Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 20 (1889)
- Issue
- 20. Jahrgang Nᵒ 7.
- Date
- 1889-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/5369809-5935066-5956567--7011-5373076- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
»irt’f* thöricht sei», i» Psläftiua 8cak anzokaufnr, <* 6 Jahre zu «ultivtren und daun t» fiebeuteu Jahre alle sei« Lrdeitrn »Uber zu jerftSren? Und tottm das s, für hte Fslge aescheheu fällte, was würde das Eude sein?' k. 8. Die Mtfciction des I. St. bemerkt hierzu: »Die Erlauhuiß des Rabbiners tu Kowuo war nur bedi»>un>s- »eis« -rgebeii. Diese vedtuzuug bestand dartu, das 8aud i» Gadbathjahr a» einen Nichtsudea zu verkaufen, damit der Jude nicht sei» eigenes Land bebaue, ähnlich wie heim Lhamez-Lierkauf var Peßach'. Qaedla, . Gßakauasßa Wir habeu Heu Tsd eine» edlen Mannes des Rev. Julius Ochs, zu melden. Dersebe war 1826 1» Fürth (Bayern) geboren, ein Sohn begüterter Eltern, »eiche mit den Familien van Gelderus in Düsseldorf und der Familie Leine verwandt waren. Seme Erziehung erhielt er in Düsseldorf. 1846 kam er nach Neio-Vork unt» knüpfte daselbst verschiedene GrschästSverbin dangen an; daun widmete er sich, »en» auch ohne glüuzenden Ei folg de» Studie» und erwarb sich einen grvhe» Kreundeslreis. 1888 heirathete er und hinterläht eine Wittwe nut 6 Kinder». Beim Ausbruch« des Kriege« 1861 trat er in die Rordarmee «in, avanencte bald zum Houptman« und wnrde gleichzeitig Geaeral-Profoß-Asfifteat von Eincinnati. Er nahm ein« herrvorageude Stellung in de» verschiedenen Freimorerordea «ad bet allen Wohlthätigkettsinstitutianra ein. Während seines Aufenthalt« tu Knoxotlle, (Leu«), wmde er Mitglied des Magtftrals. Wo er fich aufhielt, traf er in innige Beziehung zu de» jüdisch-u Gemeinden »»!> wurde eiues ihrer thätigsteu Mitglieder und »o noch keme A«meinte bestand, «rgauifirte er eine solche. Nachdem sei» Sohn Adolph die Herausgabe der »Daily Chatauoog» Lime»' begonneu hatte, überfiedelte er mit Fa» «Ute nach hier und wurde nicht nur die Bertraueuspersoa seines Sohues und trener Verwalter seines Geschäftes, sondern auch der geistliche Führer unserer Gemeinde (natürlich ohne Gehaltsansprüche) und ein strebsamer Förderer »es Bemeiudewohl« Er war zugleich Redner. Dichter, Mustker, Organisator und Mitarbeiter überall, wo nur irgend etwas Gutes gestiftet wurde. Zu den vorzüglichste» Eigenschasteu dieses meikwüt'dige» und hervorragende» Mauue« gehört deffe» Wodllhikigkett, Leutseligkeit uud besonders drffen tief innere Relig.osttät. Sei»« Bestattung fand unter großer Bethelltguüg der' hervorragendsten Mitbürger «useres Wohnortes statt. _ Kermisrhle mrd mtntfU Kfschrichleu. Berti« 8m Begräbnißtage des Geh. Kommerzienraths v- Manheim er sind aus dessen letziwillig« Anordnung dem Oberbürgermeister v. Forckenbnk ö0>)0 Mark zur vertheilung an Arme ohne Unterschied der Konessioa übergeben worden. Außerdem haben die Hinterbliebenen M00 Mart der hiesigen jüdischen Gemeind« für Arm« «nd 2000 Mark sär di« Kaffen beamte» der Gemeinde gefvendet. «», 6. Februar. Der Vorstand der hiesigen isr. Religions- It dir schmerzliche Pflicht, den nach lange« mit frommer kbung getragene» Leiden