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Jüdisches Familienblatt · 1888-01-01 · 14 (1888) · p. Seite 53

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1888
Issue
14 (1888)
Date
1888-01-01
Page
Seite 53 (sequence 3)
Language
German
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— 68 Wisse». Mn batte sich die golbene Weisheitsregel: Hilf Dir selbst und GM wird Dkr h-ssttl i« Ernst de« Lebe»» mannigfach als Wahrheit bethätigt. So bat er dem» uitgc« fiont im Fritz RenterDtalect dt« wtrthtn: „Sewet Krake, ick w«llt mi Mibbag koke, waoter hev ick all, a» fehlt mi bork blot een« groote. . . -ggeziiak.-. j«. mi» Jokabke,* erwiderte die Gut«, „dat füllst Du glik hebb«, aber ick gloo »ich, bat brat er« ftbbet Mahl wart »Mt' Der gewünschte eiserne Nagel, rein gewaschen, wird dem wuuberthätige« Koch sofort zngelaugt »ab von seinem Topf, den er auf da» Feuer gesetzt, anfgenommen. Nach einer Weile verlangt er nach eiuem kleinen Stein, auch diese» wirst er t« Beisein der ftauueudrn Hausftau, nachdem er die „Zauberformel" verrichtet, in bas heiße Wasser. Nun bittet er um ein bischen Milch. Auf eine« Landgut, wo es davon überstießt, ist „ein bischen» schon eine tüchtige Portion. Die Milch, wie sie soeben — es war gerade Milchzett — frisch von der stütz in die Stube kam. reicht «an ihm direkt aus dem Eimer, weil das Dteustgefinde seine ttßerst gewissenhafte Religtosttät kaufte und achtete, und er gießt fie in de» Topf, aus den «uterdcß fast alles Wasser aufgrdampst war. Jetzt „ein wenig- Weizenmehl, nun schnell »och ein Steiuchen,. um fich keine« verdacht zuzuziehen, nun giebt die erschreckte Bäuerin mechanisch „einige» auf Jakobs hastiges verlangen Eier her, derrn innerer Gehalt jedoch, ehe er in die kochende Milch gelaugt, vou de« geschickten Händen des Veilchen Jakob innig mit de» Mehl gerührt wird, «och etnei* Augenblick und die leckere Gvtterspkise war fertig, etioas das bessere Ich unseres viedermannes Erwärmendes. Der Nagel aber, und di« Steiocheu, die wurde« natürlich der liebenswürdigeu Mithin überlassen. Jto 9««t 1» der -erafch« Es geschah einmal, west hinter, in „Halb-Astenan «ine« aus erNSrlichen Motiv,» weder von de» sonst allwissenden Eonversationsnoch geographischen Lexicous anfge- »ommenen Flecken, da trat Red Mendel der Maggid vor die von seinem Besuche beehrte andächtig versammrlte, arglose Volksmenge und hielt eine gelungene „Drascha». Das war «ine flammende Philippika über die mehr und mehr aufkommend'» gesellige« Vergnügungen, di« der pessimistisch« Lugendlehrer aus tiefster Seele haßte. Einmal in seinem Element, schleuderte er, gegen Schluß schon mehr lärmend als lehrend, seiner lammstommen geduldige» Heerde die Worte entgegen: „Hört zu. «eine »ebdtch verführte» Liaderche» (Freunde) l Wenn aus einer Hochzeit luftig Männlein srlt Männlein und Fräulein mtt Fräulein tanzt, gut — so lasse ich fie tanzen. Ader», fuhr er fort zu weiter», „aber, wen» nein« arme» Auge», o ich «rmer Narr, es erlebe« müsse», wie ein Eher«« (Bannsprnch) kein Eherem mehr ist. wie ungeachtet strenger vrrwarunug Männlein und Fräulein nicht davor zurück,chreckn, Hand i» Hand mit einander zu hüpfe», was soll das für ein Tanz sei«!- — .Ach Rebirr,» ließ i» dem überfüllte» wetten Raum« ei» dem herrsche» Vortrag« mit offnem Ohr und Munde nutz geschloffene» Auge» lauschender, an «inen Strebepfeiler fich lehnender vachur, de« rnomentan nichts weniger als der Scholl im Nacken saß. seine Glimm« laut vernehme», al» ob der Rabbi da kn oben auf der „Bühne* ihn erspäht hätte und ihn tu der delikate» Frage ans Treu und Glaube» um Auskunft «agcgagnt wäre; «sal*g jenem «rgermanische» Gaüeiiebesncher eines berlluer TheMers, der, Shakespeare'» aRichard m. i« Schlachtartüramel: „Ei» Pftitz, ei« ei» Königreich für «tu Pferd I» fordern hörend, gut» »o» stker »ltzmpische» Höhe herab mit dem Rufe: „Majestät, fieich drei Sticke dastrr jed icke!" de» Hmdel nicht geschwind genug ein geht-„Ach Kette,* f» erschallt es » Me znm frormn» Rhetor hinmtf, „was da« für ein Tmw ist? Das ist . . . . Das ist ei» L«»tr etang.