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Jüdisches Familienblatt · 1888-01-01 · 22 (1888) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1888
Issue
22 (1888)
Date
1888-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jt22. Aüdisches 1888. $rauiffc|ctai mx Br. Wstatzma ta ttaatefemu- IMwer ix Stagtöng.- 3«r jdckchlwmr i Detchmz fk tte isrtMsche F«M. Inhalt Jx» * *. etiftnelfd: »er .Ww>«IM»»ug«9e*. gtodkimg m 81. «Ui 1888. — Mh» «»» «»l «eixbera. — . vor» «eorge «ciin «hu Prcklhtexgeschich« voxH. 8itx»eit — «ob-Mb-Plouder-I. Za« «ochexobfchxstt j&htbuh leöhx“. * — Allerlei (ft »e, Aomtliextisch. — Slcke jüdische Shaaverzüge — stäthf«l»L«fgab«U «mb Rättzsel-Asuugex. — (Qxtefmctrr ft«|»nu( wnrrBat-) A«« S. Ktffkm-sfest der ^Me»detssO-»-«Loge.^ Magdeburg. am 8L Met 1888. RendelSsoh». artt Deinem hohe» Seifte vnuheft d« deS Mittelalter- Macht; J-ruel. buS tiefe Nacht »«kreiste. Heft z»m Lichte D» rm-lir-rbrecht -etuer, wie er frech fich a«d) er-reifte. Stürzt z»rülk uuS t» die alte Nacht: Necht tuuus — Duhastste überwuude»; »Mehr Lichttriebt, »uü »er Zak»»ft Stauden! — Möge »»ier» .Brnberbuud- »«schwebe« Seße»»reich Dei» Seift. Schutzengeln gleich! Wie die Souue. welke frisch,«- Lebe». 3« ues'reS Ordens heUtee« Bereich! Re«bel»soh»! Du stärke «User Strebe». Stell z»r Höhe führet «ser Steig. Kü»chfer D» «tt Heft und üust'rr« Wah»e — Me»brl-soh»! sei Weppe» »«frer Keh»e! Zsteische» SrLfter«. Vox Waj Weinberg. Eist «er iwüldig. wie zäh »xd fest der jüdische Voll»- fta»u» e» ««ich« väterlich« Bräuche». Gewohnheit«, Ueberlirfrruug« »ad Ai^chauvug« hält. Al- David italisch starb, fand mau, »achde» er D« rennt« hindurch de« Lhristr»- thum augrhäa hatte, auf de« Lörper de- Extschlafro« sein — Lrba Kaufoch. dt war gaag zerschlisse» «ud hatte «»gexscheinlich all die Reis« vo» El terx banse xach Pari-, M» Pari- »ach Berlla. wie herxach de» Uebergaag vo« Katchuaoa zum SchrWieller und vo« der Synagoge zur Kirche lxttgexuuht. oha« fich »« all dies» waudeluug« <■ Miudeste» gaüonuat zu hrdeu. >»f dem Sophi« «Kirchhofe tu Berit» befindet fich wand a» wmck «tt de» benachbmtm alte» jüdisch« Friedhöfe dir Grabstätte et«- Kauf««»»- I. Derselbe war s. Z. zu« LhristeMhu« übergetrck». di«: irdische Hülle seiner Euer» aber achte auf de« jüdisch« stznrdhof. Bei Lebzetttx kaufte er fick tun, wie ei» Berliner Blatt erzählt, dac Stelle auf de» Smchtrn-Kirchhose, waud a» wand »tt de« Grab« seiner Euer», zud hier hat er, »»r durch btt Mauer vo« ih»» gettemck, seine letzt« RuhestÜttr gesund«. Ich habe vielfach Morg» für Morg« i» aller Frühe Gluudai-jauoff» zur Synagoge eil« und bizu« Schluß de» Gottädtmsledari» welle» sch«, die selbst a» d« boh« Feiertag« durch Abwesenhett Mutt«, u« — ihr» Elte« va- Kchdchhgeixt »achMagot. V» keiue« Brauch hüll cher die Geimtud* J-rueli« weittst« Stuu« so ftst. al» an de« .auf Katar »both