Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Familienblatt · 1884-01-01 · 25 (1884) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1888
Issue
25 (1884)
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/6492351-8722844-5956530--0893-5372907
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

rs Jüdisches 1888. rv H^auStzkgrbk» Bon Dr. 9t Nah» er tat Magdtburg. |it IrterhMnß«. -elchnmfir die isreelitislhe Femüe. tV-{l.r, »n Naisrr F irdrich««ah« — ««d-chtBchrkd» auf bfn höchst!!,«, «attn Kri.drichM. — D««eabba» Lro». Sabbath. Vaud««! »um „Wüittl! «-chenäbschnM valat — »ll.rl«! für de» 9aB»ttt»nt!sch Ztgnmer Mid Juden. «.lbsttroRt, Saphir,. Drr 18. I«. 1888. - «u, de« Lpruchsch^ d», ralnmv. - Mhstl^usgab« «ub RLthseUAsunge». - (Undefngtrr «achdrml untersagt.) An Kaiser Krietnnchs Aahre. Zwei »1erseH««ge«r Könne«. Woher das Dunkel t» den »euttchen Gaurn. Wo lichte Helle immer hat gcftraQItf Die Thrüuenblicke. die so reich wir schauen. Die «a» de« Leid als-schwere« Zoll jetzt zahlt? — N«a wohl, es strahlte» a« dem Horizonte Germania« zwei Sterne voller Glanz. I» deren Licht das de»tsche Volt sich sonnte ll»d sich erwart wohl manchen Lorbeerkrau-. Zwei Ster»e. die erleuchtet«« die Pfade. Ans denen eS daun schritt ton Sieg zu Steg. I« feine« Glucke mehrte« sich die Grade. Die unter seine» Kürste« eS erstieg. — Die eine Sonne können wir wohl nenne« De» Kaiser Wilhelm, und fie hat erreicht De» Abend wobl. nm stch von «nS zu trenne«. Wird'S uns anch schwer, wen« u»S das Licht entweicht. Doch ste. die zweite von dein Tonnenpaare. Das Deutschland Glanz und'Helle einst verlieh. Sie sank doch nicht nach Alilanf vieler Jahre, Ihr Licht »erlosch für Alle ach z« früh. — O. Kaiser Kriedrich, Du schon auf der Bahre. D» in deS Mannes sthönste« Jahre», die De« Volk »erhtesten, dast die Zeit noch wahre De« Kirsten ihm. der da »ergessen nie. A» Helle« Mittag sah «an »ntergehe« Bei feine« Tod die Sonne doller Licht. Auf halbe« Wege blieb für »uS ste stehe». Warn« erreicht de» Abend ste den» nicht? — Ar blieb »och übrig. Gnieü viel z» spende« Kür nnser voll, dem fie stch ja geweiht. .Nein. Kaiser Kriedrich sollte »och nicht enden" — So hört man'S töne« jetzo »eit nnd breit. Die Sonne sank — wie finstere, schwere Wolke. So lagert'« stch am deutsche» Himmel, seht Wie ttef sich grübt die Trauer bei de« Volke In'S Herz hinein, wie fie das Land durchweht. — S« wird'», wen» stch die Sonne von n«S wendet. Anf Erden anch so dunkel uni so trüb. Wa« war na» nicht vom Thron für Licht gespendet, D« Kaiser warst ja doch so reich au Lieb'. Die hier i« Lebe» einst so eng verbunden In Lieb nnd Huld, die Tre»»»ug war nicht laug. Sie habe» wieder sich also gefunden Und b'nche» so des Tode» harte» Zwang. — «nn wohl, er mag in feiner Macht htenieden Un» Wnnden schlage«, zeige» die Gewalt. Doch oben nicht wo stets ei» ew'ger Kriedeu, Wo nnser Sonnenpaar jetzt Wetter wallt. Blöd, O» n. Was rvir verloren! So ist'S denn wahr, dast er dahiugeschieden. Der Held, dem Niemand war au Tugend gleich. . De« Volkes Liebling rvht de» ewigen Kriede« . Und Trauerkiage geht durch'« ganze Reich. Nicht «nr in Deutschland, »ein. in alle» Zone«, Ob fern ob nah', heut' tönt'S von Ort zu Ort, Allüberall wo gute Mensche« wohnen. SS starb der Edelste. deS KrtedenS Hort! ES ist anf Erden selten nnr befcheeret. Dem edlen Menschen daS verdiente Glück. So hat auch er den LeideuSkelch geleeret. Mit Gottvertran'n ertragen sei« Geschick. ß AlS Held trug er erzebungSvoll ei« Leide», von de« ihm keine Rettnng sollte sei», Sei« Mnth. bewnndert bis zu seinem Scheiden, Half ihm erdulde» tück'scher Krankheit Pein. Und als das Vaterland in schwere« Tagen Ihn rief anf den verwaiste« Herrschertyron. Da ttotzte er den Schmerzen und de« Plage« voll Pflichtgefühl — deS Vaters würd'ger Soha. Er wollte Kretheit seine« Volke gebe«. Den Schwache« helfen gegen ftärfre Macht. Dast fie nach geist'gem Licht »ud Bildung strebe». Zu breche« Henchelei nud Kalschheit Rächt. De« Friedens Hott nach aasten und nach innen. Er wollte keinen Hast und keinen Streit, Mt Abscheu sah er ftttS anf ein Beginne». Da« Mensche« gegen Mensche» «nr entzweit. AlS «an. wie einst vor vielen hnadett Jahren, An Deutschlands SlanbeuSfeindfchaft wollte st'n. Raunt' offen eine „Schmach" er dies Sebahre». Kür Alle sollte gleiche« Recht bestehen! Wir fühlen ttef. wa« wir in ihm verloren. SS blnttt nnser Herz in bitt'rem Weh. Erschien er doch zum Herrscher auserkoren, So edel, fron« nnd gni wie keiner je! Sr ist dahin — doch immerfott wird lebe». Set» Vorbild bei de» Mensche» überall. Z» werden wie er war — daS anz»streben. Set sttt» der Menschheit höchste« Ideal!

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.