heme erfolgten Tod ihres Seelsorgers, »es Hrn Rabbiners Dr. A- M. Goldschmidt anzuzeigen. Die Beerdigung, welcher eine Trauerfrier in der Synagoge vorangtng, fand Frettaa den 6. statt. (Ein näherer Bericht steht noch aus.) mosmar «Elsaß). Di« rabbtnische Borberetmngsschule zählt gegemväntg 14 Schlier; von diesen studieren 4 in vtraßburg, 2 in Berlin; einer v»n diese« erhält eia Stipendium von der elsaßlothrinaischen Regierung Lngemdnrg. Im nächsten Monat wird der Prozeß de» Staatsanwaltschaft i^gen die Redaktion »Das Luxemburger Wort' . wegen Beleidigung i«r jüdischen Religion verhandelt. Maria. Am 18. Januar saud die jährlich« Generalversammlung der Gesellschaft ,<1a» stuck«» jntt»' statt. A. Frank wurde als Präsident «iedergewilhl« und ebenso di« übrigen austretenden Mitglieder, zu deneu »och Pros. Albert Lahe» uud Prof. Sylvatn Levy gewählt wurden. Der Ansprache des Sviährigen Präfideuten wnrde lebhaft applandin uud ebenso deffe» Vortrag »Der «orgeuläudisch« Pantheismus «ntder iüd sibe Minotheismu»'. Al» Schatzmeister bericht«»« Erlanger uud eonktattrt« «tue günstig«Finanzlageungeachtet eines kleinen Deflettil, als Berichterstatter über bi« geistigen tzttbeUea - rasrrtrw Hr. Th. Steinach. ~ Pnriü Di« Reise Leone« Lehmann, Advocat, Mitglied de» ikentraleonsortinms »ad Generalseeretär der Allianz nach Rußland bängt mit der Jnstalliruna der Hirsch'scheu Stiftungen zusammen. Es ist überflüssig, di« ikorrespondenz der .luckvpmck. 8alä»' zu widerlegen, daß Baron Hirsch durch seine Milllonenstlftung die Annäherung des Judenthum» ra da» Ehristenthu« beabsichtige; solch« publicistische Anzapfungen verlohne» nicht der Müh« oder der Ehre der Widerlegung. — Isidore L Ib ist von seiner Reif« au« dem Orient zurückgekehrt. Da» nächste Bulletin wird über das Resultat seiner Reis« berichte». Varls. Man hat sich oft darüber gewuadert, daß der kürzlich verstorben« Engländer Laurenc« Oltvhant so sehr für dir iloloabsiatton Palästina'» schwärmt«, sodaß jüngst sogar in eine« jüdischen Blatte der Sorschlag gemacht wukde, «in« der Eolonien nach seinem Ramen zu benennen Rsaaa löst nun da» Räthsel im .Figaro' vom 2. Jan. e. Er will wissen, daß vliphant als strenggläubiger Protestant dt« Hoffnuna hegte, daß mit der Rückkehr der Juden nach Palästina di« Anerkennung Lhristi als de» wahren Hetlands auch seitens der Juden rrsolgea würde. Wart», 1. Februar. Risst« de Comondo. der Bruder und Geschäftstheilhaber des Grasen Abraham de Lomoado, ist im 27. Jan. im Alter von 88 Jahren hier nach kurzem Krankenlager gestorben. Der verstorben« bitte sich durch ächt religiösen Sinn und durch großartiae »ohlthätigkeit ausgezeichnet. Bet Gründung der Gemeinderaffe in Pari» schenkte er derselben >00 000 Franken, Dir Familie Lomondo stammt au» Spanien und Italien »nd war in Lonstantinopel etablirt. Bon dort zogen sie sich mit ihre« greisen Vater nach Paris zurück. Ihr« Geschäftsverbindungen sind weltberühmt, ihr Palais ist der Versammlungsort aller Finanzqröße», aber auch der Zufluchtsort aller Unglücklichen. Der verstorben« war Vorsitzender der Gesellschaft für da» italienisch« Hilfswerk, Großofsizier der italienischen Krone und Ritter der