Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 3. · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 3.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
84% known words query
IRI
…/5369809-5935066-5956562--6969-5373038
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

17. $«**«* 1889. Ich». XL T\ fir die religiösen und socialen Interessen des JudenthnmS. »IHnUil» er) Mat)« et« llanr b« M JfaMtltaa- •Tatta"*. «iijÄltt.rafa.klatt#*. •Ml f«* *■< kralÜMMr M Um MlauctB a. AaMmklnfai d»al ItCaife MatcUMif. Wt »ireeter (Met»«.«: jlbeltch UiUtf, «4 ta« «all« ibe: U «.. m *.. 10 Rtrt.. ML. 4 KlUxti »te.•te4to«4'*ft- »N JlaarilUabtatt' (Mee ,8ttitritntHatn kältet: » W»»» « 9Tt- MmrliatrU«. Heraustgegeben von Rabbmcr Vr M. Hiahmer in Magdeburg. fit PMiliit, »ehi >,» Frieder! Iafooato Nt» »te .J4raeltl,,«e »,cheas4rt»t» »u Nie Ml .311(14« 4ttteratat.B(«tt*, Me NetnietM!!.»: inlteeile .Mt «etea Äaa* M Vf. stad eatweder durch die Kaaoacea. MektttMea »,a Gb. X^Dauba 4» Oa, RudolfMam, KuuwaiMn 4a "Vogla* B.* ober blreet ctatnlcabea aa: Wt» •amMMaa bit,JwMlH. ]f4«k*a* tchat«- »m Wa,»»aaaa. > »tzchitr Maitewve Artikel: Zwei Reden gegen den Antisemitistmust. — Was kann der jülisch« Lehrer zur Bekämpfung des Antisemitistmust thun? Bon H. B. In e. (Konsetzung) — Samson Raphael Hirsch. Bericht« und Lorreivonoeuien t Deutschland: Magdeburg. Berln Br. II». Marburg, vodenseld«. Luxemburg: Luxemburg. Großbritannien: London. Aust Rordengland. Amerika: Nüv-Pork. vermischte and neueste Vkachrtchteur Berlin. Hamburg. Dortmund. Bern, larist Piemont. Genua. Bologna. London. London. London. London. Stockholm. Serbien. Bosnien. Marokko, stiairo Rew-Hork. kan Diego. Au Sable. Soldstboro. «ttica. Inserat«. — dZriefkasten. i HSocher» Januar. 1889. Schewat. 5649. Aalender. Sraurotaa . 17 15 Chamiacho Onor. fttiUt . . . 18 16 $*«««*»«& 19 17 7111' (5 5). A»»«:a, . . 90 18 Pemt««. . . 91 19 HfonKns . . 99 90 Mtttmach . . 93 91 Pawurataa . 94 99 Zwei Re»e« gegen de« «nttfemttiSmn». Gelegentlich der Reichstagsersatzwahl in Brestlan fanden daselbst in voriger Woche (am 10. und 12. d. M.) sehr gahleeich besuchte Wühlerversammlungen statt, in welche der Abgeordnete Ligen Richter nnd der Redakteur Aarl voll« rath sulminante Rede« hielten, au» welchen wir auszüglich nur die schlagende Widerlegung all' der von den Antisemiten daselbst in unübertroffener Krechheit gegen Jude« und Jndeuihum geschleuderten Angriffe und Beschimpfungen hier wirdergebe». Die Widerlegungen find von bleibendem Werth. Lugen Richter sagte u. A.: M. H., wir haben gar nicht nöthig, auf die letzten Landtag», wabie» »urückzukommen, die Sach« geht wieder io« und zwar genau in derselben Zonurt. Im Anfänge schien e» nicht so, vielleicht rechnet« »an darauf, daß man die Juden gegenüber den Sozialisten brauchen kstant«, aber die Konsequenz best eigenen Standpunkte«, di« Erkenntulß, daß ohne die Auslegung der Leidenschaften, dag ohne di« antisemitische Bewegung die ganz« Sach« nicht in Klub zu bringen sei, treibt sie von selbst weiter. (Sie hat denn Herr Krank, Regierungstroth ist er ja, und «st giebt heut zu Tag« «igenthümlich« Regierungsträih«, am vorige» Montage in Brestlau geredet? Sr sante: I bewahre, so schlecht find wir r>icht, daß wir den Juden ihr« Rechte nehmen wollten, die Gleichberechtigung sollen sie haben, aber wir werde» dafür sorgen, daß fie von diesen Rechten keinen Gebrauch machen können; wir werden dafür sorgen, dos: sie politisch so geilchtet «erden, daß est nnmöglich wird, einen Juden in irgend «ine politisch« Körperschaft zu wählen. Als» formell will «an da« Recht bestehen lassen, materiell aber dastfeF' ff1»»« Inhalt» berauben. Da sind mir, «. H., die Radaumacher •Ol lieber, die eil offen und direct sagen, anstatt