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Jüdisches Familienblatt · 1888-01-01 · 38-39 (1888) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1888
Issue
38-39 (1888)
Date
1888-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Km Fest irr der Fremde. Noch einmal strahlt bei Zagt* letzt« Schi ««er, OkMit ml Noseoglut »nb gvlbaern Sich«. E»por »»r Höb' a»d sucht «eia kleine« Zimmer, Hab Uribcab «tzl er »tr ImW. Dir emm stakt. Nicht valb. Nicht B«rge»halde, Da« froberglllnzte Meer empfingt sie nicht, vier nmscht lein Schilf, keim Vogel fingt sein Lieb — Dort jener Stein ste «eine» Rag' entzieht Ich sch»»' hinoa», hinnater in bie »eil»: Zu metaea Süßen ruht bie rnllcht'ge Stab», Wohin her Blick «ich immer sehmend gleite, Nur Dtlcher, vianeru. Stein«, lall und glatt. Ei» eiag'aer Baum steht schüchtern nur bagmischen, Die Blü ter hinge» aieber melk unb «all, EI» m« verloren »lud, wie meh mir mirbl I» biefer ftein'gei» Wüst« hier verirrt. mir auch rin« Wüste, trüb' unb «be, Klttioae» st« auch gleich »»schließt, Ei» jeber bringt vorbei sich kalt »ab schnibe, >»« keinem A»g' mir ei» Willkomare» grüßt; Geliebt von Keinem. Keiner. den ich U<bte — verging ich »ich, ich Hab« schmer gebüßt. Ich blick' »»her, ich sehr xicht» al« Stein, Unb jeber ruft ei» schaurige«: Nlleinl Ich schließ ba» Rag' aab «ein« ohne ZbrS-ta — Da plötzlich »iib vor mix bi« Nocht erhellt. 8» bin ich brau? Warb bexn erfüllt mein Sehnen? E« kann nicht sei», wa« froh ba« Her» mir schmellt, Unb boch g» g»it ben traute» Nau» ich kenn«, D»a fiai'iea akbC« für mich nur aas ber Welt, Ech steh' am 8«nst«r, bars xicht niher geh'» — ch M» »MH pr sehr, — still. - laß »ich fth'n. Da brennt bl« Lampe in bei Feste« Weis», De« sel'gen Vater« Bild bort an ber vaab, H er fitzen bi« Getcheoister, — in brr Reih« Fehlt Eine, bie a» beste» mich gekannt; Still, still, bi« Thür geht ans. ba wirb ei Helle »m ShnmMagt hing' tch anvenoanbt. Wa« blickt sie ben» »»her »Ul nasse» Blick7 Wa« fehlt ihr denn? Er ka» ja h,»t' zurück. Sir reden lei«. Ich kann e« nicht verstehe», Doch ah»' ich"« wessen Name ba erklingt; Nu» ist e> Zeit, nun »vß ich niher -ehe» — Da pocht e« bunten, aus ber Vrnber springt. .Eia Briest* .vom mem? De« Liebe» in ber Ferm? Laß ichaell nn« höre», wa« er Gate» bringt.' Ein Brief von nrir, o, flott, so kann'« nicht sein, Ich iffnt schnell ba» Vag’ — nnb bl» allein. Hamburg. I. Loewenberg. Kt« qirl xro quo. In Eugland (Übt c« bekanntlich eine ziemliche «»zahl M, Christen, die den Sabbath beobachte» »ab an diesem Laß« »eber Arbeiten verrichten, noch ihre Läden offen haben. M» kürzlich eingewand«»« polnischer Schnorrer kam »nn in ei« keine englischr Stadt, wo nur einzelne Inden wohnte», aber keim Synagoge besaßen. was war »n» zn khnn, »« sie an« findig zu mache» «b ihn«, bie für de» Schnorr« so wichtig«« Befnche itdznpatten? Letzterer war aber pfiffig genug, »mb sei» Plan war bald ge» echt. Sr warm» nämlich bis zum folgeube» Sonnabenb. «nb merkte sich all« die Läden, di» geschloffen waren, in der Abficht am solgeudm Montag de» Eigenthümern derselben seine > f. Wartung z» mache«. Dies chat er nun auch, aber »nie erstaun» und nttsGt >»ar er, als « am folgenden Montag in «ne» der bezeichn eien Läden trat und unter de» zrm fBrtfoaf austzckrgtru kßegenstSade« «ehr re Schinken bimerkte l .England ist wÄlich röte „dralloov läocküra" (ein uugeuießbares Äond).