Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1888
- Issue
- 48 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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£rai«ttgftai mr Ar. St «atzmrr in »«•Murg. MDMechM^L-lich«sflkwi«kEcht-miw. Inhalt: - ^ianbrret»»» «d »AhsSllftm^n. . Am Cr. fcOMadtoebta*». - jmitoIL OrigimMtM.lr Ca»»t3»C?wmkV«n - Rnr!*r|! Com liwrffrng sär Wrrttgrr. Mn G. $*r(n*tf in tkrakan. — Sabbat«' Bon Srm«« J. in W. — «Utyfelmfaatai (OnWfngtcr IN»n< wterfciit) Tha««KKa-AveNd. Mach .SCfM*'« w&t Sag»*. Mu» sltett« Me freaadlichen Stchtrleia 9a Sßnel« Höasen and (Huleaf Ste liOec Me 6fofer aitt festliche» Schein, tta» «Le» MUfet fa fröhlich Maria, Und fnaoae Sprüche erfd^tOea. Oal fraat ihr, am» ist«, da» »o froh fie feia lAfct? Deck stt Lhaaakka — dar alte, da» rahmoolle Fest, v «a« höre ich kröftige «elodei'a Wie Voa SiegeEppea ertöaeat «tt kröftiie« Vatz fetzt »er Vater eia. Und troM stiataeea der Stader ßttih a, Al« loollrea öea Feind fie tzerhöhaea. Lad fragt ihr Me Sletaea. wa« fie darchglühtf :A Ehaaakkst« — Vmiu iut JeaehaoMi-eirl. «»« laafchea Me Stader de« Vater« Mir 7 Seht, a»te die Gefichtlhea sich fpaaaeu! Sie blicken grtanasg, fie züraea sehr. -«» wollten fie rüfteik zar Gegenwehr . Za« Trotz de« Mai'iea Thraaaea. und fragt ihr: Wa« glühen die wiagleia so roth f :: La« ist Satiocha« — der graafaa»e. freche Despot. S-a« zackn Me Möadchea voa schmerzliche« Seid? Was füllet die «eagleia «tt Zöhreat Raa Warnen fie wieder doa ßvaaeltscher Freud' Uad fie dliSea ta weipaüch'ger Seligkeit, Wie aaeftruhtt doa göttlichen Ehren. Uad weaa ihr dea Watten de« Vater« folgt: V Da« ist Haaaa — der ataa fiedea Stader erdolcht. : ffla« fpeadea sie sttzt de« Vetfall« Zoll? »Rerht so, aar staadhaft geöltedea! verachtet de« Wüthnchs verführaag aad »roll, voa Sott, «ach za» Schetae, aicht« treaaea soll. Die Treue soll Setaer aa« trüdea'! — Uad fragt ihr die Sletaea, «*» fie gedaatt: Du« ist da« Jüngste —da« nicht tm Wsadea geschwaatt : _De »Aldsch»tdt.«rr»irld. «»ftsli.*) OntiMl>ft*Mk 6. Horowltz hi Snlna. L <t§ au Sa»»ta, 4 Uhr Nachmittag. Ja großen Flocken, fiel »er Schnee zar Erde, daß seine Flaamwattm ta jungfrilaltcher Weiße die Straßen bedeckte«. Ja den Sassen war es «k, es herrscht« eilte feierliche Stille, aat manchmal voa den ta der reichen Schneedecke knisternde« Schritten eines Paff »len uwerdrochea Rahig, beinahe graoitiitisch senkten sich die fliai»eradea Shaetblum» aas den höheren Regionen, a« — sich zn einer naadsehdar« Decke sonnend — die schmerze <Kde ta eia Uaschuldgewoad za hüllen. *) an»>m< antofait Dnrch das grase Gewölle brach zeit» and stellenweise ein Soaumftrchl, der dann ans der weißen Fläche glitzerte, daß die Reflexe purpurn erglänzten. Die hohen «•«*•* stämme ragten nrit ihren adgenmgertm, schmuckberaubtea >r»en. gespenfterartig in die Lust hinein, and die kahlen Neste, sich leise bewegend, scheinen wie zähneklappernd vor Frost zu zittern. Na« der tuuern Stadt dringt da» Ge« llragel der lästig dahtubranseuden Schlitten, um hier ia dieser Sabbathrnhe allmählich zu verhalle«. Die verwitttrteu. altersgranen Fayabev der Hänserreihen warfen ihre Schatten auf die Schuerwaffen, daß der Eoutrast zwischen de« schmntzigeu grauen Hintergründe und de« weißen P «w desto auffallender hervortritt und Me Fläche in Folge dieser Staffage noch blendender abfttcht- 3» Janen der Häuser mit den niederen Zimmerdecke« nud (leinen Fenstern herrscht bereits ei« Halbdunkel. Die Jnsaffeu de,tunen aa* ihre« Rachmittagsschläfchen zu erwachen, um den zur Rüste gehen» de« Sabbath mit Gesang zu begleite«. Aus bau nahm vethause erschallen kräftige Männerstimmen. Loblieder in» touirend, iudeß die untergeheude Sonne auf dm »eißm Dächern spielt» wie ungern vom Feiertage scheidend. «uf der sttllm, eiugeschneiten «affe zittern wie klagend die fremdländisch klingenden Melodien, daß die Schneeflocken, wie vo« einem Wirbel erfaßt, hüpfend zur Erde fallen. Die Dunkelheit wird immer dichter nud der langgedehate» melancholische «uf de» im Schnee dahiuwatmdm Syaogoz«- dieners verkündet den Anbruch der Nacht, za« Nbeudgedete einladend. . Zn dm Wohnungen werden die Lichter angezürdtt, daß ihr «schein im SchUermerre widerstrahlt und mit Gesang wird die nme Woche begrüßt. Der alle wigdor kehrte soeb« vom Bethanse heim, in seiner Behausung sah es gemächlich au«; auf de« aut blendend weißen Linnen gedickten Dsche, brannten in große« Silberlmchtern Setzen, am Plafond verbreitete ein Girnndol ein großes Lichtermeer und selbst an dm Wänden »aeen silberne Serzendeyälter angebracht, daß der geräumige Saal voa dm Lchtsirahlm förml'ch üb.rfluthet ward. wigdor «ah« am obertu Ende des Tische« Plast, und seine Frau entnahm dem Schranke einm hohm Fmpokal und eine silberne Gewürzbüchse von durchbrochener Arbeit, obm in einer Tdurmzinue m't Fahne au«laasmd und stillte beides ans dm Tisch. . Der Hoaßh.rr schüttet «ein in dm Humpen und von seine« Sitze sich erhebmd, beginnt er mit lauter, sto^oder Stimme sein, dm Sabbach verabschiedende« und die wecktage begriißmdes Gebet. «I« deflm erste Hälfte zu Ende war, roch er au der' ewähntm Riechdüchse. reichte sie semer Frau, welche selbe b-i dm Tischgenofsen Me Rande machen läßt und mit einem laut» »Amm" schließt dir Eerewome. Rrb Wigdor UP sich nun ans seinm hachlehnigeu Seff'l nieder, and mit eine« Ausdrucke der Zafrtedmheit schrat er ich du Kreise um. Zn seiner Recht« saß seine treue, lang» Ihrige Lebensgk föhncn und am dm Läugsseitm de» Tisches »efond sich setae zahlreiche Rachtommenschast. Stader and