* — IlettU m»A Srrß«» hei de» S«de«. In seim« vielb«wunderten gediegenen Serk«: „Genie und Irrst«» in ihre» Beziehungen zum Gesetz, zur Kritik und zur Geschichte» sck,reibt der berühmte Psychiater, Mediciuer und Philosoph, Professor So mbr» s o au der Uuiversttät Turin: „In meiner Abhandlung über den Einfluß der Gestirne auf dt« Gedaukr« habe ich scheu nachgewiesen, wie, dank der grausam halte» von l>eu mittelalterlichen Berfolguugeu unerbittlich geübten Zuchtwahl, baut auch dem mildeo stlima unseres ErdtheUs, die Juden Europas fich über den traurigen Zustand ihrer noch in Afrika und Asten wohnenden Slaubeusgmoffeu so ehr erhoben, daß sogar nicht selten die stiuder der arischen Rasse von ihnen übertroffe« wurden. Sn dec Thai, unsere Juden zeichnen fich durch Bildung und eistesschärfe au«, haben fich tu viele» Zweigen unsere« Lulturledens eine tooaugebeude Stellung gefichert; in ihrer Hand liegen zum großen Theil Handel «nd Presse; berühmte Lvmpoutstru, SatyrUer, Humoristen und Mediciner find au« ihre» ilieihen herverz «gangen. Meyerbeer, Lohe«, Halevy, Mendelssohn, Offenbcich waren Inden. Ebenso Heine, Saphir, Camerini. Revere, statisch, Jakobsohu. Jung, Weill, Fortis, Gazlan. Jüdischer Atstamwuog find ferner die Schriftsteller Auerbach, stompert, Berufteiu, Franzos und Agullar; die Sprach,gelehrte« «»coli, Munk, Fiorentiuo, öuzzato, die Mediciuer Valentin. Hermann, Haidenhain, Schiff, Easper, Hirschseld, Stilling, Gluger, Sauren«, Tratte, Fräukel, stöhn, Lohnheim, Hirsch; die Philosophen Spinoza, Sommerhaus««, Mettelssott; die Soeialifte» Laffalle und Marz, selbst in der Mathematik, einer Wissenschaft, z« der die Semiten stets «nr geringe Anloge zeigten, gelangten Soldschmidt, Beer und Markus zu hoher Berühmtheit.*) Man merk auch auf den Umstund, daß du genannten berühmten Joden durchweg schöpferisch« Naturen waren: Revolutionäre auf dem Gebiete der Wissenschaft, der staust und Religion. Bon ihnen ging die mosaische und später die christliche Lehre aus; sie schufen i» Handelsveckhr den Wechsel, in der Philosophie den Posttivismu», in der Litte» ratnr die neu« hmnorifstsche Richtung.**) Dem zur Seite sst nun die sonderbar« aber feststehend« Thalsache zu stellen, daß eben die Juden «ine vechältnißmäßig vier- bis sechsmal größere Anzahl Geisteskranker liefen, als ihr« andersgläubigen Mitbürger. Der gelehrte S e < v i fand im Jahre 1869 in Italien auf 391 Juden 1 Gristcstraakeu, fast die vierfache Zihl, welch« di« Katholiken liefen. (Siehe: SU loruoUti dTEaropa, „die Israeliten Europa'»».) Berga bestätigt dies im Jahre 1879 und findet sogar: 1 Grtfteskanke» auf 177V Katholiken 1 „ „ 173» Protestanten 1 „ „ 384 Juden. (Siehe Arohivo di Statistioa. Rom, 1880.) Mayr endlich legt uns dt« Berhältaisse des Jchre» 1871 vor rind zeigt auf 10 000 Ehristeu . 10 090 Juden „ 10 000 Ehristeu „ 10 000 Jude» „ 10 000 Ehristeu „ 10 00« Juden in Preußen und in Bayern und in ganz Deutschland und 8.7 Geisteskank 14.1 9.8 SV.L 9,6 16.1 > *) Dt, Kran lasst» fl* um bo* gchnfach» »och mrmebrn. (Sied.) •n S« Sah« 18(1 fattn «ich tat Swlia» tata 1000 statholiw» 64», DU wbte lchn »sch sch albe» Isaatn. achhrnk fich »awr 1XX) guba», nur VS fefükn, »«ich« kUf* «lrantarn gertigkeitn nicht bn Achre» 1807 «rd ISS« erhUvn M 8*«a»i| b« tztats, ta Swltn: -p, kn wchasschn (RmI>) «chnln von 100 «Mh-lSn <7 „ „ tt * » 100 Fadn ,78 I» kn HIHeicn «pmäsin (läoat) .'ja bn «Nar» 100 kmholün »4 . 100 Jakn S» . 100 stMhswn b» . . 100 S»»« 100

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