Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 20 (1889)
- Issue
- 20. Jahrgang Nᵒ 8.
- Date
- 1889-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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81. gSftau» 18*89. Ich» XI. skr die religiösen und sociale« Jutereffen des Zndenthnms. HeranSgegeben von Rabbiner Vr M. Htaymer in Magdeburg. Filr »echt nt iritlt«! IMiillM txfacfat }c fi« Ihne ket JMih/4llfl*i M J(hlH)»* ruti(l,t. MJittiMtilttuH«11. •ÜH fix »IthntiimM tct «In HHHMttn a, Mkhtzuklugm dr«l AAark »krt«0IH«l. •Mt kirrctcr J)afeik«ag: jltzxltch Matnt, M4 t« >a»l,ak«: 18 Mt. (8 fL, 10 B«*-. 8 »4L. 4 »ahn«). »fc JH»4HNk»in* Mit («tax .811ttr«tnrH«t?) lofitt: -- H »r«. Mntd)l»tll4. «h kh.I»x«elEtif»e»«ch,at»rtft' ne für n» .Jllljfi •ttttiatat.MUM*. Me tfriagrlkatKr* »cttt^ile Mer bete« fhuna M Mf. ftn» eatneket karch klt Saaracca. S«tttt«Bca «•« Gf.Ii.Dtub« Al Oo— Vogler a. (. ekrr Irrt! ti«eaf«6oi u r fch-ff hi *«{S.1 SHbHltl Lstteud» VctiVtl: Das (Sentenarium bei sranzSsischen Revolution. Line blblislhe ibetrachtnug. — Kronprinz Rudolf und die Juden. Berichte MAd «»rres»»M»eu,e»r Deutschland: Magdeburg. Berlin. BreSIau. Lu» Oberschleflen. Lu» dem Hannöverschen. Zittau. Leipzig. Italien: Rom. Mailand. Sroßbrtta nie»: London. Schweden: Stockholm. Palästina: Jeimsale«. Bmemlscht« uud uemeste Skachrtchteur verli». verlin. Berlin. Hamburg. Halle a. G. Bochum. Beiern. München. Amsterdam. London. Dublin. Rorthamptoa. ikalcutta. Persien Neuseeland. Australien. 3Hfcrcte. Wochen- Februar. 1889. A'iar I. 5649. 31 90 fntt*«. . . 92 31 §HHMfc«R» 38 39 fHHBiact . . 24 98 MautaG. . . 26 34 96 36 »tttMUch . . 27 26 98 97 Aateuder. Snpn <«.«). $«9 Te«1e«ari»m der fra«zö fischen RevolntUm. Sine biblische Betrachtuug. Die Frage, ob iu irgend welcher Versammlung und Verwaltung, politischer, gesellschalt sicher, religiöser oder juristischer Art. nach Autorität, d. h. der Meinung und dem Willen de» Einzelnen zu entscheiden sei, oder nach Majorität, d. h. der Meinung uud dem Willen der Mehrheit, diese Frage ist nicht erst in der Neujeit ausgetaucht; sie wird schon in der Bibel behandelt. Da» Gesetz der Bibel ist auf Autorität gegründet, auf den alleinigen und ausschließlichen Willen Gotte»; überhaupt bedingt di« Natur jede» Gesetze» Autorität, der man sich unlerordnen, der man folgen muß. Und doch ist dabei der Eharakter der Religion uud Moral nicht verleugnet, der darin besteht, daß die Religion keine aufgezwungene und unverstanden sei. und daß die Moral nicht unfreiwillig und bewußtlos geübt werde, sondern mit freiem Willen und au« eigener Selbstbestimmung. Darum beruht die jüdisch« Religion auf dem verhältuiß de» Vünduifle» »wischen Gott und de« Menscheu; die Religion heißt GotteS-Bü u dni ß uud di« Tafeln de» Gesetze» heißen Tafeln de» Bündnisse» oder der freiwilligen Urbnnuluaft. Mose» wie Josua laffe« Israel freiwillig und au» freier Entschließung in den Bund mit Grtt eintreten. Dennoch ist da« Gotte»-, da« Religion»- und Moralgesetz autoritativ. Da» Amt de» Hohenpriester», in deffen Händen ursprünglich die Leitung de» Volke» lag, war darum erblich, von vuler aus Sohn übergehend. Hierdurch wurde die Autorität de« Ersetze» unterstütze; der Hohepriest'r sollte nicht au« der Wahl dr» Volte» hervorgehen, so daß da» Volk gleichsam über dem Hohenpriester gestanden hätte, um ihm Macht uud Würde von sich au« zu verleihen. vielmehr hatte er Amt uud Stellung von Gott, da er über Gotte» Gesetz zu wachen hatte. Er war demnach gleichsam Hohepriester von Gotte» Gnaden; er stand im Dienste Gotte», verwaltete dessen Amt und war ihm für die AmtSjührnng verantwortlich. In gleicher Weise verhielt e« sich mit dem Köaigthum in Israel. Gelbst die Wahl der ersten Könige, Saul'» und David'«, die nicht geborene Könige waren, ging gleichsam von Gott au». Ueberall ist demnach da» Prineip bet Autorität gewahrt. E» wird sogar ausdrücklich davor gewarnt, »daß man sich der Menge zuneige, um da» Recht zu beugen (Exod 23), nicht um glauben zu machen, daß da» Recht nach dem Willen und der Me'uung de» Volke« bestimmt werde, sondern daß Recht und Wahrhest von der Meinung de« Volke» unabhängig und unabänderlich seien: die Autorität de» auf Recht uud Wahrheit ruhenden Gesetze» müsse siet» aufrecht erhalten bleiben. Selbst riwaig« Zweifel über die Richtigkeit eine» solchen Grundsätze» »erden von der Bibel berührt. Veranlassung dazu bietet die Erzählung von der Empörung Korah'S. Da» Gefchehoiß wird uo» nicht nur mttgetheilt, um mit historischer Treue Alle» au» dem Leben Mose'» zu berichten, sondern auch weil dasselbe für die Rettmig Mose'» charakleristisch ist. Für da» verstäadniß der Bibel ist überhaupt nicht der Buchstabe, sondern der Geist vr« Bedeutung. Korah und sein Anhang empörten sich gegen Mose» und Ahron; man beneidete sie um ihre Stellung» man bekämpfte ihr Vorrecht, höher zu stehen und die Ersten zu sein. Mar, solle da» verhältuiß umdrehen und die unten Stehenden eininal oben stellen, denn Alle seien gleich in ihren Ansprüche« un>> Rechten, wie in ihr« Pflichten und Leistungen.