Ehrenlegion. Da» Leichenbegänaniß fand am 28. Januar statt. Die Finanzgrößen v. Rothschild, v. Hirsch, Pereire, Stern u. s. w. sowie die Diplomatie wohnten demselben bet. vlumenspenden hatte der verstorbene sich verbeten, weshalb auch die vo» dem italienischen Wohlthätigkeiisverein gespendete Krone keinen Platz auf dem Leichenwagen fand. Di« Red« hielt Herr Zadok Kahn, in welcher er die Wohlthätigkei: und die kindlich« Anhänglichkeit des verstorbenen an di« jüdische Religion in beredten Worten schilderte. Paris. Der Lieutenant zur S«, Felix Gabriel, zweiter Sohn der berühmten Schauspielerin Rachel, ist jüngst im ilongo im Alter von 41 Jahren gestorben. Paris. Die Academi« der Wissenschaften hat in ihrer Sitzung vom 21. Dezember den großen Preis den beiden Glaubensgenossen Frank und Blocqu« wegen ihrer Arbeiten über das Rerveiisystem verliehen. Der Marine-Ingenieur Hauser hat mit noch zwei andern, aber Richtisraeltten, den außerordentlichen Preis von 6000 Fr. erhalten für seine» llursus der Schistsconstruction. — Unter verschiedenen zu Rittern de, Ehrenlegion ernannten Israeliten befindet sich auch Hr. Darmestetter «egen seiner zwanzigjährige« wlssenschastlichea Leistungen aus dem Gebiete des Unterrichts — Dieser Tag« starb hier der ehemalige Schüler der polytechnischen Schule, Jules Sciama genannt Seiama-Bey in hohem Alter. Der Berstorbene hatte hervorragenden Antheil an dem Bau des Suezkanal« und zog sich später nach Frankreich zurück. Sein Heimathslaad war Syrien. Rown». Rach den neuesten statistischen Angaben betrug im Jahr« 1887 die Anzahl der Einwohner de» Bezirks Kowno 1662 000, darunter 2864)0 Juden, das mach, einen Prozentsatz von 188. Ge» boren wurden in demselben Jahr« 61897, darunter 6870 jüdische Kinder; es starben 8470 Juden; gesetzliche Ehen wurden unter den Juden 1810 geschl-ffe«. Boston Rev. Dr. Laster hat vor einigen Wochen eiue Frei- KU für Kinder, deren Eltern zu keiner Gemeind« gehören, eröffnet. ^«sähr 69 Kinder erhalten in derselben Unterricht in der Religion, biblischen Geschichte und Hebräisch, auf welchen sie bi» dahin verzichten mußten. E« wirke» an dieser Schul« mehrere tüchtige Lehrer unter Leitung de« Doetors. Dieser beabsichtigt, eine ähnliche Schule auch für ' die armen Kinder des Rordens, welche der religiösen Unterweisung, sowie de« Unterrichts in der Anstands- und Sittenlrhr« »nd der Erweckung des Rationalbewußtseias besonder» brdürsen, »u errichten. Sobald «In« geeiguete Räumlichkeit gesunden ist. fall diese Schule eröffnet werden. Brirfkaste, »er Rrdsktton. Aus Oesterreich sind uns zahlreich« Berichte über Trauer- C" Idienste zugegange», die wir unmöglich alle aufnehmen können. Bericht« au» Agram eutnehmen wir den mit Recht beigefügten Tadel des gesch. Einsender» wegen Anbringung des kronprinzlichen OUbe# in OKKiellpmfe. 8. 26. Jeder schulpflichtige jüd. Knabe muß sich darüber ausweise», daß er iüd. Religionsunterricht — sei es iu der Religtonsschul« ch«r bei «ine« Privatleh-er — genießt. Cfc. H. Die gewünscht« Auskunft werde« Sie am besten dnrch Hrn. Pros. Dr. D. Kauf«»»» am Landes-Rabbtnerseminar in vuda- ■. Bl i* 0. Wir können ei», so sehr verspätet« Mittheilung nicht «ehr bringe».