Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Familienblatt · 1888-01-01 · 37 (1888) · p. Seite 146

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1888
Issue
37 (1888)
Date
1888-01-01
Page
Seite 146 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/6492351-8722844-5956543--0956-5372958
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

wurden beim etn fetetr MetßerhaAd ur recht» Zeit «ck a» pafsrudstr» Ort« die henkichft« Früchte, auf de« Bod« der jüdisch« Litter«t»r »i reift. »», itz» gepflückt uud sei«» Schüler« i» der «vutthtgst«, Aor» präseutirt. Es ist sthr zu bebaue«, daß Horwitz sich bei» schriftliche» Deukmal in eise» pädagogisch« Werke Gesetzt hat, seine Origiualttät, sei» »ie versiegender «»d »ers^oder, sprndelnder Hmnor, sei» meisterhafter, llasfische Knappheit und Gediegenheit verrathender. in d« bewrglichst« Fan»« leicht hi«fließ»d«r Stil Hütten ihn daz» befähigt. Zwar sprach nun gleich »ach sei»«» Tod« von eine« tu Druck zu gebenden Manuskript — daß pädagogisch« Kapitel ansgearbeitet warm, «iff« ja alle seine Schüler — jetzt muß es jedoch mehr a>« bezweifelt »erd«, daß ei» solch« hinter, taff« »ordm ist. Horwitz war ein echt dichterisches Semüth und hat e» auch in Form« voll Schwang und Kraft ergoffeu. Lr hatte ein« angeborenen Instinkt, der ihn die feinst« Nüancen in der «»«drucksweise find« ließ. Sprach- und Herzeusgefühl vereinigten sich in ihm in selten gesehener Harmonie und so hatte ihn die Rat« zu« Dichter gestempelt, als welcher er sich auch stets'bewährt hat. so oft er in sei» empfindung». reiches Gemüth gegriffen hat. Seine lyrisch« und religiös« Lieder,vonMnfikdirectorLewaudowskt compouirt,Hab« i» d« meist« Synagogen und jüdisch« Schal« Deutschlands Eingang gesund«. Was Horwitz sein« väterlich von ihm berat heuen Se> »inarzägling« gewesen, ist noch in aller Grdächtuiß. Das beste Theil seines Könmus und Voll«» gehörte seiner Lehrerbildungsautzalt, »er« Gründer er »tt Recht genannt werd« kau», wenn auch Z n»z dieselbe »tel früher eräffnet hatte. Sie materiell auf fest« Bad« gestellt und ihr eine klare, z» verfolgende Richtung gegeb« zu Hab«, dieses Verdienst gebührt nufer» Horwitz, der nicht bloß all' sein« Eiuflvß und seine best« geistig« und seelisch« Kräfte der Anstalt zur Verfügung stellte, soade« ihr auch persänlich Opfer in uneigennütziger Weise darbrachte. Dm Rahmen eines Gedmkblatte» würde es bei Weite« übersteig«, «ollie ich uuse« Horwitz in dieser Seite seiner Thätigkeit da,stell«. Es mag mit dies« Zell« gmug sein, mit denen ich mehrfach« Avsfordermtg« aus Lehrerkreism und einem persänlich« Bedürfnis unser« Horwitz ei» Wort ehrenvoll« Gedenk«» zu tsibmra, Nachkomme. Es wäre allerdings die Pflicht eines von ihm seines näher« Umganggewürdigt« Schüler«, de« Meister eia bletbmderes Dmkmal der Pietät in einer zu verfassend« Biographie zn setz«, wozu hier Anregung gegeb« sei» möchte. JUfcfet für len JamMarttsch. Doppelfinuig. Ein armer Portugiese besuchte zur Aufbefferuug seiner