in dieser gleihnerischen vetsc. Herr Frank sagte: Seit entfernt bin ich von dem Hcp! Hep-Rufe. Aber der Herr «egierungstrath ist ja weit schlimmer als jene, «r hat dl« Jude» instgcsammt angegriffen, indem er angefiellt hat, daß «st ihr« Eigenthümlichkett sei, zu« Wohlstand« zu ge» langen, dadurch, daß fie di« Rothlage ihrer Mitmenschen austbeuten. chttffe: Psuil) lveweis«, ja Beweise! Er ist zwar nicht noch Algier .gegangen, »i« Heil Dr. Stengel, aber er ist dafür um so historischer »«fahren, er hat in di« Geschichte zurückgecwiffen, und er hat seine» Hörer» Vorgefühls wie einst vor «00 Jahren Jacob den »sau bewogen (Heiterkeit) mit «ine« Linsengericht um da» Srstgeburtsrecht. Gr hat geschildert, wie «inst Jacob den Segen Jsaacst erlangte, indem er fich in da» Fell eines Zickeleinst kleidete und dadurch in dem alten blinden Jsaac den Glauben erweckte, er habe seinen lieben Sohn »sau vor sich und nicht seinen Sohn Jacob, und wie er so seinen Bruder »sau um den väterlichen Legen betrogen hat. Darum sollen jetzt bei der Reichsttagstersatzwahl di« Wähler in Brestlau Herrn Tschock« und nicht Herrn Friedländer wählen (Stürmisch« Heiterkeit.) Mir ist die Genealogie de» Herrn Tschocke und seiner Borfahr«» vor 4000 Jahren nicht genauer bekannt. (Heiterkeit.) Aber wast würden wir Deutsch« sagen, wenn man im Ausland« daraus, daß in den alten Heldensagen der Germanen so viel Mord, Todtschlaa, Blutschande, »Hebebruch und wast w-iß ich, vorkommi, Schlüffe ziehen wollt« auf di«. Sitten und die Sittenlosigkeit de« gesammten deutschen Volke«. (Sehr' richtig I) Was sagen unser« christlichen Geistlichen von diesem Führer christlicher Parteien, daß er est für angemessen hält, in dieser Weise di« biblische Geschichte, di« ja die Einleitung zum Religionstunterricht in allen christlichen volstschulen bildet, in den politischen Parteikampf hineinzteht? Weiß denn Herr Regierungsträih Frank nicht, daß die zehn Gebote noch heut« ebenso wie für die Juden auch für die Ehrilten »te aemeinsame Unterlage der Sittenlehre sind? (Beifall) Weiß er nicht, daß da» Lhristenthum au» dem Judenthum erstanden ist und daß da« von ihm verspottete Alte Testament auch heut noch zu den heilige« Schriften best Ehristenthumst gehört? (Beifall.) Ich würde mich als Christ schäme», wenn est zu den Eigenthümlichkeiten de« Christenthum» gehörte, derartig falschest Zeuguiß wider meinen Nächsten zu reden. Ich würde mich schämen, wenn est die Eigenart des Lhristeutrumst wäre, statt Lieb«, Haß und Verachtung gegen meinen Nächsten zu predigen, wie die» in allen politischen Versammlungen der Kartell- Parteien gegenwärtig der Fall ist. (Lebhaftest Bra'o) Und « H., wast den verkauf de» Erstgeburt-rechtst anvetrifft, da» Erstgeburtstrwht der freien Wahl um da» Linsengericht der Kanellschüffel, nach denen, lü^solche^^andel treiben, brauchen wir heut zu Tage nicht lang« zu Aus der Rede desRidalteur« Vollrath sei der vortreffliche Passu», in welchem er den AntisemitiSmü» nach seinen Lertre<ern und seinen eigentlichen Motiven zergliederte und vor aller Welt blohlegte, hier wiedergegebeu: »Zur Beurtheilung einer Sache ist est nöthig, fich di« Personen anzusehen, die fie vertreten. Ser sind die Jnsceuatoren, die Träger de» Anttsemittstmust? Zuerst wurde er gepredigt von einem Geistliche», de» der Ehrgeiz stachelte, die Rolle «ine» Bolksttribnnen zu spielen und der, weil er mit seinem orthodoxen EhristeMhum bei seinen Hörern nicht viel austrichtete. sehr bald zu« AnttsemitistmuS griff, um einen Reden ein« gewisse Würz« zu geben. (Bravo.) Später folgte» etnen Sparen abgedankte Offiziere, die durch Gründung von antiemitischen Blättchen, oder durch Bctheiligung an solche», oder durch

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.