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Jüdisches Familienblatt · 1888-01-01 · 50 (1888) · p. Seite 196

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1888
Issue
50 (1888)
Date
1888-01-01
Page
Seite 196 (sequence 4)
Language
German
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genormtem Dorfe vernommen. Erster« gaben zu, daß da» Erscheinen de« Angeklagte» den Schulkunden zu dem Rufe »Böckel- Leranlaffrmg gegeben habe, verneinten jedoch die Frage de« Präsidenten, ob fie der Lehrer hierzu angehalteu. Bezüglich der incriwinirten Aenßerungen gingen deren Au» gaben jedoch soweit au«eiuauder, daß sich die StaatSauwal»» schaft veranlaßt sah, drei der Anklagepunkte ganz fallen zu lassen, und nur bezüglich eine« Falle«, in welche« Wet» schryver de» ihn verfolgenden Suaden zugerufen habe» soll: .Wa» heißt BSckel — Jesu« ist ein (oder euer) Böckel!" die Bestrafung zu beantragen. Da« Gericht lehnte jedoch auch diese» ab und sprach den Angeschuldigteu kostenlos frei. W. wurde darauf sofort au« der Haft entlassen. (Da« find Böckels Erziehungsresultate!) Rabbi Elia Hazan aus Tripolis ist als Ober» rabbioer nach Alexandrien berufen worden und hat sein Amt vor einigen Wochen cngetnten. Zu seinem Empfange fanden sich außer den Borständen der Synagoge» und Vereine und den angesehensten Männern der Gemeinde, die Consulu von Frankreich, England und Italien und der Präsident des obersten internationalen Gerichtshofes ein. Dann wurde er zum Shrdive nach Cairo beschieden, wo er mit der größten Auszeichnung und in der huldvollste« Weise empfangen wurde. Darauf gab der Premier-Minister ihm zu Ehren ein Gila» diner, ai welchem auch hohe Stoatswürdenträger theilnahmen. „Kling! dies alles — bewerft Hr. Dr. Jellinrf in der „Neuzeit" mit Recht — nicht wie ein Märchen, da» die erfindungsreiche ScheherezLd« dem Sultan von Aegypten erzählt? Wie kommt denn ein Rabbiner dazu, solcher Ehren theilhaftig, solcher Auszeichnungen würdig befunden zu werden? Wa« haben die Consulu damst zu schaffen, daß ein neuer Oberrabbiner dea Rabbinatssitz in Alexandrien einnimmt? Warum laßt der Regent de« Lande« den Oberrabbiner seiner jüdischen Umerthancu zu sich bescheiden, und warum veranstaltet sein erster Minister ein Festmahl für R. Elia Hazan, den neuen Ooecrabbiaer von Alexandrien? Da sind wir doch in dem hochrultivirteu truropa weiter fortgeschriten. Da ist nicht der Manu des Geiste«, der Wissenschaft. des Wortes, des Berufes, der ununterbrochenen Beschäftigung mit der religiösen Lehre und Literatur der Repräsentant des Jodenthums, sondern die V o r st ä n d t. — Sie sind die Häupter, die Herren, die Bertreter des Judenthum», besonders «ach Außen bin. Sie verkehren mit den Regierungen, sie erscheinen vor dem Souverän, um ihm bei feierlichen Veranlassungen zu huldigen. Da» ist das hochcultivirte und ctvilisirte Europa, während die Installation de» neuen Oberrabbiners iu Alexandrien orientalisch ist, i« das Reich der Märchen gehört. Es ist aber, gestehen wir es offen, ein schönes, liebliche« Märchen, da» einen goldenen Schimmer auf die Jude« und die Juden» he« in Aegypten wirst._ Tie Schwalbe«. Dort, wo des Höchsten Name wohnet, Dort, wo der Herr der Welten ihroner, Tort, die Priester «nd Leviten, Streng' den Tevipel Bottes hüten. Wo sie im Besang« preisen In des heiligen Sängers Weisen — Nicht mehr wollt' im Haus, dem reinen, Botte« Herrlichkeit erscheinen. Ob der Sünden, die gar schwer, Kinder man hier Bott nicht mehr. Und mir frechen, rohen Tritten Kommt herbei der Heid' geschritten, Kommt mit ungeheuer« Heeren Diesen Tempel zu zerstören; Denn verzweiflungsvoll und kühn Die tbm wild euigegenzieh'n, Jeder Mann ein ganzes Heer „Es celingt Euch nimmermehr!" Und sie können« nicht erreichen. Nimmer diese Mauern «eicken, «i» ein Unhold schürt bi« Flamme — Daß ihn der ew'ge Bott verdamm«! — lind es steigt in wilder Wuih Züngelnd hoch empor die Bluth, Niemand kann fie niederdämpfea Und zu Ende geht da» Kämpfen. Hoch oben unter Dache« Zinnen wohnet mit vergnügte» Sinnen Fromm ein Bölklein sonder Bleichen, E« will nicht der Flamme uieichen, Denn es hat ja nie gesündict. Singend Schöpfer« Lob verkündigt, Wachend stet» mit den Levibni That es stetS da» Hau« behüte», Lustig pfeifend j den Morgen, Froh und frei und sonder Sorgen Seine Lieder Bott zu Ehren Preis und Dank in heitern Ehörrn. — Und wie e« sieht den Tempel heilig Brennen, komm» di« Mutter eilig. Breitet ihre Flüglein au«: »Kommt und rettet unser Haus I" Und wie Botte« Bolk an Zahl Stürtzt herbei nun allzumal Unter schrecklichem Getümmel Schwarz umziehet sich der Himmel. Und zum Fluß sie angstvoll zieh'» — Denn sie wollen nicht enifli-h'n — Holen mit den Schnäblein all' Wasser zu der heil'gen Hall'. Und sie schlagen mit den Flügen, können doch die Flamm' nicht zügeln Und e» liegt in Asch', o BrnuS, Allsobald da« hehre Hau». J«rael, e« muh jetzt wandern Bon dem einen End' zu den: ander», Die treuen Böglein hinterdrcin, Eie wollen nicht getrennet sein. Wo Einer eine S'ätte gründtt Man Schwalben unterm lvache findet, Bon Männchen, Weibchen und von Kindern, Man darf sie nimmermehr behindern. .Wir werden stet« e« Euch gedenken Wohin wir auch die Schritt« lenken, ' Wohnt stet« bei uns in Euecn Nestern, Wir sind Eu» Brüder, find Euch Schwestern. Wer i« Euch Euer« Frieden stört Der hat sich gegen Bott empöri. Bleibt Ihr de« Hause« treue Wächter Bi« in die späte»«« Geschleckter". Magdeburg. _ Loui« Lorw«. RAhsel-Arrs-aberr. I. Deutsches Worträthfel. Boa L. M.-H. Wer geistreich schreibt und fein, Kanu mit Erfolg da« Ganze sein. Al« Prediger «eud« gut e« au. Wenn'« letzte Zeichen sortgethan. A«stSf««g der KAHfel in v»r. §fe. I- Israelitisch« ir8* « e 25 5? » Wochenschrift. ( n. 1. m 3. DP! 3. na t. "st Diese 9 Buchstabe, zusammengesetzt geben naian naan (Altarweihefest.) . HL Die 9 nsO»g«buchstaben d>r 3 hebr. Wörter in der erste» Zetir nebst Angabe de» 86. Psalm» (na), in welchem sie stehen, iraete» da» Wort nam Berantwortticher «cdaktrur: vr. Nahm er, Magdeburg. Druck von D. L. Wolfs, «agdeburg. Verlag »«, Nobert Fries«,

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