Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Familienblatt · 1888-01-01 · 16 (1888) · p. Seite 60

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1888
Issue
16 (1888)
Date
1888-01-01
Page
Seite 60 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/6492351-8722844-5956509--0849-5372872
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

0 entity mentions (1 not found in this text)

fettta Hinweis Serie. der tat, da heilte sei» st—iaer Z»fp—ch, is auf eine einstige Verchchpuig, de» Schwer» der ttac «tuftift „AOrt Israel, der Lwche »asrr Sott ist der einige Gott," erscholl es oft tmu seine» Lippe», med da» sch— brocheoe 8—< baute ihm »och für den Trost der Rel, t» der Schewestunde. — IV. Unter beschwerlichen Märsche» war Metz erreicht; David wich nicht von Alwins Seite: Beider Liebesdienst bedingte ja schon ihre Zusammengehörigkeit; aber auch die andere, Glaubensgenosse« schaarte» sich gern um den kundige» Arzt, wie um de» verehrte« Prediger. — Da« Neujahrsfest nahte Hera»; mau war fern von der Heimat, fern von der Stätte der Erhebung, in der sonst alle hehren Gefühle gipfelten und gottgefällige Andacht erzeugte«! wie bang wäre es dem i« Feld« weilenden, ohnchia an Mangel nnd Entbehrung gewöhnten Glaubensgenossen geworden. Alwin wußte Rath! Durch Bermittlung eines ihm befreundeten College» traf «och gerade am Vorabend des Neviahrstage» eine Gesetzes« rolle, eine Altardecke, ein Pokal, ei» Schofar ein. Nie hatte Abrahm Levi. einer der der de« Regiment« stehende» Brüder, der schon mehrfach seines Heldennmthe« wegen ansgezeichnet worden, sein Schwert mit mehr Begeisterung getragen, als jetzt, da er die heilige Thora in das dafür bestimmte Zelt trug und sie de» hocherfreuten Alwin übergab, der, die andern Brüder schnell rnsammenrufend, in ihren »erklärte» Miene« reichlichen Dank fand für oll die Schwierigkeiten, die ihm die Herbeischaffang der liturgischen Gegenständ« verursachte. Ein Zelt wurde festlich her gerichtet, ei» Feldschemck mit der Altardecke bekleidet, eine erbeutete rothseidene Gardine diente als Vorhang, und daß auch de« Feste der Weiheschmusi der Lichter nicht fehl«, hatte Alwin durch Bermittlung des ihm befrrnndete» Majar» Jahn erneu zchnarmigeu Leuchter er« halte». Jahn selbst, gerührt durch die glaubensstaike Richtung seiner Untergebenen, denen er auch schon verschiedentlich im Felde keme unbedingte Anerkennung ausgesprochen, erbat es sich.'als eine Guust, de» Gottesdienste beiwohne» zu dürft». Inniger als in festlich geschmückte» Pracht-Laute», weihevoller, denn in den Säuleuhallm der gläraendste» Tempel, erhob sich hier unter ei»er Schaar von ungefähr 40 Glaubens- £ »offen, das Gebet a»f Schvinge» dc: reinste» Andacht zu ott nnd der tief innigsten Seih« des Borbeters wie der Gemeinde, und als erst der Schofartv» die Bersammlun, erschütterte, da durchlebte alles von heilige« Schauer. Als dann AlwÄ in seiner gedirgeaen Beredsamkeit di« Seihe des Tage», de» Ernst der Zeit di« bisher s» gütiae Führung des Allmächtigen (an einen Bibelver» -»knüpfend) hervorhod, da standen selbst oe» Major die Thränen der Rühmog in den Auge«. Tiefbewegt drückt« er Alwin nach beendigter Predigt die Hand. .Sie sind nicht um ei» Held der Thal, auch des Wortes I" sagte er chm. »Jetzt weiß ich, wem ich den Seist der nntrr den Israeliten «eine» Regiment» herrscht, zn d—ft» habe." Iah» entfernte sich. Ls der Gottesdienst «gen Mittag beendigt war und man das Zelt Verlust, welche Urberraschnng erwartete dt« erstaunt einander Anblickendeu l Draußen ans einem große» Vorplatz« war ein« Feldtafrl errichtet, geschmückt mit aller- Hand Speise», d. h. solcher, deren Genuß anch bei Richtjuoe« keine» Umstand h«rt. »E» ist ein« Offlzierstafrl", stammelte» einige .Was fall das fc&attca?" Da trat Iah« s» verlege», als hätte.er sich einer Unchat schuldig gemacht, hervor. „ftUfca, feiert noch gottesdienstlicher Seift Euer heiliges Fest bei» frthliche» Malst«; smveit