Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Familienblatt · 1888-01-01 · 49 (1888) · p. Seite 191

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1888
Issue
49 (1888)
Date
1888-01-01
Page
Seite 191 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
83% known words query
IRI
…/6492351-8722844-5956555--1012-5373003
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

n. Er schritt imf frinc fontfcfh K»ffe zu. entnahm da» ^4elban «ttaaPakrir nach knistanda vankbillets nud tzünbtgte «er fsran Therese et», »Und somit leben Ei« »«hl, k Madam,". schloß WHZor die Untcmbnn« ,tch bin tber». '-Picht, düst Sk jetzt hanshNtatscha zu Werk ^hen Meten, ich »infdk Ihn« «ch diesen lnf(c»ira|en de« La««« «ine «hi,» Nacht". Gaührt und srenbi» bewegt eilte Fra» . Ltzaes« jn bat Ihrigen, ihnen Rettvag bei»««»«, und Witz» bor b«gal> sich balb b«ra«f zur Ruhe unb entschlief beu Schlaf d>>r Gerechte». ft»ttfc»«n, Wgt) Ser chrtftüche CUMt Di« »Frris. Zeitung" veröffentlicht in ihrer Nr. vom 27. November einen Leitartikel Aber den .sogar. christlich« Staat", au« de« »tr d« nachfolgend« Auszug nnsern Lest« «ftcheste» »Unserer Ansicht nach ist allerdings nicht« ungerechtfertigter, «l» sich für einzelne gesetzliche Nahnah«« oder 'Nrtzmrnrigsstzst»« ans da« Lhriftenthn» « btrufen. Da« : Lhristenih»» ft&tfec seine 9cbatnn| al« Wettrrligion nie» mal« haben erstllen köun«, wenn r« gleich ander« Betnmtnifen sich «tt eini« bestimmt« Staat«system oder einer bestimmt« Staatsordnung oder gar einzeln« Gesetzvarschlüiev derkte. Mt de« Ehriftenthnm vertrügt stch die Republik ebenso wie di« Monarchie, da« parlamentarische Regkruagssyste« rd«so wie da« absolutistische. vei b» versuch«. einzelne politische Systeme mit de» Lhristentdnm « decken, könnte man zuletzt «ich za wunderbar« Folg« £ locimta. Jchenfall« würd« auch di» Sozialist« ün Stande sein, fith für ein« Gütrr«rmetnschast und eine «tsprrchende Regeumg der Prodrckrion ans gewifsr Ordnung« unter d« f' erst« lchrist»g«memd« zu beruf«. Sl« zum erst« Male im vereinigt« Landtage in t Lrentze» 1847 parlamentarisch bk Nchevwndung vom »christ» uchen Staat" gebraucht wurde, trat der Abg. v. Bink, in in der Sitzung vom 14. Juni dem» wie fola», in treffender F<? Seife ratttara: £ .5^0» bCT eifrig M «(r Ml »ch«» StmU" ui oerstebe» fei. 94 jlubt M «heifteat»« sehr hoch “ dm; aber der Begriff der tleiigi»» kan» doch nur auf der > individuellen Ueiexzengung beruhen. Der Staat aber ist «tu Sompkqvt von Individuen, welcher »14 solcher kein« allgemein« Ueber» »ngnng haben kann. Insofern daher der Staat «in« moralische Per» son darltellt. so kann ich mir nicht denk». »aß derselbe als solche,: «int bes immte Rel gion haben könne Wie «an als» von einem Staat« jagen tbnne, «4 ift ein christlicher Staat, ist mir nicht erklär- Uch. Der Staat »ird doch auch nicht di« Bestimmung haben solle», di« Atoubmwsätz« einer b-stimmtea Konfession zu realifiren — gewiss-r» aacheu der Ezania da Kirche »n sein? vielleicht hat diese Darstellung in «ine« anderen Sinne genommen werden sollen: man wird «rlleicht sagen, att Staat hat er in der Sesevgebnng die Prinzipien u «allsiren, die es« der chrtstliten Waal hervorgehen, denn di« Stande »tsätze selbst kann er nicht realifiren. Aber auch in dieser Be» ziehnng lamn ich mir nicht denken, daß der Waa» sich alt iaekutvr l. M Kirche ii gtrittn Hab«. Venn et sich darum handelt, di« Srund- ^Mg» der chetstltchen Moral »u realifiren, so mnß dH gestehen, daß ich sbk fkiuutag einet christliche» Staate» für den unsrigen bestreiten ch. Ich will nur die Srundsitze unsere» Staate» mit de« neuen »ent« vergleichen. Ich könnt« zw« auch bei de« alben Testament« jtn und mit den zehn Geboten beginnen. Di« zehn Gebot« sag:a 3Sa: »Dn sollst nicht tddten", während da Har Schatzminister, den ' avch di« Armee in ihren Reihen zu zählen da» Elüahat. gewiß . nicht beabsichtigen wird, in streng» Anwendung jene Gmndsähe den Krieg z» Verdemmen. U peht ferner in neuen Testament: .Dn ' "st nicht schwären: eure Rede sei in. ja, nein, nein, wa» darüba G vom Hebel», vir haben jedoch noch in einer da letzen »wn, wo wir «ii de» Gesetzeniwnrs «egen da <ttnbnuncnfica.tr slgt waren, erfahren, biß sogar neu« Eide «iaaesührt werden : Gide mit denen di« Ininamd« Besorguiß de» Meineide» ver» __.i' tst, weil van deren Iblastnna oter Richiableistuag die Be» A.'