Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1888
- Issue
- 51 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 200 (sequence 4)
- Language
- German
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der Zug. soweit dies bei dem gewaltigen Menscheuandrang überhaupt möglich war. Schutzleute zu Pferd« ervffneten denselben, hinter denselben folgte das vom Ausschuß gestellte Musikcorps, sodann zu Wage» vier Chargirte mit dem umflorten Uuiversitätsbanner. Tann folgte der Leichenwagen, zu dessen beiden Seiten acht Chargirte mit gezogenen Schlägern gingen. Hinter dem Sarge sch'offen sich Hunderte von Studenten zu Fuß an, immer größer wurde beim Zahl, denn in jeder Straße traten neue hinzu, die den Zug erwartet hatten. Den Beschluß bildete ein unabsehbarer Wagenzug mit zahllosen Fahnen und Bannern. An der Spitze fuhren die Träger der vier Fakultätsfahncn, dann die -Ausschüsse der Technischen und Thierärztlichen Hochschule und der Berg- Akademie die Freie wissenschaftliche Bereinigung, die Landsmannschaften Ghibellinia und Normannia und die große Reihe der übrigen studentischen Korporationen. Unter den Klängen des Beechovenschen und Chopinschen Trauermarsches bew^te sich der Zug langsam vorwärts und crsi nm 4'/. Uhr traf derselbe auf dem Friedhoft der jüdischen Gemeind« in Weißensee ein. Als man den Sarg in die Tiefe bettete, senkten sich Fahnen und Schläger, uno ernst erklang das studentische Scheidelied: „Ist einer unserer Brüder uns geschieden rc."; sodann widmete der Vorsitzende des Ausschusses. Stud. mach. Loose, dem Heimgegangenen Kommilitoren ein herzliches bewegtes Abschiedswort, worauf sich das Grab mit Blumen und Erdschollen füllte. JUdxe Mische AharaLterpige. M» tttauKt «um Irltabf Jessel, Ob«rka»,leibir»et,r. 1873 Hf 188 Bet der Cmamrit waren «wesend der jetzige Oberkiwoßtl-M dirrcter Lord Ls her, der Lord-Oberrichter von LngMch.^ und Lady Celertdge, Re». Dr. H. Adler u»d oteGr Jj andere distiuguirte Persönlichkeit«. H Der Lordkanzler, welcher herzlich begrüßt wmde. e> Ja öffnete die Ceremonie m t folgender Ansprache: »Mir scheint» '-1 daß eine Versammlung wie dt« au »es «dg rlU glänzend««» Zeugniß für bn ruhmvoll« Richter ist, als selbst da» her« - 1 liche Kunst werk, welches Herr Ingram «nfgeftellt hat »nd 1 welche« zu «thüll« ich uo Begriffe bin. Ich glaub« fast, _] daß. so dauerhaft der Marmor auch ist. das wesentlich« Oft» | schichlszeuguiß »on dem Wirk« de« ruhmvoll« Richters t» deff« klaren und trefflich« Littscheidvugm. welcher ohoe 1 Zweifel Licht in m«chea dunkel» Winkel unsere« Gerichtsj »erfahren« gebracht habe», g fand« «e>d« muß. (Lebhafter , Beifall.) Die Männer meine« Reffort« wiffm d« Werth einer klar« und triftig« Lutsch idung zu schätz«. Alle außerhalb diese« Bereiche« Stehend« Hab«, wie ich glaub«,» j nur einen schwach« Beariff von dem Werth« solcher Lut» | scheidung«, wie sie von Sir George Jessel gefällt i Strenge grword« find."! Mtdslesbrougß. vor dem hiesig« Polizeigericht staut» eia christliche: Knabe angeklagt, d« jüdischen Kleider-« Händler David Pinto durch Hepp-Hepp-Rnse beleidigt »ud ist Gesellschaft anderer Knaben auf sein« Geschäftsgäug« der» folgt zu haben. Der Borsttzeud« oerurtheiltr d« Angeklagten zu einer Geldstrafe von 5 Schilling mit der Bemerknag, daß jrd>! ) derarttge Beleidigung eines Juden mit aller mögliche»! Strenge geahndet werde» würde.! — rief verzweifelt ein jüdischer Lehrer» der au« der Wohnung de« Borsteher», den er vergeblich um ein« dreitägig« Urlaub angegaug«, auf die Goffe trat. Was jft doch so ein jüdischer Lehrer für ein geplagter M«sch, nicht eimual Urlaub auf drei Tage, weil er uuealbehrlich ist, well man chm zu viel Aemter am'gepackt hat-ja er ist ein Sklave setuer Remter, und darum keinen Urlaub! „O, er ist viel schlimmer noch, als ein Sklave-, sagte eia »orübergeheuder Witzbold, der die Klag« de« Urlaub, süchtig« gehört hatte, »denn so rin Negersklave braucht blo« in d« Urwald z» gehen, da findet er .Urlaubin Fülle!- §*» fsfr* «ud fr«* fafr! Ja wiefern ist da« Jud (Buchstabe ') da« rechte Wahr« zeich« de« Jud«? verkleinere diesen Bnchftab« so sehr du willst; es mag noch so winzig und klein sein, e« bleibt immer et« ^ud-, und bliebe auch nur ein Punkt übrig, ein Häkch« wird sich immer darau finden. Nimm dem Jud« noch so viel» kürze ihm noch s« sehr sei« Menschenrechte, das Köpfchen bleibt, und ein« Hake» findet mau immer an chm. I. Deutsch« -LogsgrypY. «o» «. in «. Bei de« Dam«, ikt beliebt Vas wert dos B*tt ergiedt; Auch bei Zeche« «aa's «rdllckt. Wird dos Herz a-s In»' gerückt; Zwei der NUlanter versetz'. Treibt Mast« ihn M «esetz; Tanscht tarn endlich alle btrt. Braucht «ux’t gar Lacktreiei. II. Areitztrachige» MSrterrätstsel. Hebräisch schreib« eine Zahl Dam» englisch ein Insert daneben; Es wird sich deutsch mit einem Mal Bor dir ein grobes Thier erhebe». JUfo Cd für dm Aa«Me«ttsch. Landau. Am 28. November «chüllte der Lordkanzler die dem Ludenk« de« verstorbenen Oberkauzleibirrctor« Sir George Jessel errichtete Marmorbüste. Diese von Herrn I. Ingram av« weißem cararischem Marmor ausgeführte Büste ist von treffender Sehnlichkett und steht auf eine« Pirdestal vou ficiliauischem Marmor im Lorridar de« Königlich« Gerichtshofes unmittelbar ued« der Wohnung de« Lord^)veirichter«. Da» Pirdestal trägt folgende Inschrift: »Dem hochwohlgedoreue» Sir George ni Aidüsche Nätsts-kfrage. Bau I. in K. Wie heißt im Prophet« Jesajah da» erst« Brüdechaark A»ß-st«r des litjjfrli i» wx. Ar. «chrtftsteller, «christstrlle.' «eraatwonlicher »danenr vr. «ahmer, «a^edurq. Dnuk MD 9. 2. »«iss, «agbebnrg. Berlag ma Rodert -rt,s<SchBtzf i 1