wir Euch hier oh« G«. «iffe»«scr»pel irgend eine« von Euch bereite» koanten. Mehr ka»» ich lbich »itzt gebe» und —ch dies nicht «der»; aber was ich gebe, gebe ich gern! »u, aut» f UkmtätiäBL Stm— den nicht bet la Tonr l 8— L»erke»»»g sprach sich in aller OH— de» brave» Major aus, »er sich schwetjgmtb «atft—tr. Kri»e bampftude« Speise» wie wohl de heim, keine schmackhafte» Brate« bildete« das Festmahl, doch war es gewürzt vo» de« beseligenden Hochgefühle; das ihnen laut verkündete: .Das, was wir habe», habe» wft «ch d«rch die Achtung unserer Vorgesetzte» «wirst; wir Ist «Ute» sind heul« nicht »ehr Gedrückte! Selbst der adelig« Zinuftr schüttet uns heute treu die Hand, ihn erhebt unser Gottesdienst, er sorgt für unsere Frstesweihe!" Trotz dieses gewiß beseligende» Bewußtseins saß Alwin still i» sich versunft». Bor eine» halbe» Iah»; glaubte er; diesen Tag in ganz anderem Kreise zu verlebe»; er hatte einem Briefe David'« einige Zeilen — Loriune beigefügt; es war kein Hinweis auf sei, verlöre«» Glück, ans di« Trost« lostgkeü seines Herzen», er schrieb ibr wie ein Freund der Freundin, der eben au einem für sie so heilige» Tage das Bedürfnis fühlt, die Wü»fche für eine theuae Person in Worte zn kleiden. Es waren di« erste» Zeile«, die er ihr sandte; wie anders Hütte er sie schreiben möge«, hätte er seinem übervollen Herzen Last machen dürfen. Loch a maßte sich ja Feffeln anlegeu, daß seine Worte wtt»er der Geliebte» wanch welche Serleapem bereitetru, mach i» de» Auge« Onkel Simons einen Anstoß erregte». »Sr hat es gewagt. Dir z» schreibe», der Unverschämte," sagte Simon am Reujahrstage ganz entrüstet dir Richte. .Du. a» eine» Sau— am oteujayrstage ganz cntratta »s »c'chtr. Eorinne war in Gedanken bei chm, den sie sich jestt, der Gemeind« «ü bnceotrr Lippe Gottes Sott verkündige—, dachte. Sprachlos starrte sie ihren Oheim an. er ko—te doch nicht Alwin »einen? „Hier lies, aber mttrrfange Dich nicht, ihm za antworte«. sagte Simon, ihr Alwin Brief reich—d Eorinne's Augen überflutete «in Thrämnstro«. O. feindliches Geschick! Die erst« Amähernng des Geliebt«« i» dieser Seift von de», der ihr Bat« war, z^rückgewieftn z» sehen. Er wünscht« ihr Glück! Ja, wo war ein Glück für sie. wenn nicht an seine» Herzen! Selche Seih: »ad Poesie war über sein Wese« ausgegoffen, wie materiell and weihelos war dagegen alles i» Hause ihre» Onkels. Selbst hertte am heilige» Festtag» keiue R«h»s das Geschäft mt geöffnet; Alle« ging seine» gemohnte» Gang. O hin zu ihm! stchelte es i» ihre» Herze», d« »lir durch ei« gütige Bkataai M Geschicke» so nahe geführt ist. Zwei Stunde» getrennt sei» v— de» Geliebte» «ab ihn nicht erreiche» ll nm»? — Ader, selbst wem der Onkel zu «machen wäre, dt,: Stadt war ja belagert, kein Aasweg möglich. A«ch fchretiu» durfte sie ihm nicht; doch de« Bruder, de« Fre—de ihres Gettedt« »olltr sie alle» »sttttzestrn; er »trd ihm ja deri Brief gebe» —d damst Trcht de» sehn,«de» Herze». ■3 -J <! .Ich möchte wohl Detue» Brief — David lesen", sagte der Onkel, nachdem ste geschriebe», »Ist'« erlaubt?" Lori—e war wie «tt Perpnr Übevffe». »Ich bitte Dich. O»ftl. stch ihn «»gelesen ad^he».' Doch schon hatte Stm— das E««v«et «brvchea —d überflog, stwe» sich sei« Sttrne « tieft Fsste» lqstg» »— Brief. »©i« Aufschrift ist — David, der Inhalt — den Frön—ler", sagte er kurz, de» Brief zerreiße«. »Ich weede David Befchl gebe», jede, Uwg—g »nt ihm alPchffiiche» br sonst dt« Brücke za E»rer Brrpä—ig«ng et« z» leichte W.' »Ich flehe Dich —, Onkel!" — »Ach Wahl Fleh— —d detrn Haft d» »ahl —» chm geft—t» gst—cht» nicht. Es bleitch wie ich «tf-t!" Damit verließ tt dEZtmwer. Eori—e hätte vor Sch vergehe» wäge», aber ihr Schnrerz mach«, st« nicht schwach, er «b ihr «rast ,gt» Handel». Unwürdig war wm ifer begq—t, ctea Fch»»tt«r. tim*. Unverschämte» hatte der Oabl d— —»a«Ui der,' Judegriff aller vollend»»» mr. Es litt - %

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.