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Jüdisches Familienblatt · 1888-01-01 · 47 (1888) · p. Seite 184

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1888
Issue
47 (1888)
Date
1888-01-01
Page
Seite 184 (sequence 4)
Language
German
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schäfte«, Aufgabe» und Freude» der Menschheit^ »» di« Väter kau», in seltene« Au«uah»efällen. al« Freurdliuge geduldet wurde». O herrliche Zeit! O ruhmvolle« Jahrhundert! O große« Israel der G^euwart! Doch wo viel Licht, da ist auch viel Schatte». Di« Väter waren überall fremd, aber i» der Helmath war«» sie nicht fremd. Da« J«rael der Gegenwart ist nirgend« fremd, aber die Heimath ist ihnen zur Fremde geworden. Welch« Heimath? Da« »Han« Jakob!" Di« Schaar der Söhne de« Indenlhum« der Gegenwart ist Legion, die dem »Hanse Jakob" fast ganz entftemdet stad. Die Fremd« zur Heimath hat die Zeit, da« Jahrhundert, die Vorsehung uo« gemacht; die alte Heimath seinen Linder» al« Heimath zu erhalten — da« ist der »Makkabäer-Rahm", den da« Judenthum der Gegenwart zu erringen die Aufgabe hat. Der Sabbath-Planderer. Allerlei für de» Aa«Me«1isch. lieber die Entstehung de« Namen» dieser westfälischen Stadt berichtet eine alte Chronik Folgende«: In alten Zeiten, al« di« Städte und Dörfer noch keine Namen halten, begab c» sich, daß der hriliqe Lrichu.m d « Bischof« Ludgeru« von Münster nach Werrden gebricht wurde. Da war denn eine große Maffe Volk zusammengelaufen und ging in stiller Theilnahme hinter der Leiche de» Bischof« her. Plötzlich aber, easitaud eine Stockung; al« «an durch rin steine« Dorf, sieben Stunde« von Münster, kam, fand »an am Weg« di« Leiche e-ar» ermordeten Juden. Da beschloß mau die Leiche zu verscharren und so geschad e« unter Fluchen und Verwünschungen. Al« sich nun der Zug fortbeweg«« wollte, rutstaud ein heftiger Sturm und die Thurmglückchm de« kleinen Dorfe« fiage.r selbst zu läuten (lüden) an. Da nannte man da« Dorf Lüdinghausen später wurde eine hübsche Stadt darau», welche di« heute diesen Namen trägt. Aber die frommen Bischöfe beteten lange für da» Heil der Seele Ludgeru«, denn sie glaubten, daß der Sturm die Glocken nicht bewegen durfte und der ermordete Jude, der am Wege lag, die heilige Feier gestört habe. schuldigt, diese« Spiel »»«geübt zu habe«. Nach ei«» ziemlich rohen Lreuzverhör erklärte der Verhaftet«, daß er de« Morgen« i» seinem Magazin mir de» Deftllia >» * lkcpf und Arm gebetet hätte, al« «in Polizeibeamier ft« _J wegen de« «»gedichteten Vergehen« arretirte. Glücklicher - A Weise war ein jüdischer Advocat auweseud welcher de» f: Magistrat«beawteu die Bedeutung der Phyl«lk»rieu (Gebet. \\ rinnen) au«et»andersrtzte und betoute, daß dieser mosaisch« Gebranch uicht« mit dem verabscheu an z«würdiaeu »Strivzspiel" gemein habe, welchem Tauseut« von «nerfahreueu Einwanderer» an« allen Thetlen de« Land«« augeblich zun Opfer gefallen find. _ H. St. -- Wie mrttfe«ittfche Ke«»«. Bor einem Gerichtshöfe in Liew macht« die Jüdin Rachel gegen die Christin Ro»koff eine Slage anhängig, » il deren Heune ihr Lind sehr dedenstich in» Erficht gebissen hatte. Die Klägerin gab an» daß sie di« Berklagte mehrmal» oufgefmdert, die verrufeue Henne zu tvdte» und ihr al« Ersatz 50 Kopeken und eine oudere Henne augrbote» habe. Die Berstagte aber hatte diele» Anerbieten aat>- geschlagen und behauptet. daß ihre Henne noch »ie eine» Menschen gebtsie» hätte, sondern nur Juden. — Der Gerichtshof verurtbeilte trotzdem die Besitzerin oer ,«atsem>tischeu Henne" zu einer Geldstrafe von 6 Rubel». «tgt Kitthsel-A«fß«ke». i. M* «Utßvwl- Aon Lehrer »ansman» in »firn. Ll, veib gewend« wird za« Run Sie bw«’# t» Urtel Aeosta lese» ka»«. De# Ruml Fuß setz' am »le «n-tze — Der Stal gch »aknt, wie t» Blitz« — «# scheint et» nene# Wr* Wort. Draus Moncher sin»« ft« uNd fort — «an nennt «# süß, doch iß M saner. «er'# übe» will liegt ans »er Lauer. Nur keine MenrrnnOr». In einer steinen Gemeinde, die fich weder eine« Rabbiner«, »och eine« Lchrer« erftrut, herrschen ia Bezug auf den Cultu« anarchistisch« Zustände. Borbeter ist — wer will. Der Beginn de« Gotte«dteuste« ist »»bestimmt. Die Miujau-Zahl wird auf neu», acht, fiebeu und »och »euiger reducirt; der Freitagabeud^»otte«dienst ist wegen Mangel« au Bttheiliguug längst außer Mod« gekowme« u. dgl. Al« neulich eia Fremder fich eiuzeluea GemeiudemUglieder» ge» gruüder recht abfällig über die traurige» Zustände »»«sprach uud unter Andrem den Vorschlag machte, die Gemeinde möchte doch de» Freitagabr»d.Gottt«dieust wieder eiuführeu. wurde ihm di« Antwort: „Nein, »et», da« gcht acht. Neuerungen dürfen wir hier uicht eiuführeuh Run frage ich: Wa« find Neuerungen?- L. M.-H. IJL Aevräistß« L«g«grPpy. Boa «. in K. ftit Xt Ha gransa« »tldc# Dhier Wär»t #lcH« da» nü« dafür; «tt 2 »st»'# «st gebraucht zur g'er, «U ] briagt «# auch Labnn, Dir. I1JL AeßrÄftße« «d ßnttsches Bon C. ta R. «in Bott, »st dr» wir kllmpftrn «aachen Btranß; Wir» Pslanze, »>»»ft «in g,scheu Da Hera»#. Dst man »t Wolle nstbt soll «ische», Deutsch ohne Mhd'# gu de» Fische». Ameuikermischeo »Sogar ein Narr tan» nicht Alle« wisse»!" — Da« ist kein Paradoxon, obschou der Satz wie ein solche» stiugt, sm>der» ei» offenes Geständniß der Unwissenheit. Wa« ist da« .Strippspiel"? Ich Hab« i, England von eine« solchen »mH nie etwa« gehört,- aber in Amerika scheiut «« etwa« Gesetzwidrige« zu sei». Eia Jude wurde ueulich tu New- Aoik »ege» eine« Vergehen« vor Gericht gestellt und be- A»siSftmG der Kitttzfel i» Mr. LgaboLSato». PV.2P? IL ni (Btkt) - «rl, fmkL DL T7V (CMt 1 «. «• «L. SO, 80). TppQMt) .-J IV. rrra —*»U« lSatob« Frao) na» («4mfa). . «era,«W»rt1icher «-davear: Dr. «ohmer, «a^ebur, Den« wm %. & Wolfs, «tagtet»^ Berta, vo» «ob«» Friese, Leitzhg.

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