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Jüdisches Familienblatt · 1888-01-01 · 12-13 (1888) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1888
Issue
12-13 (1888)
Date
1888-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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■j- EMM ^crau«jrgefcm Btm Dr. M. Nah»« i» Magdeburg. M Pckchlttnß» -elttznmfir dir isrttlWe Fmilie. Inhalt: P«H».V»ei»k«» m PeteGHagadah. (Koch km .Iewisb-Ldroriele' »an I. A) Deutsch von 8. Iahen fn Km« «. «tz. — Chi tzrt>bk««»tl»tt. — Ll»t»e jüdisch« St«t«ct«t|it«: Auch rfr« •wWrrik«. Da« 3#|r «lt dr»! Schaltmsvcten. •Hm kurHt Grubschrtit.-Brilug«! Gott erhalle Luiker strtedrich! — LMobonob h»booh brtunbolajun. chtae fltbu PchichUchchiA» — «ClWrltt für de» Kami lleatkkch. — Lablibu». —Au« de« Spruchschatz de«Daliuud. — Rlttzsei» «usgadr».-(Oaltfn^nr »druek itf diese» vlalteist nntersagt.) P«ri«.Parodie,, zur Petzach-Hagadah. (Nach de» Lemisb-Ehrautrle' da« I. A.) Deutsch MB U. Loh«» in Jite* «. »hei». Der lluchstehrode Lrtilel «tt der Ueberschrist.Bemnkuuam zu de» PurtM-Purodieu" erscheint zwar heut« bezüglich Purim poat feitum. Da jedach der Stoff p deu Parodien größtenchetl» der Peßach-H« gadah rutuommeu ist, so dürste auch p dem brvorstrhetideo Peßach-Keste eive Wiedergabe derselben i» «»glichst «ortgetrcuer deutsch« Uekrsetzung unter awgepaßt« neuer ttc6erfd|rift den geschätzten Lesern jedenfall» Mcht «uwtllkommen sei»: »vom Erhabeue» ztu» Lächerliche» ist «rr ein Schritt I" Nach ein« Bemerkung lkeott« ist die Neigung zum Lachen am nuwikrstehUchstt», wenn die Weihe de« Augenblick« die Veranlassung zum Lache» besouder« «»geeignet erscheinen läßt. Heilige Diug« zu» Gegenstände der Belostigung machen ist durchau« nicht tdeutisch mit Unrhrerbietigkeit. Die Beraa» laffuog hi«p entspringt eh« an« eiaem Uebcrmaß der Ber «hrnng, als an« Mangel einer solch«». Diese« klar zu stelle», genügt r« schon, sich zu. erionrrn, daß mau heut zu Tage veine heiligen Dinge paiwdirm darf. A« ist wohl zu br- . achte«: Man t h u t r« nicht nur nicht, »eia, »au darf e« nicht. In früh«» Zeile» durfte mau es nicht nur, nein, »um that e« auch. s)n «eine« Benehmen gegen einen Fremden, de« ich grles,e»tlich einen Auftaadsbesuch mache, »nß ich sehr vorsichtig sei»; ich muß die Anftandgregeln deodachten und «ich hüten, zu große Vertraulichkeit durchbticken zu lasten. Dag'gen tau» ich mit einem lieben, vertranten Areand« ganz and«« verfahren. Sr »riß schau, »aß ich ihn achte; ich darf ihn sogar hin und wie»« «inen Narren neunen, oho« uns« Freuudschastknhältniß zu deeinträchtige». Weil er immerfort in meiner Erinnerung lebt und zwar so beständig, daß ich nur wenige G«da»kru habe» kann, in »elch« sich nicht salche an ihn ob« über ihn *rit ritnntsche», so "an» ich eigentlich keine Erheiterung finde», wenn ich «ich nicht zugleich üb« ihn aitfrene — eia Scherz, dessen Gleichgenücht bald wieder hergestellt ist und kr nur dazu beiträgt, die Beweise mein« Achtung imm« ans'« Neue zu bestätig«» Adens» ist e» «tt de» religiöse« Gebräuchen. Je fest« kr Mensch von ihre» äörrthe überzeugt ist, desto geneigt« ist « »ft, st« p« Gegenstand« kr Arlnftigung p mache». Die Munterkeit ist haralo» und vorübergehend, der Blank tirfwnrzelnd »ad bestä»l»ig. Menschen «üffen lachen, sich lustig machen, und lache» Skr da«, wa» sie am meisten