Bühn« verborgen,!r. Schutzleute im Saal und wurden nunmehr mit Beibilse der Ordner die Schreier in ihrer Begleitung au« dem Saale geführt Derart werde di« Ruh« wieder hergestellt. Berit«. Die Antisemiten unter einander bekämpfe» sich jetzt weg«» der Frage, welche Stellung den gelausten Juden aniuweisen sei. Herr Stöcker hat stch neulich betannU ch für deren Gleichberechtigung mit den Christen ansgesprochen, In einer antisemitischen Volk«ver- Elung ab«,, welch« in der vötzowschen Brauer«, abgehalten wurde, «in Herr Bodek (?) au«: De: reine »ntif«msti«mu» könne zwar flausten Juden die Sleichbereöstigung in der christlichen Kirche, nicht «ber i« Staate gestatte», sonst würde» sich alle Juden zu diese« Zweck« umlansen lassen; die getausten Juden aber find die gefährlichste«! Hamburg, 18 Februar. (Lw^Eorr.) Zwei Vorsteher des diesigen Shuagoaenv, rbande« hatten sich »ach Prag begeben, um den Herrn Oberravbiner Hirsch sür den hiesigen, durch den Tod des Rabbiner« Stern varauten Rabbinerposteu zu gewiune», sie lehnen je dach unverrichteter Lach« zurück, im dieser bereit» im vorgerückten bebensallcr stehenl«, Ruh« und Frieden liebende Herr kein« Reizung verspün. in die hier herrschenden Wirr» und Streitigkeiten «iuzutreteu. Di« zweite streb igerstell« am Tempel soll bi« Rosch haschauah besetzt werden; »och dem Peßachfest« beginnen die Arobepredigte» der au« der Zahl der Beweraer «usgewlhlten Caudidate«. Hall« a. G. (Or-Corr.) 5v«r hiesige »««nt« Rabbinerpoften O zu den vielumworbene»; ha» sich bereit« eine sehr «rode »an Caudidate» gemeldet: dach scheint rin junger Rabbiner au« der Nachbarschaft, ter hier seine Studien vollendet hat, di« «eisten Chancen zu haben. — In der letzte» Repräseutantenfitzung besckästioi« man sich mit der Oraelfrage, wählend mau m» einer Seite die Angelegenheit bi« nach Anstellung dt« neuen Rabbiner« vertagt »iffin mollre, prävaline di« entgegengesetzte Ansicht, diese Cultussrag« vorher zur Cntscheidvng zu briugen, damit der anzustellend« Rabbiner «iu« feNige Thatsaeh« bereit« vorsind« und nicht in den Aarteistnit wert«. Bochu», 1«. Febr Am 10. und 11. Juni d. I find« hier «in allgemeiner deutscher A>itise«il>:»tag statt, zu welche« nach Dtiu thellung der Wests Uischen Resorm bereit« hervorragende Autisemiteu de« Auslandes ihr Erscheine« zugesagt baden. Di« Laaesordnung laut« wie solgt: JU. Juni Nachmittags 6 Uhr i« Schütze »Hofe sozial» »atttisch« Borrräg« verschiedener hervorragender Redner de« In- und A»»la»d««; am U. Juni von 10 Uhr vormittag« bi« 2 Uhr Rachmstrag» t» Schütze »Hose Berathunge» de« Antisemitentage«. Ausstell» ag eine« gemeinsamen Urogramme« sür all« Antisemiten Deutschland». Entschetdneg der Frag», tb die antisemitisch« Partei einen müderen Name» wähl»« soll ober »ich«. Mahl eine« Schied«geNcht« mrr Schlichtuag von Streitiglesten «nter Parteigenoffen u. s.». Zum Eintritt berechtigen nnr anf de« Rome» lautende Einlaßkarten. An» Baien». Ganz eiaenthümliche «chnlverhältuiffe müssen in Zeitlos«, einem Marktflecken tu Unterfranke», obwalten. Da« in Mainz erscheinende orthod. Blatt bringt folgend« Anzeige: .Den Herreu Lehrern, dir sich um die hiesige Stell« beworben, auf diesem Wege die Nachricht, daß zu meine« Bedanern von ihren Offerten kein Gebrauch gemachr werden kann, da durch Beschluß der königl. Relernng ausgesprochen wurde, daß die hiesige Gemeind« den seitherigen »Haber der Stelle, Lehrer A. Mannheimer, behalten müsse, da er . ch erbot. »» 1*0 Mark billiger dt« Stelle fort zu beleihen. Zeitlos«, S. Februar 1889. Der Vorstand." «Rünck»«». Di« antisemitische Presse hatte unlängst verkündet, daß Herr v. Roggenbach jüdischer Abkunft sei angeblich nach Au«kunst des Karlsruher Archiv«. I» der hiesige» »Allgemeinen Zeitung" wird dagegen darauf hingewiesen, daß Freiherr v. Roggenba» eine« altadeligen, stist«- «ad rstterbürtigen Geschlecht« im vreisga« »ngehört, da« von de« urkundlich bekannten ersten Ahnherrn Johann v. Roggenbach an fderselbe lebte zu End« de« 18. Jahrhundert») bi» aus di« Gegenwart et»« ununterbrochene Dtammreihe hat. Allerdtug« sei einem ISIS zur katholische» Kirche übergetretenen Israeliten, welcher