Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 20 (1889)
- Issue
- 20. Jahrgang Nᵒ 6.
- Date
- 1889-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Uta. XL ^»«. Wkkkakara, 7. Jtkrnire 188». ffir die religiösen und socialen Interessen des Judenthnms. Hera»«geg»ben von Rabbiner iir W. Waymer in Magdeburg. |lr Dicht nk fritfcta: y«r*>at* fki He .3,101 tt tt,Be «,Bml Btt» f mt für oal .31ktfBe •Itterotae-Btatt*, Mc BttUiMli MR Mttn >'aR» M Bf. fab anxln »»ich »It linuiiccn. »intttmca »■ O. L.Daub« 4» Oa, adolf H ftom, W«mn«t»tn VofUi ■.* oker »tritt etomleakc» n: pn Hf t»ppfwin» ^Mpw* fab WaOvlvWUO. (e et» •bt«>mR yi ■Mntttta -Wo ch»»sch»iM-/ tc« •Tat*#“ *. MilitiMiiitiitti». BM»rii tttHll PiittM W am fttimum » Mtn>l«|a dnt &4a*k Mnultlktt. •Mt kt rietet amaiMai: ]IMI4 Mltect. MB km Cmlliaki: li nb 0 (., K »roh, «W., 4 »bUary. . JMe .«»chootch^^ mit AlMlMkliHf (MaiJaittirttarklatO t-tnt: » Wl»k M Bf». MiRtltlktUB. >»tzBtt: Mtlrtl VttfM: An Herrn Proseffor Delitzsch in Leipzig. Offene Brief» von Laudrabbiuer Dr. Golbschmidi. IV. — «in offene» Sott über einen Lehrer-Eoufereaz-Lortrag. Bon I. Nliaginsteiu-Oberingelbeim. Bericht« m»tz (t»mwfp»»de»z«»t Deutschland: Magdeburg. Bulin. Berlin. Bredlam. >u4 Baden. Aut Rhein. Oesterreich-Ungarn: <u» Ungar». Kraulreich: Wart«. ML«änien: Vskarest. DmaffBtt »ud »«»est« -rachvichteut Magdeburg. Magdeburg. Aasprache auf den Tod de» Kronpriitzen Rudols von Oesterreich- Ungar» am 6. Februar im Leopoldstildier Tempel zu Sie», gehauen von Rabbiner Dr. Güdemann. Saftntt. Wochen- F kbruir. 188«. ▲ kr I. («49. Kalender. 7 6 fntto« . . . 8 7 Todaatag Moaa’a. |»mwha> 8 8 rroen <S47). Aonwiaa . . 10 9 P*«ta«. - 11 10 IH*«*«« . . 12 11 Mittwoch . . 18 IS Vmaintti . 1« 18 A« (lernt Professor Delitzsch i» Leipzig. Offent Briefe von Laadrabbiner Dr. «oldschmidt. IV.») Wunder uud Mysterien. Die Bücher dr« sogeuanutea Alten Testament«, die kanonischen ReligionAquelleu de« Jadeuthum«, erzählen von Wundern, aber nicht von Mysterien, und da« ist »it eine der Scheidegrenzen zwischen dem Dogmati«mu« de« Jude»! hum« und de« Ehristeuthum«. — »Wunder* »idersprecheu der Erfahrung, aber nicht der Logik. Eine» „Widerspruch" gegen die Erfahrung giebt e« ober gar uicht, denn die Er* fahrnng sagt nur, was t st, uicht aber, »a« nicht ist, geschweige waö uicht sein kan». Millionen Mal hat die Menschheit die Erfahrung gemacht, daß die Tonne am Abend »»»ergeht; da« begründet aber nur die Erwartung, ja die ganz sichere Erwartung, daß fie auch heute Abend »utrrgeheu werde, keiarsweg« aber die Behauptung, ti sei »»möglich, daß fie heute uicht «utrrgehe, sondern still« stch«. Di« Kategorie der Unmöglichkeit e»tstammt uicht der Erfahrung sondern dem Deuten. Die wahre, adsollte Unmöglichkeit ist nur der Widerspruch tu sich — uud da« ist jede« Mysterium. — Daß Jesu« »ttt loeuigeu Brodru hundert« von Menschen gespeist, durch sei» Wort Kranke geheilt, Gestorbene wieder lebendig werden ließ — da« u. dgl. find Wunder. Der glüubige Jude gla»bt fie uicht, weil er fich nur verpflichtet glaubt, die Wunder der Religio- «quellen de« Judenthnat« zu glaabeu, aber er findet es ganz natürlich uud muß e« eonsequeuter- »eise natürlich finden, daß der glöubtg« Ehrist dieselben glaubt. Daß aber ein Mensch mit zeitlichem Anfänge, ein Weib geborner, mit einem zeitlichen, gewaltlhäligen Ende, da« Wesen Gotte«, de« absoluten, de« ewigen, uicht de« nie entstandenen und nie vergangenen, sonder« de« denk» uothweudig nie eutftehbaren und nie vergeh« baren vollständig darstrlle, ja mit ihm identisch sei — identists», aber doch nicht Eiu«, sondern eine Besonderheit autzmache, also ein zweite« Wesen sei, aber doch eine Besonderheit, dir die Einheit nicht aufhebt-alle« da« uud ähnliche« ist Mysterium. Doch wozu dieser Behauptung Worte leihen? Blarum nicht lieber Tie selbst, Herr Proseffor, sprechen laffeu? Auf <5. 48 Ihrer „Ernsten Fragen" sagen Sie: „dieser Jesu« hat vou fich gesagt: Alle« ist wir übergeben voit meinem Batrr, und niemand kennet dev Sohn, al« nur der Batrr, und niemand kennet den Vater, al« uur der Sol« und wem es der Sohn will offenbaren. (Matth, il, 27.) Damit stimmt e». daß er Joh. 14,9—11 sagt: Wer mich stehet, stehet de» Vater. Ri« hat ein Mrasch solche» vou fich zu sagen gewagt. Er ist i« Vater und der Vater tu ihm; er ist die sichtbare Selbftdarftelluug Gotte«, er hat al« Mensch, wie wir alle, eine» zeitlichen Anfang, aber mit ihr, vereinigt ist der ewige Gott, so daß unsere Erlösung, die sich tu seinem Opsertod eutschrider, doch Gotte« Selbstwerk ist, wie Paulu« 2. Kor. ö, 1» sagt: Gott war in Ehrist» uud versöhnte die Welt mit ihm selber. Da« ist eiu Mysterium"- da« fiud Ihre eigenen Worte. Herr Proseffor, uud wer wollte ui-t>t dir scharfe Logik dieser Worte auerkeuuen? Jo, da« ist eiu Mysterima und keiu W«tder. Aber weiter al« bi« zu« Glauben au Wunder ist da« Judeuthuoc tu sriuru dogmatische» Anforderungen nie gegangen, da« 1 Brief L, II. und HI. staube» im vor. Achrg. Rr. 48—61.