interessirt. Bor kr Reformalt»» hatten selbst die Mönche Nach« ficht »tt kr Poffeuretß«ei und sogar «tt kr Gottesläfternug, «op »Reble k» Anfrithr«^. .Stiderbischdse', .Narren« präfidttUm* »kr sonstig« »achäffnik Mepräfeatautr» au« k» tzächsten Stern« sich h«gakn. Die Leftr de« Walch« Sekt kenn« die Rnskimnug, bi« p »eich« dies« Satu» galten grttirdeu Mta> die Mißacht»», jrkr Aulartttt, durch welch« die Autorität die« eine Mal sich selbst «gbtzte, dir Lüsterunken, die höhnischen Nachahmaugea sogar d« liech, ltche» Gesänge, die Zerrbild« der heiligiten Handlungen — ein Benehmen, welche« «nser Anftaukgefühl auf'« Aeußerste oerletzt, weil, «ie die« mit Bestimwchrit behaapt« werden darf, auch uns» Glaube ein Gegenstand bloß« Achtung«, würdigkett geworden ist, eine« sogenannten gesellschaftliche» Anstende« in Btacähandschnhen, welcher sich nicht da« Geringste »«gebe» darf, ohne ganz in die Brüche p gehe». Auch Juden müffeu ihren itarnev al haben. Auch sie haben bet fröhlichen Gelegenheiten Schein« und possenhafte Jndioidum zu Pseudo-Rabbi'« ernannt, welchen da« mibe« schränkte Recht »«Netzen war, üb« heilige Dinge p lachen, da« Gebetbuch p fonterfeien und, wa« kr größte Spaß war, deu wirklichen Rabbi lächerlich zu machen, indem sie seine Sprechetgenheiteu, seine Manieren und seine« Gang nach, ahmten, seine Schwächen darstelltr» und sein ganze« Wesen kopitteu und die« Alle« nur au« Hochachtung, welche sie ihm zu -Ilm Zeiten au« ganzem Herzen bezeiglm. In ähnlich« Weise genoß der katholische Lustigmacher al« sein theuerstr« Privilegium da» Recht, sich auf Soften eine« Mönch«, j, eine« Abte« und sogar dr» Papste« selbst lustig mache» zu dürfen. Fastuachtädelustigungen nahmen iu alle» Religion»« shsteueu eine kbeutrak Stelle eia mit Au«uahme d«je«igea natürlich, d«m Anhänger alle Dinge nur von ihrer traurigen Sette ausehm und kt denen Frohsinn al« Lästerung und Munterkeit al« verwerfliche Sünde erscheiut. David vor kr Buute«lad«, eraste «ad ehrwürdige Greise kim Wasser« schöpfen am Laubhüttmfeste nahmea keinen Austaud, sich tu die frohe Bolk«stiomung zu versetzen. Bei kr Gesetzesfreuk unser« Tage stad manche Synagogen iu Rußland «ud Tug» laad — Syuagozen natürlich, in welchen sich meisten» die .Hartgesottenen" versammeln — d« Schauplatz »»«gelassener Lustigkeit. Da« Puri nfest dagegen ist die jüdische Fastnacht par ezoellenoe. A« ist indeß nicht unsere Absicht, alle Formen d« Maskcradm und Vermummungen, iu welchen die Aeußerungeu de« Fro>;stau« sich kaudgebm, hier zu beschreiben; »tt beschränken »n« auf die litterarischeuParodien und auch diese würden mehr Raum, als na« zu Gebote steht, in Anspmch nehme«, »olltm wir iu jeder Beziehung unseru Stoff ktattürm. Eine jystmioüsche, wisienschaftlühe Bchaudlmig scheint un« nicht angebracht; ab« diejenigen, welche gar a«Purim «uf kritische Genauigkeit nicht o«zichtta köauou. werde» in Dr. Steinschneider'« Bibliographie" Material genug fiaku, ihren Heißhunger zu stillen. Wir «üffm pfti-chea sein, den perlend» Becher nur eben p kosten, stärkere Geist« mögen ihn bi« auf die Neige leeren. Die Pnrimlmrodica können i» Ganz» in zwei Haupt« abtheilnag« gebracht »«dm: eine, welche dm rabbinischen Disputirstyl carnknt und eins, welche d« Gebett parodirt. Dtt Parodtt» der «sttrn Art sind äußerst pofsirlich. die

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