- Mw« abhän-w: also während «in« allerhöchst« Propasitiou noch neu« > GllW i» unser« Staat« einsfihn, kann man dach nicht von eine« m Staate reden, »elcher den Satz nicht beachtet: .Du solst S» ist serva da« skbot de» g^istenthion«: ^Siebet und .wenn Dir jetmuid einen Backenstreich gkfc, so «tdea Bwk» a»ch hin"; wie »ollen wir ata «tt dicht» »Forschungen und de» gewlffenhastestenNachklar machen können, wa« unter «ine« .christ» Smndietz« di» Gesetzgebung Sb«; dk Injurien ln Einklang bringen? Biel« Paragraphen müßten antgetilgt werben, wenn sie in Einklang »it je»« Srnndsatze »bracht werben sollen. Wie will «an in da «nltrtigfn Politik ndi de« llkebot tet Frieden «liebe t» bereinigen, Beriräa: gegen rnkWig Mächte zn fchließa? Ich glaub«, wenn wir unser« IKlnkftaien all« dnrchmnstern, so können ihr« Handlungen dich«« Siandpunkt gegenüba nicht bestehen; wenn wir nawentlich auf da» Schotzministain» übergehen, so Wunen wir e» stn Sinne de» Ehristen» thnmt nicht aerechtsertigt stnten, daß Schätz« gesammelt »«den. denn da» Lhristenmt« gebteiei uns, irdisch« Güter gering zu achten, und es heißt in da Bibel, baß «» eher an,«nehmen ist, datz ein Kamoel durch M» AndelNhr geben wird, al» daß »a Reiche in da» Reich So«iA kommi. Meine Ansicht ist di«, daß der Staat nicht dazu bestimmt ist, dk christlichen Moralvorschristen zu realifiren, und deshalb ist auch di« Austcht, daß wir in «Uem christlichen Staate leben, falsch." Gi»dS«lh»VlG«derei znm vocheaabschnstt "Va^iggawob. Jacob reift« ans Einladung seines königlichen Satznes nach Egypten. Joseph fuhr seinem Bater enigegen, uns als sie znsanunentrafen, fiel Iosqch dem Jacob n» den Hals und er Joseph, «eint« lang« am Halse seines Batas. Go azühlt der Sachenabschnitt. Ab« nicht erzählt tr, baß auch Iacvb am Halse Joseph» geweint habe f — bemerkt der Midrasch, den Nas« ztürt, und anttvortet: »Jacob habe bet« Zusammen treffen «tt Joseph gerade bas Sch'ma gebetet." Tollte da» Zufall gewesen sein? Sollte wirklich gerade bk Zett des Schema-Beten« grwesen sein, und Jacob wäre «in so peinlicher Schulchan-Arnch-Meusch gewesen, baß er im Rngenblickr de« Siebersetzens »tt Joseph im Schema-Gebete stch nicht unterbrechen wollt«? — Ja, es war bk Zett de» Tchewa-Leseas. aber nicht etwa, »eil es Morgen ober Abend war, sondern wett Jacob-»it Joseph znsammentraf. Jahrelang hatte bas Vaterherz um den geliebten Sahn geiranal, als um einen Valarenen. I« tiefsten Echmaze aber hatte seine Ergebung in den Sillen Gattes nicht gewautt, kein Wort des Murrens gegen Gatt entfloh seinen Lippen, kein Gefühl der Auflehnung gegen Gatt regte sich in seine« Hazen. Nun hatte « den verlorenen wie da gefunden, wirda gesunden ans eine» Throne, ans de« Throne des gebildetsten und mächtigsten Reiches de» grauen Attenhams. Und »elch« wunderbare Fügung hatte den Joseph ans den Thron erhoben! — — Welcher Gedanke mußte «oh! den Geist Jacobs ganz erfüllen in de« Augenblicke, da a seinen Soqn Joseph »iebersah? Konnte es ein anderer sein, als da: Ja, es gtedt einen Gott Und was heißt: Das Schema lesen? Auch nichts andae», als: Bekenne, o Mensch, es giebt einen Gott! Venn die Sonn« aufgeht, wenn bk Sonn« nntageht, om Htmwel de« Univasnms, »da a« Htmwel da keinen Welt deines Etnzellebens, bekenne, o Mensch: Tl* 7! 71 rs giebt einen Gott I Ihn sollst du lieben «it deine« ganzen Herzen. Konnte stch Jacob in dtesa hoheu Art des ,Sch'ma- Lesens" durch Thrüom antabrrchen? .Es giebt einen Gott" — bas wischt die Thrünen von jedem Auge:!7NM 07» 'M T9& nytn 7j. Der Sabbath-Planb erer. JUfcfei für öe» AamiN«ttf<ch^ Urwttschtta'« frtlfttt ib« AesstwP'» ^ßwttz«».- ,Anch bk Dichtung (Nathan da Weise) ragt hinaus üba das verstündniß seiner» und soll ich nicht auch sagen — unserer Zeit. Dem» wähl in tausend Hazen lebt jene» ^Evangelium da Duldung" Nathans des weisen. Aba vor dies«» Wake am schmazlichsirn empfinden wir, baß die besten SH ton er unseres Volke» Helden des Geistes waren; hia gerade thnt stch vor uns «ns eine unselige Kluft zwischen den Gedanken »saes Volks und seine» paltttschen Zustand. Erft wenn die Ideen des Nathan in unserer Eefetzgebnnis stch »allstünbtg verkörpert Hatzen, dann erst dürfen wir uns rühmen, in einer

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.