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Jüdisches Familienblatt · 1888-01-01 · 41 (1888) · p. Seite 160

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1888
Issue
41 (1888)
Date
1888-01-01
Page
Seite 160 (sequence 4)
Language
German
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Kurz nnb gat: ich »«iß Nicht, ob c* ei»e Ctyufce für Noach ist, daß er ei» seiner Zeit entsprechend frommer Man» «er. »nd de» größer» Maß-öden größerer Zeiten gegenüber sei« damal« zeitgemäß« Größe kleiner erschienen wäre. Jeder Maßstad ist eine relative Grüß«, und di« Maßstöde der Humanität müssen auch die Grüß« der zu überwindenden Hindernisse und zu bewältigeuden Widerstünde tu Betracht ziehen. Die Größe einer -rast richtet sich »ach der QuautitLt der Schwere, die sie überwindet. Und s» kan» ich mir sehr gut ei« mathematisch« Berechuung denken, »ach welcher die -rast der Anhänglichkeit an« Judenthum in denen» die nur au den Festtagen die Synagoge besuchen, eben so groß ist, wie in denen, die e« täglich ihn». Sl kan» bei erster» für diese wenigen Fülle ein größerer Widerstand der Verhältnisse zu defiegeu sein, als bei lrtzteru. Eine Verketzerung der erster» ist daher einfach ei» Necheufehler; Toleranz, ist demnach nur ei» richtiger arithmetischer Lusatz. »Seid tolerant!" d. h. demnach: Lernet besser rechueul „Siebet Euch", d. h. lernet einander besser kenne« — tont oomprendre, c'oat tont pardonner: Tiefe Wasser gehen stille! Da« „zum Tadel" und »zu« Lobe" dürste vielleicht auf die zwei BeurtHeilungen der Frömmigkeit de« Noach selbst zurückfalleu; .zum Tadel" ist die erste re Deutung, insofern diese zu Verkleinerung und Verketzerung führt; »zum Lobe" die letztere Deutung, tusofer» diese zu Anerkennung und Toleranz die Tendenz verrüth. Toleranz ist di« höchste Pflicht der Religion, die Intoleranz ist uur in einem Falle berechtigt: gegen Intoleranz. Der Sabbath-Plauderer. . Historische MiSeelle». 1. Der «rifti Mtchtrr. Der Minister von Boß war rin autg'zeichveter lieber und «euscheufrrundlicher Herr, dessen AndenKa noch lange fortleben wird. So hat sich besonder« sein Rcchtlichkritssinn, seine mild« Gesinnung bemerkbar cemacht. al« er auch Dom» Dechaut von Havelberg war. In der Nähe dieser Stadt besaß Herr von Boß Güter, zu welchm auch ein großer Forst gehörte. Der Förster desselben, ein langgedieater Mann, hatte sich einst durch Mitleid verleiten lassen, einen Baum an» dem Forste zu füllen, um ihn einen armen Verwandten, so sagte er zu den Forslknechten, zu schenken, aber in Wahrhest hatte der hochherzige Mann da« Hol« de« Baume« stein machen lassen und, da e« bitter kalter Winter, an drei arne jüdisch« Familien vertheilt — und warum auch nicht? Diese edle That wurde verrathm und kam zu den Ohren de« Minister«. Dieser hotte bald darauf den Stadisyndiku« uvd einen Prediger an sei«« Tafel. Hier wurde über die That de» Förster« gesprochen und hauptsächlich der Geistliche, al» auch der Jurist ereiferten sich darüber, und stellten dem Minister vor, wie ei» Beispiel bald Nachahmung fände und di« Juden, die reichen Schacherer, dieser Wohlthot nicht einmal würdig seien. Sie riethen daher, den Förster seine» Amte» zu entsetz,». Der hohe Wirch schwieg «in« Weil«, dann wandte er sich zum Syndikus und sagte: .Kleine Diebe hängt mau, große läßt man laufen!" — Darauf heftete er einen langen streng n Blick auf de« Geistlichen, und sprach: »Man muß nie seine» Nächste» de» weg zur Besserung vertreten!" — Der Geistlich« blickte beschämt zur Srde. — Der brav« Förster stieg noch höher in der Guuft seine» Herrn. Gäbe r« immer so mild« Richter bei daartiaen Vergehen, welch« nicht au« gnneineu Beweggründe» verübt wrrden, wir stände e« mit der Armuth! K. W.' X. 9** -r-v Cv|W|. 8« 16. Mai 1698 beliebte» die Weiber zu Lolmari ., der Kirche Spektakel avzufangrn »nd sich gq«« den neitaif Bischof wit Gewalt aufzulehveu, »eil dersÄbe einige strafbeär! Predigte» tu Beziehung auf dir Leichtfertigkeit der Weibe« gehalten batte. Der Bischof hätte nämlich bckfturptkt, bei der Eheschließung da« Ehrtstenmädchen »orstchiig zurückhaltend sei« solle; er gab al» eia Muster zu« Beispiel:' wie Jakob sieben Jahre um ein Mädchen diemn mußte »nd da diese Sitte bei Juden war, warum nicht umsomehr bei' Christen. Darauf entstand eia solcher Sturm md Lürm unter: den Weibern in der -irche, daß die Glocken zr läuten anfinge» und in der Stadt überall die Ansicht herrschte, «»-tjj brrure in der Kirche. Sogleich ließ der Senmil der Festung ' vier tüchtige Feuerspritze» mit Wasser fälle«, vor der Kirche' aufstell« n und ohne Gnade und ^armherzigk-ch unter die ,'z Weiber spritzen. Di» war da« Beste, die Weiber zur Ruhe, zu bringen. So hat sich in Lolmar da» Sprichwort erhalten: .Wenn Weiber schwätzen, so holt die Feuerspritze»!-. K. W. ◄0J Kitthsel-Auf-ike«. Atz» I. Aentsche« ^logo-rypy. von «. ia «. Bel E'aa geht eie L Mnu», Bei Mose» steht ei« B: Kommt oft mit Z. es Dir in» Haa», So klagst Lu wohl: ,O weh 1* U. AiSNfche» «/»gpgryp-. (Deutsch.) von Lrusi Bumpert in vraadeabmg u. tz. Drei L»ttn» eine» Priester bitte« Ja unl'rrr hell'gen Schrift Gefilde». Noch ei» Lokal — fern bereut Wort vard g'gea Baal» Drug eia Hort. Schieb' «tuen st «asm»««»» eia. So wird'» de» Letzten, Jilager sei«. I». Aeßräisch« B-orträtys.L. Boa *. st. in Load»». Zun Die IweiRtihstl^eb'tchDir! bi»' ich stich »u lese»; Doch richtig buchstabier', Dan» wirst Du st« auch Ilse». 1. HU einer EUb« nennt «ein Bort stir d« Milch eine» Kreund; Nennst Du ihn »weiftlbig, sofort tzll« sttn'g er erscheint. st. Einsilbig löht e« sich bentteu. Nötzei Menschen mW auch Dhteren; Zwetstlbigsoll non stet« ihn lrstm Ntemai» ober irr« führen. der Kitthsel i» »»k. We. I. «tbam J»a <S. Ehron. II.. II. stst. «Ira 6,1; «cha^a 1.1. — Ja der .surfgabe* sollte e» Zell«» hetbea: ,Bt« st« Protz he i,, Prophetawater^.) H D*ptt (Benemurug de« Laatz.l»), Mm (Stabt an der l ». L Bolsf, Magdedärg. U«a»t»o etlicher stiedactrnr vr. Lahmer, Magdeburg Druck

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