Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1888
- Issue
- 11 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 42 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Jiirsiib Sferfffaät o* , suchte», »ict richtiga, währeud sie Estak^. di« De'in der Bude mrmuthklen. Wachse tzeu, überschwenupt« der betrunken«, blutdürstig« Püvel da« Gasth»«« und verwandelte es in eine Hölle. Do« H«u« stand mit eine« Schlag «an« in $««««&. Und da« jüdisch« Gut schleppte' »er da wpßtr »ich konnte; mn da« elende Gerümpel und die armselige» Sttlduug«- stücke der Jude» rissen sich di« Räuber untereinander, «t« hungrig« Wölf« um ihre Beute. Der Wnr, da« Gejohle der Rasenden und da« Gejammer und Gestöhn der gemarterten Opfer vereinigte sich zu einem allgemeinen Geheul und Gebrüll »cd durchzittert« dt« ganz« Ratur. Am unb^rwhe.ztzsten »üthetea di« Bauernmeider. Bewaffnet mit dem, »«« ihnen gerade t» die Hand kam, machte« sie nun auf die unglücklich« ArrendatorfawUir Jagd, ohne Alter und Geschlecht zu schonen. Einige alte betrunkene Megären standen an der Spitze der Peiniger und fenerte» den ohnehin schon rasenden Pöbel zu de» unmenschlichsten Grausamkeiten an. — .TSdtet die Judeubrut, Rechtgläubige! Tödtrt, mordet die Schlangen!" »Erschlagt auch die Ferkel, *) sonst werden sie uv« nmdringeu. wenn fie gross «erden". „Da — da kriecht eia« Jüdin unter den Stall! Schleppt sie an de» Beine« herdei — an den Briuenl" »Ader die Säugling« laßt am Leben", bar eine junge Mutter. »Dolle« sie lieber taufe» laste«'. »Verstumme, alte« Trommelfell!" schrie eia« alte Kurie, eis« lange, dürre Gestatt mit hervorlreteaden Backcakaochen, eiutzefallenr» Mund und stark oortretendem Lina. »Richt taufeo, sondern die Säuglinge »or die Säue werfe». Taufen k tat der Jud' mein« Eukrttnueu tanseu lasten f Sie find ohne ause gcstordeu, komme« nicht i« da« Himmelreich »ad ihre armeu Seele« fiude« keine Ruh« auf jener Wett. Wir wolleu nicht taufe»! Zertretet die räudige« Kerkelk Ha! seht — dort — dort! Mir oach!" kreischte di« Kurie »ad mit dlutunterlaufeurn Augen »ud schaumdedeckee« Mund« rauale di« Rasende an die Seit«, dir langen Arm« vor» streck« ud und die dürrer. Finger zu fürchterlichen lkrallrn deug ud.. Dort — i» der Rahe de« Schuppen«, vo« einem großen Schulthaufe» halb dedeckl. lag die io»le Rahel, neben ihr» de« kalten Hat« umklammernd und an ihre Großmutter sich fest» schmieg«», die bewußtlose — Esther. Und aut sie stürzte stch di« rasende Megäre. Rahel a» di« Beiue packend, schleifte ste die Leiche hinter sich her. ihr dadri wuchtig« Fußtritte versetzen». Allein Rahel hatte schon längst ausgelirteu Eia heftiger Stoß brachte Esther rin wenig zu Besinnung. Sie erhob da« Löpfchen und, mit umflortem Blick« um sich schaueud und ohne zu wiffe«, was um sie oorgiag, veracht: fie. fich langsam zu erhebe». Die alte Furie bemerkte da» Mäochen und knirschte mit dem Rest ihrer faule» Zähae. »Da« soll mir dieses Ra«?!' kreischt« sie. Rahel mit de« Fuße von sich stoßend. »Da ist ja noch ein« ganz Lebendige! Mit Dir werde ich schon schnell fertig werde». Rechtgläudige, erbarmt euch!" schrie sie »nd «acht« «ine« Tigersprung oach dem unglücklichen Mädchen, faßte es au die anfgelösteo, dichten, schwarzen Zöpfe und wickelte fie nm ihre Krallen. »Erbarmt euch. Rechtgläubige. — gebt mir, ei» Messer her! Ich will Judenblut! Blut, Blut!" »Halt, Alte!' Donnerte rin im volle» Galopp heransprengender Reiter. »Halt! Laß sein! Mord« nicht — e« ist kein jüdische« — es ist (in Ehristenkind! Vernichte nicht ei» christliche« Wesen! Laßt mich durch!" Er sprang vom Pferd« und drängle sich durch die Meng«. — Zu spät! Tie Bestie konnte da« Meffer nicht erwarten, bohrte ihre Srallen io den zarte» Hal« de« Linde«.... rin knrzer, erstickter Aufschrei — da« Sind war lobt. Hinter ihrem Rücke» trtdntc rin wilder Fluch — «in Säbel sanft, dnrch die Luft — die Mörderin siek aus de» Ldrprr ihre« Opfer«. — wordene Btafl u» ü» RnervSchtrrt und Seiten. Sie hott« ja.