* rief er aus, und kehrt« bald darauf « seine fr»»»»,: Hetwach zurück, wo er sicherlich «och immer üb« die enxsiicheu .Juden" iosschtmpft. D«» Gchachspiel «»V die S«de». Für bie Tüchtigkeit d« Juden i« Schachspiel spricht wiederholt ber Erfolg, welchen Herr Isidore Sünsberg durch Erlangung de» erste» Pre-ses aus de« Schachtonrnier des interuationaien Schachkongresse« zu Bradford errnng»» ha». Durch die Kamen Horwitz, Ka lisch. Alex andre» Löwenthal. Zuckertort aus b« vagaagenhrit und Steiuitz und Englisch aus d« Gegenwack werden de» Lti bhabrm einige d« größten Helden dies« Kunst vorqesühtt, für welch« di« Borlieb« bei de« Inden auch nicht aus »« jüngste« Zeit allein datir». Wenn da» hebräische Gedicht üb« da» Schachspiel, welch«« dem Abraham Ihn Esra zugeschriebeu wird, wirklich von demselben herrührt, so ist es das erst«; welche« je in irgend ein« Sprache üb« diese Kunst geschrieben worden ist. Di« besondere Vorliebe d« Rabbineu für dieses Spiel erkennen wir ab« noch daraus, daß sie Erörterungen aastelltrn, ob es erlaubt sei, sich durch dickes Spick am Sabbarh zu unterhalte». Giücklicherwckse fick die Entscheidung zu Bansten der Schachverehr« au» und dürfe» dah« Freund« dieser edlen Kunst ohne Ge« wiffeasscrnpck am hckligen Sabbathtage in dersckbea ihre Er»; holung suchen. In London starb am 18. Juni der Meist« auf de« Schachfeld«. I. H. Zuckertort. Ju Lublin i« Jahre 1842 geboren, pudirte « tu Breslau Medici» lernte bort Idols Auberffen kennen nab erwarb sich im Kampfe mit be« deutschen Großmeister außerordentliche Tpielstärke. Später redigirte « i» Berlin genreinschastlich mit Auberffen bk .Neue Berlin« SchachzeUuug" «nb vollendete ba« von I. Dürres« begonnene »Große Schachhanbbnch." Im Jahr« 1870 »och England üb«gefiedelt, begründ«« «'beit in Verein mit I Hoff« bk trefflich« englisch« Tchachzeitung ,Eh«ß Mouthly', d«en nennt« .'Jahrgang bald abgeschlossen sei» wkb. Im Jahre 1878 gewann « den ersten Pnis im Packs« Mckstenounrkr, in dem Adolf Auberffen noch mitkämpstc. Ebenso ging « ans dem London« Meister» touruier 1883, an dem auch w. Stcknitz, Blachdnrne, Mackenzie. Winaw« sich bet heiligten, als «skr Sieg« hervor. In bebenteudeu Matche« schlug « Blockdurue uud Noscnthal! aus Packs mit große« Ueb«gewicht d« Gewinnpackhkn, unterlag jedoch gegeu Stcknitz im Match, der im Jahr« 1886 in »maita gespielt wurde. Stcknitz gewann 10, Zuckertort nur 5 Parthieu. Gegen Schluß dkses Wettkampfes wurde Znckertort von wechsckfiebernufälle« heimgesncht und kehrte sehr angegriffen »ach Enrapa zurück, während b« letzte» bckde» Jahr« hatte sei« SpKlstäcke erheblich abgenomwe» — sehr erklärlich, da fich eine H«zkrankh«it bck ihm ans« bilde«, d« « «ach wird«holten Anfälle» in Simpsons Divo» am Schachbrett plötzlich «lege» ist. Sei» Name wirb stets dicht neben de« Namen Adolf Inb«ffe»s genannt nnb ge» feieck werben. _ JUCtxCei fit de» Rothschild, König der Inden. DK Sachwalter, für bie baldige Wiederherstellung eines jüdisö^n Staate« in Palästina habe» oft an gedenkt, baß ein Mitglied b« Familie Rothschild zu« Könige b« Inden anserseheu sei. — Ans einer jüngst Mröffeutlichkn Denk« schckft an de« hochskligeu Lais« Wilhelm von Herr» Schneider scheint hervorzngeheu, baß dies« Littl bereits dem »«storbenru Baron James »an Rothschild er» theilt worden war. Man wird fich »äwlich erinnern, baß wähnend des deutsch-frauzöfischeu Krieges bas prachtvoll« Schloß des Barons eine Zeit lang als Hauptquartier des König« gebient hat. D« Biograph des Kaisers bericht« nü» über sorgendes Gespräch, wckches et mit dem Kais« hatte:

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