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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 1. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 1.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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tortbtn. Der Fleiß gilt beigsten Jude» al» Regel. Sie habe« All« etwa», womit ihr Kopf ober ihre Hände sich beschLftige« und wodurch sie sich ihr« Unterhalt verschaffe«; daher findet «um ««1er ihn« verhälttnßmäßig a»ch nur wenige Bettler. .Sie sorge« hierbei aber auch eben so sehr str ihre Arme» «ud Unglücklichen. Bi» zu einem gewissen Grad« wird ihnen der Fleiß aber auch scho« anerzogen, de«« seit de« älteste» Zeiten si«d sie über diese Tardinaltugend unterrichtet worden. In den rabbinischen Lehren und Sprüchen wird der Fleiß sehr hoch geachtet. »Wer seinen Sohn kein Handwerk lehrt, gleicht dem, der ihn zu« Räuber erricht." »Wenn auch sieben Jrhre HungerSnoth sein werden, sie kommt nicht in da» Hau» de» Betriebsamen." Der große Rabbi Gamaliel sagte: »Schön ist da» Studium de» Gesetze», wenn e» mit e» mit einer weltlichen Beschäftigung gepaart ist; denn die Beschäftigung mit Beiden läßt die Sünde vergrffen; aber jede» Gesetze»stndium, bet welchem nicht gearbeitet wird, muß endlich oaterdrochea «erden und zur Sünde führen." Solche von ihren Rabbineu eiogeflößte Lehren hatten die wohlthuende Wirkung, die Juden zum Fleiß anzusporueu. Aach Lrcky bezeugt in seiuea Schriften den Fleiß der Juden mit folgenden Worten: »Während da» übrige Europa im Schlafe lai, schritten die Juden fort auf dem Pfad« der Wiffenschaft. ihre Seuntniffe vermehrend, den Fortschritt f»rdcrud mit derselben unerschütterlichen Staadhastigkett, welche fie auch in chrer Glanbeu»treue an den Tag legten." Diesen können wir noch folgende bedeutungsvolle Worte Walter Scott'» hiuzusügeu: »Der Himmel io seinem Zorne hat ihn (den Juden) au» seinem 8au:e vertrieben, aber der Fleiß hat chm den einzigen Weg zu Macht und Einfluß eröffnet, welchen der Druck nicht versperren konnte." Mit dieser Tugend verbinden di« Hebräer die der Wirthschaftlichkeit und Behutsamkeit, und anch diese g-hören zu den Vorbedingung m eine» erfolgreicheu Geliugeu». Sie find immer klug, chrr Lage zu bessern, und da» ist ihre Wirthschaftlichkeit. Sie erfinden Pläne, chre Reichthümer zu mehren durch sorgfältige Berücksichtigung de» jedermalcheu Stande» der Geschäfte indem fie die Hauff« «ud Baiffe im Geschäst»ve>t«hr im voran» berechnen, und da» ist ihre Behutsamkeit. Sie streben dahin, «it bedeuteuden Mitteln io chrea Unternehmungen be» deutende Erfolge zu erzielen» «ud dr» ist chr Unter« nehmuug« getst. Diese aftvärerischen und schwierigen Tugenden verständigen Ueiße» und besonnener Wirthschaftlichkeit müffen «nlttvin werden. Der Weg zum Glück und Ruhm« ist nicht gemächlich; er führt »st über steile und ranhe Anhöhen. Nicht minder wichtig ist die gute, altväterisch« Gewohnheit de» Sparen», dir Au«gabe» so einzuschräakeu, daß fie die Einnahmen nicht übersteigen. Et s -eint, daß die Jude« diese» immer gechaa oder doch wenigsten» zu chn« versucht haben. — Die Juden haben chre ökonomisch» Bestrebungen auch dadurch wrseatlich gefördert, daß sie die Würde der Arbeit anerkannten, k» ist aber auf de« Gebiete einer gesunde» Bo!k»wirthschast nicht» unerläßlicher, al» da» Bewußtsein von der Wichtigkeit und Würde der Arbeit. Adam Smith hat sich dadurch eia »«sterblich«» Berdienst «worbe«, daß a in der Arbeitete große Quelle de» Reichthnmt oachge« wiesen hat. ' Die griechische und römisch« Lehre »„ der Arbeit war eine volk»«nthschaft!