-auch nicht« mehr zu ihn» doch schon festig mit der Habend«nt. — war sie Da trugen sie iün chman«. — die tckr^e», someenae» bräunten Juden den mühen Dulder. Die Gofleii und die Häuser von Zwautz waren verödet, di« Laderttzüre» geschloffen, di« Juden »iedergebeuat, di« Jüdinnen in Thttlna» gebadet wie an eine« Bersöhnnngittag«. Und dumpf klapperte« die Spendenbüchsen und mit erstickter weinerlicher Stimme verkündete« deren Träger; »Wohlthnn errettet von« Tode!" Und eine Schaar zerlumpter» trotz der herbstliche» Rühle barfüßiger Jungen schritt. Psalmen laut betend, vor der Bahre her, die vo» de« angcsehosteu Glied«» der Gemeind« getragen wurde.- Getragen! Denn es war ja fyr Robb», dem fie hierdurch die letzte Ehee-enoiesatj nutz'dessen-- End« so thräuenrach warwie sei» Leb«».' — Biete Tage" sah man de» unglncklichm Greis in de» Gaffen tnmha» wandeln. Da« Flehen Jacob««, und selbst da« faimdltchött' Zureden Pr« Potcck« waren vergeben« — er lehnt» be--^ Harrluh jede Nahrung, jede Hilf« ad. und fahr for^ iu aüen'8 Goüru herrunznschleihen, in oll«» Wivknlu z» spähen- «GH mit ieinc» mager« Fingn» zu taste« — er snchlk seiwd Lind. Auch in der Rächtfand er leine Rnh«. legt« sich ) nicht nieder sondern schlich ruhrlo» in feiner WohNung^h uacher, begab stch dann in die Synagoge, in» Freie«nd r suchte sei» Kind. Und redete chn Jemen» an, zuckte et * zusammeo, horcht« gespannt, nach de« Klange der SliMatt t hi» «nd wehrte dann rrfignirt. »d — et war ja nicht seiftet Kindl kein Geist war amnachtet; er schim aber in bitfnfe«4 ruhelose« Suche« eine gewiss« Befriedig«», ga findeck uad 'f man ließ ihn gewähren. Und eine» M orgln« fand man den müden Wandever in der Synagoge vor'da BandeNtade ent- * kräprt liegen. Die Lad« war geöffnet, der Grri« hatte noch -1 seine.Hand darin — er luchte sein «nd. Da« schien det letzte s Versuch de« Schwergeprüfte» gewesen z« sein, und als a fich jetzt i getäiescht sah, war» .die Lebenskräfte in seüm» «mnrn Herz-, , versiegt, und selbst di« Kunftsrrtigkett de« Doktor« war t* *| nicht gelungen, dem Armen da« Bewußtsein «tedazngeb«. --- Regmchälo« lag er da. Dnch ... da tnwegt« fich seine < Lippe» ... «in glückliches, Iwseeligende»- Lächel» umsptzckt»- seine» blaffm Statt ein« tzctztnnige Frack» MM» fich ans feinem Antlitz tu«, eine jähe Röche bebakt« sein Erficht . . . .Esthal Estrichen!" rief er jnbelnd. «nd streckt« dir Arm« au«, um da« geliebte Lraumgebilde-zu n« fassen »nd frstzu- . hatten, allein kraftlos sanken die Arm« nieder, die Lippe« schloffen fich wieder, da« Her, hätte z» Ichlage« nuf, »der da« desaligead« Lächeln unch van dem AntUtz be« Gneise« , nicht — er h«tte ja sein Kind! — Kurz« Zert darauf verlieh da Doftor seinen Paste»' und war mn seiner kleine» Familie vechbellar. Böss"A«n-' ge« behanpteten, er habe sich seinen Emrn, de« Glaubenseiner Bäter und seinem Bott« wieder anzeschloffen; allein Pater Benedict»« bestritt die» entschied«,. dam er wnßtr ' anz genau, daß da Zanbera Pedrv in lue Hölle gefahren ' ' usD daß sei» unsauberer Geist in jene» veröMt» Pavilmn, . wo a dereinst sein Unwesen getrieben, c,ll»ächtltch spukte." Ja da That, da spnttt da Seist Do« Pedrv'« — der'' Beist ^seina Theorie. Doch hattt fich da rin« seltsame . Metamorphose vollzogen: — Dir Fliege wurde nicht allein', von da kpwae, sondaa auch vou den iuoeiien abgewürgt... * A» da Sitze da letztere« stand Zenodtv« Bogdan Ehmielutcki, da de« Rolle de« »jungen Helten" imLpinn'n« '' reiche Don.Pedro'« übernommen uav uulmrmherzig tödtet« ' Fliege» wie Spinnen. — —-— — — — — — Ende *> »feine Niad«.