den Namen von Cornlhnl erhalte» habe, «in Rogaeubach'sche« Wappen verliehen worden. Aber diese« Wapve» sei nicht datiientg« der freiherrlicheu Familie, sondern dasjenige de« im Jahre 1788 erloschenen alten Nürnberger Geschlecht« v. Roagenbach, mit welchem da« badisch« Geschlecht nie etwa» gemein gchaot hat. N«R«»b«m. »HM Wvekblad »an het Recht", da» Organ der Holländischen Gesetzgebung, ist in seinen bl. Jahrgang eingetreten' Der erste Herausgei«: war ein Jude, der verstorbene Herr A. d * Pint»; 3 Mitglieder der Redaktion und de«Verlag« waren ebensall* Juden, von den Gründern lebt nur »och Herr I. Belinsant«, welcher tu der ersten Nummer diese« Jahrganges einen Rückblick aus da« zurückgelegte halb« Jahrhundert veröffentlicht hat. Der heutige Hauptredafteur ist Herr A. A. de Pinto. London. Ein seltener Gest wird i» »itchster Zeit in unserer Mitte weilen E« ist die« Fräulein Miriam Samuel, Studentin der freien Künste an der Universität zu Bomb am Sie ist di« Tochter eine« persischen in Bombay ansässigen jüdische» Kaufmann«« und verdaust ihr« Belähigung für den llniversilltsbesuch ansschließltch ihrem Privatstudium. Fräulein Samuel beabsichtigt in London Medizin zu studiren, um später i» Indien «ine Praz!» zu übernehmen. (Bekanntlich haben di« orientalische» Frauen «inen Widerwillen gegen männliche Aerzte und dürft« sich daher später für Frl. Samuel in ihre« jetzigen Heimathlaud« «ine glänzende Karriere eröffnen.) Dublin. Herr Maurice E. Salomon« von hier ist durch Sein»! Exrellenz den Lord-Lieutenant von Island in dt« Commission für öffentlich« Sicherhe!»«pfl«e in der Hauptstadt berufen worden. Rorthhamptou. Am Sonntag de» 8. Februar hielt da» Comite« zum Bau einer neuen Synagoge e ne Generalversammlung. Unter den ferner eingezeichneten Subskriptionen für diesen Zweck be» sande» sich viele von christlichen Mitbürgern, wo» «ine freudige Genugthuuuq hervoraerufen hat. »akeutta vor seiner Abreise von Indien eraunte der Marqui» von Dufferin Herr» Joseph E D. Ezra zum Sheriff von Calcutta. Der Later Ezra'1 bekleidete während mehrerer Jahre dcaselben Posten di« zu seine« Tode. Die Familie Ezra ist berühmt wegen ihrer großen Wohlthätigkel» und verdaust da» großartig« Ezra-Hosp!tal dem heutige» Sheriff sein Entstehen. Berste« Der Wiener Correspondent der .Daily New«" tele. " irte derselben unter» 26. Januar: .Es bestätigt sich, daß vor 5g:it die Jude» der persische» Provinz Khorasfan ein« Binan den Czare» gerichtet haben, in welcher sie angaben, daß sie von Rafir-ed-din, dem Nachfolger de« Schah Muhammed gezwungen wurden, die «uhamedanischr Religio» anzunehmen und daß sie dieserhalb wünschte«, nach Merw auszuwnndern und zu« Glauben ihrer Väter zutückzukehrea. E« wird ferucr berichtet, daß der Czar ihnen die nachgesuchte Erlanbniß bewilligt haben soll. Vr»«se«lM»d. Herr S. S. «yer» ist zu» zweiten Mal« «instimmig zum Maire von Rord-imnedi» gewählt worden. Dasselbe war der Fall mit Herrn Charles Lou i ss o» in Chrisschurch. Erster« ist auch Vorsitzender der Gewerbebauk von Dunediu und Mitglied der Hafenverwaliung zu vtago Im Stadtrathe fitzen di« Herren M. Cohen, B Jlaae« und A. Solomon. B«stralie« Gelegentlich eine« Brande« in Nhtll zeichnet« sich Herr A. L. Samuel durch einen Alt großherzig«» Edelsiuue« au«. Derselbe, ei» Uhrmacher, Höne während der Nacht «in ungewöhnliches Postern!m Hause seine« Nachbar« Er stand sofort auf, begab sich in seinen Lade« und bemerkt« von hier au«, daß e« im Haus« de« Nachbar« brenne. Ohne sich um dt«Rettung de« eigenen Besitze« zu kümmern, lief er halbnackt aus die Straße«, um di« Nachbarn und die Feuerwehr zu alarmireu. Zurückgek^n. stand sein eigene« Hau« schim in Flammen und war unzugänglich. Mit genauer Nvth hatte «an während seiner Abwesenheit nur ein kleine« Kästchen »i» zum Thetl durch da« Feuer beschädtgten Schmucksache» gerrne». Herr» Samuel« Eigenthum war eicht verfiche«. Dt« australische Press« ergeht sich in Lobeserhebung«» über diese uneigennützig« Timt »ad fordert zu Gunsten de« Geschädigte« zu einer Suoserivtlou behufs Nnterstützung desselben anf, um die Danklmrkett de« Publikum» für solchen Edelsinn zu beweffe».