Finanz« auch eine veinere jüdische Gemeind« Dmtschlands. Sein erster Besuch galt natürlich dem Lehrer, n« fich von diese» di« Quell« des Segens auzeig« zu last«. Hoch erfreut war er einstmals, als jener ihm ei» reiche« G«. «eindemitglied empfahl, das gewiß sein« Erwartung« «»sprechen würde, denn, setzt« er hinzu, ,1-iddo kookolow* .sei« Herz ist »eich »ie Schmalz.'' Froher Erwartung« voll machte derselbe de« Fremd« seine Aufwartung. Aber wie enttäuscht besah er das hinter alle Erwartung« zurückgebliebme kleine Geldgeschenk, welches ihm von dem weich» herzig« Reichen gespendet wurde. Seine« Bersprechrugetrm, vor der Abreise dem Lehrer über das Resultat seines Besuche« Bericht zu erstatt«, sprach er wieder bei diese» vor. .Nun wie hat es gegangen?" — »Wissen Sie, lieber Herr, Sie Hab« mir nur die Hälfte des Sohewaeh (Lobes) erzählt, das diesem Xoain (Reich») gebührt". — .Das dachte ich wohl, sagte ich Ihn« doch auch: Liboo kachele»“. — .Ja wohl, aber ich weiß »och »ehr z» rühm«". — .So? Was ton?" — »Garn ki»»o kaokolsv. «ch Ä sei« Bmlal (st»» Herzbeutel «der auch Geldbetcktl heiß«) % ist wie ei» Huu» (vdolow mit,6koÜ»" heißt löchmalz »der Fett, mtt ,Vda/" dageg« Hund.) Der Buchstabe lötet. , Eia trauriger Fall von religiöse» Wihnstan ereignete sich kürzlich in b t Umgegmd vo» Himburg. Ei, Haad^ ^, werter hatte i» einer dortigen H'rberg« zur Heimath sich de» Studium der aufgelegt« Trrvätch«, die w.aesw Hs all» eine geistige Wohlthat stad, hingegebm. Der Bikelsprueh: .So dein Auge dich Sr^ett. reiß es an» und wirf es von dir", hatte sich in Falze desi« in seine« Gehirn festgesetzt. Eues Tages fand mrn ihn auf der wuadäberter Flur - umhcrirrrad. Ec hatte jen« Spruch an sich znr Thal ge« macht und sich das rechte Auge buchstäblich ausgerifl«. I. Deutsches Homsnym. 8o« C. in R. Das erst« Wort gor heil'ger Pflicht Ein Flüßchen hoch In Preußen spricht; Laß Deine Adern es durchfliegen, Soll Heil und Legen Dir crsprießen II. KeSräisch--e«tsche» A»agra«»t. Bon d. in R Sin herrliche« Ükbct Für den, der es versteht; Versen' zwei Laut' am Ende Und dann geschickt es wende; Dn findest dann sofort Oka Biele hier and dort, Di« um die Ehre ringen Dasselbe vorznfingrn. III. KsSräisches KilSemÄ-feL. Bon E. in Hat der Gilben drei das Wort, Darf!' der Priester es verzehren; Zwei dagegen hört «an dort, So man pflegt ein AlaS zn leeren. Am Feste wird da» letzt' erdeten, Wenn wir vor wotte« Antlitz treten. IV. Keöräisches ^ogogriph. Bon E. in R. Nimm «4 gern, wenn «eich sein Herz, Es kann am Fest« Dich erbauen; Kommt es hart, schau himmel.vSrts Und wolle nur ans wo« vertrauen! der KSttzfel irr »er. Pr. l. Gratulation. v II. -tobe (alt Ursache der verwöhnnng und Hersttzonng). m. k u («elt) "55PI oc ll Lot) Bf X—• s-a (Stern) 22p -4 41 (ruhig) S*w (»d«) rth M -» lblühen) 3t «e -3 (weinen) 7Ü? 0 (Unglück) nyi r Benmtwortlicher Rrdacteur vr. Rahmer, Magdeburg. Drnck »aH W »l ff, Vkagdtsnrg^Ber^^oi^öda^'^^^^^ÜstÜg

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.