>che Ketzerei der schlimmsten Art' und führte zu allerlei Uebelständeu. Diese Lökbw hieven die Arbeit nur für Sklaven paffend. In den Schrift»« B lang ui'» lesen wir: »Die Griechen «ud Römer verachteten die Arbeft und braudmackten die Industrie al» eine eine» fteien Manne» unwürdige Handlung. Auf jede» Blatt« ihrer G -schichte erscheint daher die Sklaverei und drückt ihre« Ph losophieu und den Theorien ihr<r Bolka» wirthschaftslehrer den Stempel der Lüge auf." Derselbe Schriftsteller nennt al» die wesentlichste» Unterschied« in der Boikswirtbschast der alten und neuere« Zett die Anwendung dr» Eredit» und die Freiheit der Arbeit. »Die Alten lebten von Eroberungen, d. h. von der Arbeit Anderer, wir leben vom Fleiß, d. h. von unserer eigenen Arbeit." Wenn demgemäß die Arbeit in der Volk» ivirthschaftslehre eine so hohe Sedeatuag hat, so ist e» leicht zn erklären, warum die Juden diese Tugend vo» jeher so gepflegt Hab«; sie haben zu jeder Zett die Würde der Arbeit anerkannt und sich weder gefürchtet noch geschämt, selbst zu arbeiten. _ WaS (mit der jüdische Lehrer z«r Ve» kämpstmE de- «»tisemitis«»» th»«? Bo» $. 8. in 8. »Alle Mann auf Deck"! So ruft der LchfffSführer in der Stunde der Gefahr der Schiffsmannschaft zu, und »alle Manu auf Deck", so möchte ich auch allen meine» lieben BerufSaenoffen zurufen, denen e» im öffentliche» Schuldienste vergönnt ist, durch häufige Berührung in Wort und Schifft mit christlichen Lehrern. christliä»en Borgesetzten, mit Bitretern städtrschec und königlicher Bchöcdea, e-nen kleinen Theil zur Bekäupfnug de» AunseiattiSmu» beizutrageu. Einer «asercr — leder fast vergessmm — b utsche« Spruchdichter, Logau, fast: »Au» lauter kletae» Dinge» besteht ber Tag, Bestehe» all« Lag«, besteht M Lebe». — Den« w«rte nicht «tt Deiner Weiohett, Deiuer Rebltgerit, vi« grohe Ding« »it Posmmea tonüne»; «u jede» setze D» De«, genz' «mistth. Die 10)1 »ewheit, »st» 8W »,b Ire«!* — Wir haben un« leider durch die modern gewordene »Schneidigkeit" unserer Gegner vie'fach »in» Bocksdorn jagen laffen" und eatweder durch thatealose fromme Duldmm oder auch durch furchtsam« Nichtbeachtung eine« großen Thefl der schmählichea Angriffe unserer G'gaer selbst verschuldet. Doch da so viele unserer GlanbeoSgenoffea, auch wehl einige meiner BcrnfSgeaoffea, sich vor dem Schluffe de» Gott«»- dieaste» enffrruea, so beherztzm sie wohl auch mcht die erhebe»- den Worte unseres Schlußgebete»: »Der Ewig, ist «tt mir j «ad ich fürchte nichts, was kann eia Meafch mir rhu»?" Dieses Wort hat ja auch unser unvergeßlicher Kaffer N^edrlch zu seinem Wahlspruch grmacht tu der Form: »Furchtlo» uud beharrlich vorwärts!" — Wohl gi Herr di« Wog« de* AntffemttiSmu» Gott fei Dank, nicht mehr so hoch wie vor kurier Zeit, wohl habe» 1 btt Rvttheiluugea de» Bertrautea unsere» jetzige, Kaffer» J Wilhelm H über die gerechte Gesiuuuug deffeliiea alle» i sei»«» linier»Hanen gegenüber, die frohen Hoffnungen, die 'Z wir auf ch« setzten, z»r freudigen Gewißheit gemaäsh allei» . wie sagt da» alte Sprichwott: »Nnßla»d ist groß «o» der ^-!j Ezar fft wettl" Uud ehe dieft echt maffchliche llftfln»»»» M »ufere» Kaffer», über die wir keim« Augaibltck i> Zweift^MI

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