gchm," a» de« Besuch der Gräber f-““— Lugchäri^r. «- ist dir» Meiftll^ dajeuige _ «ch, der a« allerliyt» im jüdisch« Her»» er» »ud «ufgegebe» »ich. Inch bet »eiue» dtt-jährtg« '-besuch habe ich in Berlin diese Erfahrung bestätigt lhch ist enicht natürlich? Ist nicht da» zähe gerade diese» Braucheeine Folge, «ine Per» gerung jener vielgerühmtm, auch sewst da- Srab und den Tod überdauernden jüdisch« Kindesliebe und Pietät, die dies« still« Ort dadurch wieder zum Bereinigang-puakt der im Leb« oft so wett au-einandeeqehendm Slauben-brüder macht«?... Ja, der Friedhof zeigt noch di« soasthiu im Treib« der wett unverloren gegangene Brudergemeiaschast. Hier schweigt Zweifel und Skepsis und tritt da» Gefühl wieder in seine alt« Rechte. Dessen sind die Au-» und Nachrufe Zeug«, die den dorr au»ruhenden Lieben auf dir Eriuaerung-tafrln gesetzt find. Such in dieser Bezichuxg ist die nachstehend« Auflese meiner jünastm Friedhoftwanderuug eine Bestätigung de- Besagten. Darum ist daeiner Mutter» eiue« Vater, Kinde, Freunde al» letzte- Lebewohl in da- Srab nachgerufeue und hier in Stein gemeißelte Wort Alle» auder Seck herau-empfuodeu, die Gleiche» erlebt und erlitt«» es führt unser Denken auf unser« eia«« Schmerz zurück und bestätigt durch die un» unwillkürlich beschleichende Wehmuth die tiefe Wahrheit de» schön« Dichterworte-, daß «- rin verwandter Schmerz sei, der un« di« Thränm «llockt und am Ende Jeder für sich selbst weine. Jene stunvolleu Worte auf einer Mutter Grabe: -Nein I Du bist nicht tobt. Du schläfst uur hier I* find fte nicht dir und mir und jedem unverdord«« Kinde auder Seele gesproch«, da« den Verlust einer Mutter zu beklag« hat? Oder daauf de« Denkstein eineallzu ftüh seiner unversorgt« Familie entrissen» Bater» eiuqegrabeae, Jrhr» tausende alte öibelwort 1. 8. M. 48.21. »Siehe ich sterbe, aber Sott »Kd «st Such ift «- nicht der letzt«; inbrünstige Bedanke jed» bcechmdm Bater Herz«-? Oda hast du ihn nicht auch lange und genau gekaeut, d« schlicht«, -«-herzig«, fromm« Rltm, de« mau da- Btbawort ans d« Grabstein grschrieb«: Sr hielt auf stecht, übte Lick Und Mr vemütstg oor feinem Gott. Und «elche Mutter, die d« herbst« Schmerz rrfichm» und heute d« Lüge! chre-, ach so früh vervlichenm Liebitoch» aufsucht, »aut« ohne Thrüa« au jene« kleinen Grabe voüberschieiteu. auf deffm Täfelchen sie die Worte lieft: Sin Hügel Srde deckt di» scheust« da Hoffnungen. «der ix da uicht «iada schänea, sichtlich au» de« Herz« erwachse»« Fassung Six holder Keim — za früh erstickt. Sin holder Zweig — »u früh gefehlt, Six frttcher Soru — verstegt zu bald, Six heu« Zm — zx früh vorhallt. Mau fühlt es. jede» schäue, «irküch audem Herz« «tfpomgene. eine«Ltrbe» tu da-Grab »achgrrufene wart e- Me ursprtoMh, »e» r» »ttle, «- gch-tt der Gesaxvut. Heft «ud erlebt sei«« «iedagedurl tu dem Herz» jrdo»

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